Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - I-24 U 218/10 |
Volltextveröffentlichungen (8)
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- Deutsches Notarinstitut
BGB § 535; BGB § 550; BGB § 705; BGB § 741
Anforderungen an Schriftform bei Abschluss des Mietvertrags durch GbR
- grundeigentum-verlag.de(Abodienst, Leitsatz frei)
BGB §§ 535, 550, 705, 741
Bestimmbarkeit der Vertragspartei für Einhaltung der Schriftform ausreichend; GbR; Gemeinschaft; schadlose Falschbezeichnung bei formgebundenen Geschäften; Schriftform bei Personenmehrheit auf Mieterseite und Vermieterseite - rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
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"Falsa demonstratio" gilt auch für formgebundene Verträge!
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Schriftform: Anforderungen an Parteibezeichnung und Unterschrift (IMR 2012, 64)
Verfahrensgang
- LG Duisburg, 03.12.2010 - 10 O 207/10
- OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - I-24 U 218/10
Papierfundstellen
- MDR 2012, 84
- IMR 2012, 64
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (22)
- BGH, 07.05.2008 - XII ZR 69/06
Einhaltung der Schriftform bei Personenmehrheit auf Seite des Vermieters oder …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Insoweit darf auch auf außerhalb der Urkunde liegende Umstände zurückgegriffen werden, die aber ebenfalls zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits vorliegen müssen (vgl. BGH, NJW 2009, 2195; BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178; NJW 2006, 140; 2002, 3389; 1999, 3257, 3259).Rn. 17 aa) Zur Einhaltung der Schriftform des § 550 BGB gehört auch, dass die Vertragsurkunde von beiden Parteien unterzeichnet ist (BGHZ 183, 67 = MDR 2010, 133; BGHZ 176, 301, 307 = NJW 2008, 2178, 2179).
Wird die Vertretung der Vertragspartei durch die den Vertrag unterzeichnende Person allerdings auf andere Weise deutlich, ist ein zusätzlicher Vertretungszusatz nicht erforderlich (vgl. BGHZ 176, 301, 308 = NJW 2008, 2178, 2180).
Rn. 29 Der Bundesgerichtshof hat im Übrigen auch in weiteren Entscheidungen klargestellt, dass es mit dem Schutzgedanken des § 550 BGB vereinbar ist, dem Erwerber zuzumuten, wegen den Mietvertrag betreffenden Umständen Erkundigungen einzuholen, etwa zu der Frage, ob sich ein Mietverhältnis durch Ausübung einer Option verlängert hat (vgl. BGH, NJW 2007, 3273 m.N.; vgl. auch BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178).
- BGH, 11.09.2002 - XII ZR 187/00
Abschluß eines Mietvertrages mit einer Erbengemeinschaft
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Insoweit darf auch auf außerhalb der Urkunde liegende Umstände zurückgegriffen werden, die aber ebenfalls zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits vorliegen müssen (vgl. BGH, NJW 2009, 2195; BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178; NJW 2006, 140; 2002, 3389; 1999, 3257, 3259).Rn. 14 Dass der Bundesgerichtshof die Bezeichnung des Vermieters als "Erbengemeinschaft Sa. vertreten durch S.K." als nicht der Schriftform genügend erachtet hat (BGH, NJW 2002, 3389; auch BGH, NJW 2006, 1385), steht hierzu nicht in Widerspruch.
Rn. 28 Auch aus der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11. September 2002, XII ZR 187/00 (NJW 2002, 3389) kann die Klägerin nichts für sich herleiten.
- BGH, 02.11.2005 - XII ZR 233/03
Einhaltung der Schriftform bei Mietvertrag mit einer BGB -Gesellschaft
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Insoweit darf auch auf außerhalb der Urkunde liegende Umstände zurückgegriffen werden, die aber ebenfalls zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits vorliegen müssen (vgl. BGH, NJW 2009, 2195; BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178; NJW 2006, 140; 2002, 3389; 1999, 3257, 3259).Rn. 10 Der zitierten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 2. November 2005 (XII ZR 233/03, NJW 2006, 140 ff.) lag ein Mietvertrag zugrunde, in dem der Vermieter wie folgt bezeichnet war: "Herr Steffen W., handelt für eine Erwerbergemeinschaft, die die Erstellung und Vermietung eines Wohn- und Geschäftshauses in M. betreibt.
