Rechtsprechung
| OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- Rechtsprechungsdatenbank Saarland
§ 1671 Abs 2 Nr 2 BGB, Art 6 Abs 2 S 1 GG
Elterliche Sorge: Übertragung des Sorgerechts auf einen Elternteil wegen mangelnder Kommunikation und Kooperation der Eltern - ra.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 1666; BGB § 1671 Abs. 2 Nr. 2
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge wegen gewaltsamer Übergriffe eines Elternteils - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- anwaltonline.com(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Kurzinformation)
Gemeinsame Sorge nur bei tragfähiger Basis
- mahnerfolg.de (Kurzmitteilung)
Mindestvoraussetzungen für Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge wegen gewaltsamer Übergriffe eines Elternteils
Verfahrensgang
- AG Völklingen, 13.07.2011 - 8 F 160/11
- AG Völklingen, 14.07.2011 - 8 F 160/11
- OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
- OLG Saarbrücken, 15.12.2011 - 9 WF 113/11
Papierfundstellen
- FamRZ 2012, 1064
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (15)
- BGH, 12.12.2007 - XII ZB 158/05
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge bei völliger Zerrüttung der …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Einer solchen Regelung stünde bereits entgegen, dass sich die elterliche Gemeinsamkeit in der Realität nicht verordnen lässt (BGH, Urt.v. 12. Dezember 2007, XII ZB 158/05, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2007, 1876; BVerfG, FamRZ 2004, 354 und 1015; Senat, Beschl.v. 16. August 2011, 9 UF 93/11, m.w.N.).Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70).
Ist nicht ersichtlich, dass in absehbarer Zeit eine Verbesserung der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern zu erwarten ist, kommt eine Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht in Betracht (BGH, FamRZ 2008, 592).
Rn. 15 Mit Blick auf die Zerrüttung der sozialen Beziehung der Kindeseltern und der damit verbundenen Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit zwischen beiden Parteien steht zu befürchten, dass sich bei Zuerkennung einer gemeinsamen Sorge entgegen dem Willen der Kindesmutter zusätzliche Spannungsfelder ergeben, die zwangsläufig zu nicht unerheblichen Belastungen für die betroffenen Kinder führen (vgl. auch BGH, FamRZ 2008, 592, 593; Saarländisches Oberlandesgericht. 6. Zivilsenat, Beschl.v. 30. Juli 2010, 6 UF 52/10).
Rn. 16 Soweit das Familiengericht hiernach - auf der zweiten Prüfungsebene des § 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB (vgl. BGH, FamRZ 2008, 592) - gerade der Antragstellerin die alleinige elterliche Sorge übertragen hat, findet auch dies vollumfänglich die Billigung des Senats.
- BGH, 11.05.2005 - XII ZB 33/04
Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil allein wegen Uneinigkeit …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Einer solchen Regelung stünde bereits entgegen, dass sich die elterliche Gemeinsamkeit in der Realität nicht verordnen lässt (BGH, Urt.v. 12. Dezember 2007, XII ZB 158/05, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2007, 1876; BVerfG, FamRZ 2004, 354 und 1015; Senat, Beschl.v. 16. August 2011, 9 UF 93/11, m.w.N.).Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70).
Unter den obwaltenden Umständen kommt deshalb auch nach Maßgabe des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, der gebietet, dass sich die Gerichte als milderes Mittel mit Teilentscheidungen zu begnügen haben, wo immer dies dem Kindeswohl Genüge tut (vgl. BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BGH, FamRZ 2005, 1167, Saarländisches Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, aaO, m.w.N.), nur die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge in Betracht.
- BVerfG, 18.12.2003 - 1 BvR 1140/03
Zur elterlichen Sorge für Kinder aus geschiedener Ehe
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Einer solchen Regelung stünde bereits entgegen, dass sich die elterliche Gemeinsamkeit in der Realität nicht verordnen lässt (BGH, Urt.v. 12. Dezember 2007, XII ZB 158/05, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2007, 1876; BVerfG, FamRZ 2004, 354 und 1015; Senat, Beschl.v. 16. August 2011, 9 UF 93/11, m.w.N.).Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70).
