Rechtsprechung
| BGH, 17.01.1969 - V ZR 162/65 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Notweg zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung des rückwärtigen Gartens - Nachträgliche willkürliche Bebauung der Vorderfront - Auslegung von Grundbucheintragungen - Beschränkung der Dienstbarkeitsausübung auf eine Teilfläche des Grundstücks - Bestimmtheit der Bezeichnung ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1969, 502
- MDR 1969, 469
- DNotZ 1969, 486
Wird zitiert von ... (27) Zitiert selbst (3)
- BGH, 07.04.1967 - V ZR 14/65
Erlöschen einer Dienstbarkeit wegen Verjährung des Störungsbeseitigungsanspruchs …
Auszug aus BGH, 17.01.1969 - V ZR 162/65
Der Parteivortrag in den Tatsacheninstanzen erfordert nämlich die Prüfung, ob das Wegerecht der Kläger am Grundstück des Erstbeklagten nicht insoweit, als es über die Breite von 1 m entlang der Grundstücksgrenze hinausgeht, dadurch erloschen ist, daß ein Zaun das Befahren eines Geländestreifens von mehr als 1 m Breite entlang der Grundstücksgrenze verhindert und der Anspruch der Kläger gegen die Eigentümer des belasteten Grundstücks (jetzt der Erstbeklagten) auf Beseitigung dieser Beeinträchtigung verjährt ist (§ 1028 BGB; vgl. dazu Senatsurteil vom 7. April 1967 - V ZR 14/65 NJW 1967, 1609). - BGH, 11.06.1954 - V ZR 20/53
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 17.01.1969 - V ZR 162/65
Daß das Grundstück der Kläger deswegen, weil diese Vorderfront zur ganzen Länge mit einem Haus ohne Durchfahrt bebaut sei, für ihren rückwärtigen Garten zur ordnungsmäßigen Bewirtschaftung eine besondere Zufahrt brauchte - was trotz der vorderen Straße einen Notweg begründen könnte (Senatsurteil vom 11. Juni 1954 - V ZR 20/53 NJW 1954, 1321) -, ergebe sich weder schon als Regel für ein Hausgrundstück mit Garten noch sei es für den Einzelfall dargetan. - BGH, 26.04.1961 - V ZR 26/60
Auszug aus BGH, 17.01.1969 - V ZR 162/65
Doch gelten für die Grundbucheintragung strengere Voraussetzungen als sonst: Maßgebend sind Wortlaut und Sinn, wie er sich aus Eintragungsvermerk und Eintragungsbewilligung für einen unbefangenen Betrachter als nächstliegende Bedeutung des Eingetragenen ergibt; Umstände außerhalb dieser Urkunden dürfen zur Auslegung nur herangezogen werden, soweit sie nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls für jedermann ohne weiteres erkennbar sind (vgl. Senatsurteil vom 26. April 1961 - V ZR 26/60 LM § 1018 Nr. 4).
- BGH, 03.05.2002 - V ZR 17/01
Bestimmung des Ausübungsbereichs einer Dienstbarkeit; Erlöschen der Dienstbarkeit …
a) Für die notwendige Bestimmtheit dinglicher Rechte sind - was das Berufungsgericht nicht beachtet hat - der in das Grundbuch aufgenommene Eintragungsvermerk und die von ihm in Bezug genommene Eintragungsbewilligung entscheidend (vgl. Senat, Urt. 17. Januar 1969, V ZR 162/65, NJW 1969, 502, 503;… Urt. v. 28. November 1975, V ZR 138/72, LM § 1018 BGB Nr. 24).Ist die Ausübungsstelle Inhalt der Belastung, muß sie zwar in der Bewilligung eindeutig bezeichnet werden, bleibt dagegen die Festlegung der Ausübungsstelle der tatsächlichen Ausübung durch den Berechtigten überlassen, besteht dieses Eintragungserfordernis - auch aus Gründen der Wahrung des Bestimmtheitsgebotes - nicht (Senat, BGHZ 90, 181, 183; Urt. v. 17. Januar 1969, aaO; Beschl. v. 6. März 1981, V ZB 2/81, NJW 1981, 1781;… vgl. auch Senat, Urt. v. 25. Oktober 1991, V ZR 196/90, NJW 1992, 1101).