Rn. 27 Entgegen der Darstellung der Klägerin hat der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 2. November 2005 (XII ZR 233/03, NJW 2006, 140 ff.) nicht darauf abgestellt, dass bei Abschluss des Mietvertrages eine GbR in Gründung vorlag und später die GbR Vermieterin wird.
- OLG Düsseldorf, 23.01.2007 - 10 U 134/06
Schriftform: Bestimmbarkeit des Vermieters
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Zwar mag es den Umgang zwischen den Mietvertragsparteien erleichtern, wenn der Vermieter im Rubrum des Mietvertrags namentlich aufgeführt ist, zur Wahrung der gesetzlichen Schriftform ist dies jedoch nicht erforderlich (ebenso OLG Düsseldorf [10. Zivilsenat], Beschluss vom 23. Januar 2007, I-10 U 134/06, bei Juris;… Neuhaus, Handbuch der Geschäftsraummiete, 3. Auflage, Rn. 276).Auch werden durch die Bezeichnung als Grundstücksgemeinschaft im Zusammenhang mit dem vermieteten Objekt die Miteigentümer eben dieses Objekts eindeutig als Vertragspartei bezeichnet; vernünftige Identitätszweifel an der Person des Vermieters können nicht aufkommen (vgl. auch OLG Düsseldorf [10. Zivilsenat], Beschluss vom 23. Januar 2007, I-10 U 134/06, bei Juris).
- BGH, 02.05.2007 - XII ZR 178/04
Wahrung der Schriftform bei Beginn des Mietverhältnisses mit der in der Zukunft …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Rn. 29 Der Bundesgerichtshof hat im Übrigen auch in weiteren Entscheidungen klargestellt, dass es mit dem Schutzgedanken des § 550 BGB vereinbar ist, dem Erwerber zuzumuten, wegen den Mietvertrag betreffenden Umständen Erkundigungen einzuholen, etwa zu der Frage, ob sich ein Mietverhältnis durch Ausübung einer Option verlängert hat (vgl. BGH, NJW 2007, 3273 m.N.; vgl. auch BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178). - BGH, 18.01.2008 - V ZR 174/06
Falschbezeichnung des verkauften Anwesens im Kaufvertrag
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Dieser Grundsatz ist auch auf formgebundene Rechtsgeschäfte anzuwenden (BGH, NJW 2008, 1658; NJW 1991, 1730, 1731; BGHZ 74, 116, 119; 87, 150, 153). - BGH, 25.03.1983 - V ZR 268/81
Rechtsfolgen der irrtümlichen Falschbezeichnung bei einem Grundstückskaufvertrag
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Dieser Grundsatz ist auch auf formgebundene Rechtsgeschäfte anzuwenden (BGH, NJW 2008, 1658; NJW 1991, 1730, 1731; BGHZ 74, 116, 119; 87, 150, 153). - BGH, 04.11.2009 - XII ZR 86/07
Schriftformerfordernis beim Abschluss eines Mietvertrages durch eine AG; …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Rn. 17 aa) Zur Einhaltung der Schriftform des § 550 BGB gehört auch, dass die Vertragsurkunde von beiden Parteien unterzeichnet ist (BGHZ 183, 67 = MDR 2010, 133; BGHZ 176, 301, 307 = NJW 2008, 2178, 2179). - BGH, 05.11.2003 - XII ZR 134/02
Kündigung eines nicht der Schriftform genügenden langfristigen Mietvertrages