- BVerfG, 01.03.2004 - 1 BvR 738/01
Verfassungsmäßigkeit einer Sorgerechtsentscheidung
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70).Unter den obwaltenden Umständen kommt deshalb auch nach Maßgabe des Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes, der gebietet, dass sich die Gerichte als milderes Mittel mit Teilentscheidungen zu begnügen haben, wo immer dies dem Kindeswohl Genüge tut (vgl. BVerfG, FamRZ 2004, 1015;… BGH, FamRZ 2005, 1167, Saarländisches Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, aaO, m.w.N.), nur die Übertragung der alleinigen elterlichen Sorge in Betracht.
- BVerfG, 29.05.2006 - 1 BvR 430/03
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Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Einer solchen Regelung stünde bereits entgegen, dass sich die elterliche Gemeinsamkeit in der Realität nicht verordnen lässt (BGH, Urt.v. 12. Dezember 2007, XII ZB 158/05, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2007, 1876; BVerfG, FamRZ 2004, 354 und 1015; Senat, Beschl.v. 16. August 2011, 9 UF 93/11, m.w.N.).Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70).
- BGH, 29.09.1999 - XII ZB 3/99
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und Übertragung des alleinigen …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, so ist nach der Rechtsprechung der Alleinsorge der Vorzug zu geben (BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 1999, 1646; BGH, FamRZ 2005, 1167; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; BVerfG, FamRZ 2007, 1876 unter Hinweis auf BGH, FamRZ 1999, 1647;… Senat, aaO.; OLG Brandenburg, ZFE 2008, 70). - BVerfG, 29.11.1983 - 2 BvR 704/83
Verfassungsmäßigkeit - Mündel - Willkürverbot - Absehen von weiterer mündlicher …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Rn. 17 Der Senat hat unter den gegebenen Umständen von einer persönlichen Anhörung der Eltern und der Kinder in der Beschwerdeinstanz abgesehen, weil der zu beurteilende Sachverhalt erstinstanzlich verfahrensfehlerfrei - entgegen der Auffassung des Antragsgegners wurden beide Kinder angehört, wobei sich die damals 3 ½, heute knapp 4 Jahre alte Al. geweigert hat, mit der Richterin zu sprechen - und umfassend - das beteiligte Jugendamt hat mit beiden Eltern Kontakt aufgenommen - aufgeklärt worden ist und von einer erneuten Anhörung hier keine weitergehenden Erkenntnisse zu erwarten sind, zumal der Kindesvater keine neuen entscheidungserheblichen Gesichtspunkte, wozu die Absprache von Umgangskontakten zweifellos nicht genügt, vorgetragen hat, die für die Sachdienlichkeit einer - von ihm auch nicht angeregten - erneuten Anhörung sprechen (vgl. BVerfG FamRZ 1984, 139; VerfGH Berlin FamRZ 2001, 848;… Senat, aaO, m.w.N.). - BGH, 11.07.1984 - IVb ZB 73/83
Entzug des Sorgerechts wegen Erziehungsversagens
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Der Kontinuitätsgrundsatz baut auf der Annahme auf, dass der weitestgehende Erhalt der Einheitlichkeit, Stetigkeit, Gleichmäßigkeit und Stabilität der Lebens- und Erziehungsverhältnisse, wie sie im Zeitpunkt der Sorgerechtsentscheidung aktuell bestehen, dem Wohl des Kindes entspricht (dazu BGH, FamRZ 1985, 169;… Senat, aaO, sowie Beschl. v. 28. Januar 2008 - 9 UF 63/07; OLG Brandenburg, Beschl.v. 22. Februar 2007, 10 UF 200/06, sowie OLGR Brandenburg 2004, 442). - BVerfG, 15.08.1996 - 2 BvR 1075/96
Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen Verurteilung, ein durch die Mutter …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Dem steht schon die verfassungsrechtliche Wertung entgegen, dass sich die Elterninteressen in jedem Falle dem Kindeswohl unterzuordnen haben (vgl. BVerfGE 79, 203/210 f.; BVerfG FamRZ 1996, 1267; FF 09, 416). - BVerfG, 30.11.1988 - 1 BvR 37/85
Eintragung der Legitimation eines Kindes durch nachfolgende Ehe seiner Eltern in …
Auszug aus OLG Saarbrücken, 05.12.2011 - 9 UF 135/11
Dem steht schon die verfassungsrechtliche Wertung entgegen, dass sich die Elterninteressen in jedem Falle dem Kindeswohl unterzuordnen haben (vgl. BVerfGE 79, 203/210 f.; BVerfG FamRZ 1996, 1267; FF 09, 416). - OLG Brandenburg, 02.10.2007 - 15 UF 71/07