- BGH, 16.02.1984 - V ZB 8/83
Umfang und Ausübung eines Leitungsrechts
Da zur Auslegung der Eintragungsbewilligung nur Umstände herangezogen werden dürfen, die aus der Bewilligung selbst hervorgehen oder die nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls für jedermann ohne weiteres erkennbar sind (vgl. Senatsurteile vom 26. April 1961, V ZR 26/60, LM BGB § 1018 Nr. 4; vom 17. Januar 1969, V ZR 162/65, LM BGB § 1018 Nr. 16 = NJW 1969, 502, 503 …und vom 23. Oktober 1981 aaO), ist es bedeutungslos, ob die Leitung bereits angelegt war. - OLG Frankfurt, 03.06.2016 - 14 U 153/15
Zulässige Beschränkung einer Grunddienstbarkeit - Bestimmtheitsgrundsatz
Die Beifügung einer Skizze bzw. Flurkarte ist nicht zwingend erforderlich, eine hinreichend genaue Beschreibung sonstiger Weise reicht aus (vgl. BGH, Urteil vom 17. Januar 1969 - V ZR 162/65 - Rn. 20, 26, zit.n.Juris).Maßgebend sind Wortlaut und Sinn, wie er sich aus Eintragungsvermerk und Eintragungsbewilligung für einen unbefangenen Betrachter als nächstliegende Bedeutung des Eingetragenen ergibt; Umstände außerhalb der Urkunden dürfen zur Auslegung nur herangezogen werden, soweit sie nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls für jedermann ohne weiteres erkennbar sind (BGH, Beschluss vom 6. November 2014 - V ZB 131/13 - Rn.10, zit.n.Juris; BGH, Urteil vom 17. Januar 1969 - V ZR 162/65 - Rn. 20, zit.n.Juris).
- BGH, 16.01.2026 - V ZR 107/25
Beschränkung des Ausübungsbereichs einer Grunddienstbarkeit auf eine reale …
Fehlt es an einer eindeutigen Bezeichnung der Ausübungsstelle, die rechtsgeschäftlicher Inhalt der Grunddienstbarkeit sein soll, so entsteht die Grunddienstbarkeit nicht (vgl. Senat…, Urteil vom 23. Oktober 1981 - V ZR 168/80, NJW 1982, 1039 [= juris Rn. 16]; Urteil vom 17. Januar 1969 - V ZR 162/65, NJW 1969, 502, 503 [= juris Rn. 20 f.]).Vielmehr kann - insbesondere bei Wegerechten - eine Bezugnahme auf Anlagen im Gelände ausreichen, obwohl diese ihrer Natur nach wandelbar und veränderlich sind (etwa Bäume, Hecken, Pfähle), wenn nach Lage des Falles wenigstens mit einer gewissen Dauer ihres Verbleibs zu rechnen ist (vgl. Senat, Urteil vom 17. Januar 1969 - V ZR 162/65, NJW 1969, 502, 503 [= juris Rn. 24]).
Deswegen hat der Senat es etwa als ausreichend erachtet, bei einer Grunddienstbarkeit, die sich auf einen bereits vorhandenen Weg bezog, dessen Verlauf mit "2 m breiter Weg, der zum Feldweg nach B(…) führt", zu beschreiben (vgl. Senat, Urteil vom 17. Januar 1969 - V ZR 162/65, aaO [= juris Rn. 26]).
- OLG Koblenz, 02.07.2013 - 3 U 1442/12
Grunddienstbarkeit: Anspruch auf Verlegung der Ausübung; Inhalt und Umfang der …
Aus diesen Urkunden nicht hervorgehende Umstände sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls für jedermann ohne Weiteres ersichtlich sind (in Anknüpfung an BGH, Urteil vom 23. Mai 1962, V ZR 123/60, BGHZ 37, 147, 149 = NJW 1962, 1344; BGH, Urteil vom 17. Januar 1969, V ZR 162/65, NJW 1969, 502 = MDR 1969, 469 = WM 1969, 271-273; Urteil vom 28. November 1975, V ZR 9/74, NJW 1976, 417 = MDR 1976, 303 = WM 1976, 126 ff.; Urteil vom 24. September 1982, V ZR 96/81, NJW 1983, 115 f; Urteil vom 12. Oktober 1990, V ZR 149/89, WM 1991, 143-146 = NJW-RR 1991, 457-459 = MDR 1991, 421; BGHZ 90, 181, 184 = BGH, Urteil vom 16. Februar 1984, V ZB 8/83, WM 1984, 537 f. = MDR 1984, 564 f. = NJW 1984, 2210 ff.).Aus diesen Urkunden nicht hervorgehende Umstände sind nur insoweit zu berücksichtigen, als sie nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalls für jedermann ohne Weiteres ersichtlich sind (BGHZ 37, 147, 149 = NJW 1962, 1344; BGH, Urteil vom 17.01.1969 - V ZR 162/65 - NJW 1969, 502 = MDR 1969, 469 = WM 1969, 271-273; Urteil vom 28.11.1975 - V ZR 9/74 - NJW 1976, 417 = MDR 1976, 303 = WM 1976, 126 ff.; Urteil vom 24.09.1982 - V ZR 96/81 - NJW 1983, 115 f; Urteil vom 12.10.1990 - V ZR 149/89 - WM 1991, 143-146 = NJW-RR 1991, 457-459 = MDR 1991, 421; BGHZ 90, 181, 184 = BGH, Urteil vom 16.02.1984 - V ZB 8/83 - WM 1984, 537 f. = MDR 1984, 564 f. = NJW 1984, 2210 ff.;… Staudinger/Mayer, aaO, § 1018 Rn. 137).
