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Rechtsprechung
   FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2017,50541
FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15 (https://dejure.org/2017,50541)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 29.11.2017 - 4 K 3397/15 (https://dejure.org/2017,50541)
FG Baden-Württemberg, Entscheidung vom 29. November 2017 - 4 K 3397/15 (https://dejure.org/2017,50541)
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Volltextveröffentlichungen (6)

  • openjur.de
  • Justiz Baden-Württemberg

    § 1 Abs 2 S 1 KAGG, § 3c Abs 2 EStG 2002, § 8b Abs 3 KStG 2002, § 40a Abs 1 S 2 KAGG vom 22.12.2003, § 43 Abs 18 KAGG
    Gerechtfertigte unechte Rückwirkung des § 40a Abs. 1 S. 2 KAGG auf den Veranlagungszeitraum 2003

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
  • datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)

    Außerbilanzielle Hinzurechnung negativer Aktiengewinne bei Beteiligung einer Mitunternehmerschaft an Spezial-Investmentfonds

  • Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • EFG 2018, 401
 
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Wird zitiert von ... (4)Zitiert selbst (12)

  • FG Nürnberg, 13.12.2016 - 1 K 1214/14

    Zur Teilwertabschreibung von Rückübertragungsforderungen aus Wertpapierdarlehen - …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Die Aktiengewinne sind deshalb um die - nicht mit Gewinnen saldierten (…BFH, a.a.O. Rn. 30 ff.; Niedersächsisches FG…, Urteil vom 26. November 2015, 6 K 69/15, juris Rn. 47 ff.) - realisierten Aktienverluste des Jahres 2001 aus ausländischen Aktien zu bereinigen (sog. STEKO-Korrekturposten;… vgl. BMF vom 25. Juli 2016, BStBl I 2016, 763 Rn. 19 f.; FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 195 ff.).

    Ob der Aktiengewinn aber stets insgesamt nach der jeweils aktuellen, neuen Rechtslage (vorbehaltlich entgegenstehender Übergangsregelungen) zu berechnen ist (so FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 190), erscheint fraglich.

    Nach dem Sondervotum von Masing war die Auslegung i.S.d. Anwendung von § 3c Abs. 2 EStG und § 8b Abs. 3 KStG naheliegend (…BVerfGE 135, 29 Rn. 35 und 38 f.) und die gegenteilige Auffassung systemwidrig (…Masing, a.a.O. Rn. 40), weil sie zur Privatisierung der Gewinne bei gleichzeitiger Sozialisierung der Verluste führte (…Masing, a.a.O., Rn. 42; vgl. auch FG München…, Urteil vom 18. September 2012, 7 K 2684/10, juris Rn. 40 ff. und FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 214).

    Die ursprüngliche Rechtslage vermittelte daher keinerlei berechtigtes Vertrauen in die Nichtanwendung von § 3c Abs. 2 EStG und § 8b Abs. 3 KStG (…Masing, a.a.O. Rn. 3 f., 49; FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 214).

    Rn. 52 bb) Selbst wenn man ein schützenswertes Vertrauen der KAG und der Fondsanleger in die Nichtanwendung von § 3c Abs. 2 EStG und § 8b Abs. 3 KStG annähme, war die Neuregelung jedenfalls zur Förderung des Gesetzeszwecks geeignet und erforderlich und wurde die Grenze der Zumutbarkeit bei einer Gesamtabwägung zwischen dem Gewicht des enttäuschten Vertrauens und dem Gewicht sowie der Dringlichkeit der die Rechtsänderung rechtfertigenden Gründe gewahrt (gl.A. FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 211 ff.).

    Zur Beseitigung dieses Missstandes war die Neureglung in § 40a Abs. 1 Satz 2 KAGG n.F. ohne Weiteres geeignet und erforderlich (FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 212 f.).

    Ein schützenswertes Vertrauen an der Beibehaltung einer solchen Rechtslage bestand nicht (gl.A. FG Nürnberg, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 214; vgl. auch FG Nürnberg…, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 50).

  • BVerfG, 17.12.2013 - 1 BvL 5/08

    Rückwirkende Klarstellung

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Im Anschluss ruhte das Einspruchsverfahren zunächst, unter anderem im Hinblick auf das Verfahren 1 BvL 5/08 des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG).

    Durch Beschluss vom 17. Dezember 2013 (1 BvL 5/08, BVerfGE 135, 1) erklärte das BVerfG § 43 Abs. 18 KAGG n.F., soweit danach § 40a Abs. 1 Satz 2 KAGG n.F. bereits auf Gewinnminderungen in den Veranlagungszeiträumen (VZ) 2001 und 2002 anzuwenden ist, für nichtig.

