Rechtsprechung
| BAG, 29.03.1965 - 5 AZR 6/65 |
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Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Arbeitnehmer in gekündigter Stellung - Ausschluß vob Weihnachtsgratifikation - Freiwillige Gratifikation - Ordentliche Kündigung - Mindestfristen
Verfahrensgang
- LAG Rheinland-Pfalz, 08.12.1964 - 1 Sa 153/64
- BAG, 29.03.1965 - 5 AZR 6/65
Papierfundstellen
- BAGE 17, 142
- NJW 1965, 1348
- DB 1965, 711
Wird zitiert von ... (16)
- BAG, 04.05.1999 - 10 AZR 417/98
Jahres-Sonderzuwendung bei vorfristiger Kündigung
Da es sich bei den Kündigungsfristen um Mindestfristen handelt, kann die Kündigung von beiden Parteien grundsätzlich auch unter Einhaltung einer längeren Frist ausgesprochen werden (BAG Urteil vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation).bb) Allein der Umstand, daß eine betriebsbedingte Kündigung seitens des Arbeitgebers vorliegt und diese Kündigung mit einer längeren als der tariflichen bzw. gesetzlichen Mindestkündigungsfrist, und damit früher als es zum beabsichtigten Beendigungstermin am 31. März 1997 erforderlich gewesen wäre, ausgesprochen wurde, führt noch nicht dazu, daß sich die Beklagte gemäß § 162 BGB bzw. nach dem daraus folgenden allgemeinen Rechtsgedanken nicht darauf berufen kann, daß die Arbeitsverhältnisse der Kläger am 1. Dezember 1996 gekündigt waren (vgl. BAG Urteil vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - aaO).
Eine gegen Treu und Glauben verstoßende Vereitelung des Zuwendungsanspruchs könnte nur dann angenommen werden, wenn die Beklagte die Kündigung allein deshalb unter Überschreiten der tariflichen bzw. gesetzlichen Mindestfrist für die ordentliche Kündigung vorfristig ausgesprochen hätte, um den Zuwendungsanspruch der Kläger auszuschließen (BAG Urteile vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - BAGE 17, 142, 145 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 7. Juni 1972 - 5 AZR 495/71 - AP Nr. 73 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 27. Oktober 1978 - 5 AZR 139/77 - AP Nr. 96 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 4. September 1985 - 5 AZR 655/84 - BAGE 49, 281, 285 = AP Nr. 123 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 25. April 1991 - 6 AZR 532/89 - BAGE 68, 32, 40 = AP Nr. 137 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 12. März 1997 - 10 AZR 559/96 - n.v.).
- BAG, 04.09.1985 - 5 AZR 655/84
Betriebsbedingte Kündigung - Gratifikationen - Tarifvertrag
Das Bundesarbeitsgericht hat in ständiger Rechtsprechung Klauseln, nach denen die Jahressonderzuwendung nur solchen Arbeitnehmern zustehen soll, die im Zeitpunkt des Versprechens oder im Zeitpunkt der Auszahlung in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen, grundsätzlich für zulässig erachtet (BAG 17, 142, 145 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 21. Februar 1974 - 5 AZR 302/73 - AP Nr. 81 zu § 611 BGB Gratifikation, zu 3 der Gründe; BAG Urteil vom 13. September 1974 - 5 AZR 48/74 - AP Nr. 84 zu § 611 BGB Gratifikation, zu 2 a der Gründe; BAG 31, 113, 117 = AP Nr. 98 zu § 611 BGB Gratifikation, zu II 1 der Gründe).Auch der erkennende Senat hat im Rahmen des Gratifikationsrechts wiederholt § 162 BGB bei einem konkret treuwidrigen Verhalten des Arbeitgebers angewendet (BAG Urteil vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - BAG 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; Urteil vom 7. Juni 1972 - 5 AZR 495/71 - AP Nr. 73 zu § 611 BGB Gratifikation und zuletzt Urteil vom 27. Oktober 1978 - 5 AZR 139/77 - AP Nr. 96 zu § 611 BGB Gratifikation, zu 2 e der Gründe).
- BAG, 10.03.1982 - 4 AZR 540/79
Tariflohnerhöhung - Effektivklausel
Anders als bei Lohnerhöhungen entspricht es bei der Gewährung von freiwilligen Sonderzuwendungen ständiger Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, daß der Ar beitgeber ausgeschiedene Arbeitnehmer und Arbeitnehmer in gekündigter Stellung von der Sonderzuwendung ausnehmen kann, auch wenn diese im Hinblick auf bereits erbrachte Arbeitsleistungen oder im Hinblick auf das Jahresergebnis des Unternehmens gewährt wird (vgl. BAG 1, 36 = AP Nr. 1 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG AP Nrn. 4, 8, 16 und 20 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG 15, 300 = AP Nr. 34 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG AP Nrn. 80 und 81 zu § 611 BGB Gratifikation).
