Rechtsprechung
| BFH, 16.03.1994 - I R 12/93 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Anwendung der Grundsätze von Treu und Glauben auf ein Auskunftsschreiben des Finanzamts
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
Verfahrensrecht; Anforderungen an eine verbindliche Auskunft
Wird zitiert von ... (10) Zitiert selbst (8)
- BFH, 27.07.1988 - I R 68/84
1. Verdeckte Gewinnausschüttung bei Pensionszusage mit Wertsicherungsklausel an …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Voraussetzung für eine nach den Grundsätzen von Treu und Glauben bindende Auskunft des FA ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) insbesondere, daß der vom Auskunftssuchenden mitgeteilte und für die Besteuerung maßgebliche Sachverhalt in allen wesentlichen Punkten objektiv richtig und vollständig dargestellt wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 4. August 1961 VI 269/60 S, BFHE 73, 813, BStBl III 1961, 562; vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BFHE 154, 316, BStBl II 1989, 57; vom 13. Dezember 1989 X R 208/87, BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274).Entstehen Zweifel, wie der seinerzeit vorgetragene Sachverhalt zu verstehen ist, so gehen diese zu Lasten desjenigen, der sich auf die verbindliche Zusage beruft (BFH in BFHE 154, 316, BStBl II 1989, 57).
Der Senat stimmt insoweit dem Schreiben des Bundesministers der Finanzen (BMF) vom 24. Juni 1987 IV A 5 - S 0430 - 9/87 (BStBl I 1987, 474; vgl. auch BFH in BFHE 154, 316, BStBl II 1989, 57) zu.
- BFH, 13.12.1989 - X R 208/87
Eine außerhalb der Außenprüfung gegebene Auskunft des FA ist nach Treu und …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Voraussetzung für eine nach den Grundsätzen von Treu und Glauben bindende Auskunft des FA ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) insbesondere, daß der vom Auskunftssuchenden mitgeteilte und für die Besteuerung maßgebliche Sachverhalt in allen wesentlichen Punkten objektiv richtig und vollständig dargestellt wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 4. August 1961 VI 269/60 S, BFHE 73, 813, BStBl III 1961, 562; vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BFHE 154, 316, BStBl II 1989, 57; vom 13. Dezember 1989 X R 208/87, BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274).Der Inhalt der Sachverhaltsdarstellung des Auskunftsuchenden bestimmt sich entsprechend dem in § 133 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) zur Willenserklärung verankerten, allgemein gültigen Grundsatz danach, wie der Erklärungsempfänger, hier die Finanzbehörde, nach Treu und Glauben unter Berücksichtigung der Verkehrssitte diese verstehen mußte (vgl. auch BFH in BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274).
- BFH, 09.02.1983 - I R 29/79
Zeitpunkt des Beginns eines gewerblichen Grundstückshandels; Bedeutung der …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Ob ausnahmsweise etwas anderes gilt, wenn der rechtzeitige Beginn eines neuen Gebäudes erkennbar ausgeschlossen ist, kann dahingestellt bleiben, da der Abriß eines Gebäudes als Beginn eines neuen Gebäudes angesehen werden kann (vgl. BFH in BFHE 138, 63, BStBl II 1983, 451; in BFHE 142, 477, BStBl II 1985, 208; Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, § 6b EStG Anm. 243).
