Rechtsprechung
| BFH, 24.01.1990 - II R 138/87 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Voraussetzungen für eine Steuerpflichtigkeit des Erwerbs eines Grundstücks - Anforderungen an die Verfolgung eigener wirtschaftlicher Interessen
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (8)
- BGH, 11.04.1957 - II ZR 182/55
Testamentsvollstreckung und Kommanditgesellschaft
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Da zivilrechtlich der Gesellschaftsanteil eines Gesellschafters an einer Personengesellschaft notwendig ein einheitlicher ist, der in der Hand eines Gesellschafters nicht einer Aufspaltung zugänglich ist (allgemeine Ansicht, vgl. z. B. Urteil des BGH vom 11. April 1957 II ZR 182/55, BGHZ 24, 106, 108, und Ulmer in Großkommentar zum Handelsgesetzbuch, 4. Aufl., § 105 Rdnr. 71 mit Nachweisen), kann diese Vereinbarung im Zusammenhang mit der weiteren gesellschaftsvertraglichen Regelung, daß jeder Gesellschafter seine Beteiligung auch in Teilen an einen beliebigen Dritten abtreten darf, nur als antizipierte Zustimmung zu Teilabtretungen verstanden werden. - BFH, 04.03.1987 - II R 150/83
Grunderwerbsteuerpflicht bei GbR-Anteilsübertragung
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Sie stellt - ohne daß damit eine moralische Wertung verbunden wäre (vgl. Senatsurteil vom 4. März 1987 II R 150/83, BFHE 149, 75, BStBl II 1987, 394) - einen Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts i. S. des § 42 Satz 1 AO 1977 dar (vgl. auch Senatsurteil vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628). - BFH, 10.05.1989 - II R 86/86
Zur Grunderwerbsteuerpflicht bei der Übertragung von GbR-Anteilen
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Sie stellt - ohne daß damit eine moralische Wertung verbunden wäre (vgl. Senatsurteil vom 4. März 1987 II R 150/83, BFHE 149, 75, BStBl II 1987, 394) - einen Mißbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten des Rechts i. S. des § 42 Satz 1 AO 1977 dar (vgl. auch Senatsurteil vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628).
- BFH, 16.12.1981 - II R 109/80
Zur Grunderwerbsteuerpflicht des Benennungsberechtigten
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Da aber dieser zweite Teilakt der Steuer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG unterliegt und den Steueranspruch gegen den Annehmenden auslöst, kann nicht noch zusätzlich in seiner Person eine weitere Steuer aus § 1 Abs. 1 Nr. 6 bzw. 7 GrEStG entstehen (Senatsurteile vom 10. Juli 1974 II R 12/70, BFHE 113, 313, BStBl II 1974, 772, und vom 16. Dezember 1981 II R 109/80, BFHE 135, 90, BStBl II 1982, 269). - BFH, 10.07.1974 - II R 12/70
Kaufangebot - Grundstück - Benennung eines Dritten - Steuerschuldner
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Da aber dieser zweite Teilakt der Steuer nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG unterliegt und den Steueranspruch gegen den Annehmenden auslöst, kann nicht noch zusätzlich in seiner Person eine weitere Steuer aus § 1 Abs. 1 Nr. 6 bzw. 7 GrEStG entstehen (Senatsurteile vom 10. Juli 1974 II R 12/70, BFHE 113, 313, BStBl II 1974, 772, und vom 16. Dezember 1981 II R 109/80, BFHE 135, 90, BStBl II 1982, 269). - BFH, 06.05.1969 - II 131/64
Kaufangebot - Abtretung der Rechte - Besteuerungsgrundlage - Gegenleistung - Wert …
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Denn ein solches Zwischengeschäft bringt für sich allein die Steuer nicht zur Entstehung; die Steuer entsteht erst durch die Ausübung der Rechte durch den Abtretungsempfänger, d. h. mit der Annahme des Vertragsangebots durch den Dritten (vgl. Senatsurteil vom 6. Mai 1969 II 131/64, BFHE 96, 201, BStBl II 1969, 595). - BFH, 12.12.1968 - II B 42/68
Entstehung der Grunderwerbssteuerschuld bei Nichteinholung von Genehmigungen oder …
