Rechtsprechung
| BGH, 20.10.1982 - I ZR 153/80 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Vorliegen eines Umgehungstatbestandes im Sinne des Güterkraftverkehrsgesetzes - Folgen des Direktverkehrs im Streckengeschäft - Zulässigkeit des unmittelbaren Fuhrmannshandels zwischen Unternehmer und Abnehmer - Umfang des tariffreien Werkverkehrs - Umgehung durch ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- MDR 1983, 728
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (4)
- BGH, 13.03.1981 - I ZR 15/79
Baustofftransporte als Werkverkehr als Scheintatbestand bzw. Umgehungstatbestand …
Auszug aus BGH, 20.10.1982 - I ZR 153/80
Zwar kann auch nach Einfügung des § 48 a GüKG durch das Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiet des Güterverkehrs vom 6. August 1975 (BGBl. I 2127) davon ausgegangen werden, daß auch der Direktverkehr im Streckengeschäft (Fuhrmannshandel) - nämlich die Beförderung von Gütern, die Gegenstand einer Handelstätigkeit sind, unmittelbar vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Berührung des eigenen Unternehmens - grundsätzlich Werkverkehr sein kann (std. Rspr., vgl. Senatsurteil vom 13. März 1981 - I ZR 15/79 - VersR 1981, 725, 726 m.w.N.).Denn in jedem Fall stellt sich die Güterbeförderung dann nicht als Teil einer eigenen Handelstätigkeit des Transportunternehmers dar, vielmehr ist umgekehrt die Handelstätigkeit lediglich eine künstlich herbeigeführte, sachlich entbehrliche Folge der Güterbeförderung, die deshalb wirtschaftlich und damit rechtlich Güterbeförderung für andere bleibt (vgl. BGH VersR 1981, 725, 726).
- BGH, 10.11.1972 - I ZR 108/71
Anwendbarkeit des Güterkraftverkehrsgesetzes auf den Werkfernverkehr - …
Auszug aus BGH, 20.10.1982 - I ZR 153/80
Dabei reicht ein Handel nur im formalen Sinne nicht aus; es muß sich vielmehr um die Haupttätigkeit des Betriebes handeln, während die Beförderung nur eine Nebenfunktion haben darf (vgl. Senatsurteil vom 10. November 1972 - I ZR 108/71 - LM GüKG Nr. 46). - BGH, 03.03.1960 - II ZR 196/57
Anwendbarkeit des Rückgewähranspruchs im Sinne des § 23 Güterkraftverkehrsgesetz …
Auszug aus BGH, 20.10.1982 - I ZR 153/80
Trifft dies zu, hat der Umgehungstatbestand unbeachtet zu bleiben (§ 134 BGB); die Rechtsfolgen bestimmen sich dann nach der dem wirtschaftlichen Ziel angemessenen Gestaltung (BGH, Urt. vom 3. März 1960 - II ZR 196/57 - LM GüKG Nr. 9 = NJW 1960, 1057 ff;… Urt. v. 29. März 1974 - I ZR 21/73 - LM GüKG Nr. 48). - BGH, 29.03.1974 - I ZR 21/73
Vorliegen eines Umgehungstatbestands im Sinne von § 5 GüKG …
Auszug aus BGH, 20.10.1982 - I ZR 153/80
Trifft dies zu, hat der Umgehungstatbestand unbeachtet zu bleiben (§ 134 BGB); die Rechtsfolgen bestimmen sich dann nach der dem wirtschaftlichen Ziel angemessenen Gestaltung (BGH…, Urt. vom 3. März 1960 - II ZR 196/57 - LM GüKG Nr. 9 = NJW 1960, 1057 ff; Urt. v. 29. März 1974 - I ZR 21/73 - LM GüKG Nr. 48).
