Rechtsprechung
| LSG Baden-Württemberg, 19.04.2007 - L 3 AS 1740/07 ER-B |
Volltextveröffentlichungen (6)
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Grundsicherung für Arbeitsuchende
- openjur.de
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Bedarfsgemeinschaft - eheähnliche Gemeinschaft - keine Berücksichtigung des Einkommens des Partners zugunsten der nicht leiblichen Kinder - verfassungskonforme Auslegung
- ra.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Berücksichtigung von Einkommen und Vermögen des in Bedarfsgemeinschaft mit einem Elternteil lebenden Partners bei der Berechnung des Hilfebedarfs der in derselben Bedarfsgemeinschaft lebenden unverheirateten Kinder
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Anrechnung einer Steuerrückerstattung als Einkommen; Rechtsstreit über die Gewährung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- SG Freiburg - S 3 AS 1933/07
- SG Stuttgart, 20.03.2007 - S 3 AS 1933/07
- LSG Baden-Württemberg, 19.04.2007 - L 3 AS 1740/07 ER-B
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (2)
- BVerfG, 17.11.1992 - 1 BvL 8/87
Einkommensanrechnung
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 19.04.2007 - L 3 AS 1740/07
Eine solche zwingende Anrechnung von Einkommen und Vermögen des nicht mit den Kindern verwandten oder verschwägerten Partners des Elternteils im Sinne des § 7 Abs. 3 Nr. 3 lit. c i. V. m. Abs. 3a SGB II dürfte nämlich in Ansehung der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Einkommens- und Vermögensanrechnung zwischen den - eigentlichen - Partnern einer eheähnlichen Gemeinschaft im Rahmen der Arbeitslosenhilfe (vgl. hierzu Urteil vom 17.11.1992 - 1 BvL 8/87 -, BVerfGE 87, 234 ff. = SozR 3-4100 § 137 Nr. 3 = info also 1992, 173 ff. = NJW 1993, 643 ff.) zu einer Verletzung der bereits oben angeführten grundgesetzlichen Gewährleistung des materiellen Existenzminimums der Kinder führen. - BVerfG, 12.05.2005 - 1 BvR 569/05
Effektiver Rechtsschutz in einem sozialgerichtlichen Eilverfahren
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 19.04.2007 - L 3 AS 1740/07
Eine Verletzung dieser grundgesetzlichen Gewährleistung, auch wenn sie nur möglich erscheint oder nur zeitweilig andauert, haben die Gerichte zu verhindern (BVerfG, 1. Senat 3. Kammer, Beschluss vom 12.05.2005 - 1 BvR 569/05 -, NVwZ 2005, 927 ff. = Breith. 2005, 803 ff. = info also 2005, 166 ff.).
- BSG, 13.11.2008 - B 14 AS 2/08 R
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Hilfebedürftigkeit - Berücksichtigung des …
aa) Es ist nach § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II für das Bestehen einer Bedarfsgemeinschaft als Voraussetzung für die Berücksichtigung von Partnereinkommen beim Kind dagegen nicht zu prüfen, ob sich im Verhältnis des Partners zum Kind ein "Einstandswille" im Sinne des § 7 Abs. 3 Nr. 3 Buchst c SGB II feststellen lässt, wie er innerhalb einer eheähnlichen Gemeinschaft bestehen muss (so aber LSG Baden-Württemberg Beschluss vom 19. April 2007 - L 3 AS 1740/07 ER-B, ZFSH/SGB 2007, 481 = juris RdNr 8).Der Senat hält die in der Rechtsprechung (vgl etwa SG Berlin, Beschluss vom 8. Januar 2007 - S 103 AS 10869/06 - info also 2007, 121 = ZFSH/SGB 2007, 290; SG Duisburg Beschluss vom 7. März 2007 - S 17 AS 60/07 ER - juris RdNr 19; die Notwendigkeit einer verfassungskonformen Auslegung sehen ferner SG Berlin Beschluss vom 20. Dezember 2006 - S 37 AS 11401/06 ER - juris RdNr 15 ff; LSG Baden-Württemberg Beschluss vom 19. April 2007 aaO;… LSG Niedersachsen-Bremen Beschluss vom 21. Januar 2008 aaO; VG Bremen, Urteil vom 27. Februar 2008 - S3 K 3321/06 Juris RdNr 37 ff) und Literatur (Wenner, SozSich 2006, 146, 152; Stephan, Die Ansprüche zusammenlebender Personen nach dem SGB II und dem SGB XII, Berlin 2008, S 225 ff; Labrenz, ZfF 2008, 217) vorgebrachten beachtlichen verfassungsrechtlichen Bedenken gegen § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II in der Fassung des Fortentwicklungsgesetzes im Ergebnis nicht für durchgreifend.
