Rechtsprechung
| BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Wolters Kluwer
Kanalanschlußkosten - Grund und Boden - Gebäude - Gemeindliche Kanalbaubeitrag - Bebauung des Grundstücks
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 106, 516
- DB 1972, 2094
- BStBl II 1972, 931
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (6)
- BFH, 24.11.1967 - VI R 302/66
Kanalbaubeitrag - Hauseigentümer - Kanalanschlußgebühr - Aufwendungen auf den …
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Der VIII. Senat des BFH schließt sich der Rechtsprechung des IV. und VI. Senats in den Urteilen IV 290/63 vom 3. August 1966 (BFH 86, 710, BStBl III 1967, 600) und VI R 302/66 vom 24. November 1967 (BFH 91, 42, BStBl II 1968, 178), wonach Kanalanschlußkosten beim Grund und Boden und nicht beim Gebäude anzusetzen sind, auch für den Fall an, daß sich der gemeindliche Kanalbaubeitrag des Grundstückseigentümers nach der Bebauung des Grundstücks richtet.Der VI. Senat habe allerdings im Urteil VI R 302/66 vom 24. November 1967 (BFH 91, 42, BStBl II 1968, 178) an den im Urteil VI 249/64 U enthaltenen Grundsätzen nicht mehr festgehalten und den Kanalanschlußbeitrag zu den Aufwendungen für den Grund und Boden gerechnet.
Die Begründung des Urteils VI R 302/66 sei jedoch nicht überzeugend.
Im Anschluß an des BFH-Urteil IV 290/63, in dem bereits der Grundsatz einer gleichartigen Behandlung von Straßenanliegerbeiträgen und Kanalanschlußbeiträgen aufgestellt wurde, gab auch das Urteil VI R 302/66 die gegenteilige Auffassung des Urteils VI 249/64 U ausdrücklich auf, und nahm an, daß die Kanalbaubeiträge nicht anders als die Straßenanliegerbeiträge (§§ 127 ff. BBauG) behandelt werden könnten.
Den Sachverhalten der beiden Urteile IV 290/63 und VI R 302/66 läßt sich nicht entnehmen, nach welchen Grundsätzen im einzelnen der Kanalanschlußbeitrag bemessen und erhoben wurde, ob nur nach Maßgabe des durch den Kanal berührten Grund und Bodens, oder, wie im Streitfall, nach der bebauten Fläche und Geschoßhöhe (§ 33 der Zweckverbandssatzung).
- BFH, 03.08.1966 - IV 290/63
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Der VIII. Senat des BFH schließt sich der Rechtsprechung des IV. und VI. Senats in den Urteilen IV 290/63 vom 3. August 1966 (BFH 86, 710, BStBl III 1967, 600) und VI R 302/66 vom 24. November 1967 (BFH 91, 42, BStBl II 1968, 178), wonach Kanalanschlußkosten beim Grund und Boden und nicht beim Gebäude anzusetzen sind, auch für den Fall an, daß sich der gemeindliche Kanalbaubeitrag des Grundstückseigentümers nach der Bebauung des Grundstücks richtet.Gemäß dem BFH-Urteil IV 290/63 vom 3. August 1966 (BFH 86, 710, BStBl III 1967, 600) sei die Rechtslage für Kanalisationsbeiträge im Grunde dieselbe wie bei den Straßenanliegerbeiträgen, die nach der Rechtsprechung auch zu den Anschaffungskosten des Grund und Bodens gerechnet würden (BFH-Urteil VI 100/63 S vom 18. September 1964, BFH 81, 233, BStBl III 1965, 85).
- BFH, 18.09.1964 - VI 100/63 S
Anliegerbeiträge als Anschaffungskosten
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Gemäß dem BFH-Urteil IV 290/63 vom 3. August 1966 (BFH 86, 710, BStBl III 1967, 600) sei die Rechtslage für Kanalisationsbeiträge im Grunde dieselbe wie bei den Straßenanliegerbeiträgen, die nach der Rechtsprechung auch zu den Anschaffungskosten des Grund und Bodens gerechnet würden (BFH-Urteil VI 100/63 S vom 18. September 1964, BFH 81, 233, BStBl III 1965, 85).
