Rechtsprechung
| BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Anbauverbot an Fernstraßen - Anwendbarkeit der Grundsätze des Bestandsschutzes für Bauvorhaben im Außenbereich im Rahmen des Bundesfernstraßengesetzes (FStrG) - Auslegung des Begriffs "Leichtigkeit des Verkehrs"
- Baurechtssammlung (Wolters Kluwer)(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
§ 9 Abs. 3 FStrG.
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- OVG Niedersachsen-Schleswig-Holstein, 06.03.1970 - VI A 51/69
- BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Papierfundstellen
- DÖV 1971, 421
- BauR 1971, 93
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (8)
- BVerwG, 17.09.1964 - I C 26.63
Erteilung einer Baugenehmigung für die Errichtung eines Wohngebäudes / …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Bei der Beantwortung der Frage, ob wegen einer Beeinträchtigung der Leichtigkeit des Verkehrs die Zustimmungsversagung nach § 9 Abs. 3 FStrG "nötig ist", kann zu berücksichtigen sein, daß die Baumaßnahme von der die Beeinträchtigung ausgeht, zugleich bisher bestehende Beeinträchtigungen beseitigt (im Anschluß an das Urteil vom 17. September 1964 - BVerwG I C 26.63 - [BVerwGE 19, 238]).Insoweit bedarf sie jedoch mit Rücksicht auf das Urteil vom 17. September 1964 - BVerwG I C 26.63 - (BVerwGE 19, 238 [241]) keiner Klärung.
- BVerwG, 02.10.1961 - VIII B 78.61
Umfang der Darlegung der grundsätzlichen Bedeutung einer Rechtssache - …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Fehlt es daran, ist für die Revisionszulassung unerheblich, ob - etwa weil er sich in einer der Prozeßpartei ähnlichen Lage befindet - ein größerer Personenkreis am Ausgang des Verfahrens interessiert ist (vgl. Beschlüsse vom 21. Mai 1960 - BVerwG V B 5.60/V CB 6.60 - [NJW 1960, 1587 f.], vom 2. Oktober 1961 - BVerwG VIII B 78.61 - in BVerwGE 13, 90 [91 f.] und vom 16. Juli 1963 - BVerwG VIII B 70.62 - [S. 5]). - BVerwG, 30.04.1969 - IV C 63.68
Ersatzbauten im Widerspruch zum nunmehr geltenden Recht - Antrag auf …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Grundlage des Bestandsschutzes ist, wie der erkennende Senat mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, die Eigentumsgewährleistung des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. Urteile vom 22. September 1967 - BVerwG IV C 109.65 - in BVerwGE 27, 341 [342 f.] und vom 30. April 1969 - BVerwG IV C 63.68 - [BauR 1970, 93] sowie Beschluß vom 30. Juni 1969 - BVerwG IV CB 18.69 - [BauR 1970, 96]).
- BVerwG, 22.09.1967 - IV C 109.65
Umfang des Bestandsschutzes bei gewerblich genutzten Baulichkeiten; Begriff der …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Grundlage des Bestandsschutzes ist, wie der erkennende Senat mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, die Eigentumsgewährleistung des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. Urteile vom 22. September 1967 - BVerwG IV C 109.65 - in BVerwGE 27, 341 [342 f.] und vom 30. April 1969 - BVerwG IV C 63.68 - [BauR 1970, 93] sowie Beschluß vom 30. Juni 1969 - BVerwG IV CB 18.69 - [BauR 1970, 96]). - BVerwG, 21.05.1960 - V B 5.60
Kriegsgefangenenentschädigung aufgrund der Gefangennahme einer auf Veranlassung …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Fehlt es daran, ist für die Revisionszulassung unerheblich, ob - etwa weil er sich in einer der Prozeßpartei ähnlichen Lage befindet - ein größerer Personenkreis am Ausgang des Verfahrens interessiert ist (vgl. Beschlüsse vom 21. Mai 1960 - BVerwG V B 5.60/V CB 6.60 - [NJW 1960, 1587 f.], vom 2. Oktober 1961 - BVerwG VIII B 78.61 - in BVerwGE 13, 90 [91 f.] und vom 16. Juli 1963 - BVerwG VIII B 70.62 - [S. 5]). - BVerwG, 27.02.1970 - IV C 48.67
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Sie bedarf keiner Klärung, da das Bundesverwaltungsgericht zu ihr bereits in seinem - auch vom Berufungsgericht angeführten - Urteil vom 27. Februar 1970 - BVerwG IV C 48.67 - (DÖV 1970, 388) Stellung genommen und die Klägerin neue Gesichtspunkte nicht vorgetragen hat. - BVerwG, 30.06.1969 - IV CB 18.69
Bestandsschutz für ein neues Gebäude unter Verwendung von Bestandteilen eines als …
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Grundlage des Bestandsschutzes ist, wie der erkennende Senat mehrfach zum Ausdruck gebracht hat, die Eigentumsgewährleistung des Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. Urteile vom 22. September 1967 - BVerwG IV C 109.65 - in BVerwGE 27, 341 [342 f.] und vom 30. April 1969 - BVerwG IV C 63.68 - [BauR 1970, 93] sowie Beschluß vom 30. Juni 1969 - BVerwG IV CB 18.69 - [BauR 1970, 96]). - BVerwG, 16.07.1963 - VIII B 70.62
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 15.01.1971 - IV B 97.70
Fehlt es daran, ist für die Revisionszulassung unerheblich, ob - etwa weil er sich in einer der Prozeßpartei ähnlichen Lage befindet - ein größerer Personenkreis am Ausgang des Verfahrens interessiert ist (vgl. Beschlüsse vom 21. Mai 1960 - BVerwG V B 5.60/V CB 6.60 - [NJW 1960, 1587 f.], vom 2. Oktober 1961 - BVerwG VIII B 78.61 - in BVerwGE 13, 90 [91 f.] und vom 16. Juli 1963 - BVerwG VIII B 70.62 - [S. 5]).
