Rechtsprechung
| BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03 |
Volltextveröffentlichungen (16)
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BKleingG § 1 Abs. 1 Nr. 1
- openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- Judicialis
BKleingG § 1 Abs. 1 Nr. 1
- IWW
- Deutsches Notarinstitut
BKleingG § 1 Abs. 1 Nr. 1
Begriff der Kleingartenanlage - JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Voraussetzung für das Vorliegen einer Kleingartenanlage; Prägung des Charakters der Anlage durch die Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf; Nutzung von wenigstens ein Drittel der Fläche zum Anbau von Gartenerzeugnissen; Begrenzung des ...
- RA Kotz (Volltext/Leitsatz)
Bundeskleingartengesetz - Anwendbarkeit
- grundeigentum-verlag.de(Abodienst, Leitsatz frei)
BKleingG § 1 Abs. 1 Nr. 1
Kleingartenanlage; Mindestfläche für Anbau von Gartenerzeugnissen für den Eigenbedarf - ra.de
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BKleingG § 1 Abs. 1 Nr. 1
Begriff der Kleingartenanlage - datenbank.nwb.de
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Was ist unter einer Kleingartenanlage zu verstehen?
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- kleingarten-bund.de (Zusammenfassung)
Bundesgerichtshof definiert Begriff "Kleingärtnerische Nutzung"
Besprechungen u.ä.
- nomos.de
, S. 6 (Aufsatz mit Bezug zur Entscheidung)
Baulichkeiten in Kleingartenanlagen (Ministerialrat a.D. Dr. Lorenz Mainczyk; Neue Justiz 6/2005, S. 241-246)
Papierfundstellen
- BGHZ 159, 343
- NJW-RR 2004, 1241
- NZM 2004, 634
- NJ 2004, 510
- DVBl 2004, 1319 (Ls.)
Wird zitiert von ... (15) Zitiert selbst (8)
- BVerfG, 12.06.1979 - 1 BvL 19/76
Kleingarten
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
(1) Im Vordergrund der kleingärtnerischen Nutzung von Grundstücken stand zu Beginn des Kleingartenwesens die Sicherung und Verbesserung der Ernährungslage, vor allem der ärmeren Bevölkerungsschichten (BVerfGE 52, 1, 33;… Begründung der Bundesregierung zum Bundeskleingartengesetz, BT-Drucks. 9/1900, S. 9).Die damit verbundenen Belastungen des Eigentumsgrundrechts aus Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. BVerfGE 52, 1, 30 ff) bedürfen einer Rechtfertigung, die sich aus der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 Abs. 2 GG) ergeben kann (BVerfGE 87, 114, 141, 146 f zu den Beschränkungen durch das Bundeskleingartengesetz).
Das Maß und der Umfang der dem Eigentümer zugemuteten und vom Gesetzgeber zu konkretisierenden Bindung hängt davon ab, ob in und welchem Ausmaß das Eigentumsobjekt in einem sozialen Bezug und einer sozialen Funktion steht (BVerfGE 52, 1, 32 m.w.N.).
Die Erholung, das heißt in diesem Zusammenhang die Förderung oder Wiederherstellung der normalen körperlichen Kräfte und des geistig-seelischen Gleichgewichts an frischer Luft und in der Natur, ist nicht in vergleichbar intensiver Weise an ein zur alleinigen Nutzung überlassenes Grundstück gebunden (vgl. BVerfGE 52, 1, 36).
Die Erholungsnutzung ist zwar unter verfassungsrechtlichen Gesichtpunkten ebenfalls ein die Sozialbindung des Eigentums mittragender Umstand (vgl. BVerfGE 52, 1, 35; 87, 114, 141).
Das Bundesverfassungsgericht hat die Bedeutung der Erholungsfunktion der Kleingärten herausgestellt (insbesondere BVerfGE 52, 1, 35 f) und als einen Gemeinwohlbelang im Sinn des Art. 14 Abs. 2 GG anerkannt (BVerfGE 87, 114, 141), mag auch dieser nicht dasselbe Gewicht haben wie der Selbstanbau von Obst, Gemüse und anderen Gartenerzeugnissen (vgl. insoweit BVerfGE 52, 1, 39).
