Rechtsprechung
| OLG Karlsruhe, 09.07.1981 - 3 Ss 60/81 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- MDR 1982, 164
Wird zitiert von ... (8)
- OLG Düsseldorf, 28.11.2002 - 3 Ws 411/02
Eintritt der Führungsaufsicht nach vollständiger Verbüßung einer …
Dass keine der in die Gesamtfreiheitsstrafe eingeflossenen Einzelstrafen zwei Jahre oder mehr betrug, steht dem Eintritt der Führungsaufsicht gemäß § 68 f Abs. 1 StGB nach der ständigen Rechtsprechung des Senats nicht entgegen (vgl. Senatsbeschlüsse vom 23.10.1989 - 3 Ws 722/89; vom 28.10.1997 - 3 Ws 738/97 - JMBl. NW 1998, 91; vom 14.10.2002 - 3 Ws 365, 392 - 395/02; ebenso OLG Düsseldorf - 1. Strafsenat - NStZ-RR 2000, 347; MDR 1981, 336; OLG Düsseldorf - 5. Strafsenat - MDR 1981, 70; OLG Frankfurt/Main MDR 1982, 164; OLG Hamburg NStZ-RR 1996, 262; OLG München NStZ 1984, 314 [315]; OLG Nürnberg NStZ-RR 1998, 124;… Tröndle/Fischer, StGB, 51. Auflage, § 68 f Rn. 3; Zipf JR 1979, 117; Kürschner JR 1982, 340 [341]).So betont der 2. Bericht des Sonderausschusses für die Strafrechtsreform, dass bei der Führungsaufsicht stärker als bei der in dem Entwurf eines Strafgesetzbuches aus dem Jahr 1962 vorgesehenen Sicherungsaufsicht auf die Hilfe für den Betroffenen abgestellt wird (…BT-Drucks. V/4095, S. 35; vgl. hierzu auch OLG Frankfurt/Main MDR 1982, 164).
- OLG Köln, 07.05.1996 - 2 Ws 145/96 Der Senat hat bisher in ständiger Rechtsprechung die Auffassung vertreten, daß § 68 f Abs. 1 StGB auch den Fall erfaßt, daß nur eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren verbüßt worden ist und das Vorliegen auch einer Einzelstrafe in dieser Höhe nicht verlangt (SenE vom 13.10.1980 -2 Ws 636/80 = 0LGSt § 68 f S.13 ff.; SenE vom 16.6.1995, 2 Ws 254/95 - ebenso: OLG Düsseldorf MDR 81, 70 u. 336; OLG Hamburg MDR 82, 689; OLG Nürnberg MDR 78, 858; OLG Frankfurt MDR 82, 164; OLG München NStZ 84, 314; OLG Schleswig SchlHA 1995, 2; früher auch: OLG Hamm, MDR 79, 601; OLGSt § 68 f StGB Nr. 5 und OLG Stuttgart OLGSt § 68 f StGB , S.15;… Dreher/Tröndle, StGB , 47.Aufl., § 68 f Rdn. 2 a).
Ihr komme damit eine Doppelfunktion zu, wobei sich aus ihrer historischen Entwicklung ergebe, daß der zunächst im Vordergrund der Überlegung stehende Sicherungsgedanke ("ambulante Sicherungsverwahrung") später hinter das kriminalpolitische Bedürfnis der Hilfe zurückgetreten sei (OLG Frankfurt, MDR 82, 164, unter Berufung auf BVerfG NStZ 81, 21).