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Der Fall des Abhängigmachens von einer Bedingung ist nicht dem Fall vergleichbar, daß für ein Verpflichtungsgeschäft i. S. des § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG bewußt die dafür erforderliche Genehmigung nicht eingeholt wird, um dadurch die Entstehung der Steuer (vgl. Art. 97 § 4 Nr. 2 EGAO 1977; siehe nun § 14 Nr. 2 GrEStG 1983) nicht nur hinauszuschieben, sondern gänzlich zu vermeiden (vgl. dazu Senatsbeschluß vom 12. Dezember 1968 II B 42/68, HFR 1969, 130). - BFH, 09.05.1962 - II 159/60 U
Anwendbarkeit des Grunderwerbsteuergesetzes (GrEStG)
Auszug aus BFH, 24.01.1990 - II R 138/87
Die Vorschrift ergreift als Ersatztatbestand regelmäßig nur diejenigen Fälle, in denen die Beteiligten vom Abschluß eines Verpflichtungsgeschäfts, das den Anspruch auf Übereignung begründet und nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegt, absehen und an Stelle des Eigentums nur die Verwertungsbefugnis übergehen lassen (vgl. Senatsurteil vom 9. Mai 1962 II 159/60 U, BFHE 75, 122, BStBl III 1962, 313).
- BFH, 27.03.1991 - II R 82/87
Keine Grunderwerbsteuer beim Wechsel von Gesellschaftern einer …
Der Tatbestand des § 1 Abs. 2 GrEStG 1983 käme nur in Betracht, wenn für ein Verpflichtungsgeschäft i. S. des § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG 1983 bewußt die dafür erforderliche Genehmigung nicht eingeholt wird, um dadurch die Entstehung der Steuer nicht nur hinauszuschieben, sondern ganz zu vermeiden (vgl. Urteil des erkennenden Senats vom 24. Januar 1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119).Die Übertragung eines so ausgestalteten Mitgliedschaftsrechts an einer GbR kann daher als Gestaltungsmißbrauch angesehen werden mit der Folge, daß der Vorgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG 1983 i. V. m. § 42 AO 1977 der Grunderwerbsteuer unterliegt (vgl. Urteile vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628 und in BFH/NV 1991, 119).
- BFH, 18.08.1993 - II R 51/91
Gesellschafterwechsel bei grundbesitzender Gesellschaft bürgerlichen Rechts
Der Senat vertritt in ständiger Rechtsprechung die Auffassung, daß auch eine gesellschaftsvertragliche Gestaltung, die dem jeweiligen Gesellschaftsanteil eine bestimmte Wohnungs- bzw. Teileigentumseinheit von vornherein zuordnet, keine Übertragung der wirtschaftlichen Verwertungsbefugnis darstellt (so ausdrücklich Senatsurteile vom 24. Januar 1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119, und in BFHE 164, 473, BStBl II 1991, 731, sowie sinngemäß Senatsurteile vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628, und vom 25. März 1992 II R 46/89, BFHE 167, 448, BStBl II 1992, 680).Die Übertragung eines so ausgestalteten Mitgliedschaftsrechts an einer GbR kann daher als Gestaltungsmißbrauch angesehen werden mit der Folge, daß der Vorgang nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG 1983 i. V. m. § 42 AO 1977 der Grunderwerbsteuer unterliegt (vgl. Urteile in BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628; in BFH/NV 1991, 119, und in BFHE 167, 448, BStBl II 1992, 680).
- FG Sachsen, 11.04.2002 - 2 K 2388/99
Zur Inanspruchnahme von Sonderabschreibungen erforderlicher Erwerb einer …
Die Annahme eines Gestaltungsmissbrauchs verbiete sich weiterhin deshalb, weil nicht jeder der Gesellschaftsanteile untrennbar mit einem Wohnungseigentum verknüpft sei (so auch die BFH-Urteile vom 10.05.1989 II R 86/86, BStBl H 1989, 628; vom 24.01.1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119 …und vom 02.02.1994 II R 84/90, BFH/NV 1994, 824).Nach der zur Auslegung des § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG ergangenen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, der sich der Senat anschließt, kann durch besondere gesellschaftsvertragliche Regelungen ein Gesellschaftsanteil an einer Gesamthandsgemeinschaft so ausgestaltet werden, dass dessen Erwerb im rechtlichen und wirtschaftlichen Ergebnis dem Erwerb des Eigentums an einem Grundstück bzw. an Teileigentum oder Wohnungseigentum gleichkommt (…vgl. z. B. BFH-Urteil vom 02.02.1994 II R 84/90, BFH/NV 1994, 824;… vom 28.08.1992 II R 100/89, BFH/NV 1993, 563; vom 24.01.1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119; vom 10.05.1989 II R 86/86, BStBl II 1989, 628).