- BVerfG, 23.09.1992 - 1 BvL 15/85
Pachtzins für Kleingärten
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die damit verbundenen Belastungen des Eigentumsgrundrechts aus Art. 14 Abs. 1 GG (vgl. BVerfGE 52, 1, 30 ff) bedürfen einer Rechtfertigung, die sich aus der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 Abs. 2 GG) ergeben kann (BVerfGE 87, 114, 141, 146 f zu den Beschränkungen durch das Bundeskleingartengesetz).Die Erholungsnutzung ist zwar unter verfassungsrechtlichen Gesichtpunkten ebenfalls ein die Sozialbindung des Eigentums mittragender Umstand (vgl. BVerfGE 52, 1, 35; 87, 114, 141).
Das Bundesverfassungsgericht hat die Bedeutung der Erholungsfunktion der Kleingärten herausgestellt (insbesondere BVerfGE 52, 1, 35 f) und als einen Gemeinwohlbelang im Sinn des Art. 14 Abs. 2 GG anerkannt (BVerfGE 87, 114, 141), mag auch dieser nicht dasselbe Gewicht haben wie der Selbstanbau von Obst, Gemüse und anderen Gartenerzeugnissen (vgl. insoweit BVerfGE 52, 1, 39).
- BGH, 24.07.2003 - III ZR 203/02
Begriff der Kleinkartenanlage bei überwiegender Bebauung mit Eigenheimen im Sinne …
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die Anwendung dieses Gesetzes scheitert weder an der auf den Parzellen befindlichen Bebauung (vgl. zur Frage der Bebauung in Kleingartenanlagen z.B.: Senatsurteil vom 24. Juli 2003 - III ZR 203/02 - VIZ 2003, 538, für BGHZ 156, 71 vorgesehen) noch an § 1 Abs. 1 Nr. 2 BKleingG.Die Anwendbarkeit des Bundeskleingartengesetzes richtet sich, wie der Senat in seinen Urteilen vom 24. Juli 2003 (aaO), vom 6. März 2003 (BGHZ 154, 132, 135) und vom 16. Dezember 1999 (III ZR 89/99 - WM 2000, 779, 782) bereits im einzelnen dargelegt hat, darüber hinaus nach der tatsächlich ausgeübten Nutzung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990, unabhängig davon, welchen vertraglichen Bestimmungen das Pachtverhältnis unter Geltung des DDR-Rechts unterworfen war.
- BGH, 16.12.1999 - III ZR 89/99
Kleingartennutzungsverhältnis im Sinne des § 20 a Nr. 1 BKleingG
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die Anwendbarkeit des Bundeskleingartengesetzes richtet sich, wie der Senat in seinen Urteilen vom 24. Juli 2003 (…aaO), vom 6. März 2003 (BGHZ 154, 132, 135) und vom 16. Dezember 1999 (III ZR 89/99 - WM 2000, 779, 782) bereits im einzelnen dargelegt hat, darüber hinaus nach der tatsächlich ausgeübten Nutzung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990, unabhängig davon, welchen vertraglichen Bestimmungen das Pachtverhältnis unter Geltung des DDR-Rechts unterworfen war.Kennzeichnend für diese Nutzungsart ist die Vielfalt der Gartenbauerzeugnisse (z.B.: Senatsurteil vom 16. Dezember 1999 aaO).