Elterliche Sorge: Fehlende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern; …
- OLG Saarbrücken, 30.07.2010 - 6 UF 52/10
Elterliche Sorge: Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge bei gewalttätigen …
- OLG Brandenburg, 10.03.2004 - 9 WF 38/04
Voraussetzungen einer Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts im Wege …
- VerfGH Berlin, 24.08.2000 - VerfGH 17/00
Fachgerichtliche Übertragung des Sorgerechts von Kindesmutter auf einen Vormund - …
- OLG Brandenburg, 22.02.2007 - 10 UF 200/06
Sorgerecht: Bedeutung des Kontinuitätsgrundsatzes bei gleicher Erziehungseignung …
- OLG Saarbrücken, 11.05.2015 - 6 UF 18/15
Sorgerechtsverfahren: Voraussetzungen der Aufhebung der gemeinsamen Sorge und …
Diesen setzt § 1671 Abs. 1 BGB indes ausweislich seines Wortlauts zwingend voraus (dazu Senatsbeschlüsse vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326, und vom 30. Juli 2010 - 6 UF 52/10 -, ZKJ 2010, 452; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064;… Völker/Clausius, a.a.O., § 1, Rz. 253). - OLG Saarbrücken, 05.11.2018 - 6 UF 82/18
Übertragung der Alleinsorge auf einen Elternteil auf einen dahingehenden …
Diesen setzt § 1671 Abs. 1 BGB indes ausweislich seines Wortlauts zwingend voraus (siehe dazu Senatsbeschlüsse vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326, und vom 30. Juli 2010 - 6 UF 52/10 -, ZKJ 2010, 452; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064;… Völker/Clausius, a.a.O., § 1, Rz. 253). - OLG Saarbrücken, 26.07.2024 - 6 UF 46/24
Antrag eines Elternteils auf die Übertragung des alleinigen Rechts für die …
Rn. 44 Hinsichtlich der anderen Teilbereiche als des Aufenthaltsbestimmungsrechts fehlt es insoweit bereits an einem Antrag der Mutter als materiell-rechtliche Voraussetzung (siehe dazu Senatsbeschlüsse vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326, und vom 30. Juli 2010 - 6 UF 52/10 -, ZKJ 2010, 452; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064 [Ls.; Volltext in juris], jeweils m.w.N.); dessen unbeschadet wären allerdings - selbständig tragend - auch diese dem Vater zu überantworten.
- OLG Frankfurt, 23.02.2023 - 4 UF 162/22
Verfahrensfähigkeit und Beschwerdebefugnis der minderjährigen Kindesmutter
Gelingt es den Eltern nicht, zu Einvernehmen im Interesse des Kindes zu gelangen, weil ihnen die notwendige Konsens- und Kommunikationsfähigkeit fehlt, "funktioniert" also die gemeinsame elterliche Sorge praktisch nicht, weil kein Mindestmaß an Verständigungsmöglichkeiten hergestellt werden kann, und führt dies prognostisch zu fortdauernden Belastungen des Kindes als Folge des elterlichen Konflikts, so ist die Aufhebung oder Ablehnung der gemeinsamen Sorge zum Wohl des Kindes geboten (vgl. BGH, FamRZ 2016, 1439; BGH, FamRZ 2008, 592, m.w.N.; BGH, FamRZ 2005, 1167; BGH, FamRZ 1999, 1646; BVerfG, FamRZ 2007, 1876; BVerfG, FamRZ 2004, 1015; BVerfG, FamRZ 2004, 354; OLG Saarbrücken, Beschluss vom 05.12.2011 - 9 UF 135/11; OLG Frankfurt am Main, FamRZ 2020, 1187, und NJW-RR 2020, 1394). - OLG Saarbrücken, 21.01.2013 - 6 UF 8/13
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und Übertragung des …
Denn die Entscheidung erweist sich schon deshalb als richtig, weil es für eine Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf den Vater an einem dahingehenden (Hilfs-)Antrag desselben, den § 1671 Abs. 1 BGB ausweislich seines Wortlauts zwingend voraussetzt (Senatsbeschluss vom 1. April 2011 - 6 UF 6/11 -, FF 2011, 326 m.w.N.; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064 ;… Völker/Clausius, aaO., § 1, Rz. 202) fehlt: Der Vater trägt auf Zurückweisung des Antrags der Mutter an, strebt aber nicht selbst in die alleinige Sorge. - OLG Saarbrücken, 28.11.2012 - 9 UF 123/11
Übertragung der elterlichen Sorge auf den Vater allein