- BGH, 03.07.1986 - I ZR 31/84
Einschaltung eines Transportunternehmers als Zwischenhändler
Das in § 5 GüKG enthaltene Verbot, die Vorschriften des Gesetzes durch Schaffung von Scheintatbeständen zu umgehen, meint nicht nur Scheingeschäfte im Sinne des § 117 BGB , sondern auch ernsthaft gewollte vertragliche Gestaltungen, sofern sie auf einen Mißbrauch der Vertragsfreiheit zum Zweck der Gesetzesumgehung hinauslaufen (…BGH, Urt. v. 29.03.1974 - I ZR 21/73, LM GüKG Nr. 48 = BB 1974, 957;… Urt. v. 13.3.1981 - I ZR 15/79, LM GüKG Nr. 60 = VersR 1981, 725, 726; Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, LM GüKG Nr. 68 = TranspR 1983, 69, 70, jeweils m.w.N., st. Rspr).Erheblich ist allein, ob die Güterbeförderungen, für die die Klägerin Tarifausgleichsforderungen erhebt, Teil einer wirtschaftlich sinnvollen Handelstätigkeit der Firma S waren oder ob umgekehrt deren Handelstätigkeit lediglich eine künstlich herbeigeführte, sachlich entbehrliche Folge der Güterbeförderung war, die deshalb wirtschaftlich und damit auch rechtlich als Güterbeförderung für andere angesehen werden muß (…BGH, Urt. v. 13.3.1981 - I ZR 15/79, aaO.; Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, aaO.).
Ist das nicht der Fall, wird nicht davon ausgegangen werden können, daß die Transporte der Firma S lediglich eine für eigene Zwecke vorgenommene Hilfstätigkeit im Rahmen von Werkverkehr darstellten (vgl. BGH, Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, aaO.).
- BGH, 14.03.1991 - I ZR 128/89
Güterkraftverkehr auf den Transitstrecken durch die frühere DDR
Daher handelt es sich nicht um Werkverkehr, wenn es den Vertragsparteien wirtschaftlich nur um die Beförderung geht und der Händlerstellung des Transportunternehmers lediglich eine rechtlich-formale, keine wirtschaftlich erhebliche Bedeutung zukommt, wenn also der Handel lediglich eine künstlich herbeigeführte, sachlich entbehrliche Folge der Güterbeförderung ist (…BGH, Urt. v. 13.3.1981 - I ZR 15/79, TranspR 1981, 127; Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, TranspR 1983, 69, 70;… Urt. v. 28.4.1988 - I ZR 86/86, TranspR 1988, 366, 367). - BGH, 28.04.1988 - I ZR 86/86
Geltendmachung einer Tarifausgleichsforderung gegen einen Zwischenhändler
Das ist dann der Fall, wenn zur Erreichung eines wirtschaftlichen Erfolgs nicht der den Umständen nach gewöhnliche und zweckmäßige Weg, sondern unter Ausnutzung der Vertragsfreiheit ein anderer, den wirtschaftlichen Vorgängen ferner liegender und daher ungewöhnlicher Weg eingeschlagen wird, der an den vom Gesetz angeordneten Rechtsfolgen vorbeiführen soll (st. Rspr., vgl. BGH, Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, LM GüKG Nr. 68).
- BGH, 29.05.1989 - II ZR 226/88
Tarifwidrigkeit von Menge-, Treu- und Beschäftigungsgarantierabatten nach dem …
Hingegen bestimmen sich die Rechtsfolgen des Verhaltens der Beteiligten nach der dem wirtschaftlichen Ziel angemessenen Gestaltung (Senatsurt. v. 16. Dezember 1985 - II ZR 135/85, LM BinnSchVerkG Nr. 12 = VersR 1986, 436, 437; ebenso zu § 5 GüKG der I. Zivilsenat des BGH, Urt. v. 20. Oktober 1982 - I ZR 153/80, LM GüKG Nr. 68). - BGH, 09.05.1996 - I ZR 8/94
Nachzahlung tarifmäßiger Frachtentgelte für Transporte - Scheintatbestand zur …
Zwar kann auch der Direktverkehr im Streckengeschäft (Fuhrmannshandel) - nämlich die Beförderung von Gütern, die Gegenstand einer Handelstätigkeit sind, unmittelbar vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Berührung des eigenen Unternehmens - grundsätzlich Werkverkehr sein (st. Rspr.; vgl. BGH, Urt. v. 20.10.1982 - I ZR 153/80, TranspR 1983, 69, 70). - BGH, 16.12.1985 - II ZR 135/85
Provisionspflicht für Nachforderung zu niedriger Frachtzahlungen in der …
Derartige Gestaltungen und Scheintatbestände haben danach unbeachtet zu bleiben; stattdessen bestimmen sich die Rechtsfolgen des Verhaltens der Beteiligten nach der dem wirtschaftlichen Ziel angemessenen Gestaltung (…vgl. BGH, Urt. v. 3. März 1960 - II ZR 196/57 , LM GüKG Nr. 9;… Urt. v. 29. März 1974 - I ZR 21/73 , LM GÜKG Nr. 48; Urt. v. 20. Oktober 1982 - I ZR 153/80 , LM GüKG Nr. 68).
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