- BGH, 31.01.2002 - III ZR 42/01
- OLG Naumburg, 11.01.2001 - 7 U 132/99
Feststellung des Bestehens von Kleingartenpachtverhältnissen nach den …
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die überwiegende Meinung (OLG Naumburg OLGR 2001, 435, 437 f;… Mainczyk, Bundeskleingartengesetz, 8. Aufl., § 1 Rn. 9;… MünchKomm-BGB/Kühnholz, 4. Aufl., § 29 SchRAnpG Rn. 6;… Otte in Ernst/Zinkahn/Bielenberg, BauGB, Stand November 1997, § 1 BKleingG Rn. 8; Schnabel ZOV 2001, 227, 228 f; vgl. auch Friedrich NJ 2003, 12, 14) hält es für das Vorliegen einer Kleingartenanlage für erforderlich, daß die Nutzung zum Zwecke der Gewinnung von Gartenerzeugnissen überwiegt. - BGH, 06.03.2003 - III ZR 170/02
Gesetzlicher Übergang des Baulichkeiteneigentums bei zu Erholungszwecken …
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die Anwendbarkeit des Bundeskleingartengesetzes richtet sich, wie der Senat in seinen Urteilen vom 24. Juli 2003 (…aaO), vom 6. März 2003 (BGHZ 154, 132, 135) und vom 16. Dezember 1999 (III ZR 89/99 - WM 2000, 779, 782) bereits im einzelnen dargelegt hat, darüber hinaus nach der tatsächlich ausgeübten Nutzung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990, unabhängig davon, welchen vertraglichen Bestimmungen das Pachtverhältnis unter Geltung des DDR-Rechts unterworfen war. - BVerwG, 02.09.1983 - 4 C 73.80
Grundstück - Dauerkleingarten - Festsetzung - Kleingärtner - Pachtvertrag - …
Auszug aus BGH, 17.06.2004 - III ZR 281/03
Die Gegenauffassung (LG Potsdam, Urteil vom 3. November 1998 - 6 S 83/97 - Urteilsdruck S. 2; VG Frankfurt (Oder), juris Nr. MWRE106139800;… Stang, Bundeskleingartengesetz, 2. Aufl., § 1 Rn. 9; vgl. auch BVerwGE 68, 6 ff) meint demgegenüber, auch das Überwiegen der reinen Erholungsfunktion sei mit einer kleingärtnerischen Nutzung vereinbar.
- OLG München, 19.08.2021 - 32 U 3372/17
Kündigung eines Kleingartenpachtvertrages
Daneben tritt die Erholungsfunktion, die aber die Verwendung des Gartens zum Anbau nicht ersetzen darf (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 15).Rn. 59 Bei der Beurteilung, ob es sich bei dem jeweils fraglichen Gartenkomplex um eine Kleingartenanlage oder um eine sonstige Erholungs- oder Wochenendsiedlergartenanlage, eine Ferien- oder Wochenendhaussiedlung handelt, ist auf den Charakter der gesamten Anlage, nicht einzelner Parzellen abzustellen (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 11;… BGH NZM 2000, 250 Rn. 33).
Kleingarten- und Erholungsgrundstücksanlagen sind danach voneinander abzugrenzen, welchen Anteil nach dem äußeren Erscheinungsbild des Komplexes die Gartenbau- und die reine Erholungsnutzung haben (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 12).
Eine Kleingartenanlage liegt nicht vor, wenn die Verwendung der Grundflächen als Nutzgärten nur eine untergeordnete Funktion hat (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 14).
Die damit verbundenen Belastungen des Eigentumsgrundrechts aus Art. 14 Abs. 1 GG bedürfen einer Rechtfertigung, die sich aus der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 Abs. 2 GG) ergeben kann (BVerfGE 87, 114, 141, 146 f.; BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 19).
Anderenfalls wären Kleingarten- und reine Erholungsgrundstücke nicht unterschiedlich zu behandeln (…BVerfG a.a.O.; BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 20 f.).
Das Bundesverfassungsgericht hat die Bedeutung der Erholungsfunktion der Kleingärten herausgestellt (insbesondere BVerfGE 52, 1, 35 f) und als einen Gemeinwohlbelang im Sinn des Art. 14 Abs. 2 GG anerkannt (BVerfGE 87, 114, 141), mag auch dieser nicht dasselbe Gewicht haben wie der Selbstanbau von Obst, Gemüse und anderen Gartenerzeugnissen (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 23).
Auch topographische Besonderheiten oder eine Bodenqualität, die in Teilen den Anbau von Nutzpflanzen nicht zulässt, können eine vom Regelfall abweichende Beurteilung tragen (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 25).