- BGH, 23.10.1981 - V ZR 168/80
Grunddienstbarkeit in Gestalt eines Versorgungsleitungsrechts für Strom, Wasser …
Richtig ist auch noch der weitere Ausgangspunkt des Berufungsgerichts, daß hier die Ausübungsstelle mindestens in der Eintragungsbewilligung klar bestimmt sein müsse, andernfalls die Grunddienstbarkeit nicht wirksam entstehe (vgl. Senatsurteil vom 17. Januar 1969, V ZR 162/65 = NJW 1969, 502, 503; vgl. auch Senatsbeschluß vom 6. März 1981, V ZB 2/81 = NJW 1981, 1781).Der Senat hat denn auch für Wegerechtsdienstbarkeiten, die sich auf bereits vorhandene Anlagen bezogen, z.B. die Bezeichnung "2m breiter Weg, der zum Feldweg nach B führt" (Senatsurteil vom 17. Januar 1969, V ZR 162/65 = NJW 1969, 502, 503) und den Hinweis auf eine bestehende Gleisanlage und ihre Fortsetzung auf dem Nachbargrundstück (Senatsurteil vom 21. November 1975, V ZR 237/73 = WM 1976, 274, 275), als hinreichend bestimmt genügen lassen.
Unveränderlich muß der zur Beschreibung gewählte Anknüpfungspunkt nämlich nicht sein (vgl. Senatsurteil vom 17. Januar 1969 aaO).
Es ist zwar richtig, daß Umstände, die außerhalb des Grundbucheintrags (oder der Eintragungsbewilligung) liegen, zur Ermittlung von Inhalt und Umfang des dinglichen Rechts im Rahmen der Auslegung nur insoweit mit herangezogen werden dürfen, als sie nach den besonderen Verhältnissen des Einzelfalles für jedermann ohne weiteres erkennbar sind (Senatsurteil vom 17. Januar 1969 a.a.O. als Beispiel ständiger Rechtsprechung).
- BGH, 06.03.1981 - V ZB 2/81
Zur Bezeichnung des Umfangs einer Dienstbarkeit und zur Zulässigkeit der …
Ist die Ausübungsstelle Inhalt der Belastung, muß sie in der Bewilligung eindeutig bezeichnet werden, bleibt dagegen die Festlegung der Ausübungsstelle der tatsächlichen Ausübung überlassen, ist dieses Eintragungserfordernis nicht gegeben (vgl. BGH Urteil vom 17. Januar 1969, V ZR 162/65 = NJW 1969, 502, 503; KG NJW 1973, 1128 ff m.w.N.;… BGB-RGRK 12. Aufl. § 1023 Rdn. 1). - BayObLG, 23.06.1988 - BReg. 2 Z 47/88
Bestimmtheitsgrundsatz bei der Bestellung von Dienstbarkeiten zur Sicherung …
Dabei dorfen bei den Dienstbarkeiten, deren Inhalt individuell und damit sehr vielgestaltig festgelegt weå·�en kann( §§ 1018, 1090 BGB ), keine Oberh6hten Anforderungen an die Bestimmtheit der inhaltlichen Umschreibung gestellt werden (BGH NJW 1969, 502/503; KG NJW 1973, 1128 /1130; OLG Frankfurt …Die,, FestãEUR�steilbarkeit fur jedermann" verlangt nicht Erkennbarkeit durch Einsicht ins Grundbuch und die Grundakten; vielmehr bezieht sie sich gerade auf andere Erkenntnismittel, wie etwa Feststellung des bestehenden Zustands (vgl. BGH NJW 1969, 502 /503; 1976, 4171418; 1982, 1039 ãEURŒï¼� DN0tZ 1982, 230]; OLG Oldenburg Rpfleger 1979, 199 /200).
