Rechtsprechung
| BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Gewährung von Entschädigung wegen Reparationsschäden für den Verlust eines Lkws - Anspruch auf höhere Entschädigung als im Gesetz vorgesehen - Eröffnung des Rechtswegs bei Enteignung - Anspruch auf Entschädigung aus einem bestimmten Gesetz bei gleichzeitger ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Hamburg, 25.04.1972 - VIII VG L 71/71
- BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Papierfundstellen
- BVerwGE 45, 250
- MDR 1975, 168
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (6)
- BGH, 13.10.1969 - III ZR 187/68
Reparationsschädengesetz
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Dabei kann dahingestellt bleiben, ob es sich bei einer Restitutionsmaßnahme überhaupt um eine Enteignung im Sinne von Art. 14 GG handelt (…vgl. von Mangold-Klein, Komm. z. GG, 2. Aufl., Art. 14, Anm. VI 6) und ob, wenn man dies bejahen will, die betreffende Maßnahme, die zu einem Restitutionsschaden geführt hat, sich als eine in den Verantwortungsbereich deutscher Stellen fallende Enteignungsmaßnahme darstellt (vgl. BGH, Urteile vom 29. Mai 1967 - III ZR 82/65 - [NJW 1967, 1861] und vom 13. Oktober 1969 - III ZR 187/68 - [NJW 1970, 191], OLG Stuttgart, Urteil vom 7. Oktober 1970 - 1 U 42/70 - [Mtbl.Denn dieser Anspruch betrifft eine Verbindlichkeit des Bundes, die auf einer Maßnahme des Deutschen Reiches beruht (vgl. BGH, Urteil vom 13. Oktober 1969, a.a.O.).
Sodann ist fraglich, ob die Bundesrepublik mit der Erklärung, daß sie "Vorsorge treffen" werde, überhaupt eine bindende Verpflichtung hat eingehen wollen (verneinend BGH, Urteil vom 13. Oktober 1969, a.a.O.).
- BVerfG, 14.11.1962 - 1 BvR 987/58
Staatsbankrott
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Daß sich diese Regelungskompetenz neben dem aktiven Vermögen auch auf die Passiven des Reiches erstreckt, ist vom Bundesverfassungsgericht bereits entschieden worden (vgl. Urteil vom 14. November 1962 - 1 BvR 987/58 - [BVerfGE 15, 126]). - BVerwG, 28.05.1958 - V C 216.54
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
BAA 1973, 29] sowie BVerwG, Urteil vom 28. Mai 1958 - BVerwG V C 216.54 - [NJW 1959, 306]), welche allein eine Entschädigungspflicht nach Art. 14 Abs. 3 GG auszulösen vermag.
- BVerwG, 08.12.1953 - I C 100.53
Unzulässigkeit des Verwaltungsrechtsweges bei Streit über Grund eines Anspruchs …
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Entsprechendes hat auch für den Streit über den Grund eines Anspruchs auf eine Enteignungsentschädigung zu gelten (vgl. BVerwG, Urteile vom 8. Dezember 1953 - BVerwG I C 100.53 - [BVerwGE 1, 42] und vom 14. Dezember 1971 - BVerwG IV C 42.67 - [BVerwGE 39, 170 [BVerwG 14.12.1971 - IV C 42/67]]). - BVerwG, 14.12.1971 - IV C 42.67
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Entsprechendes hat auch für den Streit über den Grund eines Anspruchs auf eine Enteignungsentschädigung zu gelten (vgl. BVerwG, Urteile vom 8. Dezember 1953 - BVerwG I C 100.53 - [BVerwGE 1, 42] und vom 14. Dezember 1971 - BVerwG IV C 42.67 - [BVerwGE 39, 170 [BVerwG 14.12.1971 - IV C 42/67]]). - BGH, 29.05.1967 - III ZR 82/65
Entziehung eines Grundstücks zu Entmilitarisierungszwecken seitens der …
Auszug aus BVerwG, 27.06.1974 - III C 65.72
Dabei kann dahingestellt bleiben, ob es sich bei einer Restitutionsmaßnahme überhaupt um eine Enteignung im Sinne von Art. 14 GG handelt (…vgl. von Mangold-Klein, Komm. z. GG, 2. Aufl., Art. 14, Anm. VI 6) und ob, wenn man dies bejahen will, die betreffende Maßnahme, die zu einem Restitutionsschaden geführt hat, sich als eine in den Verantwortungsbereich deutscher Stellen fallende Enteignungsmaßnahme darstellt (vgl. BGH, Urteile vom 29. Mai 1967 - III ZR 82/65 - [NJW 1967, 1861] und vom 13. Oktober 1969 - III ZR 187/68 - [NJW 1970, 191], OLG Stuttgart, Urteil vom 7. Oktober 1970 - 1 U 42/70 - [Mtbl.