- BFH, 04.12.1984 - IX R 5/79
Absetzungen für außergewöhnliche Abnutzung und Sofortabzug von Abbruchkosten sind …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Ob ausnahmsweise etwas anderes gilt, wenn der rechtzeitige Beginn eines neuen Gebäudes erkennbar ausgeschlossen ist, kann dahingestellt bleiben, da der Abriß eines Gebäudes als Beginn eines neuen Gebäudes angesehen werden kann (vgl. BFH in BFHE 138, 63, BStBl II 1983, 451; in BFHE 142, 477, BStBl II 1985, 208; Herrmann/Heuer/Raupach, Einkommensteuer- und Körperschaftsteuergesetz mit Nebengesetzen, Kommentar, § 6b EStG Anm. 243). - BFH, 04.08.1961 - VI 269/60 S
Einkommensteuerliche Behandlung eines Grundstückskaufvertrages gegen Leibrente …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Voraussetzung für eine nach den Grundsätzen von Treu und Glauben bindende Auskunft des FA ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) insbesondere, daß der vom Auskunftssuchenden mitgeteilte und für die Besteuerung maßgebliche Sachverhalt in allen wesentlichen Punkten objektiv richtig und vollständig dargestellt wird (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 4. August 1961 VI 269/60 S, BFHE 73, 813, BStBl III 1961, 562; vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BFHE 154, 316, BStBl II 1989, 57; vom 13. Dezember 1989 X R 208/87, BFHE 159, 114, BStBl II 1990, 274). - BFH, 11.07.1978 - VIII R 120/75
Endgültige Steuerfestsetzung bei unklaren, aber nicht weiter aufklärbaren …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Im übrigen gilt hier der Grundsatz, daß die Finanzbehörde regelmäßig den Angaben des Steuerpflichtigen Glauben schenken darf (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 11. Juli 1978 VIII R 120/75, BFHE 125, 488, BStBl II 1979, 57). - BFH, 09.05.1967 - II 176/63
Geltendmachung einer Steuerforderung aufgrund einer Auskunft des Finanzamts - …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Da somit eine Bindung des FA an die erteilte Auskunft nicht besteht, kann der Senat offenlassen, ob die Auskunft überhaupt für das Entstehen der Steuerschuld ursächlich war (vgl. dazu BFH-Urteil vom 9. Mai 1967 II 176/63, BFHE 89, 20, BStBl III 1967, 522). - BFH, 26.07.1972 - I R 224/70
Bestehen einer Unterbeteiligung - Anteil an Personengesellschaft - …
Auszug aus BFH, 16.03.1994 - I R 12/93
Da der Grundsatz von Treu und Glauben für den Steuerpflichtigen und die Finanzbehörde gleichermaßen gilt (vgl. BFH-Urteil vom 26. Juli 1972 I R 224/70, BFHE 107, 343, BStBl II 1973, 87 m.w.N.), kann sich der Auskunftssuchende seiner Verpflichtung zur richtigen und vollständigen Darstellung des Sachverhalts nicht dadurch entziehen, daß er auf den Amtsermittlungsgrundsatz nach § 88 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO 1977) verweist.
- FG Münster, 27.06.2025 - 12 K 1075/22 Welcher Sachverhalt wesentlich ist, ergibt sich aus den Tatbestandsmerkmalen der Norm, deren Anwendung im Rahmen des Auskunftsersuchens geklärt werden soll (z.B. BFH-Urteil vom 16.03.1994 I R 12/93).
Auch wenn der Sachverhaltsdarstellung des Steuerpflichtigen ein Rechtsirrtum zugrunde liegt, ist dies nach den Grundsätzen von Treu und Glauben seiner Verantwortungssphäre und nicht der des Finanzamts zuzuweisen (BFH-Urteil vom 16.03.1994 I R 12/93).
- FG Baden-Württemberg, 12.02.2009 - 3 K 268/00
Zu den Voraussetzungen der Besteuerung von Bauleistungen nach dem Abzugsverfahren …
Rn. 229 dd) Nach der Rechtsprechung des BFH wird -neben weiteren hier nicht vorliegenden Voraussetzungen (…Hinweis auf Klein/Rüsken, a.a.O., § 204 Rn. 22 mit umfangreichen Nachweisen)- unter Berücksichtigung der Grundsätze von Treu und Glauben das Vertrauen auf eine Zusage bzw. eine Auskunft nur geschützt, wenn der Steuerpflichtige der Finanzbehörde den Sachverhalt vor Erteilung der Zusage vollständig und richtig dargestellt hat (…BFH-Entscheidungen vom 3. August 2001 VIII B 121/00, BFH/NV 2002, 181; vom 16. März 1994 I R 12/93, BFH/NV 1994, 838). - BFH, 03.08.2001 - VIII B 121/00
Unzulässige Beschwerde - Formelle Anforderungen der Begründung - Erteilung einer …
Da diese Beurteilung nicht nur der Auffassung der Verwaltungsbehörden (vgl. Schreiben des Bundesministers der Finanzen --BMF-- vom 24. Juni 1987, BStBl I 1987, 474; vom 21. Februar 1990, BStBl I 1990, 146), sondern auch der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs --BFH-- (Urteil vom 16. März 1994 I R 12/93, BFH/NV 1994, 838;… zustimmend Klein/Rüsken, Abgabenordnung, 7. Aufl., § 204 Rz. 23) entspricht, hätte sich die Beschwerdeschrift zur schlüssigen Darlegung der geltend gemachten grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage (§ 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO a.F.) nicht auf allgemeine Erwägungen --wie z.B. Gesichtspunkte der Planungs- und Rechtssicherheit des Steuerpflichtigen-- beschränken dürfen; vielmehr hätte die Klägerin eingehend dazu Stellung nehmen müssen, weshalb die Rechtsfrage trotz der Rechtsprechung des BFH noch nicht als geklärt betrachtet werden könne (…vgl. z.B. BFH-Beschlüsse vom 26. November 1986 II B 112/86, BFH/NV 1988, 304; vom 1. Juni 1999 VIII B 62/98, juris).