Rn. 62 Die Beantwortung der Frage, ob die Anlage von einer kleingärtnerischen Nutzung geprägt ist, erfordert eine umfassende Würdigung des Gesamtcharakters der Anlage, die in erster Linie dem Tatrichter obliegt (…BGH NZM 2003, 913 Rn. 31; BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 25).
Denn der BGH stellt in dem Leitsatz der zitierten Entscheidung vom 17.06.2004 (Az: III ZR 281/03) bezüglich des notwendigen Anteils des Anbaus von Gartenbauerzeugnissen auf die Gesamtfläche der Kleingartenanlage ab.
Bei der Bestimmung des relevanten Gartenbauanteils bezieht sich der BGH allerdings auf die Flächen der einzelnen Parzellen (BGH, Urteil vom 17.06.2004 - III ZR 281/03-, juris Rn. 23 und 25).
- AG Brandenburg, 29.10.2021 - 31 C 288/20
Kleingarten darf nicht nur der Erholung dienen!
Eine Kleingartenanlage setzt aber nicht voraus, dass wenigstens die Hälfte ihrer Fläche zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf genutzt wird (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; AG Potsdam, Urteil vom 30.10.1996, Az.: 20 C 314/96; OVG Greifswald, Urteil vom 06.05.2009, Az.: 3 K 30/07).Die Nutzung der Parzellen zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen muss jedoch den Charakter der Anlage maßgeblich mitprägen, was in der Regel aber bereits anzunehmen ist, wenn wenigstens ein Drittel der Fläche zum Anbau von Gartenerzeugnissen für den Eigenbedarf genutzt wird (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; OVG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 15.10.2008, Az.: OVG 2 A 5.08; AG Strausberg, Urteil vom 10.03.2004, Az.: 23 C 174/03).
Insofern wird der Regel eine Gartenanlage von der Erzeugung von Gartenbauprodukten aber dann nicht mehr maßgeblich mitgeprägt, wenn weniger als ein Drittel der Fläche dem Anbau von Obst und Gemüse dient (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06).
Es handelt sich dabei nämlich um eine Fläche direkt hinter dem Tor, die augenscheinlich von mehreren Pächtern der Kleingartenanlage zum Abstellen ihrer Pkws genutzt wird (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; OLG Jena, Beschluss vom 11.11.2019, Az.: 5 W 307/19; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; KG Berlin, Urteil vom 26.10.2000, Az.: 20 U 956/00; LG Potsdam, Urteil vom 25.11.1996, Az.: 6 S 60/96; AG Potsdam, Urteil vom 01.09.2004, Az.: 20 C 475/03).
Wie das Gericht anlässlich des Ortstermins ebenso feststellen konnte, wurden bei den meisten Kleingartenparzellen hier mehr ⅓ der Parzellenfläche kleingärtnerisch im Sinne von § 1 Abs. 1 BKleingG für den Eigenbedarf (Obst und Gemüse) der Pächter genutzt (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; KG Berlin, Urteil vom 26.10.2000, Az.: 20 U 956/00; LG Berlin, Urteil vom 19.06.2000, Az.: 61 S 387/99; AG München, Urteil vom 07.04.2016, Az.: 432 C 2769/16).
Die Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen ist somit hier ersichtlich ein prägendes Merkmal dieser Kleingartenanlage, so dass insofern hier auch von einer Kleingartenanlage im Sinne des BKleingG auszugehen ist (BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; KG Berlin, Urteil vom 26.10.2000, Az.: 20 U 956/00; LG Berlin, Urteil vom 19.06.2000, Az.: 61 S 387/99; AG Düsseldorf, Urteil vom 07.05.2012, Az.: 55 C 15346/11).
Ein solches überwiegendes Gemeininteresse kann sich auch nur aus dem Nutzungszweck des Gartenanbaus und nicht aus der Erholungsfunktion ergeben, denn Erholung können die Bürger auch in öffentlichen Gärten und Parks finden (BVerfG, Beschluss vom 12.06.1979, Az.: 1 BvL 19/76; BGH, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; KG Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06; AG Düsseldorf, Urteil vom 07.05.2012, Az.: 55 C 15346/11).