Die Beforchtung des Landgerichts ist jedenfalls viel weniger begrondet als bei Wegerechten, deren Verlauf durch Merkmale im Gel白nde festãƒ" gelegt ist, (vgl. BGH NJW 1969, 502 /503;… Meisner/Ring/Gdtz § 27 Rdnr. 6 a. E.).
- BGH, 14.10.1988 - V ZR 73/87
Wirksamkeit einer nicht beurkundeten Nebenabrede; Vermutung der Richtigkeit und …
Zwar reicht die Bezugnahme auf in der Natur gegebene Merkmale selbst dann, wenn diese ihrer Art nach veränderlich sind (wie z.B. Bäume, Hecken, Pfähle), sofern nach Lage des Falles mit einer gewissen Bestandsdauer zu rechnen ist (Senatsurt.v. 17. Januar 1969, V ZR 162/65, NJW 1969, 502, 503; vgl. auch Senatsurt.v. 8. November 1968, V ZR 58/65, NJW 1969, 131, 132); insoweit wäre daher hier die Verweisung auf die Auspflockung der geplanten Straße genügend (vgl. OLG München DNotZ 1971, 544). - OLG München, 25.07.2017 - 34 Wx 390/16
Löschung einer Grunddienstbarkeit nach Teilung des Grundstücks
Zur rechtsgeschäftlichen Festlegung des Ausübungsbereichs genügt jedoch auch eine ausreichend klare textliche Beschreibung unter Bezugnahme auf in der Natur vorhandene Merkmale oder bereits errichtete Anlagen, die für jedermann dort ohne Weiteres erkennbar sind (BGH NJW 1969, 502/503; NJW-RR 2006, 237/238;… Staudinger/Weber § 1018 Rn. 65). - OLG Hamm, 31.07.2013 - 15 W 259/12
Anforderungen an die Bestimmtheit der Ausübungsstelle einer Dienstbarkeit
- OLG Schleswig, 28.05.2021 - 2 Wx 27/20
Bestimmtheit von Dienstbarkeit, die Grundstücksnutzung Naturschutzzielen …
- OLG Düsseldorf, 13.06.1988 - 3 Wx 182/88
Vormerkung für Grunddienstbarkeit auch zugunsten bestimmter Personen
- OLG Saarbrücken, 05.11.2024 - 5 W 63/24
Löschung einer Grunddienstbarkeit über ein Wegerecht im Grundbuch
- BGH, 21.11.1975 - V ZR 237/73
Anspruch auf Verlegung der Ausübung einer Grunddienstbarkeit - Verlangen einer …
- BGH, 09.05.1972 - V ZB 19/71
Bezugnahme in Eintragungsbewilligungen
- OLG Karlsruhe, 20.06.2022 - 25 U 477/21
Grundbucheintragung einer altrechtlichen Dienstbarkeit
- AG Bad Liebenwerda, 17.02.2017 - 12 C 346/16
Benutzungsrechte aus Grunddienstbarkeiten: Anspruch einer berechtigten Gemeinde …
- OLG München, 16.04.2012 - 34 Wx 42/12
Voraussetzungen einer Grundbuchberichtigung: Erlöschen von Dienstbarkeiten bei …
- VG Hamburg, 05.05.2021 - 6 E 1860/21
Baugenehmigung für den Neubau eines Mehrfamilienhauses
- BGH, 19.01.1990 - V ZR 215/88
Wirkungen einer Abweichung des Inhalt einer gerichtlichen Entscheidung vom Antrag …
- BayObLG, 12.10.1992 - 2Z BR 59/92
Bestimmung des Ausübungsbereichs einer Dienstbarkeit
- OLG Stuttgart, 07.12.1990 - 8 W 37/90
Voraussetzungen für die Löschung einer Grunddienstbarkeit; Anforderungen an das …
- OLG Oldenburg, 04.05.1998 - 5 W 58/98
Berechtigung des Eigentümers eines Grundstücks, ein anderes Grundstück als …
- OLG Karlsruhe, 09.10.2009 - 14 U 24/08
Nichtbestehen eines Unterlassungsanspruchs durch das Ablegen eines Felsbrockens …
- BGH, 24.09.1971 - V ZR 147/69
Antrag auf Aussetzung des Verfahrens - Entstehen und Wirksamkeit eines …
- BayObLG, 12.02.1981 - BReg. 2 Z 85/80
Zur Eintragung einer Zinserhöhungsklausel
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