- FG Baden-Württemberg, 22.01.2003 - 13 K 63/99
Anwendbarkeit des § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG bei Berechnung der nach § 25 Abs. 1 …
Außerdem ist der entscheidungserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig anzugeben (BFH-Urteile vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BStBl II 1989, 57, 59 und vom 16. März 1994 I R 12/93, BFH/NV 1994, 838). - FG München, 10.10.1996 - 15 K 2752/91
Ruhender landwirtschaftlicher Betrieb; Konkludente Betriebsaufgabe; Veräußerung …
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - FG Münster, 15.03.2011 - 15 K 3350/08 Im Übrigen führen von einer Finanzbehörde erteilte Auskünfte nach den Grundsätzen von Treu und Glauben u.a. nur dann zu einer Bindungswirkung, wenn der Steuerpflichtige eine verbindliche Zusage beantragt und die Finanzbehörde daraufhin eine solche auch ohne Einschränkung oder Vorbehalte erteilt (BFH, Urteil vom 17.09.1992 IV R 39/90, BFH/NV 1994, 838).
- FG Baden-Württemberg, 22.01.2003 - 13 K 65/99
Anwendbarkeit des § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG bei Berechnung der nach § 25 Abs. 1 …
Außerdem ist der entscheidungserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig anzugeben (BFH-Urteile vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BStBl II 1989, 57, 59 und vom 16. März 1994 I R 12/93, BFH/NV 1994, 838). - FG Baden-Württemberg, 22.01.2003 - 13 K 64/99
Anwendbarkeit des § 10 Abs. 6 Satz 5 ErbStG bei Berechnung der nach § 25 Abs. 1 …
Außerdem ist der entscheidungserhebliche Sachverhalt richtig und vollständig anzugeben (BFH-Urteile vom 27. Juli 1988 I R 68/84, BStBl II 1989, 57, 59 und vom 16. März 1994 I R 12/93, BFH/NV 1994, 838). - FG Baden-Württemberg, 25.09.2000 - 9 K 139/97
Keine verbindliche Zusage des FA über Entnahmewert des Betriebsgrundstücks bei …
Eigene Ermittlungen des Finanzamts für die begehrte Auskunft seien aber gerade nicht durchzuführen (Hinweis auf BFH/NV 1994, 838). - FG München, 25.06.2007 - 9 K 1485/06
Irrtümliche Annahme der Betriebsaufgabe; keine Bindung an unzutreffende Auskunft …
Selbst wenn die Bewertungsstelle irrtümlich davon ausgegangen sein sollte, dass ertragsteuerlich eine Betriebsaufgabe vorliege, so wäre die für die Einkommensteuer zuständige Finanzbehörde daran nicht gebunden, denn eine von einer Finanzbehörde erteilte Auskunft führt nach den Grundsätzen von Treu und Glauben nur dann zu einer Bindungswirkung, wenn der Steuerpflichtige eine verbindliche Zusage beantragt, das Finanzamt eine solche ohne Einschränkung oder Vorbehalte erteilt und die Auskunft vom für die spätere Veranlagung zuständigen Sachgebietsleiter oder vom Amtsvorsteher erteilt wird (vgl. BFH-Urteile vom 13. Dezember 1989 X R 208/87, Bundessteuerblatt - BStBl - II 1990, 274; vom 17. September 1992 IV R 39/90, BFH/NV 1994, 838).
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