Rechtsprechung
| LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Vertragsarztangelegenheiten
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Anspruch auf bedarfsunabhängige Zulassung als Psychologische Psychotherapeutin zur vertragsärztlichen Versorgung; Voraussetzungen und Nachweis der Approbation und des Fachkundenachweises ; Stellung des Antrag auf Erteilung der Zulassung ; Teilnahme an der an der ...
Verfahrensgang
- SG München, 29.04.2002 - S 28 KA 2996/01
- LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
- BSG, 06.08.2003 - B 6 KA 117/03 B
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (26)
- BSG, 08.11.2000 - B 6 KA 52/00 R
Zulassung zur vertragspsychotherapeutischen Versorgung
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Die Klägerin erfülle die in § 95 Abs. 10 SGB V i.V.m. dem Ausnahmetatbestand des Abs. 11b SGB V genannten Voraussetzungen jedenfalls insofern nicht, als sie im Zeitfenster nicht an der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung der Versicherten der GKV "teilgenommen" (Satz 1 Nr. 3) habe (zur Verfassungsmäßigkeit der Regelung vgl. BSG, Urteil vom 8. November 2000, Az.: B 6 KA 52/00 R; BVerfG, Beschluss vom 22. März 2001, Az.: 1 BvR 409/01).Die Auslegung des Merkmals der "Teilnahme" an der Versorgung im Sinne des § 95 Abs. 10 Satz 1 Nr. 3 SGB V wird durch die Funktion der Vorschrift bestimmt, für Härtefälle eine Ausnahme von dem Grundsatz der bedarfsabhängigen Zulassung der Psychologischen Psychotherapeuten zu ermöglichen (BSGE 87, 158, 164 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 25, S.111 unter Hinweis auf BT-Drucksache 13/9212, S.40 und BVerfG SozR 3-2500 § 95 Nr. 24, S.103).
Die nachhaltig auf die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Versicherten der GKV ausgerichtete Tätigkeit muss zumindest einen von zwei gleich zu gewichtenden Schwerpunkten der beruflichen Tätigkeit des Betroffenen gebildet haben (vgl. BSG SozR 3-2500 § 95 Nr. 25, S.126 und BSG, Urteil vom 11. September 2002, Az.: B 6 KA 41/01 R, S.8).
Die Beschränkung der Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung in überversorgten Gebieten stellt sich als eine Berufsausübungsregelung dar, die vor allem zur Sicherung einer gleichmäßigen Versorgung der Versicherten im gesamten Bundesgebiet gerechtfertigt ist (…vgl. BSGE 82, 41, 44 = SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 S.13 für die vertragsärztliche Versorgung;… BSGE 81, 207, 212 = SozR 3-2500 § 101 Nr. 2 S.13 für die vertragszahnärztliche Versorgung; BSGE 87, 158, 163 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 25 S.110 für die vertragspsychotherapeutische Versorgung).
Die sich unter diesem Gesichtspunkt ergebenden verfassungsrechtlichen Erfordernisse hat § 95 Abs. 10 Satz 1 Nr. 3 SGB V in angemessener Weise aufgenommen und verwirklicht (vgl. BSG SozR 3-2500 § 95 Nr. 25 S.108 sowie BSG, Urteil vom 11. September 2002, Az.: B 6 KA 41/01 R, S.13/14).
- BSG, 18.03.1998 - B 6 KA 37/96 R
Zulassungsanspruch - Vertragsarzt - Überversorgung - Bedarfsplanung - …
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Die Beschränkung der Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung in überversorgten Gebieten stellt sich als eine Berufsausübungsregelung dar, die vor allem zur Sicherung einer gleichmäßigen Versorgung der Versicherten im gesamten Bundesgebiet gerechtfertigt ist (vgl. BSGE 82, 41, 44 = SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 S.13 für die vertragsärztliche Versorgung;… BSGE 81, 207, 212 = SozR 3-2500 § 101 Nr. 2 S.13 für die vertragszahnärztliche Versorgung;… BSGE 87, 158, 163 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 25 S.110 für die vertragspsychotherapeutische Versorgung).Vor dem Hintergrund der Verfassungsmäßigkeit der Bedarfsplanung (vgl. hierzu BSG, SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 für den ärztlichen Bereich und inzident BSGE, SozR 3-2500 § 101 Nr. 2) unterliegen weder die Zulässigkeit des Differenzierungsziels noch die Eignung oder Erforderlichkeit des Differenzierungskriteriums durchgreifenden Bedenken.