Wenn angesichts der Entwicklungen in der Vergangenheit die begründete Besorgnis besteht, dass die Eltern auch in Zukunft nicht in der Lage sein werden, ihre Streitigkeiten in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge konstruktiv und ohne gerichtliche Auseinandersetzungen beizulegen, ist die erzwungene Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge dem Kindeswohl nicht zuträglich (BVerfGE 127, 132; BGH FamRZ 2008, 592 ; Senat, Beschl. v. 2. Februar 2012, 9 UF 157/11; Beschl. v. 5. Dezember 2011, 9 UF 135/11, j.m.w.N.; Saarländisches Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, Beschl. v. 16. April 2012, 6 UF 158/11, Beschl. v. 1. April 2011, 6 UF 6/11, FF 2011, 326, j.m.w.N.). - OLG Saarbrücken, 02.07.2012 - 9 UF 9/12
Voraussetzungen der gemeinsamen elterlichen Sorge nicht verheirateter Eltern
Wenn angesichts der Entwicklungen in der Vergangenheit die begründete Besorgnis besteht, dass die Eltern auch in Zukunft nicht in der Lage sein werden, ihre Streitigkeiten in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge konstruktiv und ohne gerichtliche Auseinandersetzungen beizulegen, ist weder eine erzwungene Aufrechterhaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge noch die Begründung einer gemeinsamen elterlichen Sorge dem Kindeswohl zuträglich (BVerfGE 127, 132; BGH, FamRZ 2008, 592 ; Senat, Beschl. v. 2. Februar 2012, 9 UF 157/11, Beschl. v. 5. Dezember 2011, 9 UF 135/11, j.m.w.N.; Saarländisches Oberlandesgericht, 6. Zivilsenat, Beschl. v. 16. April 2012, 6 UF 158/11, Beschl. v. 1. April 2011, 6 UF 6/11, FF 2011, 326, j.m.w.N.). - OLG Saarbrücken, 25.02.2013 - 6 UF 38/13
Elterliche Sorge nicht verheirateter Eltern: Folgenabwägung bei einem Antrag des …
Rn. 14 Schließlich könnte - was die Zurückweisung der Beschwerde ergänzend, aber auch selbständig trägt - bei der derzeitigen Sach- und Antragslage von Rechts wegen dem Vater nur das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen werden (vgl. Senatsbeschluss vom 30. Juli 2010 - 6 UF 52/10 -, ZKJ 2010, 452; Beschluss des 9. Zivilsenats des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 5. Dezember 2011 - 9 UF 135/11 -, FamRZ 2012, 1064;… Völker/Clausius, a.a.O., § 1, Rz. 202 und 273).
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Rechtsprechung
| OLG Hamm, 14.12.2011 - II-8 UF 120/11 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- rechtsportal.de
BGB § 1671 Abs. 2 Nr. 2
Aufhebung der elterlichen Sorge und Übertragung auf die Kindesmutter allein - juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Voraussetzungen für eine Aufhebung der elterlichen Sorge und Übertragung auf die Kindesmutter allein
Verfahrensgang
- AG Bochum, 22.03.2011 - 59 F 45/10
- OLG Hamm, 14.12.2011 - II-8 UF 120/11
Papierfundstellen
- FamRZ 2012, 1064
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (6)
- BGH, 12.12.2007 - XII ZB 158/05
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge bei völliger Zerrüttung der …
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 35 Die Anordnung der Alleinsorge ist weder ultima ratio noch hat die Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge prinzipiell Vorrang gegenüber der Einzelsorge; auch besteht keine gesetzliche Vermutung dahin, dass die gemeinsame Sorge nach der Trennung der Eltern weiterhin die für das Kind beste Form der Wahrnehmung elterlicher Verantwortung ist (…BVerfG, FamRZ 2004, S. 354 ((355);… BGH, FamRZ 1999, S. 1646 (1647); BGH, FamRZ 2008, S. 592; Senatsbeschlüsse vom 09.05.2011, II-8 UF 209/10, und 21.03.2011, II-8UF 155/09; Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl.,.Rn. 39 Für das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge nach der Trennung der Eltern ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (FamRZ 2004, S. 354 und 1015), des Bundesgerichtshofs (FamRZ 2008, S. 592 (593)) und des Senats (Beschlüsse vom 26.01.2011, II-8 UF 228/10, und 21.03.2011, II-8 UF 155/09) eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erforderlich, die ein Mindestmaß an Übereinstimmung zwischen ihnen voraussetzt und sich am Kindeswohl orientiert (…vgl. auch Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 20).