    Rn. 27 Aufgrund der Rechtsprechung des BVerfG zu § 40a Abs. 1 Satz 2, § 43 Abs. 18 KAGG n.F. (Beschluss vom 17. Dezember 2013, 1 BvL 5/08, BVerfGE 135, 1) und des BFH (…Urteile vom 25. Juni 2014, I R 33/09, BFH/NV 2014, 1859 Rn. 10 ff. …und vom 30. Juli 2014, I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 14 f.) fehlt es in den VZ 2001 und 2002 an einer Rechtsgrundlage für eine außerbilanzielle Korrektur in Höhe der Gewinnminderungen einschließlich der Teilwertabschreibungen.

    Hier muss der Normadressat eine Enttäuschung seines Vertrauens in die alte Rechtslage nur hinnehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die Rückanknüpfung rechtfertigender öffentlicher Interessen unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit gerechtfertigt ist (vgl. zum Ganzen BVerfG-Beschluss vom 10. Oktober 2012, 1 BvL 6/07, BVerfGE 132, 302 Rn. 41 ff. und BVerfG-Beschluss vom 17. Dezember 2013, 1 BvL 5/08, BverfGE 135, 1 Rn. 37 ff. jeweils m.w.N.).

    Rn. 46 b) § 43 Abs. 18 KAGG n.F., der durch das sog. Korb II-Gesetz eingeführt wurde und am 31. Dezember 2003 in Kraft trat, entfaltete daher zwar für die VZ 2001 und 2002 echte Rückwirkung (BVerfG-Beschluss vom 17. Dezember 2013, a.a.O. Rn. 40).

    Die verfassungsrechtliche Beurteilung des VZ 2003 ist daher gesondert von der Beurteilung der VZ 2001 und 2002 nach den Grundsätzen der unechten Rückwirkung vorzunehmen (vgl. auch BVerfG-Beschluss vom 17. Dezember 2013, a.a.O. Rn. 34).

  • FG Nürnberg, 21.07.2009 - 1 K 733/07

    Anwendung des § 8b KStG auf einen negativen Aktiengewinn aus der Veräußerung von …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Rn. 24 Bereits vor dem 31. Dezember 2000 (…bzw. dem maßgeblichen Stichtag, vgl. zur Übergangsregelung BFH-Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229 Rn. 20 f.) realisierte Aktiengewinne und -verluste dürfen bei der Ermittlung des Fondsaktiengewinns nicht berücksichtigt werden (vgl. § 43 Abs. 14 Sätze 2 bis 4 KAGG n.F.;… BT-Drucks. 15/1553, S. 131 f.;… BMF vom 18. August 2009, BStBl I 2009, 931 Rn. 112 und 182;FG Nürnberg, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 54, 59;… Faller, in: Bordewin/Brandt, EStG, 400. Aktualisierung Oktober 2017, § 8 InvStG Rn. 15;… Geurts, in: Bordewin/Brandt, a.a.O. § 23 InvStG Rn. 1; Hammer, DStZ 2002, 519, 524; Köhler, DStR 2015, 1209;… Patzner/Kempf, InvStG, 3. Aufl. 2015, § 5 Rn. 40; Sradj/Mertes, DStR 2003, 1681, 1685).

    Etwas anderes folgt - entgegen der von der Klin im Verlauf der BP geäußerten Ansicht - nicht aus dem sog. Transparenzprinzip (…vgl. dazu BFH-Urteil vom 14. Dezember 2011 I R 92/10, BStBl II 2013, 486 Rn. 15 m.w.N.; FG Nürnberg, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 31 f.; Fischer, WM 2001, 1236, 1237 f.), nach dem der Fondsanleger einem Direktanleger gleichgestellt werden soll (…vgl. BFH-Urteil vom 21. September 2016 I R 63/15, BStBl II 2017, 357 Rn. 27).

    Es liegt insoweit lediglich eine unechte Rückwirkung vor (FG Nürnberg, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 47 f.).

    Ein schützenswertes Vertrauen an der Beibehaltung einer solchen Rechtslage bestand nicht (gl.A. FG Nürnberg…, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 214; vgl. auch FG Nürnberg, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 50).

