Rechtsprechung
| RG, 30.01.1905 - Rep. VI. 150/04 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Tierschaden
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- RGZ 60, 65
Wird zitiert von ... (5)
- BGH, 11.06.2024 - VI ZR 381/23
Haftung wegen spezifischer Tiergefahr bei menschlicher Leitung
Rn. 7 An der Verwirklichung der Tiergefahr fehlt es dann, wenn keinerlei eigene Energie des Tieres an dem Geschehen beteiligt ist (…vgl. Senatsurteil vom 31. Mai 2016 - VI ZR 465/15, NJW 2016, 2737 Rn. 9;… vom 25. März 2014 - VI ZR 372/13, VersR 2014, 640 Rn. 5) oder wenn das Tier lediglich der Leitung und dem Willen eines Menschen folgt (…vgl. Senatsurteile vom 31. Mai 2016 - VI ZR 465/15, NJW 2016, 2737 Rn. 9;… vom 20. Dezember 2005 - VI ZR 225/04, VersR 2006, 416 Rn. 7; vom 30. September 1986 - VI ZR 161/85, VersR 1987, 198, 200; vom 27. Mai 1986 - VI ZR 275/85, NJW 1986, 2501; vom 12. Januar 1982 - VI ZR 188/80, NJW 1982, 763, 764; BGH, Urteil vom 25. September 1952 - III ZR 334/51, VersR 1952, 403; RGZ 50, 180 f.; 50, 219, 221; 60, 65, 68; 80, 237, 239). - BGH, 06.07.1976 - VI ZR 177/75
Tierhalterhaftung für Deckakte
Sowohl das Reichsgericht als auch der Bundesgerichtshof haben deshalb außer dem Kausalzusammenhang zwischen einem tierischen Verhalten und dem Schaden immer geprüft, ob der Schaden auf eine "spezifische" Tiergefahr (so RGZ 60, 65, 69; Senatsurteil vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 - VersR 1975, 522) oder auf eine "eigentliche" (so RGZ 141, 406, 407) bzw. "typische" Tiergefahr (so Senatsurteile vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 = VersR 1965, 1102, 1103 und vom 13. November 1973 - VI ZR 152/72 = VersR 1974, 356) zurückzuführen ist.Nichts anderes war der Sache nach gemeint, wenn der erkennende Senat in seinen Entscheidungen die auf das Reichsgericht (vgl. RGZ 54, 73, 74; 60, 65, 69; 80, 237, 238; 141, 406, 407) zurückgehende Bestimmung des Begriffes Tiergefahr gebraucht hat, indem er ausgeführt hat, ein Schaden sei dann durch ein Tier verursacht, wenn er "durch ein der tierischen Natur entsprechendes, willkürliches Verhalten" herbeigeführt worden ist, oder wenn er gesagt hat, die Tiergefahr bestehe in der "von keinem vernünftigen Wollen geleiteten Entfaltung der tierischen Kraft" (Urteile vom 23. Juni 1959 - VI ZR 83/58 = VersR 1959, 853, 854; vom 12. Juli 1966 - VI ZR 11/65 - VersR 1966, 1073, 1074;… vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 = aaO, insoweit nicht in BGHZ 55, 96 abgedruckt, …und vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 = aaO).
- LG Ravensburg, 05.09.2023 - 5 O 26/23
Haftung bei Unfall während eines Pferde-Proberitts
Rn. 26 Die Rechtsgutsverletzung muss nach der Rechtsprechung des RG auf willkürlichem, von keinem vernünftigen Wollen geleiteten Verhalten beruhen, das sich als Ausbruch der tierischen Natur im Sinne einer Entfaltung der tierischen organischen Kraft, in der selbstständigen Entwicklung einer nach Wirkung und Richtung unberechenbaren tierischen Energie darstellt (RGZ 60, 65, 68 f.). - OLG Hamm, 07.02.1990 - 13 U 62/88
Zur Tierhalterhaftung wegen Deckens einer Rassehündin durch einen Mischlingsrüden
Sowohl das Reichsgericht als auch der Bundesgerichtshof haben deshalb außer dem Kausalzusammenhang zwischen einem tierischen Verhalten und dem Schaden immer geprüft, ob der Schaden auf eine "spezifische" Tiergefahr (so RGZ 60, 65, 69; Senatsurteil vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 = VersR 1975, 522) oder auf eine "eigentliche" (so RGZ 141, 406, 407) bzw. "typische" Tiergefahr (so Senatsurteile vom 28. September 1965 - VI ZR 94/64 = VersR 1965, 1102, 1103 und vom 13. November 1973 - VI ZR 152/72 = VersR 1974, 356) zurückzuführen ist.Nichts anderes war der Sache nach gemeint, wenn der erkennende Senat in seinen Entscheidungen die auf das Reichsgericht (vgl. RGZ 54, 73, 74; 60, 65, 69; 80, 237, 238; 141, 406, 407) zurückgehende Bestimmung des Begriffes Tiergefahr gebraucht hat, indem er ausgeführt hat, ein Schaden sei dann durch ein Tier verursacht, wenn er "durch ein der tierischen Natur entsprechendes, willkürliches Verhalten" herbeigeführt worden ist, oder wenn er gesagt hat, die Tiergefahr bestehe in der "von keinem vernünftigen Wollen geleiteten Entfaltung der tierischen Kraft" (Urteile vom 23. Juni 1959 - VI ZR 83/58 = VersR 1959, 853, 854; vom 12. Juli 1966 - VI ZR 11/65 = VersR 1966, 1073, 1074;… vom 15. Dezember 1970 - VI ZR 121/69 = aaO, insoweit nicht in BGHZ 55, 96 abgedruckt, …und vom 13. Februar 1975 - VI ZR 92/73 = aaO).
- BGH, 13.02.1975 - VI ZR 92/73
Vertrag mit Schutzwirkung zugunsten Dritter - Schutzbereich - Gläubigerhandlungen
Wie schon das Reichsgericht (RGZ 60, 65, 69; 80, 237, 238; 141, 406) ausgeführt hat, besteht die spezifische Tiergefahr in dem gefährlichen Ausbruch der tierischen Natur, d.h. in der von keinem vernünftigen Wollen geleiteten Entfaltung der tierischen Kraft, in der selbständigen Entwicklung einer nach Wirkung und Richtung nicht berechenbaren tierischen Energie.
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