Denn nicht schon das Bestehen der Pflicht allein ist dem Kindeswohl dienlich, sondern erst die tatsächliche Pflichterfüllung, die sich in der Realität nicht verordnen lässt (vgl. BGH, FamRZ 2008, S. 592 (593)).
Denn ein fortgesetzter destruktiver Elternstreit führt für ein Kind zwangsläufig zu erheblichen Belastungen, und zwar unabhängig davon, welcher Elternteil die Verantwortung für die fehlende Verständigungsmöglichkeit trägt (vgl. BGH, FamRZ 2008, S. 592 (594)).
Rn. 47 Eine grundsätzlich - vor dem Hintergrund des auch bei § 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB zu berücksichtigenden Verhältnismäßigkeitsgrundsatzes - zu erwägende Teilentscheidung bezüglich einzelner Bereiche der elterlichen Sorge kam vorliegend nicht in Betracht, weil dies nach Einschätzung des Senats aufgrund der Persönlichkeitsstruktur der Kindeseltern zu keiner Konfliktbereinigung geführt hätte (vgl. BGH, FamRZ 2008, S. 592 (594)).
- BVerfG, 18.12.2003 - 1 BvR 1140/03
Zur elterlichen Sorge für Kinder aus geschiedener Ehe
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 35 Die Anordnung der Alleinsorge ist weder ultima ratio noch hat die Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge prinzipiell Vorrang gegenüber der Einzelsorge; auch besteht keine gesetzliche Vermutung dahin, dass die gemeinsame Sorge nach der Trennung der Eltern weiterhin die für das Kind beste Form der Wahrnehmung elterlicher Verantwortung ist (BVerfG, FamRZ 2004, S. 354 ((355);… BGH, FamRZ 1999, S. 1646 (1647);… BGH, FamRZ 2008, S. 592; Senatsbeschlüsse vom 09.05.2011, II-8 UF 209/10, und 21.03.2011, II-8UF 155/09; Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl.,.Rn. 39 Für das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge nach der Trennung der Eltern ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (FamRZ 2004, S. 354 und 1015), des Bundesgerichtshofs (FamRZ 2008, S. 592 (593)) und des Senats (Beschlüsse vom 26.01.2011, II-8 UF 228/10, und 21.03.2011, II-8 UF 155/09) eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erforderlich, die ein Mindestmaß an Übereinstimmung zwischen ihnen voraussetzt und sich am Kindeswohl orientiert (…vgl. auch Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 20).
- BGH, 29.09.1999 - XII ZB 3/99
Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge und Übertragung des alleinigen …
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 35 Die Anordnung der Alleinsorge ist weder ultima ratio noch hat die Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge prinzipiell Vorrang gegenüber der Einzelsorge; auch besteht keine gesetzliche Vermutung dahin, dass die gemeinsame Sorge nach der Trennung der Eltern weiterhin die für das Kind beste Form der Wahrnehmung elterlicher Verantwortung ist (…BVerfG, FamRZ 2004, S. 354 ((355); BGH, FamRZ 1999, S. 1646 (1647);… BGH, FamRZ 2008, S. 592; Senatsbeschlüsse vom 09.05.2011, II-8 UF 209/10, und 21.03.2011, II-8UF 155/09; Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl.,.Rn. 42 FamRZ 1999, S. 1646 (1648); Senatsbeschluss vom 01.08.2011, II-8 UF 136/11;… Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 23 m.w.N.).