  • BFH, 28.10.2009 - I R 27/08

    Abzugsverbot für negative Aktiengewinne aus Investmentfonds mit ausländischen …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Im Falle eines negativen Aktiengewinns kommt es deshalb im Ergebnis zur außerbilanziellen Hinzurechnung des Verlustbetrags (vgl. BFH-Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229 Rn. 14, 22;… BFH-Urteil vom 21. September 2016 I R 63/15, BStBl II 2017, 357 Rn. 24; Hammer, DStZ 2002, 519, 522).

    Rn. 24 Bereits vor dem 31. Dezember 2000 (bzw. dem maßgeblichen Stichtag, vgl. zur Übergangsregelung BFH-Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229 Rn. 20 f.) realisierte Aktiengewinne und -verluste dürfen bei der Ermittlung des Fondsaktiengewinns nicht berücksichtigt werden (vgl. § 43 Abs. 14 Sätze 2 bis 4 KAGG n.F.;… BT-Drucks. 15/1553, S. 131 f.;… BMF vom 18. August 2009, BStBl I 2009, 931 Rn. 112 und 182;FG Nürnberg…, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 54, 59;… Faller, in: Bordewin/Brandt, EStG, 400. Aktualisierung Oktober 2017, § 8 InvStG Rn. 15;… Geurts, in: Bordewin/Brandt, a.a.O. § 23 InvStG Rn. 1; Hammer, DStZ 2002, 519, 524; Köhler, DStR 2015, 1209;… Patzner/Kempf, InvStG, 3. Aufl. 2015, § 5 Rn. 40; Sradj/Mertes, DStR 2003, 1681, 1685).

    Auch auf die von einem Direktanleger in den Jahren 1999 und 2000 realisierten Gewinne war ohne Weiteres die alte Rechtslage anzuwenden, während die - aus der Reinvestition der Gewinne - unter Geltung der neuen Rechtslage erlittenen Verluste nicht (§ 8b Abs. 3 KStG) bzw. nur zu 50% (§ 3c Abs. 2 EStG) zu berücksichtigen waren (auch die Übergangsregelungen gelten parallel, vgl. BFH-Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229 Rn. 20 f.).

    Rn. 25 c) Zwischen den Beteiligten ist zu Recht nicht streitig, dass realisierte Aktienverluste des Jahres 2001, die auf Beteiligungen der Fonds an ausländischen Kapitalgesellschaften beruhen, aufgrund der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229; sog. STEKO-Rechtsprechung) dem Steuerbilanzgewinn nicht außerbilanziell zuzurechnen sind.

  • BFH, 30.07.2014 - I R 74/12

    Hinzurechnung eines sog. negativen Aktiengewinns aus der Rückgabe von …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Darüber hinaus entschied der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteile vom 25. Juni 2014 (…I R 33/09, BFH/NV 2014, 1859 Rn. 10 ff.) und 30. Juli 2014 (I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 14 f.), dass § 40a Abs. 1 KAGG in der vor Einführung des Satzes 2 geltenden Fassung (KAGG a.F.) keine Rechtsgrundlage für die Anwendung von § 8b Abs. 3 KStG darstelle.

    Rn. 27 Aufgrund der Rechtsprechung des BVerfG zu § 40a Abs. 1 Satz 2, § 43 Abs. 18 KAGG n.F. (Beschluss vom 17. Dezember 2013, 1 BvL 5/08, BVerfGE 135, 1) und des BFH (…Urteile vom 25. Juni 2014, I R 33/09, BFH/NV 2014, 1859 Rn. 10 ff. und vom 30. Juli 2014, I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 14 f.) fehlt es in den VZ 2001 und 2002 an einer Rechtsgrundlage für eine außerbilanzielle Korrektur in Höhe der Gewinnminderungen einschließlich der Teilwertabschreibungen.

    Sie durften auch nicht mit positiven Aktiengewinnen saldiert werden (BFH-Urteil vom 30. Juli 2014 I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 16 ff.;… BMF vom 25. Juli 2016, BStBl I 2016, 763 Rn. 11).

  • BFH, 21.09.2016 - I R 63/15

    Anlegerbesteuerung bei einem in US-Dollar geführten Aktienfonds

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Im Falle eines negativen Aktiengewinns kommt es deshalb im Ergebnis zur außerbilanziellen Hinzurechnung des Verlustbetrags (…vgl. BFH-Urteil vom 28. Oktober 2009 I R 27/08, BStBl II 2011, 229 Rn. 14, 22; BFH-Urteil vom 21. September 2016 I R 63/15, BStBl II 2017, 357 Rn. 24; Hammer, DStZ 2002, 519, 522).