- BAG, 25.04.1991 - 6 AZR 183/90
Gratifikation; Stichtagsregelung; Betriebsbedingte Kündigung
Das Bundesarbeitsgericht hat in ständiger Rechtsprechung Klauseln, nach denen eine Jahressonderzahlung nur solchen Arbeitnehmern zustehen soll, die an einem bestimmten Stichtag in ungekündigtem Arbeitsverhältnis stehen, für grundsätzlich zulässig erachtet (BAGE 49, 281 = AP Nr. 123 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 31, 113 = AP Nr. 98 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 27. Oktober 1978 - 5 AZR 139/77 - AP Nr. 96 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 26. Juni 1975 - 5 AZR 412/74 - AP Nr. 86 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 13. September 1974 - 5 AZR 48/74 - AP Nr. 84 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 21. Februar 1974 - 5 AZR 302/73 - AP Nr. 81 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 17, 142, 144 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation, m.w.N. aus der früheren Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts). - BAG, 25.04.1991 - 6 AZR 532/89
Gratifikation; Gleichbehandlung
Weiterhin kann die Voraussetzung aufgestellt werden, daß sie nur denjenigen Arbeitnehmern zustehen soll, die im Zeitpunkt des Versprechens oder der Auszahlung der Gratifikation in ungekündigtem Arbeitsverhältnis stehen (BAG Urteil vom 4. Oktober 1956 - 2 AZR 213/54 - AP Nr. 4 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 18. Juni 1960 - 5 AZR 31/59 - AP Nr. 16 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 15, 300 = AP Nr. 34 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 26. Juni 1975 - 5 AZR 412/74 - AP Nr. 86 zu § 611 BGB Gratifikation). - BAG, 04.05.1999 - 10 AZR 554/98 Da es sich bei den Kündigungsfristen um Mindestfristen handelt, kann die Kündigung von beiden Parteien grundsätzlich auch unter Einhaltung einer längeren Frist ausgesprochen werden (BAG Urteil vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation).
bb) Allein der Umstand, daß eine betriebsbedingte Kündigung seitens des Arbeitgebers vorliegt und diese Kündigung mit einer längeren als der tariflichen bzw. gesetzlichen Mindestkündigungsfrist, und damit früher als es zum beabsichtigten Beendigungstermin am 31. März 1997 erforderlich gewesen wäre, ausgesprochen wurde, führt noch nicht dazu, daß sich die Beklagte gemäß § 162 BGB bzw. nach dem daraus folgenden allgemeinen Rechtsgedanken nicht darauf berufen kann, daß das Arbeitsverhältnis des Klägers am 1. Dezember 1996 gekündigt war (vgl. BAG Urteil vom 29. März 1965 - 5 AZR 6/65 - aaO).
Eine gegen Treu und Glauben verstoßende Vereitelung des Zuwendungsanspruchs könnte nur dann angenommen werden, wenn die Beklagte die Kündigung allein deshalb unter Überschreiten der tariflichen bzw. gesetzlichen Mindestfrist für die ordentliche Kündigung vorfristig aus gesprochen hätte, um den Zuwendungsanspruch des Klägers auszuschließen (BAG Urteile vom 29. März 1965-5 AZR 6/65 - BAGE 17, 142, 145 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 7. Juni 1972-5 AZR 495/71 - AP Nr. 73 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 27. Oktober 1978-5 AZR 139/77 - AP Nr. 96 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 4. September 1985-5 AZR 655/84 - BAGE 49, 281, 285 = AP Nr. 123 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 25. April 1991 - 6 AZR 532/89 - BAGE 68, 32, 40 = AP Nr. 137 zu § 611 BGB Gratifikation; vom 12. März 1997 - IG AZR 559/96 - n.v.).