- BVerwG, 17.01.1986 - 4 C 80.82
Zulässigkeit einer begrenzten Erweiterung infolge eingetretenen Bestandsschutzes; …
Der Senat hatim Urteil vom 5. Juli 1974 - BVerwG 4 C 76.71 - (Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 112) wie schon in vorangegangenen Entscheidungen(Urteil vom 19. Oktober 1966 - BVerwG 4 C 16.66 - BVerwGE 25, 161 [BVerwG 19.10.1966 - IV C 16/66];Urteil vom 22. September 1967 - BVerwG 4 C 109.65 - BVerwGE 27, 341 ;Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG 4 C 119.68 - BVerwGE 36, 296 ;…Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG 4 C 212.65 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 96, S. 42 ;Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG 4 B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11, S. 9 ) die Möglichkeit angedeutet, daß sich aus dem Bestandsschutz, weil es sich um einen Schutz der Bestandsnutzung handelt, "über den Schutz des tatsächlich Vorhandenen hinaus" auch ein Anspruch auf eine - begrenzte - Erweiterung des Bestehenden herleiten läßt, "soweit die Beibehaltung und funktionsgerechte Nutzung des Vorhandenen dies erfordert". - BVerwG, 30.06.1989 - 4 C 40.88
Straßenverkehrsbehörde - Zufahrten - Gemeingebrauch - Sondernutzung
Die Rechtsprechung hat zwar in Grenzen eine gewisse "Privilegierung" auf der Grundlage der früheren Rechtslage gebilligt (vgl. z.B. BVerwG, Urteil vom 15. März 1968 - BVerwG 4 C 232.65 - DÖV 1968, 736; Beschluß vom 10. Dezember 1968 - BVerwG 4 B 214.68 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 9; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG 4 B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11, jeweils zu § 9 Abs. 2 und 3 FStrG). - BVerwG, 16.02.1973 - IV C 61.70
Notwendige Beiladung der höheren Verwaltungsbehörde; Errichtung eines Ersatzbaues …
Dem Berufungsgericht scheint bei seiner Begründung in erster Linie eine mit dem Gesichtspunkt des Bestandsschutzes nur äußerlich zusammenhängende, in Wahrheit unmittelbar die Auslegung des § 35 Abs. 2 und 3 BBauG angehende Überlegung vorgeschwebt zu haben: An § 35 BBauG - ebenso aber an eine Vielzahl der ihm darin vergleichbaren Vorschriften - läßt sich allgemein die Frage stellen, ob bei der Feststellung und Bewertung der öffentlichen Belange etwas zugelassen ist, was man "Kompensation" nennen könnte (vgl. etwa den Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - in Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10 f.]): Es ist nicht selten so, daß ein Vorhaben aus der Sicht der öffentlichen Belange zwar in der einen Beziehung unerwünscht, jedoch in einer anderen Beziehung bestimmten Interessen förderlich und daher im "Saldo" möglicherweise für die öffentlichen Belange indifferent oder ihnen sogar nützlich ist.Wenn innerhalb des § 9 Abs. 2 FStrG das Merkmal "nötig" derartige Kompensationen zuläßt (vgl. im Anschluß an das Urteil vom 17. September 1964 - BVerwG I C 26.63 - in BVerwGE 19, 238 [241] den Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - in Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10 f.]), wird über das Merkmal "beeinträchtigt" schwerlich gesagt werden können, daß mit ihm eine Kompensation ganz und gar unverträglich sei.
