Rechtsprechung
| BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Anspruch auf Entschädigung aufgrund der Versagung der Bauerlaubnis - Unwirtschaftlichkeit eines bestehenden Wirtschaftsbetriebes durch die Beschränkung - Anwendungsbereich der"Junktimklausel"
- Baurechtssammlung (Wolters Kluwer)(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
Art. 14 GG; § 3 BaubeschränkungsVO.
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1980, 888
- MDR 1980, 291
- DB 1980, 829
Wird zitiert von ... (10) Zitiert selbst (12)
- BVerwG, 14.07.1972 - IV C 8.70
Erforderlichkeit der Festsetzung land- und forstwirtschaftlicher Nutzung im …
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Der erkennende Senat ist jedoch in Übereinstimmung mit dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwGE 40, 258, 264 ff) der Auffassung, daß jedenfalls § 3 BaubeschränkungsVO wegen des in Absatz 1 enthaltenen Verstoßes gegen das Verfassungsgebot der angemessenen Entschädigung (Art. 14 Abs. 3 GG) nichtig ist.Nun gilt aber die Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG für vorkonstitutionelles Recht, um das es hier geht, nicht (BVerfGE 4, 219, 236 f; 46, 268, 288; vgl. auch BVerwGE 40, 258, 265).
Ob dies, wie das Bundesverwaltungsgericht (BVerwGE 40, 258, 267) annimmt, die Unwirksamkeit der gesamten BaubeschränkungsVO zur Folge hat oder ob in einem solchen Fall die Ungültigkeit der Entschädigungsregelung die Eingriffsgrundlage (§ 1 BaubeschränkungsVO) nicht erfaßt, vielmehr der nachkonstitutionelle Gesetzgeber die Art und das Ausmaß der Entschädigung zu bestimmen hat (BVerfGE 46, 268, 296: Bodenreform), kann hier offen bleiben.
- BVerfG, 21.07.1955 - 1 BvL 33/51
Junktimklausel
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Enteignungsgesetze, deren Entschädigungsregelung sich nicht im Rahmen des Art. 14 Abs. 3 Satz 3 GG hält, sind verfassungswidrig (BVerfGE 4, 219, 233; 24, 367, 418).Nun gilt aber die Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG für vorkonstitutionelles Recht, um das es hier geht, nicht (BVerfGE 4, 219, 236 f; 46, 268, 288; vgl. auch BVerwGE 40, 258, 265).
Ein vorkonstitutionelles Enteignungsgesetz kann "mit Rücksicht auf seine Entstehungszeit ohne weiteres als durch Art. 153 Abs. 2 Satz 2 Weimarer Reichsverfassung ergänzt gelten", falls die Regelung "nicht ausdrücklich die Entschädigung ausgeschlossen oder eine nicht 'angemessene' Entschädigung vorgesehen" hat (BVerfGE 4, 219, 237).
- BVerfG, 18.12.1968 - 1 BvR 638/64
Hamburgisches Deichordnungsgesetz
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Zwar kann der Gesetzgeber je nach den Umständen vollen Ersatz, aber auch eine darunter liegende Entschädigung bestimmen (BVerfGE 24, 367, 421; Senatsurteil BGHZ 59, 250, 254).Enteignungsgesetze, deren Entschädigungsregelung sich nicht im Rahmen des Art. 14 Abs. 3 Satz 3 GG hält, sind verfassungswidrig (BVerfGE 4, 219, 233; 24, 367, 418).
- BVerfG, 26.10.1977 - 1 BvL 9/72
Verfassungsfragen zur Entschädigungsproblematik der Bodenreformgesetzgebung in …
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Nun gilt aber die Junktimklausel des Art. 14 Abs. 3 Satz 2 GG für vorkonstitutionelles Recht, um das es hier geht, nicht (BVerfGE 4, 219, 236 f; 46, 268, 288; vgl. auch BVerwGE 40, 258, 265).Ob dies, wie das Bundesverwaltungsgericht (BVerwGE 40, 258, 267) annimmt, die Unwirksamkeit der gesamten BaubeschränkungsVO zur Folge hat oder ob in einem solchen Fall die Ungültigkeit der Entschädigungsregelung die Eingriffsgrundlage (§ 1 BaubeschränkungsVO) nicht erfaßt, vielmehr der nachkonstitutionelle Gesetzgeber die Art und das Ausmaß der Entschädigung zu bestimmen hat (BVerfGE 46, 268, 296: Bodenreform), kann hier offen bleiben.