- BSG, 03.12.1997 - 6 RKa 64/96
Bildung von Planungsbereichen in der Vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Die Beschränkung der Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung in überversorgten Gebieten stellt sich als eine Berufsausübungsregelung dar, die vor allem zur Sicherung einer gleichmäßigen Versorgung der Versicherten im gesamten Bundesgebiet gerechtfertigt ist (…vgl. BSGE 82, 41, 44 = SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 S.13 für die vertragsärztliche Versorgung; BSGE 81, 207, 212 = SozR 3-2500 § 101 Nr. 2 S.13 für die vertragszahnärztliche Versorgung;… BSGE 87, 158, 163 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 25 S.110 für die vertragspsychotherapeutische Versorgung).Vor dem Hintergrund der Verfassungsmäßigkeit der Bedarfsplanung (vgl. hierzu BSG, SozR 3-2500 § 103 Nr. 2 für den ärztlichen Bereich und inzident BSGE, SozR 3-2500 § 101 Nr. 2) unterliegen weder die Zulässigkeit des Differenzierungsziels noch die Eignung oder Erforderlichkeit des Differenzierungskriteriums durchgreifenden Bedenken.
- EuGH, 06.04.2000 - C-226/98
Jørgensen - "Richtlinien 76/207/EWG und 86/613/EWG - Gleichbehandlung von Männern …
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Dabei könne dahinstehen, ob § 95 Abs. 10 SGB V einer gesonderten Prüfung zugänglich sei (zu den Voraussetzungen vgl. Urteil des Europäischen Gerichtshofs - EuGH - vom 6. April 2000, C-226/98, Rdnr.32 f) und die Regelung tatsächlich mehr Frauen als Männer benachteilige.Als notwendiges objektiv rechtfertigendes sozialpolitisches Ziel hat der EuGH z.B. das Ziel, die öffentlichen Ausgaben für die fachärztliche Behandlung zu steuern und der Bevölkerung den Zugang zu ihr zu garantieren, angesehen (vgl. EuGH, Urteil vom 6. April 2000 - C 226/98 - EuGHE I 2000, 2447 bis 2485, "Jörgensen").
- BSG, 11.09.2002 - B 6 KA 41/01 R
Vertragspsychotherapeutische Versorgung - bedarfsunabhängige Zulassung - …
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Die nachhaltig auf die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Versicherten der GKV ausgerichtete Tätigkeit muss zumindest einen von zwei gleich zu gewichtenden Schwerpunkten der beruflichen Tätigkeit des Betroffenen gebildet haben (…vgl. BSG SozR 3-2500 § 95 Nr. 25, S.126 und BSG, Urteil vom 11. September 2002, Az.: B 6 KA 41/01 R, S.8).Die sich unter diesem Gesichtspunkt ergebenden verfassungsrechtlichen Erfordernisse hat § 95 Abs. 10 Satz 1 Nr. 3 SGB V in angemessener Weise aufgenommen und verwirklicht (…vgl. BSG SozR 3-2500 § 95 Nr. 25 S.108 sowie BSG, Urteil vom 11. September 2002, Az.: B 6 KA 41/01 R, S.13/14).
- BVerfG, 30.05.2000 - 1 BvR 704/00
Zulassung - Vertragsarzt - Psychotherapeut - Verfassungsbeschwerde - …
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Die Auslegung des Merkmals der "Teilnahme" an der Versorgung im Sinne des § 95 Abs. 10 Satz 1 Nr. 3 SGB V wird durch die Funktion der Vorschrift bestimmt, für Härtefälle eine Ausnahme von dem Grundsatz der bedarfsabhängigen Zulassung der Psychologischen Psychotherapeuten zu ermöglichen (BSGE 87, 158, 164 = SozR 3-2500 § 95 Nr. 25, S.111 unter Hinweis auf BT-Drucksache 13/9212, S.40 und BVerfG SozR 3-2500 § 95 Nr. 24, S.103).Ein Psychologischer Psychotherapeut hat daher nicht allein deswegen Anspruch auf eine Zulassung ohne Berücksichtigung des Bedarfs, weil er bereits vor dem In-Kraft-Treten des Gesetzes vom 16. Juni 1998 die nach damaligem Recht erforderliche Qualifikation zur Behandlung von Versicherten der GKV besaß (BVerfG SozR 3-2500 § 95 Nr. 24 S.103).