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Haben sich diese tatsächlich zur Verfolgung eines gemeinsamen Zwecks zusammengeschlossen und läge somit eine GbR vor, wäre auch diese durch die Bezeichnung "Roland Ernst Grundstücksgemeinschaft 1" hinreichend bestimmt beschrieben; die ausdrückliche Benennung als GbR ist hierfür nicht erforderlich (vgl. auch BGH, NJW 2004, 1103). - BGH, 07.07.1999 - XII ZR 15/97
Formgültigkeit der Verlängerung eines auf zehn Jahre abgeschlossenen …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 18.07.2011 - 24 U 218/10
Insoweit darf auch auf außerhalb der Urkunde liegende Umstände zurückgegriffen werden, die aber ebenfalls zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits vorliegen müssen (vgl. BGH, NJW 2009, 2195; BGHZ 176, 301 = NJW 2008, 2178; NJW 2006, 140; 2002, 3389; 1999, 3257, 3259). - BGH, 22.02.1994 - LwZR 4/93
Unterzeichnung der Verlängerungsvereinbarung zu einem Landpachtvertrag durch den …
- BGH, 29.04.2009 - XII ZR 142/07
Vorliegen eines wirksamen Mietvertrags über Gewerberäume; Vorliegen eines …
- OLG Rostock, 10.07.2008 - 3 U 108/07
Gewerberaummiete: Kündigung unter Berufung auf fehlende Schriftform trotz …
- KG, 13.11.2006 - 8 U 51/06
Formularmäßiger Wohnraummietvertrag: Mündliche Abänderung der …
- BGH, 02.06.2010 - XII ZR 110/08
Grundsätze der Vertragsauslegung: Interessengerechte Auslegung eines …
- BGH, 21.11.2005 - II ZR 17/04
Zulässigkeit der unmittelbaren Geltendmachung von Ansprüchen unter …
- BGH, 08.03.1991 - V ZR 25/90
Inhalt eines erlaubten In-sich-Geschäfts
- OLG Düsseldorf, 11.05.2004 - 24 U 264/03
Treuwidriges Handeln bei vorzeitiger Kündigung eines Mietvertrages unter Berufung …
- BGH, 23.03.1979 - V ZR 24/77
Formzwang und unschädliche Falschbezeichnung
- OLG Köln, 23.09.2005 - 1 U 43/04
Treuwidrige Kündigung wegen Nichteinhaltung der Schriftform bei unterlassenem …
- OLG Celle, 22.07.2004 - 13 U 71/04
Berufen auf einen Formmangel in einem Mietvertrag; Teleologische Auslegung von …
- OLG Brandenburg, 13.08.2008 - 3 U 176/07
Vermieterstellung einer BGB-Außengesellschaft bei Wechsel im …
- AG Brandenburg, 16.06.2021 - 31 C 51/20
Vorenthaltung der Mietsache: Vermieter erhält Nutzungsentschädigung in Höhe der …
Zur Einhaltung der Schriftform gehört es nämlich grundsätzlich auch, dass die Vertragsurkunde von allen Vertragsparteien unterzeichnet wird (BGH, MDR 2010, Seite 133; BGH, NJW 2008, Seiten 2178 f.; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.07.2011, Az.: I-24 U 218/10; OLG Hamm, NZM 2011, Seite 584).Denn sonst lässt sich der Urkunde nicht eindeutig entnehmen, ob der Vertrag mit der vorhandenen Unterschrift, auch für und in Vertretung des anderen Ehegatten, zustande gekommen ist (BGH, MDR 2010, Seite 133; BGH, NJW 2008, Seiten 2178 f.; BGH, NJW 2004, Seite 1103 BGH, NJW 2003, Seiten 3053 f. BGH, NJW 2002, Seiten 3389 ff. OLG Brandenburg, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 5 U (Lw) 21/08; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.07.2011, Az.: I-24 U 218/10; OLG Hamm, NZM 2011, Seite 584).
