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| KG, 19.12.1990 - 24 W 6288/90 |
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Verweigerung der Angabe einer ladungsfähigen Anschrift des Antragstellers im Wohnungseigentumsverfahren; Folgen von Formverstößen im Wohnungseigentumsrecht; Übertragung der im Zivilverfahren geltenden allgemeinen Grundsätze über Folgen von Formverstößen auf das ...
Verfahrensgang
- AG Berlin-Schöneberg - 76 II 324/88
- LG Berlin, 07.09.1990 - 191 T 227/89
- KG, 19.12.1990 - 24 W 6288/90
Papierfundstellen
- NJW-RR 1991, 596
- MDR 1991, 543
- OLGZ 1991, 169
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (2)
- BGH, 09.12.1987 - IVb ZR 4/87
Angabe der ladungsfähigen Anschrift des Klägers in der Klageschrift
Auszug aus KG, 19.12.1990 - 24 W 6288/90
Insbesondere hindert das Fehlen der ladungsfähigen Anschrift des Antragstellers in den Rechtsmittelschriften nicht die Zulässigkeit der ersten sowie der weiteren Beschwerde, weil der Antragsteller seine Rechtsansicht durch die Rechtsmittelinstanzen überprüfen lassen darf (vgl. BGHZ 102, 332 = NJW 1988, 2114).Ebenso wie das Amtsgericht führt das Landgericht unter Bezugnahme auf §§ 253 Abs. 4, 130 Nr. 1 ZPO und BGHZ 102, 332 aus, daß die Angabe einer zustellungsfähigen Anschrift des Antragstellers zu den unabdingbaren Sachentscheidungsvoraussetzungen eines gerichtlichen Verfahrens gehöre.
Allerdings führt der Bundesgerichtshof in BGHZ 102, 332 aus, daß zur ordnungsgemäßen Klageerhebung grundsätzlich auch die Angaben der ladungsfähigen Anschrift des Klägers gehörten und die Klage unzulässig sei, wenn die Anschrift schlechthin oder ohne zureichenden Grund verweigert werde.
Die Entscheidung BGHZ 102, 332 hält die Angabe der ladungsfähigen Anschrift des Klägers in der Klageschrift vor allem deshalb für erforderlich, weil mit dem Betreiben des Prozesses nachteilige Folgen verbunden sein können, insbesondere die Kostenpflicht im Falle des Unterliegens.
Hauptgrund für die Nichtübernahme der Grundsätze der Entscheidung BGHZ 102, 332 in das WEG-Verfahren ist für den Senat jedoch die Fristgebundenheit bestimmter Wohnungseigentumsverfahren.
- BGH, 10.07.1980 - VII ZR 328/79
Zulässigkeit der Abgabe an das Prozeßgericht in Wohnungseigentumsverfahren
Auszug aus KG, 19.12.1990 - 24 W 6288/90
Das Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit ist "einfacher, freier, elastischer und rascher" (vgl. etwa BGHZ 78, 57) als der Zivilprozeß.
- OLG Hamm, 08.03.2013 - 2 WF 9/13
Voraussetzungen an eine ladungsfähige Anschrift
Rn. 15 Zutreffend hat das Amtsgericht darauf verwiesen, dass nicht zwingend die Wohnanschrift des Antragsgegners angegeben werden muss, da die Anschrift eines Beteiligten allein gewährleisten soll, dass die ernsthafte Möglichkeit besteht, dort eine ordnungsgemäße Zustellung vornehmen zu können und zwar durch Übergabe der Klageschrift an den Zustellungsempfänger selbst (vgl. BGH, Urteil vom 31.10.2000 - VI ZR 198/99 - NJW 2001, 885; jeweils hinsichtlich eines Klägers bzw. Antragstellers: BGH, Urteil 31.10.2000 - VI ZR 198/99 - NJW 2001, 885; BGH, Urteil vom 17.03.2004 - VIII ZR 107/02 - Prozessrecht aktiv 2004, 73; OLG Hamm, Urteil vom 03.02.2005 - 22 U 81/04 - OLGR Hamm 2005, 313; OLG Frankfurt/M., Urteil vom 14.01.1992 - 5 U 190/91 - NJW 1992, 1178; KG, Beschluss vom 19.12.1990 - 24 W 6288/90 - NJW-RR 1991, 596; OLG München, Urteil vom 13.07.1989 - 29 U 2063/89 - NJW-RR 1990, 1364; OLG Schleswig, Urteil vom 16.10.1998 - 10 UF 18/98 - SchlHA 1999, 185; OLG Schleswig, Beschluss vom 23.11.1999 - 16 W 239/99 - SchlHA 2003, 227; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 13.04.1999 - 1 C 24/97 - NJW 1999, 2608; Hessischer VGH, Urteil vom 15.05.1995 - 7 UE 2052/94 - MDR 1996, 742; FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 29.10.1998 - 4 K 1440/97). - OLG Stuttgart, 03.01.2011 - 5 U 94/09
Zulässigkeit einer Klage: Anforderungen an die Angabe einer ladungsfähigen …
Rn. 22 b) Diese Rechtsprechung wird von den Obergerichten (OLG Hamm, MDR 2005, 1247; OLG Frankfurt/M. NJW 1992, 1178, KG OLGZ 91, 169, OLG München OLGR München 2001, 303 und NJW-RR 1990, 1364) mitgetragen und entspricht dem Standpunkt anderer Bundesgerichte (BFH NJW 2001, 1158; BVerwG NJW 1999, 2608). - BayObLG, 27.10.1993 - 2Z BR 17/93
Mitwirkungspflicht der im streitigen Wohnungseigentumsverfahren Beteiligten
An dieser Rechtsansicht, bei der der Senat auch die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (NJW 1988, 2114, 2115) berücksichtigt hat, wird festgehalten; sie wird auch vom Kammergericht vertreten (WuM 1991, 225).
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