- BVerfG, 20.03.1952 - 1 BvL 12/51
Normenkontrolle I
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Zu dieser Inzidentfeststellung ist der Senat befugt, da es sich bei der zu prüfenden Norm nicht um ein förmliches Gesetz, sondern um eine Rechtsverordnung und zudem noch um vorkonstitutionelles Recht handelt (BVerfGE 1, 184, 195 ff; 2, 124, 128 ff). - BVerfG, 24.02.1953 - 1 BvL 21/51
Normenkontrolle II
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Zu dieser Inzidentfeststellung ist der Senat befugt, da es sich bei der zu prüfenden Norm nicht um ein förmliches Gesetz, sondern um eine Rechtsverordnung und zudem noch um vorkonstitutionelles Recht handelt (BVerfGE 1, 184, 195 ff; 2, 124, 128 ff). - BGH, 11.11.1976 - III ZR 114/75
Bebauungsplan ohne Begründung
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Eine derartige Regelung ist nicht das Ergebnis eines gerechten Interessenausgleichs (Art. 14 Abs. 2 Satz 3 GG); sie widerspricht dem Grundsatz der Lastengleichheit (vgl. BGHZ 62, 305, 311; 67, 320, 327 f) und verletzt damit den Garantiegehalt des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG. - BGH, 04.06.1962 - III ZR 163/61
Enteignungsentschädigung bei dauerndem Bauverbot betroffenem Grundstück
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Kommt es in solchen Fällen zur Vollenteignung, so hat die Baubeschränkung - rückwirkend betrachtet - innerhalb des als Einheit zu begreifenden Enteignungsverfahrens die Bedeutung eines dauernden Bauverbots, dessen Folgen bei der einheitlich zu bemessenden Enteignungsentschädigung mit auszugleichen sind (BGHZ 37, 269, 273, 276 - Sportpalast - weitere Nachweise bei Kreft WM Sonderbeilage 2/1977 S. 25). - BGH, 13.05.1974 - III ZR 7/72
Berücksichtigung von planungsbedingten Wertsteigerungen des Restgrundstücks bei …
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Eine derartige Regelung ist nicht das Ergebnis eines gerechten Interessenausgleichs (Art. 14 Abs. 2 Satz 3 GG); sie widerspricht dem Grundsatz der Lastengleichheit (vgl. BGHZ 62, 305, 311; 67, 320, 327 f) und verletzt damit den Garantiegehalt des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG. - BGH, 28.09.1972 - III ZR 44/70
Berechnung der Enteignungsentschädigung bei vorzeitiger Aufhebung eines …
Auszug aus BGH, 18.10.1979 - III ZR 68/77
Zwar kann der Gesetzgeber je nach den Umständen vollen Ersatz, aber auch eine darunter liegende Entschädigung bestimmen (BVerfGE 24, 367, 421; Senatsurteil BGHZ 59, 250, 254). - BGH, 10.01.1972 - III ZR 139/70
Enteignungsentschädigung bei faktischer Bausperre; Berechnung der …
- BGH, 10.03.1977 - III ZR 195/74
Bemessung der Enteignungsentschädigung bei Geländen die im Außenbereich liegen - …
- OLG Oldenburg, 18.10.1995 - 2 U 135/95
Wohngebäudeversicherung; Wasserschaden; Geschirrspülmaschinenschlauch
Die Annahme grober Fahrlässigkeit erfordert dabei, daß der Versicherungsnehmer wußte oder wissen mußte, daß sein Verhalten geeignet war, den Versicherungsfall zu fördern (BGH NJW 1980, 888;… Prölss-Martin, VVG, 25. Aufl., § 61 Anm. 4 B). - OLG Frankfurt, 31.10.2001 - 7 U 83/01