Ein Vertretungszusatz ist somit grundsätzlich auch immer dann erforderlich, wenn als Mieter Ehegatten auftreten, von denen nur ein Ehegatte den Vertrag unterschrieben hat, da auch dann aus der bloßen Unterschrift des einen Ehegatten noch nicht ersichtlich ist, ob der Vertrag zugleich in Vertretung - und zwar auch für den anderen Ehegatten - mit unterzeichnet wurde (BGH, NJW 1994, Seiten 1649 ff.; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.07.2011, Az.: I-24 U 218/10; OLG Hamm, NZM 2011, Seite 584).
Ein solcher klarstellender Zusatz wäre nur dann entbehrlich gewesen, wenn die Vertretung des anderen Ehegatten durch den unterzeichnenden Beklagten zu 2.) auf andere Weise hinreichend deutlich zum Ausdruck gebracht worden wäre (BGH, NJW 2008, Seiten 2178 ff.; BGH, NJW 2007, Seiten 3346 f.; BGH, NJW 2007, Seiten 288 ff. BGH, NJW 2005, Seiten 2225 ff.; BGH, NJW 2004, Seite 1103 BGH, NJW 2003, Seiten 3053 f. OLG Brandenburg, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 5 U (Lw) 21/08; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.07.2011, Az.: I-24 U 218/10; OLG Brandenburg, Urteil vom 07.07.2011, Az.: 5 U (Lw) 21/08; OLG Hamm, NZM 2011, Seite 584).
- OLG Düsseldorf, 29.11.2012 - 10 U 34/12
Anforderungen an die Schriftform eines Mietvertrages
Es genügt, dass ein Sachverhalt abstrakt so genau beschrieben ist, dass bei seiner Verwirklichung kein Zweifel für die vertragliche Vereinbarung verbleibt (…vgl. BGH, Urt. v. 7.5.2008, XII ZR 69/06, NJW 2008, 2178;… Urt. v. 2.11.2005, XII ZR 212/03, MDR 2006, 561;… OLG Düsseldorf, Urt. v. 27.5.2010, I-10 U 147/09; OLG Düsseldorf, Beschl. v. 18.7.2011, I-24 U 218/10, IMR 2012, 64). - OLG Saarbrücken, 15.05.2013 - 2 U 7/13
Mietvertrag: Voraussetzungen des Eintritts des Erwerbers in das …
L., A. W. J. B. und P. M. B. in Erbengemeinschaft zu ½, nicht genau bezeichnet und auch im Übrigen aus der Vertragsurkunde nicht ersichtlich oder bestimmbar ist (BGH, NJW 2008, 2178; NJW 2002, 3389; siehe aber auch OLG Düsseldorf, MDR 2012, 84). - OLG Hamm, 05.06.2020 - 30 U 163/19
Auch formbedürftige Vertragsklauseln sind auszulegen
Eine solche ist jedoch auch bei formgebunden Verträgen unschädlich (…BGH NJW 2008, 1658 Rn. 13), wobei dies dem Oberlandesgericht Düsseldorf zufolge auch für unter den § 550 BGB fallende Mietverträge gelten soll (OLG Düsseldorf, Beschluss vom 18.07.2011 - I-24 U 218/10 - Rn. 16 f.). - KG, 20.03.2017 - 8 U 152/16
Geschäftsraummietvertrag: Formwirksamkeit der Rubrumsangabe auf Vermieterseite
Die Bezeichnung der drei Miterben entsprach zudem der (insoweit freilich deklaratorischen) Grundbucheintragung im Zeitpunkt des Vertragsschlusses, wie sie seit 1999 bestand (s. Anl. K 12), so dass die nähere Bezeichnung der Personen (etwa Vorname und Geburtsdatum) dem Grundbuch zu entnehmen waren und die Bestimmbarkeit keinen Zweifeln begegnet (s. zur hinreichenden Bestimmbarkeit der Miterben in Verbindung mit einer Grundbucheinsicht BGH, Beschl. v. 17.03.2015 - VIII ZR 298/14, juris Tz 2, 4; zur Grundbucheinsicht zwecks namentlicher Ermittlung der Parteien allg. OLG Düsseldorf MDR 2012, 84 - juris Tz 9 f.).
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