- BAG, 30.11.1989 - 6 AZR 21/88
Anspruch auf Jahresabschlussvergütung - Unwirksamkeit einer Ausschlussklausel für …
Das Bundesarbeitsgericht hat derartige Bindungsklauseln grundsätzlich für zulässig erachtet, jedoch Grenzen gezogen, bei deren Überschreitung diese wegen mißbräuchlicher Vertragsgestaltung unwirksam sind (BAGE 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation, BAG Urteil vom 21. Februar 1974 - 5 AZR 302/73 - AP Nr. 81 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 13. September 1974 - 5 AZR 48/74 - AP Nr. 84 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 31, 113 = AP Nr. 98 zu § 611 BGB Gratifikation und BAGE 49, 281 = AP Nr. 123 zu § 611 BGB Gratifikation).Demgegenüber hat das Bundesarbeitsgericht einzelvertragliche Klauseln und Bestimmungen in Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen, die den Bezug der Gratifikation vom Fortbestand des Arbeitsverhältnisses oder seinen ungekündigten Zustand an einen bestimmten Stichtag innerhalb des sogenannten Bezugszeitraums abhängig machen, jedenfalls dann für zulässig gehalten, wenn die Gratifikation bei einer Eigenkündigung des Arbeitnehmers ausgeschlossen war (BAGE 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 27. Oktober 1978 - 5 AZR 139/77 - AP Nr. 96 zu § 611 BGB Gratifikation; BAGE 31, 113 = AP Nr. 98 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 22. Juni 1983 - 5 AZR 252/81 -, nicht veröffentlicht; BAG Urteil vom 26. Oktober 1983 - 5 AZR 331/81 - AP Nr. 118 zu § 611 BGB Gratifikation; BAG Urteil vom 19. September 1984 - 5 AZR 366/83 -, nicht veröffentlicht, und BAGE 49, 281 = AP Nr. 123 zu § 611 BGB Gratifikation).
- BAG, 13.09.1974 - 5 AZR 48/74
Gratifikation - Betriebsvereinbarung - Billigkeitskontrolle - Ausschlußfrist - …
b) Die Beklagte kann sich hiergegen nicht mit Erfolg auf das Urteil des Senats BAG 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation berufen. - BAG, 23.05.1984 - 5 AZR 398/82 Eine solche Bestimmung der Anspruchsvoraussetzungen verstößt nicht gegen die Vorschriften des Art. 3 OG oder den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz, wie das Bundesarbeitsgericht in ständiger Rechtsprechung zu freiwilligen Gratifikationszahlungen eines Arbeitgebers ausgesprochen hat (vgl. zuletzt BAG 17, 142, 144 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation m. w. N.; BAG Urteil vom 22. Juni 1983 - 5 AZR 252/81 - unveröffentlicht).
Scheidet dieser Aspekt aber wegen einer von dem Arbeitnehmer vor dem Fälligkeitstag ausgesprochenen Kündigung aus, so kann der Beklagte die Auszahlung an diesen Arbeitnehmer verweigern, ohne daß ihm der Vorwurf zu machen ist, er differenziere in sachwidriger Weise (BAG 17, 142, 145 = AP Nr. 52 zu $ 611 BGB Gratifikation ).
- BAG, 23.02.1983 - 5 AZR 538/80 Nach ständiger Rechtsprechung des Senats kann der Arbeitgeber bei der Zusage einer ohne Rechtszwang versprochenen Gratifikation bestimmen, daß sie nur den Betriebsangehörigen zustehen soll, die im Zeitpunkt des Versprechens oder der Auszahlung der Gratifikation in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen (BAG 17, 142 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Grati fikation; BAG Urteil vom 26. Juni 1975 - 5 AZR 412/74 - AP Nr. 86 zu § 611 BGB Gratifikation, zu 2 b der Gründe, jeweils m. zahlreichen w. N.).
Nur in einem solchen Fall müßte die Beklagte die Klägerin so stellen, als wäre die Kündigung erst nach dem 30. November 1978 aus gesprochen worden (vgl. hierzu BAG 17, 142, 145/146 = AP Nr. 52 zu § 611 BGB Gratifikation).
- BAG, 07.11.1991 - 6 AZR 489/89
Arbeitsentgelt: Anteilige Zuwendungen nach Tarifvertrag bei Ausscheiden während …
- LAG Hamburg, 05.03.1998 - 5 Sa 69/97
Verhinderung des Eintritts einer Bedingung durch Treu und Glauben; Verlust des …
- BAG, 27.04.1972 - 5 AZR 449/71
Gratifikation - Rückzahlungsklausel - Betriebsbedingte Kündigung
- BAG, 25.04.1991 - 6 AZR 180/90
Anforderungen für einen individualrechtlichen und betrieblichen Anspruch auf …
- BAG, 10.03.1982 - 4 AZR 892/79
- BAG, 29.06.1967 - 5 AZR 39/67
Arbeitsjubiläum - Sonderzuwendung - Reichsarbeitsdienst - Wehrdienst
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