    Etwas anderes folgt - entgegen der von der Klin im Verlauf der BP geäußerten Ansicht - nicht aus dem sog. Transparenzprinzip (…vgl. dazu BFH-Urteil vom 14. Dezember 2011 I R 92/10, BStBl II 2013, 486 Rn. 15 m.w.N.; FG Nürnberg…, Urteil vom 21. Juli 2009, 1 K 733/07, juris Rn. 31 f.; Fischer, WM 2001, 1236, 1237 f.), nach dem der Fondsanleger einem Direktanleger gleichgestellt werden soll (vgl. BFH-Urteil vom 21. September 2016 I R 63/15, BStBl II 2017, 357 Rn. 27).

  • BFH, 25.06.2014 - I R 33/09

    Hinzurechnung eines sog. negativen Aktiengewinns aus der Rückgabe von …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Darüber hinaus entschied der Bundesfinanzhof (BFH) durch Urteile vom 25. Juni 2014 (I R 33/09, BFH/NV 2014, 1859 Rn. 10 ff.) und 30. Juli 2014 (…I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 14 f.), dass § 40a Abs. 1 KAGG in der vor Einführung des Satzes 2 geltenden Fassung (KAGG a.F.) keine Rechtsgrundlage für die Anwendung von § 8b Abs. 3 KStG darstelle.

    Rn. 27 Aufgrund der Rechtsprechung des BVerfG zu § 40a Abs. 1 Satz 2, § 43 Abs. 18 KAGG n.F. (Beschluss vom 17. Dezember 2013, 1 BvL 5/08, BVerfGE 135, 1) und des BFH (Urteile vom 25. Juni 2014, I R 33/09, BFH/NV 2014, 1859 Rn. 10 ff. …und vom 30. Juli 2014, I R 74/12, BFH/NV 2015, 55 Rn. 14 f.) fehlt es in den VZ 2001 und 2002 an einer Rechtsgrundlage für eine außerbilanzielle Korrektur in Höhe der Gewinnminderungen einschließlich der Teilwertabschreibungen.

  • BVerfG, 10.10.2012 - 1 BvL 6/07

    Vertrauensschutz in den Fortbestand einer steuerrechtlichen Regelung

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Hier muss der Normadressat eine Enttäuschung seines Vertrauens in die alte Rechtslage nur hinnehmen, soweit dies aufgrund besonderer, gerade die Rückanknüpfung rechtfertigender öffentlicher Interessen unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit gerechtfertigt ist (vgl. zum Ganzen BVerfG-Beschluss vom 10. Oktober 2012, 1 BvL 6/07, BVerfGE 132, 302 Rn. 41 ff. und BVerfG-Beschluss vom 17. Dezember 2013, 1 BvL 5/08, BverfGE 135, 1 Rn. 37 ff. jeweils m.w.N.).
  • FG München, 18.09.2012 - 7 K 2684/10

    Verstoß des Abzugsverbots für negativen Aktiengewinn aus Investmentfond gegen …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Nach dem Sondervotum von Masing war die Auslegung i.S.d. Anwendung von § 3c Abs. 2 EStG und § 8b Abs. 3 KStG naheliegend (…BVerfGE 135, 29 Rn. 35 und 38 f.) und die gegenteilige Auffassung systemwidrig (…Masing, a.a.O. Rn. 40), weil sie zur Privatisierung der Gewinne bei gleichzeitiger Sozialisierung der Verluste führte (…Masing, a.a.O., Rn. 42; vgl. auch FG München, Urteil vom 18. September 2012, 7 K 2684/10, juris Rn. 40 ff. und FG Nürnberg…, Urteil vom 13. Dezember 2016, 1 K 1214/14, juris Rn. 214).
  • BFH, 18.07.2012 - X R 28/10

    Anwendung des Halbeinkünfteverfahrens im Rahmen der gesonderten und einheitlichen …

    Auszug aus FG Baden-Württemberg, 29.11.2017 - 4 K 3397/15
    Die Berücksichtigung von § 3 Nr. 40 und § 3c Abs. 2 EStG bzw. § 8b Abs. 2 und Abs. 3 KStG (bereits) im Rahmen der gesonderten und einheitlichen Feststellung der Besteuerungsgrundlagen der Klin ist verfahrensrechtlich nicht zu beanstanden (vgl. BFH-Urteil vom 18. Juli 2012 X R 28/10, BStBl II 2013, 444 Rn. 24).
  • BFH, 14.12.2011 - I R 92/10