- LSG Saarland, 30.04.2010 - L 10 AS 4/09
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Hilfebedürftigkeit - Berücksichtigung des …
Es ist nach § 7 Abs. 3 Nr. 4 SGB II für das Bestehen einer Bedarfsgemeinschaft als Voraussetzung für die Berücksichtigung von Partnereinkommen beim Kind dagegen nicht zu prüfen, ob sich im Verhältnis des Partners zum Kind ein "Einstandswille" im Sinne des § 7 Abs. 3 Nr. 3 Buchst. c SGB II feststellen lässt, wie er innerhalb einer eheähnlichen Gemeinschaft bestehen muss (so aber LSG Baden-Württemberg Beschluss vom 19. April 2007 - L 3 AS 1740/07 ER-B, ZFSH/SGB 2007, 481 = juris RdNr.. 8).Der Senat hält die in der Rechtsprechung (vgl. etwa SG Berlin, Beschluss vom 8. Januar 2007 - S 103 AS 10869/06 - info also 2007, 121 = ZFSH/SGB 2007, 290; SG Duisburg Beschluss vom 7. März 2007 - S 17 AS 60/07 ER - juris RdNr. 19; die Notwendigkeit einer verfassungskonformen Auslegung sehen ferner SG Berlin Beschluss vom 20. Dezember 2006 - S 37 AS 11401/06 ER - juris RdNr. 15 ff; LSG Baden-Württemberg Beschluss vom 19. April 2007 a.a.O.;… LSG Niedersachsen-Bremen Beschluss vom 21. Januar 2008 a.a.O.; VG Bremen, Urteil vom 27. Februar 2008 - S3 K 3321/06 Juris RdNr. 37 ff) und Literatur (Wenner, SozSich 2006, 146, 152; Stephan, Die Ansprüche zusammenlebender Personen nach dem SGB II und dem SGB XII, Berlin 2008, S 225 ff; Labrenz, ZfF 2008, 217) vorgebrachten beachtlichen verfassungsrechtlichen Bedenken gegen § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II in der Fassung des Fortentwicklungsgesetzes im Ergebnis nicht für durchgreifend.
- LSG Berlin-Brandenburg, 24.04.2008 - L 28 B 1452/07
Abtretung an Treuhänderin nach § 287 Abs. 2 InsO; Partnereinkommen; …
27 Zu Recht weisen die Antragsteller allerdings darauf hin, dass gegen die zwingende Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Partners in Rechtsprechung und Literatur zum Teil verfassungsrechtliche Bedenken mit beachtlichen Argumenten geltend gemacht werden (z.B. SG Berlin, Beschluss vom 8. Januar 2007 - S 103 AS 10869/06 - ZFSH/SGB 2007, S. 290 ff., 292 ff.; LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 19. April 2007 - L 3 AS 1740/07 - ZFSH/SGB 2007, S. 481 f.; Wenner, Soziale Sicherheit 2006, S. 146 ff., S. 152; Brühl/Schoch in LPK-SGB 11, 2.
- LSG Hamburg, 10.12.2007 - L 5 B 383/07
Feststellung der Verfassungswidrigkeit von Normen im Verfahren des einstweiligen …
Zu Recht weisen die Antragsteller allerdings darauf hin, dass gegen die zwingende Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Partners in Rechtsprechung und Literatur zum Teil verfassungsrechtliche Bedenken mit beachtlichen Argumenten geltend gemacht werden (z.B. SG Berlin, Beschl. v. 8.1.2007 - S 103 AS 10869/06 - ZFSH/SGB 2007, S. 290 ff., 292 ff.; LSG Baden-Württemberg, Beschl. v. 19.4.2007 - L 3 AS 1740/07 - ZFSH/SGB 2007, S. 481 f.; Wenner, Soziale Sicherheit 2006, S. 146 ff., S. 152; Brühl/Schoch in LPK-SGB 11, 2. - LSG Niedersachsen-Bremen, 28.06.2007 - L 13 AS 58/07 Stand die Steuererstattung den Antragstellern im streitigen Zeitraum ab dem 1. November 2006 aber nicht mehr zur Verfügung, so durfte sie auch nicht bedarfsmindernd berücksichtigt werden (vgl. zu einem Parallelfall: LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 19. April 2007, L 3 AS 1740/07 ER-B, zit. nach Juris).
- SG Aachen, 28.01.2008 - S 14 AS 108/07
Grundsicherung für Arbeitssuchende
Zum Teil wird die Neufassung einschränkend dahingehend ausgelegt, dass zwischen dem Partner des Elternteils und dem Kind eine Einstehensgemeinschaft im Sinne von § 7 Abs. 3 Nr. 3c, Abs. 3a SGB II bestehen muss (so LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 19.04.2007, L 3 AS 1740/07 ER - B, juris, Rdnr. 8;… vgl. auch Grube, in: Grube/Wahrendorf, SGB XII, 2. Aufl. 2008, § 9 SGB II Rdnr. 6; dagegen mit Verweis auf den Wortlaut der Norm SG Berlin…, Beschluss vom 08.01.2007, S 103 AS 10869/06 ER, juris, Rdnr. 51). - VG Bremen, 27.02.2008 - S3 K 3321/06
Höhe des angerechneten Einkommens
Es prüft somit, ob die Stiefeltern den Willen haben, für das jeweilige Kind auch finanziell einzustehen (LSG Baden-Württemberg, Beschluss vom 19. April 2007, L 3 AS 1740/07 ER-B). - LSG Baden-Württemberg, 24.04.2007 - L 3 AS 1397/07 Denn im Falle einer zwingenden Anrechnung von Einkommen und Vermögen des Partners des Elternteils nach der seit dem 01.08.2006 geltenden Regelung des § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II ließe sich nicht mit der nötigen Sicherheit ausschließen, dass einem Kind ausreichende Leistungen zur Sicherung seines in Rede stehenden grundgesetzlichen Gewährleistung weder vom Partner des Elternteils noch von Seiten des Leistungsträgers gewährt werden (vgl. hierzu den Beschluss des Senats vom 19.04.2007 - L 3 AS 1740/07 ER-B -).
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