- OLG Hamm, 01.08.2011 - 8 UF 136/11
Aufhebung der elterlichen Sorge und Übertragung auf einen Elternteil allein; …
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 42 FamRZ 1999, S. 1646 (1648); Senatsbeschluss vom 01.08.2011, II-8 UF 136/11; Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 23 m.w.N.). - OLG Hamm, 26.01.2011 - 8 UF 228/10
Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf den Kindesvater allein
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 39 Für das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge nach der Trennung der Eltern ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (…FamRZ 2004, S. 354 und 1015), des Bundesgerichtshofs (…FamRZ 2008, S. 592 (593)) und des Senats (Beschlüsse vom 26.01.2011, II-8 UF 228/10, und 21.03.2011, II-8 UF 155/09) eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erforderlich, die ein Mindestmaß an Übereinstimmung zwischen ihnen voraussetzt und sich am Kindeswohl orientiert (…vgl. auch Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 20). - OLG Hamm, 21.03.2011 - 8 UF 155/09
Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil
Auszug aus OLG Hamm, 14.12.2011 - 8 UF 120/11
Rn. 39 Für das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge nach der Trennung der Eltern ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (…FamRZ 2004, S. 354 und 1015), des Bundesgerichtshofs (…FamRZ 2008, S. 592 (593)) und des Senats (Beschlüsse vom 26.01.2011, II-8 UF 228/10, und 21.03.2011, II-8 UF 155/09) eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erforderlich, die ein Mindestmaß an Übereinstimmung zwischen ihnen voraussetzt und sich am Kindeswohl orientiert (…vgl. auch Palandt-Diederichsen, BGB, 71. Aufl., § 1671 Rz. 20).
- OLG Hamm, 18.11.2013 - 8 UF 169/12
Übertragung der elterlichen Sorge auf den nichtehelichen Kindesvater allein, da …
Denn nicht schon das Bestehen der Pflicht allein ist dem Kindeswohl dienlich, sondern erst die tatsächliche Pflichterfüllung, die sich in der Realität nicht verordnen lässt (…vgl. BGH, FamRZ 2008, S. 592 (593); Senatsbeschluss vom 14.12.2011, II-8 UF 120/11). - OLG Koblenz, 23.09.2019 - 9 UF 408/19
Sorgerecht des Vaters trotz Zeitmangel aus Kindeswohlgründen
Rn. 11 Für das Fortbestehen der gemeinsamen elterlichen Sorge nach einer Trennung der Eltern ist allerdings dennoch eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern erforderlich, die ein Mindestmaß an Übereinstimmung sowie insgesamt eine tragfähige soziale Beziehung zwischen ihnen voraussetzt und sich am Kindeswohl orientiert (…vgl. Senat, a.a.O,; Beschluss vom 23. Juli 2018 - 9 UF 256/18 - Beschluss vom 20. November 2018 - 9 UF 270/17 - BVerfG, FPR 2004, 260, 261;… BGH, a.a.O., 2499, Rdnr. 23;… NJW 2008, 994, 995, Rdnr. 11; KG…, Beschluss vom 22. Dezember 2016 - 25 UF 23/16 -, juris, Rdnr. 16; OLG Brandenburg…, Beschluss vom 27. September 2016 - 13 UF 64/16 -, juris, Rdnr. 12; OLG Hamm, Beschluss vom 14. Dezember 2011 - II-8 UF 120/11 -, BeckRS 2012, 16058;… BeckOK Bamberger/Roth/Hau/Poseck-Veit, BGB, 51. Edition, Stand: 1. Mai 2019, § 1671, Rdnr. 55;… Palandt-Götz, BGB, 77. Aufl. 2018, § 1671, Rdnr. 15, jew. m.w.N.). - AG Lübbecke, 19.06.2019 - 11 F 21/16 Für die weitere Ausübung der gemeinsamen elterlichen Sorge nach Trennung der Eltern ist eine tragfähige soziale Beziehung und ein Mindestmaß an Übereinstimmung und Kooperation in Sorgerechtsangelegenheiten erforderlich (vgl. OLG Hamm, Beschluss vom 14.12.2011, FamRZ 2012,S. 1064 f.).
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