    Investmentanteile: Nichtabziehbarkeit des sog. negativen Aktiengewinns auch bei …

  • FG Niedersachsen, 26.11.2015 - 6 K 69/15

    Vermögensminderung auf Grund eines negativen Aktiengewinns aus der verdeckten …

  • BFH, 23.10.2019 - XI R 43/18

    Vorlage an das BVerfG: BFH hält rückwirkende Anwendung des § 40a Abs. 1 Satz 2 …

    Denn das sog. Korb II-Gesetz wurde am 27.12.2003 im Bundesgesetzblatt verkündet, seine belastenden Rechtsfolgen (hier: Anwendung des § 8b Abs. 3 KStG) treten jedoch --unter Rückgriff auf einen bereits zuvor ins Werk gesetzten Sachverhalt (Veräußerung der Anteilscheine im Lauf des Jahres 2003)-- erst im Zeitpunkt der Entstehung der Körperschaftsteuer für das Streitjahr, also am 31.12.2003, ein (s.a. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, Rz 42; gl.A. --neben der Vorinstanz-- auch FG Nürnberg, Urteil vom 21.07.2009 - 1 K 733/2007, EFG 2010, 163; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 - 4 K 3397/15, EFG 2018, 401 [anhängige Revision IV R 19/17]; s.a. Maciejewski/Thelen, Die Öffentliche Verwaltung 2015, 271, 275; Wernsmann in Hübschmann/Hepp/Spitaler --HHSp--, AO/FGO, § 4 AO Rz 733; ablehnend Drüen in Tipke/Kruse, AO/FGO, § 4 AO Rz 16a, jeweils m.w.N.).

    Rn. 40 a) Allerdings hat die Vorinstanz auf ein Fehlen eines schutzwürdigen Vertrauens bei dem Kläger erkannt, und dies damit begründet, dass die Rechtslage von Anfang an umstritten gewesen sei (ebenso in der Sache FG Baden-Württemberg, Urteil in EFG 2018, 401; FG Nürnberg, Urteil vom 13.12.2016 - 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606; Hinweis auf das Sondervotum von Masing zum BVerfG-Beschluss in BVerfGE 135, 1, BVerfGE 135, 29, Rz 85 ff.).

    Es kommt nicht in Betracht, für diesen Veranlagungszeitraum (das hier einschlägige Streitjahr 2003) relativierend zu berücksichtigen, dass "nur eine unechte Rückwirkung vorliegt, so dass die Erwägungen des BVerfG" (wohl gemeint: zur offenen Auslegungsfrage "einfachen Rechts", die eine "echte Rückwirkung" nicht rechtfertigt) "hier nicht in gleicher Schärfe gelten" (so Oellerich, EFG 2018, 406, 407; in der Sache aber ebenfalls FG Baden-Württemberg, Urteil in EFG 2018, 401).

    Rn. 43 Eine andere Deutung lässt sich abweichend zur Auffassung des FG Baden-Württemberg (im Urteil in EFG 2018, 401) auch nicht aus Rz 37 des BVerfG-Beschlusses in BVerfGE 135, 1 zur Zulässigkeit der dortigen Vorlage (bzw. der Frage der [weiteren] Erstreckung der Vorlage auf das Folgejahr mit der Situation einer "unechten Rückwirkung") schließen, indem dort für die verfassungsrechtliche Beurteilung (schon im Hinblick auf die Einordnung der gesetzlichen Rückwirkung) auf "eigene Probleme und teilweise andere Fragen" hingewiesen wird.

    Rn. 52 a) Allerdings hat die Vorinstanz insoweit abweichend erkannt (ebenfalls FG Nürnberg, Urteil in EFG 2017, 1606; FG Baden-Württemberg, Urteil in EFG 2018, 401 [anhängige Revision IV R 19/17]).

  • FG Münster, 20.06.2018 - 10 K 3981/16

    Hinzurechnung von Aktienverlusten im Jahr 2003 ist keine unzulässige Rückwirkung

    Es würde Einzelne in ihrer Freiheit erheblich gefährden, dürfte die öffentliche Gewalt an ihr Verhalten oder an sie betreffende Umstände ohne Weiteres im Nachhinein belastendere Rechtsfolgen knüpfen, als sie zum Zeitpunkt ihres rechtserheblichen Verhaltens galten (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: BFH IV R 19/17).