- AG München, 07.04.2016 - 432 C 2769/16
Ärger im Kleingarten
Von den rund 240 m² der gepachteten Parzelle waren 2014 unstreitig maximal 25-30 m² mit Gartenerzeugnisses für den Eigenbedarf (Obst und Gemüse) bepflanzt, mithin kleingärtnerisch genutzt (vgl. BGH NJW-RR 2004, 1241).
- OLG Brandenburg, 25.03.2025 - 3 U 120/23
Herausgabeanspruch des Verpächters einer Kleingartenparzelle gegen den Pächter …
Daneben tritt die Erholungsfunktion, die aber die Verwendung des Gartens zum Anbau nicht ersetzen darf (BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).Bei der Beurteilung, ob es sich bei dem jeweils fraglichen Gartenkomplex um eine Kleingartenanlage oder um eine sonstige Erholungs- oder Wochenendsiedlergartenanlage, eine Ferien- oder Wochenendhaussiedlung handelt, ist auf den Charakter der gesamten Anlage, nicht einzelner Parzellen abzustellen (BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).
Kleingarten- und Erholungsgrundstücksanlagen sind danach voneinander abzugrenzen, welchen Anteil nach dem äußeren Erscheinungsbild des Komplexes die Gartenbau- und die reine Erholungsnutzung haben (BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).
Eine Kleingartenanlage liegt nicht vor, wenn die Verwendung der Grundflächen als Nutzgärten nur eine untergeordnete Funktion hat (BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).
Auch topographische Besonderheiten oder eine Bodenqualität, die in Teilen den Anbau von Nutzpflanzen nicht zulässt, können eine vom Regelfall abweichende Beurteilung tragen (BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).
Die Beantwortung der Frage, ob die Anlage von einer kleingärtnerischen Nutzung geprägt ist, erfordert eine umfassende Würdigung des Gesamtcharakters der Anlage, die in erster Linie dem Tatrichter obliegt (BGH, NZM 2003, 913; BGH, Urt. v. 17.06.2004, Az: III ZR 281/03, juris).
- BGH, 23.07.2026 - III ZR 9/26
Kündigung eines in einer Kleingartenanlage gelegenen Pachtgrundstücks mit …
Ein Kleingarten ist nach der Legaldefinition des § 1 Abs. 1 BKleingG ein Garten, der dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind (Kleingartenanlage) (vgl. hierzu Senat, Urteile vom 17. Juni 2004 - III ZR 281/03, NJW-RR 2004, 1241 und vom 22. April 2004 - III ZR 163/03, WuM 2004, 349 [unter II 1];… zu den gemeinschaftlichen Einrichtungen als notwendiger Voraussetzung für das Vorliegen einer Kleingartenanlage vgl. Regierungsentwurf eines Bundeskleingartengesetzes, BT-Drucks. 9/1900, S. 12 f; Senat, Urteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 31/05, NJW-RR 2006, 385, 386). - BGH, 23.07.2026 - III ZR 11/26
Kein Anspruch des klägerischen Vereins auf Räumung und Herausgabe einer in einer …
Ein Kleingarten ist nach der Legaldefinition des § 1 Abs. 1 BKleingG ein Garten, der dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefasst sind (Kleingartenanlage) (vgl. hierzu Senat, Urteile vom 17. Juni 2004 - III ZR 281/03, NJW-RR 2004, 1241 und vom 22. April 2004 - III ZR 163/03, WuM 2004, 349 [unter II 1];… zu den gemeinschaftlichen Einrichtungen als notwendiger Voraussetzung für das Vorliegen einer Kleingartenanlage vgl. Regierungsentwurf eines Bundeskleingartengesetzes, BT-Drucks. 9/1900, S. 12 f; Senat, Urteil vom 27. Oktober 2005 - III ZR 31/05, NJW-RR 2006, 385, 386). - BGH, 27.10.2005 - III ZR 31/05