- BVerfG, 13.01.1976 - 1 BvR 631/69
Reparationsschäden
Rn. 79 Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem Verfahren über einen Restitutionsschaden (§ 3 RepG) entschieden, daß ein Ausschluß der Entschädigung durch die Vorschriften des Reparationsschädengesetzes über die Schadensfeststellung, namentlich über den Einheitswertvergleich, nicht gegen Art. 14 GG verstößt (vgl. Urteil vom 27. Juni 1974 - BVerwG III C 65.72 -).Für solche Eingriffe kann die deutsche öffentliche Gewalt grundsätzlich nicht verantwortlich gemacht werden, und zwar auch dann nicht, wenn deutsche Stellen auf Anordnung der Besatzungsmächte an ihrer Durchführung mitwirken mußten (BVerfGE 1, 10 [11]; 27, 253 [272] m. weit. Nachw., [273]; s. a. BGHZ 52, 371 [378 ff.]; BVerwG, Urteil vom 27. Juni 1974 - III C 65.72 -, Umdruck S. 8 f.; RGZ 121, 7 [9]).
Dies ist in Übereinstimmung mit dem Bundesgerichtshof (BGHZ 52, 371 [383 f.]) und dem Bundesverwaltungsgericht (Urteil vom 27. Juni 1974 - III C 65.72 - Umdruck S. 14 f.) zu verneinen.
- BVerwG, 10.10.1974 - III C 56.73
Wegnahme von Gesellschaftsanteilen - Berechnung der Höhe eines Schadens - Verlust …
Die Anwendung dieser Vorschrift setzt voraus, daß der entschädigungspflichtige Eingriff, dessen Umfang wertmäßig zu berechnen ist, eine in den Verantwortungsbereich deutscher Stellen fallende Maßnahme ist (vgl. Urteil vom 27. Juni 1974 - BVerwG III C 65.72 - [ZLA 1974, 193] mit weiteren Nachweisen).Er hat in seinem Urteil vom 27. Juni 1974 - a.a.O. - dahin erkannt, daß die Entschädigungsregelung, die für den Verlust von Betriebsvermögen durch Restitutionsmaßnahmen im Reparationsschädengesetz getroffen worden ist, nicht gegen Art. 14 Abs. 3 GG verstößt.
Das hat der Senat ebenfalls in seinem Urteil vom 27. Juni 1974 - a.a.O. - entschieden.
- BVerwG, 20.09.1984 - 3 B 38.83
Entschädigung nach Enteignungsgrundsätzen
Denn soweit ein solcher Anspruch auf eine Entschädigung nach Enteignungsgrundsätzen sowohl dem Grunde wie der Höhe nach unmittelbar aus Art. 14 GG hergeleitet wird, ist nach Art. 14 Abs. 3 Satz 4 GG nur der Rechtsweg zu den ordentlichen Gerichten gegeben (BVerwGE 45, 250; 47, 7) [BVerwG 14.08.1974 - VI C 20/71].Daß der Bundesgesetzgeber im übrigen von Verfassungs wegen (Art. 14 GG) nicht gehalten war, in Durchführung alliierter Vorschriften über die Rückerstattung feststellbarer Vermögensgegenstände entstandene Schäden im Rahmen des RepG höher zu entschädigen, als dies für andere dem Bereich der Kriegs- und Kriegsfolgeschäden zuzurechnenden Schäden vorgesehen ist, die nach den in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts entwickelten Grundsätzen über die Bereinigung des Staatsbankrotts des Deutschen Reiches abgewickelt werden, hat das Verwaltungsgericht zutreffend angenommen (vgl. hierzu auch: BVerfGE 41, 126; BGHZ 52, 371; BVerwGE 45, 250; Beschluß vom 7. Dezember 1981 - BVerwG 3 B 20.81 -).