    Soweit nicht besondere Momente der Schutzwürdigkeit hinzutreten, genießt die bloß allgemeine Erwartung, das geltende Recht werde zukünftig unverändert fortbestehen, keinen besonderen verfassungsrechtlichen Schutz (BVerfG-Beschlüsse vom 07.07.2010 2 BvL 14/02, 2 BvL 2/04, 2 BvL 13/05, BVerfGE 127, 1 und vom 07.07.2010 2 BvL 1/03, 2 BvL 57/06, 2 BvL 58/06, BVerfGE 127, 31; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: BFH IV 19/17).

    Rn. 57 b) Da die Körperschaftsteuer des Veranlagungszeitraums 2003 bei Inkrafttreten des Korb-II-Gesetzes am 27.12.2003 noch nicht entstanden war, entfaltet § 43 Abs. 18 KAGG für das Kalenderjahr 2003 eine unechte Rückwirkung (FG-Nürnberg, Urteil vom 21.07.2009 1 K 733/2007, EFG 2010, 163; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: BFH IV R 19/17).

    Die Ungewissheit in der Auslegung von § 40a Abs. 1 KAGG in der bis zum Korb-II-Gesetz geltenden Fassung wurde durch die später ergangenen divergierenden Entscheidungen der Finanzgerichte bestätigt (BVerfG-Beschluss vom 17.12.2013 1 BvL 5/08, BVerfGE 135, 1; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, Rev. anhängig. BFH IV R 19/17).

    Damit haben die betroffenen Kapitalanlagegesellschaften auch rechnen müssen (FG-Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: IV R 19/17).

    Rn. 67 Bereits die ursprüngliche Rechtslage vermittelte daher keinerlei berechtigtes Vertrauen in die Nichtanwendung von § 3c Abs. 2 EStG und § 8b Abs. 3 KStG (FG Nürnberg, Urteil vom 13.12.2016, 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: IV R 19/17).

    Zudem wurde die Grenze der Zumutbarkeit bei einer Gesamtabwägung zwischen dem Gewicht des enttäuschten Vertrauens und dem Gewicht sowie der Dringlichkeit der die Rechtsänderung rechtfertigenden Gründe gewahrt (FG Nürnberg, Urteil vom 13.12.2016, 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017, EFG 2018, 401, Rev. anhängig: BFH IV R 19/17).

  • FG Münster, 09.03.2023 - 10 K 1726/18

    Gewinnerhöhende außerbilanzielle Hinzurechnung eines sog. besitzzeitanteiligen …

    Rn. 197 Auch die - ohne Anhaltspunkte in den Gesetzesmaterialien - in der finanzgerichtlichen Rechtsprechung angeführten Gründe, es hätte ohne die Neuregelung und ihre rückwirkenden Anwendung die Gefahr bestanden, dass Verluste in systemwidriger Weise auf die Allgemeinheit abgewälzt worden wären (FG Nürnberg, Urteil vom 13.12.2016 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606) bzw. Fondsanleger dann unbillig gegenüber Direktanlegern begünstigt worden wären (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401), führten nicht zu einer Rechtfertigung.

    Die Klägerin führt hierzu finanzgerichtliche Rechtsprechung an, die das ebenso gesehen habe (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401; ähnlich Niedersächsisches FG, Urteil vom 26.11.2015 6 K 69/15, EFG 2016, 832; anders FG Nürnberg, Urteil vom 13.12.2016 1 K 1214/14, EFG 2017, 1606).

    Ergänzend weist es darauf hin, dass die von ihm vertretene Rechtsauffassung der Erlasslage in der Finanzverwaltung (BMF-Schreiben vom 25.7.2016, BStBl I 2016, 763) und der (höchstrichterlichen) Rechtsprechung entspreche (BFH, Urteil vom 29.9.2021 I R 40/17, DStR 2022, 482 Rz 79 - 80; Urteil vom 10.12.2014 I R 76/12, BStBl II 2016, 237, m.w.N.; Niedersächsisches FG, Urteil vom 26.11.2015 6 K 69/15, EFG 2016, 832; FG Baden-Württemberg, Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401, wobei das FG Baden-Württemberg die Rechtslage vor der Gesetzesänderung als systemwidrig bezeichnet habe).

  • FG Nürnberg, 05.11.2019 - 1 K 1550/17

    Korrekturmöglichkeit und Anleger-Aktiengewinn

    Eine Korrektur um unrealisierte Verluste der Jahre 2001 und 2002 habe das Finanzgericht Baden-Württemberg in seinem Urteil vom 29.11.2017 4 K 3397/15, EFG 2018, 401 (Rev, BFH IV R 19/17) verneint.
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