- OLG Hamm, 13.11.2007 - 4 Ws 496/07
Führungsaufsicht; Weisungen; Wohnsitzanordnung; keine Einhaltung der Frist; …
Mit der Neuregelung des § 68 f StGB verfolgte der Gesetzgeber das Ziel die bis zur Neuregelung in der obergerichtlichen Rechtsprechung umstrittene Frage zu klären, ob einer Gesamtstrafe wenigstens eine wegen einer Vorsatztat verhängte Einzelstrafe von mindestens 2 Jahren zugrunde liegen muß (so OLG Celle, StV 1982, 227; OLG Koblenz, MDR 1980, 71; OLG Bremen, MDR 1980, 512; OLG Karlsruhe, NStZ 1981, 182; OLG Stuttgart, NStZ 1992, 101; OLG Schleswig, MDR 1981, 1034; KG, JR 1979, 421; OLG Zweibrücken, MDR 1986, 870; OLG Naumburg, MDR 1995, 85;… Hanack, in: LK, StGB, 11. Aufl., § 68 f. Rdnr. 14;… Stree, in: Schönke/Schröder, StGB, 24. Aufl., § 68 f. Rdnr. 4;… Nomos-Frehsee, StGB, 24. Aufl., § 68 f. Rdnr. 4) oder eine Gesamtstrafe von mindestens zwei Jahren auch bei kürzeren Einzelstrafen ausreicht (vgl. so OLG Hamburg, JR 1979, 116 und MDR 1982, 689; OLG Nürnberg, MDR 1978, 858; OLG Düsseldorf, MDR 1981, 70 und 336; OLG Frankfurt a.M., MDR 1982, 164; OLG München, NStZ 1984, 314; OLG Hamm, MDR 1979, 601; OLG Schleswig, SchlHA 1995, 2;… Tröndle/Fischer, StGB, 52. Aufl., § 68 f Rn. 3).Nach dem Willen des Gesetzgebers tritt nunmehr bei jeder Verurteilung von mindestens 2 Jahren Freiheitsstrafe mit anschließender vollständiger Vollstreckung die Führungsaufsicht regelmäßig und automatisch ein.
- OLG Hamm, 08.06.1995 - 3 Ws 248/95
Führungsaufsicht, Gesamtfreiheitsstrafe, Einzelstrafe
Hat der Verurteilte - wie hier - eine Gesamtstrafe verbüßt, ist in Rechtsprechung und Literatur streitig, ob es für den Eintritt der Führungsaufsicht ausreicht, daß die Gesamtstrafe mindestens 2 Jahre beträgt (so OLG Köln, OLGSt S. 13; OLG Hamburg, JR 1979, 116 und MDR 1982, 689; OLG Nürnberg, MDR 1978, 858; OLG Düsseldorf, MDR 1981, 70 und 336; OLG Frankfurt, MDR 1982, 164 OLG München, NStZ 1984, 314 ; OLG Hamm, OLGSt S. 5 und 19 und MDR 1979, 601; OLG Schleswig, SchlHA 1995, 2;… Dreher/Tröndle, StGB , 47. Aufl., § 68 f Rdnr. 2 a) oder ob der Gesamtstrafe wenigstens eine wegen einer Vorsatztat verhängte Einzelstrafe von mindestens 2 Jahren zugrunde liegen muß (so OLG Celle, StV 1982, 227; OLG Koblenz, MDR 1980, 71 und OLGSt S. 21; OLG Bremen, MDR 1980, 512; OLG Karlsruhe, NStZ 1981, 182 ; OLG Stuttgart, NStZ 1992, 101 ; OLG Schleswig, MDR 1981, 1034 ; KG JR 1979, 421; OLG Zweibrücken, MDR 1986, 870 ; OLG Naumburg, MDR 1995, 85 ;… LK-Hanack, StGB , 11. Aufl., § 68 f Rdnr. 14;… Schönke/Schröder-Stree, StGB , 24. Aufl., § 68 f Rdnr. 4;… Nomos-Frehsee, StGB , § 68 f Rdnr. 4). - OLG Frankfurt, 28.08.2006 - 3 Ws 820/06
Führungsaufsicht: Voraussetzungen des Eintritts nach Vollstreckung einer …