- BVerfG, 16.06.1981 - 1 BvL 129/78
Verfassungswidrigkeit des § 32 Abs. 4 Buchstabe b AVG
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Dass eine mittelbare Diskriminierung durch objektive Gründe gerechtfertigt sein kann, ist sowohl für die verfassungsrechtliche wie auch für die europarechtliche Ebene unumstritten (vgl. BVerfGE 57, 335, 343 f; BAGE 83, 327, 337; Jarass/Pieroth, Kommentar zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 5. Auflage 2000, Art. 3 Rdnr.80; für die europarechtliche Ebene vgl. EuGHE 1986, 2. - BAG, 25.07.1996 - 6 AZR 138/94
Überstundenvergütung bei Teilzeit im öffentlichen Dienst
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Dass eine mittelbare Diskriminierung durch objektive Gründe gerechtfertigt sein kann, ist sowohl für die verfassungsrechtliche wie auch für die europarechtliche Ebene unumstritten (vgl. BVerfGE 57, 335, 343 f; BAGE 83, 327, 337; Jarass/Pieroth, Kommentar zum Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, 5. Auflage 2000, Art. 3 Rdnr.80; für die europarechtliche Ebene vgl. EuGHE 1986, 2. - EuGH, 07.12.2000 - C-79/99
Schnorbus - "Gleichbehandlung von Männern und Frauen - Regelung des Zugangs zum …
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Teil, 1607, 1627; EuGHE I 2000, 10997 bis 11035 "Schnorbus"; EuGHE I 1997, 5289 bis 5301). - EuGH, 02.10.1997 - C-100/95
SOZIALPOLITIK
Auszug aus LSG Bayern, 06.08.2003 - L 12 KA 89/02
Teil, 1607, 1627; EuGHE I 2000, 10997 bis 11035 "Schnorbus"; EuGHE I 1997, 5289 bis 5301). - BSG, 08.11.2000 - B 6 KA 51/00 R
Zulassung zur vertragspsychotherapeutischen Versorgung
- BVerfG, 29.05.1990 - 1 BvL 20/84
Steuerfreies Existenzminimum
- BVerfG, 27.10.1998 - 1 BvR 2306/96
Bayerisches Schwangerenhilfegesetz
- BVerfG, 16.03.1971 - 1 BvR 52/66
Erdölbevorratung
- BVerfG, 06.10.1987 - 1 BvR 1086/82
Arbeitnehmerüberlassung
- BVerfG, 12.06.1990 - 1 BvR 355/86
Krankenhausfinanzierungsgesetz
- BVerfG, 31.10.1984 - 1 BvR 35/82
Zahntechniker-Innungen
- BVerfG, 23.03.1971 - 2 BvL 2/66
Bundesentschädigungsgesetz
- BVerfG, 10.03.1992 - 1 BvR 454/91
Akademie-Auflösung
- BVerfG, 14.05.1985 - 1 BvR 449/82
Orthopädietechniker-Innungen
- BVerfG, 02.04.1996 - 2 BvR 169/93
Kein Anspruch auf Berücksichtigung des hypothetischen Ausbildungsverlaufs bei der …
- EuGH, 14.12.1995 - C-444/93
Megner und Scheffel / Innungskrankenkasse Vorderpfalz
- BVerfG, 10.02.1982 - 1 BvL 116/78
Arbeitslosenversicherung: Nichtberücksichtigung der Mutterschutzzeiten
- BVerfG, 22.03.2001 - 1 BvR 409/01
Verfassungsbeschwerde - Gesetz über die Berufe des Psychol. Psychotherapeuten - …
- BVerfG, 27.06.1961 - 1 BvL 26/58
Verfassungsmäßigkeit des § 37 Abs. 1 BEG
- EuGH, 30.04.1998 - C-136/95
Caisse nationale d'assurance vieillesse des travailleurs salariés / Thibault - …
- LSG Bayern, 06.10.2004 - L 12 KA 110/02
Anspruch auf bedarfsunabhängige Zulassung als psychologische Psychotherapeutin; …
In diesem Sinne hat der Senat bereits mit Urteil vom 6. August 2003 (Az.: L 12 KA 89/02) entschieden.Es ist nicht zu beanstanden, wenn der möglichst weitgehenden Umsetzung der Bedarfsplanung vor dem Hintergrund einer flächendeckenden psychotherapeutischen Versorgung der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung und der Sicherung der finanziellen Stabilität dieser Versicherung durch Begrenzung der Zahl der Leistungserbringer Vorrang eingeräumt wird, vor dem Anspruch der möglicherweise häufiger nur in Teilzeit tätigen Therapeutinnen auf Gleichbehandlung mit ihren möglicherweise häufiger in Vollzeit arbeitenden männlichen Kollegen (vgl. Urteil des Senats vom 6. August 2003, Az.: L 12 KA 89/02; Beschluss des BSG vom 27. April 2004, Az.: B 6 KA 117/03 B; Beschluss des BVerfG vom 27. Juli 2004, - 1 BvR 1252/04 -).
- LSG Bayern, 28.09.2005 - L 12 KA 152/03
Bedarfsunabhängige Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung als …
Im Übrigen hat der Senat bereits mit Urteil vom 6. Oktober 2004, Az.: L 12 KA 110/02, und mit Urteil vom 6. August 2003, Az.: L 12 KA 89/02, die Auffassung vertreten, dass der Gesetzgeber nicht verpflichtet war, über die Regelung des § 95 Abs. 11b SGB V hinaus weitergehende Begünstigungen hinsichtlich des Bestandsschutzes zu Gunsten von kindererziehenden Müttern oder schwangeren Frauen vorzusehen. - LSG Bayern, 03.03.2004 - L 12 KA 66/02
Bedarfsunabhängige Zulassung als Psychologische Psychotherapeutin; Teilnahme an …
Der erkennende Senat hat in seinem Urteil vom 6. August 2003 (Az.: L 12 KA 89/02) eine mittelbar diskriminierende Wirkung dieser Regelung im Hinblick auf Art. 4 der Richtlinie 86/613 EWG bzw. 76/207 EWG nicht zu erkennen vermocht.
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".