Begriff der Kleingartenanlage; Begriff der gemeinschaftlichen Einrichtung
Wie der Senat in seinen Urteilen vom 24. Juli 2003 (BGHZ 156, 71, 73 ), vom 6. März 2003 (BGHZ 154, 132, 135) und vom 16. Dezember 1999 (III ZR 89/99 - WM 2000, 779, 782) bereits im einzelnen dargelegt hat, richtet sich die Anwendbarkeit des Bundeskleingartengesetzes unabhängig davon, welchen vertraglichen Bestimmungen das Pachtverhältnis unter Geltung des DDR-Rechts unterworfen war, nach den tatsächlichen Verhältnissen zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens des Beitritts der DDR zur Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990 (siehe ferner Senatsurteile BGHZ 159, 343, 344 und vom 18. März 2004 - III ZR 180/03 - NZM 2004, 438, 439). - LG Mühlhausen, 11.06.2024 - 6 O 554/18
Qualifizierung eines Grundstückes als Kleingartenanlage im Sinne des …
Dies ist i.d.R. nicht mehr gegeben, wenn mehr als zwei Drittel der Parzellenflächen als Ziergarten bzw. weniger als ein Drittel mit Nutzpflanzen bepflanzt sind (Bundesgerichtshof, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03; Kammergericht Berlin, Urteil vom 05.02.2009, Az.: 20 U 162/06 - beckonline).Auch topographische Besonderheiten oder eine Bodenqualität, die in Teilen den Anbau von Nutzpflanzen nicht zulässt, können eine vom Regelfall abweichende Beurteilung tragen (Bundesgerichtshof, Urteil vom 17.06.2004, Az.: III ZR 281/03).
Der bindende Charakter dieser Anknüpfung für die Pacht wäre sachfern, wenn die Nutzung zum Anbau von Gartenerzeugnissen nur eine untergeordnete Funktion in einer Kleingartenanlage haben dürfte (Bundesgerichtshof, Urteil vom 17. Juni 2004 - III ZR 281/03, Rn. 18 ff. - juris m.w.N.).
- AG Düsseldorf, 07.05.2012 - 55 C 15346/11
Wirksamkeit der Kündigung eines Kleingartenpachtvertrages durch den Verpächter …
- OVG Mecklenburg-Vorpommern, 06.05.2009 - 3 K 30/07
Baurecht: Flächen für Dauerkleingärten; Abwägungsfehler
Hierfür sind die in der Rechtsprechung des BGH entwickelten Kriterien maßgebend (BGH, U. v. 24.07.2003 - III ZR 203/02 -, BGHZ 156, 71; U.v. 17.06.2004 - III ZR 281/03 -, NJW-RR 2004, 227; BGH, U. v. 18.03.2004 - III ZR 180/03 -, VIZ 2004, 332).Eine Kleingartenanlage setzt aber nicht voraus, dass wenigstens die Hälfte ihrer Fläche zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf genutzt wird (vgl. BGH, U.v. 17.06.2004 - III ZR 281/03 -, NJW-RR 2004, 227).
- OVG Mecklenburg-Vorpommern, 10.02.2015 - 3 K 25/10
Bebauungsplan - Fremdkörperfestsetzung - Festsetzung von höchstzulässiger …
- OVG Berlin-Brandenburg, 15.10.2008 - 2 A 5.08
Bebauungsplan: Überplanung einer vorhandenen Kleingartenanlage
- OVG Berlin-Brandenburg, 24.03.2017 - 11 N 129.14
Rundfunkbeitragserhebung für nicht ganzjährig bewohntes Wochenendhaus; …
- LG Frankfurt/Oder, 24.11.2011 - 15 S 136/10
Nutzungsentgelt für ein Erholungsgrundstück im Beitrittsgebiet: Rechtliche …
- VG Leipzig, 12.08.2016 - 1 K 1691/15
Rechtmäßige Heranziehung zu Rundfunkbeiträgen für ein Wochenendhaus
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