Der Senat hat sich in seiner Entscheidung vom 15.7.1997 (3 Ws 514/97) - unter Aufgabe der früheren Rechtsprechung (Beschluss vom 8.5.1981 - 3 Ws 252/1981 - MDR 1982, 164) - der überzeugend begründeten Auffassung des OLG Hamm (Beschluss vom 8.6.1995 - 3 Ws 248/95 - NStZ-RR 1996, 31 f) angeschlossen, wonach bei Verbüßung von Gesamtfreiheitsstrafe die Führungsaufsicht gemäß § 68 f StGB nur dann eintritt, wenn mindestens eine der wegen einer Vorsatztat begangenen Einzelstrafen zwei Jahre Freiheitsstrafe oder mehr beträgt. - OLG Nürnberg, 24.10.1997 - Ws 1187/97
Führungsaufsicht bei Gesamtstrafe
Immerhin wird die vom Senat vertretene Auffassung auch von den Oberlandesgerichten Hamburg (NStZ-RR 96, 262), Köln (OLGSt 14), Frankfurt (MDR 82, 164), Düsseldorf (MDR 81, 336), Schleswig (SchlHA 95, 2) und München (NStZ 84, 314) geteilt. - OLG Hamm, 13.11.2007 - 4 Ws 498/07
Führungsaufsicht; Weisungen; Wohnsitzanordnung; keine Einhaltung der Frist; …
Mit der Neuregelung des § 68 f StGB verfolgte der Gesetzgeber das Ziel die bis zur Neuregelung in der obergerichtlichen Rechtsprechung umstrittene Frage zu klären, ob einer Gesamtstrafe wenigstens eine wegen einer Vorsatztat verhängte Einzelstrafe von mindestens 2 Jahren zugrunde liegen muß (so OLG Celle, StV 1982, 227; OLG Koblenz, MDR 1980, 71; OLG Bremen, MDR 1980, 512; OLG Karlsruhe, NStZ 1981, 182; OLG Stuttgart, NStZ 1992, 101; OLG Schleswig, MDR 1981, 1034; KG, JR 1979, 421; OLG Zweibrücken, MDR 1986, 870; OLG Naumburg, MDR 1995, 85;… Hanack, in: LK, StGB, 11. Aufl., § 68 f. Rdnr. 14;… Stree, in: Schönke/Schröder, StGB, 24. Aufl., § 68 f. Rdnr. 4;… Nomos-Frehsee, StGB, 24. Aufl., § 68 f. Rdnr. 4) oder eine Gesamtstrafe von mindestens zwei Jahren auch bei kürzeren Einzelstrafen ausreicht (vgl. so OLG Hamburg, JR 1979, 116 und MDR 1982, 689; OLG Nürnberg, MDR 1978, 858; OLG Düsseldorf, MDR 1981, 70 und 336; OLG Frankfurt a.M., MDR 1982, 164; OLG München, NStZ 1984, 314; OLG Hamm, MDR 1979, 601; OLG Schleswig, SchlHA 1995, 2;… Tröndle/Fischer, StGB, 52. Aufl., § 68 f Rn. 3).Nach dem Willen des Gesetzgebers tritt nunmehr bei jeder Verurteilung von mindestens 2 Jahren Freiheitsstrafe mit anschließender vollständiger Vollstreckung die Führungsaufsicht regelmäßig und automatisch ein. - OLG Düsseldorf, 14.02.2001 - 2 Ws 43/01
Zeitliche Voraussetzungen der Führungsaufsicht; Mündliche Anhörung
Nach der Auffassung anderer Oberlandesgerichte ist die Vorschrift des § 68 f Abs. 1 StGB auch dann anzuwenden, wenn es sich um die vollständige Vollstreckung einer Gesamtstrafe von mindestens zweijähriger Dauer handelt, vorausgesetzt dass die zugrundeliegenden Einzelstrafen vorsätzliche Straftaten betreffen (vgl. OLG Düsseldorf, 1. Strafsenat, MDR 1981, 336 = JMBl NW 1981, 103 = NStZ 1981, 302; 3. Strafsenat, OLGSt Nr. 10 zu § 68 f StGB;… 5. Strafsenat, MDR 1981, 70 = GA 1981, 38; OLG Frankfurt MDR 1982, 164 = NStZ 1982, 1 16; OLG Hamburg NStZ-RR 1996, 262; JR 1979, 116 = MDR 1979, 157; MDR 1982, 689; OLG Hamm 6. Strafsenat, MDR 1979, 601; OLG Köln OLGSt Nr. 14 zu § 68 f StGB; OLG München NStZ 1984, 314; OLG Nürnberg NStZ-RR 1998, 124, 125; MDR 1978, 858; OLG Schleswig SchlHA 1995, 2).
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