- BGH, 29.03.1976 - III ZR 98/73
Enteignende Wirkung einer Unternehmensflurbereinigung
In einem Rechtsstreit über die Höhe der Entschädigung entscheidet das ordentliche Gericht auch über die Vortrage, ob überhaupt eine Enteignung vorliegt (BGHZ 15, 268, 270; BVerwGE 1, 42, 44; 39, 169, 172; 45, 250, 252). - BVerwG, 13.05.1976 - 3 C 64.75
Entwurzelungszuschlag - Hauptentschädigung - Vertriebene - Heimatvertriebene
Dem Gesetzgeber steht bei der Bewältigung der außergewöhnlichen Vorgänge der Kriegs- und Nachkriegszeit, also für die Regelung der Kriegs- und Kriegsfolgeschäden, ein besonders hohes Maß an Gestaltungsfreiheit zu (vgl. hierzu die grundlegenden Ausführungen des Bundesverfassungsgerichts in seinen Beschlüssen vom 13. Januar 1976 - 1 BvR 631/69, 24/70 [NJW 1976, 1491] und 1 BvR 67/70 [DVBl. 1976, 495] - sowie im Urteil vom 14. November 1962 - 1 BvR 987/58 - [BVerfGE 15, 126, 142 ff.]; ferner Urteil des erkennenden Senats vom 27. Juni 1974 - BVerwG III C 65.72 - [Buchholz 427.7 § 3 Nr. 1]). - BVerwG, 24.03.1988 - 3 C 24.87
Entschädigung eines Rückerstattungsschadens an einem Grundstück - Schäden durch …
Sie durften ebenso wie letztere nach den in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts entwickelten Grundsätzen über die Bereinigung des Staatsbankrotts des Deutschen Reichs abgewickelt werden (vgl. u.a. Urteile vom 27. Juni 1974 - BVerwG 3 C 65.72 - <BVerwGE 45, 250/254>, vom 13. Mai 1976 - BVerwG 3 C 15.75 - ; Beschlüsse vom 7. Dezember 1981 - BVerwG 3 B 20.81 - und vom 20. September 1984 - BVerwG 3 B 38.83 - ; BVerfGE 41, 126; BGHZ 52, 371). - BVerwG, 22.04.1976 - 3 C 61.75
Anspruch auf Schadensfeststellung nach dem Beweissicherungsgesetz und …
In welcher Weise ein Ausgleich der wirtschaftlichen und politischen Lasten zu schaffen war, die aus dem Krieg und dem Zusammenbruch des Deutschen Reiches herrühren, ist weitgehend der eigenverantwortlichen Gestaltung des Gesetzgebers überlassen geblieben (vgl. BVerfGE 15, 126 [142 f.]; Urteil vom 27. Juni 1974 - BVerwG III C 65.72 - [Buchholz 427.7 § 3 Nr. 1]). - BVerwG, 07.12.1981 - 3 B 20.81
Nichtzulassung einer Revision mangels grundsätzlicher Bedeutung - …
Die Beschwerde berücksichtigt im übrigen nicht, daß den angeführten Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts eine umfangreiche wissenschaftliche Auseinandersetzung um die Verfassungsmäßigkeit des Reparationsschädengesetzes vorangegangen war und auch der Bundesgerichtshof (BGHZ 52, 371) und das Bundesverwaltungsgericht (BVerwGE 45, 250) sich mit diesem komplexen Fragenkreis befaßt hatten.
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