Kfz-Haftpflichtversicherung: Grobe Fahrlässigkeit bei bloßem Überschreiten der …
Hiervon wäre auszugehen gewesen, wenn er die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch ein auch subjektiv schlechthin unentschuldbares Fehlverhalten objektiv in ungewöhnlich hohem Maße außer Acht gelassen, das nicht beachtet hätte, was in der konkreten Situation jedem Autofahrer hätte einleuchten müssen (vgl. BGHZ 10, 16; BGH NJW 1980, 888; BGH NJW 1988, 1266; OLG Hamm Versicherungsrecht 1997, 961). - BGH, 03.03.1983 - III ZR 93/81
Entschädigung für eine Teilenteignung wegen Verlustes der Kiesabbaumöglichkeit …
Derartige Planungsfolgen müssen sich am Grundsatz der Lastengleichheit messen lassen (vgl. Senatsurteile BGHZ 62, 305, 311 f. [BGH 13.05.1974 - III ZR 7/72]; 67, 320, 327 f. [BGH 11.11.1976 - III ZR 114/75]; 80, 111, 115 [BGH 05.03.1981 - III ZR 9/80]undvom 18. Oktober 1979 - III ZR 68/77 = NJW 1980, 888, 889 [BGH 18.10.1979 - III ZR 68/77] = LM BaubeschränkungsVO Nr. 1).
- OLG Frankfurt, 08.06.2001 - 24 U 175/99
Grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls in der Fahrzeugversicherung
Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch ein subjektiv unentschuldbares Fehlverhalten objektiv in ungewöhnlich hohem Maße außer Acht läßt, wer das nicht beachtet, was in der konkreten Situation jedem hätte einleuchten müssen (BGHZ 10, 16 [BGH 11.05.1953 - IV ZR 170/52]; NJW 1980, 888; 1988, 1266 [BGH 12.01.1988 - VI ZR 158/87]; OLG Hamm VersR 1997, 961 [OLG Hamm 05.06.1996 - 20 U 288/95]). - BGH, 03.03.1983 - III ZR 94/81
Entschädigung für eine Teilenteignung wegen Verlustes der Kiesabbaumöglichkeit …
Derartige Planungsfolgen müssen sich am Grundsatz der Lastengleichheit messen lassen (vgl. Senatsurteile BGHZ 62, 305, 311 f.; 67, 320, 327 f.; 80, 111, 115 [BGH 05.03.1981 - III ZR 9/80] und vom 18. Oktober 1979 - III ZR 68/77 = NJW 1980, 888, 889 = LM BaubeschränkungsVO Nr. 1). - OLG Oldenburg, 22.06.1994 - 2 U 162/92
Versicherungsfall; Valorenversicherung; Uhr; Geländefahrt; Motorradfahrt; …
- OLG Köln, 15.02.1990 - 5 U 173/89
Anspruch gegen die Kaskoversicherung auf Ersatz des Schadens wegen eines …
- OLG Saarbrücken, 29.01.1992 - 5 U 47/91
Rückzahlungsanspruch eines Wohngebäudeversicherers und Hausratsversicherers wegen …
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - BGH, 17.03.1988 - III ZR 169/85 Der Senat hat zu den für den Rechtsstreit erheblichen Rechtsfragen bereits in seinem Urteil vom 18. Oktober 1979 (III ZR 68/77 = WM 1980, 221) Stellung genommen.
- OLG Köln, 17.01.1984 - 3 U 100/82 Grobe Fahrlässigkeit ist anzunehmen, wenn die erforderliche Sorgfalt nach den gesamten Umständen in ungewöhnlich hohem Maße verletzt worden ist, d. h. wenn dasjenige nicht beobachtet worden ist, was im Einzelfall jedem einleuchten mußte (vgl. BGH in NJW 80, 888; BGHZ 10, 16; BayObLG VersR 76, 33; OLG Stuttgart VersR 68, 954).
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