- BVerwG, 18.10.1974 - IV C 77.73
"Vorhandene Bebauung" i.S. von § 34 BBauG; Zulässigkeit von nach § 16 GewO oder § …
Allerdings hat der Senat mehrfach die Frage angesprochen, ob sich aus dem Bestandsschutz als einem Schutz der Bestandsnutzung auch ein Anspruch auf eine - begrenzte - Erweiterung des Bestehenden herleiten läßt, soweit die Beibehaltung und funktionsgerechte Nutzung des Bestandes dies erfordert; entschieden hat der Senat diese Frage bisher jedoch nicht (BVerwGE 25, 161 [163]; 27, 341 [343]; 36, 296 [301]; ferner Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG IV C 212.65 - Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 96 S. 42 [44]; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10]). - BVerwG, 04.04.1975 - IV C 55.74
Errichtung einer Tankstelle - Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung
Diese Rechtsprechung geht aber davon aus, daß das - vorrangige - Bedürfnis nach Vermeidung von Verkehrsgefahren grundsätzlich für die Errichtung doppelseitiger Tankstellen spricht und daß dieser Grundsatz die Zulässigkeit auch einseitiger Tankstellen zwar nicht von vornherein ausschließt, aber doch bei solchen einseitigen Tankstellen im besonderen Maße die Prüfung und Abwägung der damit verbundenen Nachteile für Sicherheit und Leichtigkeit des fließenden Verkehrs erforderlich macht (vgl. dazu insbesondere Urteil vom 28. Mai 1963 - BVerwG I C 99.59 - in BVerwGE 16, 133;… Beschluß vom 10. Dezember 1968 - BVerwG IV B 214.68 - a.a.O. Seite 3; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - in Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11). - BVerwG, 05.07.1974 - IV C 76.71
Notwendige Beiladung der höheren Verwaltungsbehörde; Begriff der Ortsgebundenheit …
Ob sich gleichwohl aus dem Bestandsschutz, weil es sich um einen Schutz der Bestands nutzung handelt, darüber hinaus auch ein Anspruch auf eine - begrenzte - Erweiterung des Bestehenden herleiten läßt, soweit die Beibehaltung und funktionsgerechte Nutzung des Vorhandenen dies erfordert, hat der erkennende Senat bisher offengelassen (vgl. BVerwGE 25, 161 [163]; 27, 341 [343]; 36, 296 [301];… ferner Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG IV C 212.65 - a.a.O. und Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10]). - BVerwG, 15.12.1972 - IV C 112.68
Rechtsmittel
Ein Fall, in welchem trotz einer zu erwartenden Beeinträchtigung des Verkehrs die Versagung der Straßennutzung gleichwohl nicht "nötig" ist, weil die beabsichtigte Straßennutzung von ihrer Funktion her (z.B. als Zufahrt zu einer Tankstelle) selbst der reibungslosen Abwicklung des Verkehrs dient oder bereits bestehende Verkehrsgefährdungen "kompensiert", liegt offenkundig hier nicht vor (vgl. dazu z.B. Beschluß vom 10. Dezember 1968 - BVerwG IV B 214.68 - [Buchholz 407.4, § 9 FStrG Nr. 9]; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - [Buchholz 407.4, § 9 FStrG Nr. 11]). - BVerwG, 25.06.1982 - 8 C 80.81
Villa - Wohnraum - Zweckentfremdung
Ein derartiges Verlangen verbietet sich vielmehr ferner - und vor allem - deshalb, weil der zweckentfremdungsrechtliche "Bestandsschutz" an dem durch Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG gedeckten baurechtlichen Bestandsschutz enden muß (vgl. zur Einschlägigkeit des Art. 14 Abs. 1 Satz 1 GG aus der umfangreichen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts etwa den Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11 S. 9 [10]). - BVerwG, 19.09.1974 - IV B 24.74
Bestandsschutz aus dem Eigentumsgrundrecht - Einbau eines Kraftstofftanks mit …
In dem dadurch bestimmten Rahmen mag es zwar - wie der Senat ebenfalls schon bei früherer Gelegenheit dargelegt hat - noch der abschließenden Klärung bedürfen, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang auch untergeordnete bauliche Änderungen und Erweiterungen vom Bestandsschutz umfaßt werden können, wenn ohne sie die sinngerechte Nutzung des vorhandenen Bestandes nicht möglich ist (vgl. z.B. Urteil vom 19. Oktober 1966 - BVerwG IV C 16.66 - in BVerwGE 25, 161 [162/163]; Urteil vom 25. November 1970 - BVerwG IV C 119.68 - in BVerwGE 36, 296 [300/301]; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - in Buchholz 407.4 § 9 FStrG Nr. 11; Urteil vom 21. Januar 1972 - BVerwG IV C 212.65 - in Buchholz 406.11 § 35 BBauG Nr. 96 S. 44).Nach diesen Entscheidungen kann bei der Beantwortung der Frage, ob wegen einer Beeinträchtigung der Sicherheit oder Leichtigkeit des Verkehrs die Zustimmungsversagung nach § 9 Abs. 3 FStrG "nötig ist", in Rechnung zu stellen sein, daß die beabsichtigte Baumaßnahme, von der eine Beeinträchtigung ausgeht, zugleich bisher bestehende Beeinträchtigungen beseitigt (vgl. Urteil vom 17. September 1964 - BVerwG I C 26.63 - in BVerwGE 19, 238 [241]; Beschluß vom 15. Januar 1971 - BVerwG IV B 97.70 - a.a.O., Urteil vom 16. Februar 1973 - BVerwG IV C 61.70 - a.a.O.).
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