- BFH, 26.04.1995 - II R 6/94
Das Grunderwerbsteuergesetz NW ist seit 1. Januar 1993 kein revisibles Recht mehr
Das FG folge insoweit den Urteilen des BFH vom 24. Januar 1990 II R 138/87 (BFH/NV 1991, 119) und vom 25. März 1992 II R 46/89 (BFHE 167, 448, BStBl II 1992, 680) darin, daß der Erwerb einer Beteiligung an einer GbR einen grunderwerbsteuerpflichtigen Vorgang darstelle, wenn die Beteiligung in einzelne Anteile gestückelt sei, die untrennbar mit einem Grundstücksmiteigentumsanteil verbunden mit dem Sondereigentum an einer Wohnung verknüpft seien (vgl. auch BFH-Urteil vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628). - BFH, 02.02.1994 - II R 84/90 Durch besondere gesellschaftsvertragliche Regelung kann ein Gesellschaftsanteil an einer Gesamthandsgemeinschaft aber so ausgestaltet werden, daß dessen Erwerb im rechtlichen und wirtschaftlichen Ergebnis dem Erwerb des Eigentums an einem Grundstück gleichkommt (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 10. Mai 1989 II R 86/86, BFHE 156, 523, BStBl II 1989, 628 [BFH 10.05.1989 - II R 86/86]; vom 24. Januar 1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119; vom 27. März 1991 II R 82/87, BFHE 164, 473, BStBl II 1991, 731 [BFH 27.03.1991 - II R 82/87];… vom 6. März 1991 II B 65/89, BFH/NV 1992, 473; vom 25. März 1992 II R 46/89, BFHE 167, 448, BStBl II 1992, 680, [BFH 25.03.1992 - II R 46/89] …und vom 28. August 1992 II R 100/89, BFH/NV 1993, 563).
- FG Sachsen, 02.02.2001 - 2 K 136/98
Steuerschuldner eines Zwischengeschäfts nach § 1 Abs. 1 Nr. 5 bis 7 GrEStG
Denn Steuerschuldner auf Grund von Zwischengeschäften (§ 1 Abs. 1 Nr. 5 bis 7 GrEStG ) ist nicht der Erwerber des Grundstückes (vgl. BFHE 113, 313 ; BFHE 129, 280 ; BFHE 135, 90; BFH/NV 1991, 119;… BFH/NV 1996, 258 und Viskorf in Boruttau, Kommentar zum GrEStG § 1 Rdnr. 449 und § 13 Rdnr 31 ff). - FG Bremen, 11.06.2003 - 2 K 639/02
Grunderwerbsteuer: Erklärung der Auflassung gegenüber Gesamtrechtsnachfolger; …
Abgesehen davon, dass die Befugnis, einen Übereignungsanspruch hinsichtlich eines Grundstücks auf eigene Rechnung zu verwerten, nicht gleichzusetzen ist mit der in § 1 Abs. 2 GrEStG vorausgesetzten Befugnis, das Grundstück selbst auf eigene Rechnung zu verwerten, greift § 1 Abs. 2 GrEStG hier aber jedenfalls deshalb nicht ein, weil diese Vorschrift nur als Ersatztatbestand in denjenigen Fällen anwendbar ist, in denen die Beteiligten vom Abschluss eines Verpflichtungsgeschäfts, das den Anspruch auf Übereignung begründet und nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 GrEStG der Grunderwerbsteuer unterliegt, absehen und an Stelle des Eigentums nur die Verwertungsbefugnis übergehen lassen (BFH-Urteil vom 24.01.1990 II R 138/87, BFH/NV 1991, 119 m. w. N.).
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