- BFH, 06.08.1965 - VI 249/64 U
Steuerliche Einordnung von Kanalanschlußgebühren
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Der Kläger begehrte unter Hinweis auf die Urteile des BFH VI 249/64 U vom 6. August 1965 (BFH 83, 317, BStBl III 1965, 615) und VI 186/65 vom 6. August 1965 (HFR 1966, 70), die gesamten Anschlußkosten als Werbungskosten anzuerkennen. - BFH, 23.06.1961 - VI 161/60 U
Steuerliche Einordnung von Kosten für den Einbau einer Zentralheizung in …
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Gemäß dem BFH-Urteil VI 161/60 U vom 23. Juni 1961 (BFH 73, 370, BStBl III 1961, 401) sei durch den Anschluß an die Kanalisation das Gebäude lediglich im ordnungsgemäßen Zustand erhalten, nicht aber in seiner Wesensart verändert und nicht über den ursprünglichen Zustand hinaus verbessert worden. - BFH, 23.06.1961 - VI 179/60 S
Einordnung der Aufwendungen für die Umstellung auf eine Zentralheizung als …
Auszug aus BFH, 18.07.1972 - VIII R 43/68
Aber dieser sei nicht annähernd vergleichbar mit den Vorteilen der Umstellung einer unbrauchbar gewordenen Zentralheizung von der Koks- auf Ölfeuerung, deren Kosten der BFH im Urteil VI 179/60 S vom 23. Juni 1961 (BFH 73, 374, BStBl III 1961, 403) als Erhaltungsaufwand anerkannt habe.
- BFH, 03.07.1997 - III R 114/95
Nacherhebung von Erschließungsbeiträgen
Für die steuerliche Beurteilung ist es ohne Bedeutung, nach welchen Merkmalen die Beiträge erhoben und bemessen werden; entscheidend ist, daß es sich um Zahlungen für (erstmalige) Maßnahmen der Gemeinde zur Verbesserung der Infrastruktur handelt, die der Benutzbarkeit der Grundstücke zugute kommen und - unabhängig von der Art seiner Benutzung - zu einer Wertsteigerung des Grund und Bodens führen (vgl. BFH-Urteil vom 18. Juli 1972 VIII R 43/68, BFHE 106, 516, BStBl II 1972, 931). - BFH, 04.11.1986 - VIII R 322/83
Entwässerungsbeiträge für Ersatz einer eigenen Kläranlage sowie …
So behandelt der BFH in ständiger Rechtsprechung Beiträge zur Erstanlage einer Straße und Beiträge für den erstmaligen Anschluß eines Grundstücks an die gemeindliche Kanalisation (Kanalbaubeiträge) als Aufwendungen, die beim Grund und Boden zu aktivieren sind (vgl. Urteile vom 18. September 1964 VI 100/83 S, BFHE 81, 233, BStBl III 1965, 85; vom 3. August 1966 IV 290/63, BFHE 86, 710, BStBl III 1967, 600; vom 24. November 1967 VI R 302/66, BFHE 91, 42, BStBl II 1968, 178; und vom 18. Juli 1972 VIII R 43/68, BFHE 106, 516, BStBl II 1972, 931). - BFH, 19.02.1974 - VIII R 65/72
Anliegerbeitrag - Grundstückseigentümer - Anspruch der Gemeinde - Nachhaltige …
Der IV. und VI. Senat des BFH sowie der erkennende Senat sind von der Richtigkeit dieser Entscheidung unter ausdrücklicher Bezugnahme auf sie bei Beurteilung von Anliegerbeiträgen zur Erstanlage einer öffentlichen Kanalisation ebenfalls ausgegangen und haben dementsprechend den Aufwand als den Wert des Grund und Bodens steigernd aufgefaßt, ohne eine Einkunftsminderung zuzulassen (BFH-Urteile vom 3. August 1966 IV 290/63, BFHE 86, 710, BStBl III 1967, 600; vom 24. November 1967 VI R 302/66, BFHE 91, 42, BStBl II 1968, 178; vom 18. Juli 1972 VIII R 43/68, BFHE 106, 516, BStBl II 1972, 931).Insbesondere kommt auch eine Absetzung wegen außergewöhnlicher technischer oder wirtschaftlicher Abnutzung (§ 7 Abs. 1 letzter Satz EStG) nicht in Betracht, weil nach dem Erörterten weder der für die Erstanlage der Straße etwa geleistete Anliegerbeitrag eines Rechtsvorgängers des Klägers noch der von diesem für die Straßenverbesserung entrichtete Beitrag zum Erwerb eines selbständigen, der Abnutzung unterliegenden Wirtschaftsgutes geführt haben (vgl. BFH-Urteile VIII R 43/68, BFHE 106, 516, BStBl II 1972, 931; VIII R 20/72, BFHE 106, 311, BStBl II 1972, 790).
- BFH, 25.08.1982 - I R 130/78
Kanalbaubeitrag für betriebsbedingte besondere Abwasserzuführung ist sofort …
Grundstücksanliegerbeiträge und Kanalbaubeiträge sind gleichzubehandeln (vgl. BFH-Urteil vom 3. August 1966 IV 290/63, BFHE 86, 710, BStBl III 1967, 600; vom 18. Juli 1972 VIII R 43/68, BFHE 106, 516, BStBl II 1972, 931, mit weiteren Nachweisen), Dieser Grundsatz ist auch auf den - hier vorliegenden - Fall anzuwenden, in welchem es darum geht, Aufwendungen für eine besondere Nutzung einer Kläranlage bilanzrechtlich zu beurteilen.
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".