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   BGH, 28.03.1989 - VI ZR 246/88   

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BGH, 28.03.1989 - VI ZR 246/88 (https://dejure.org/1989,1461)
BGH, Entscheidung vom 28.03.1989 - VI ZR 246/88 (https://dejure.org/1989,1461)
BGH, Entscheidung vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 (https://dejure.org/1989,1461)
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Volltextveröffentlichungen (5)

Papierfundstellen

  • NJW-RR 1989, 1344
  • MDR 1989, 728
  • VersR 1989, 602
  • AnwBl 1989, 396
 
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Wird zitiert von ... (10)

  • BGH, 05.09.2006 - VI ZB 65/05

    Auslegung des Verzichts auf eine Begründung der dem Gericht nach

    a) Der Senat hat die Erklärung, auf eine Begründung zu verzichten, als Prozesshandlung ohne Bindung an die Erwägungen des Beschwerdegerichts selbst auszulegen (vgl. Senatsurteile vom 12. März 2002 - VI ZR 379/01 - VersR 2002, 1125, 1126 und vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - VersR 1989, 602 f.; Senatsbeschluss vom 7. November 1989 - VI ZB 25/89 - VersR 1990, 172, 173).

    Hier gelten wegen der Unwiderruflichkeit und Unanfechtbarkeit einer solchen Erklärung strenge Anforderungen (vgl. Senatsurteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - aaO; Senatsbeschluss vom 7. November 1989 - VI ZB 25/89 - aaO; BGH, Urteile vom 16. November 1993 - X ZR 7/92 - NJW 1994, 942 und vom 3. April 1974 - IV ZR 83/73 - NJW 1974, 1248, 1249).

    Jedoch ist unabhängig von der Wortwahl ein Rechtsmittelverzicht nur dann anzunehmen, wenn in der Erklärung klar und eindeutig der Wille zum Ausdruck gebracht wird, die Entscheidung endgültig hinzunehmen und nicht anfechten zu wollen (vgl. Senatsurteile vom 12. März 2002 - VI ZR 379/01 - aaO und vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - aaO; Senatsbeschluss vom 7. November 1989 - VI ZB 25/89 - aaO, vgl. ferner BGH, Urteil vom 6. März 1985 - VIII ZR 123/84 - NJW 1985, 2335).

  • BGH, 19.03.1991 - XI ZR 138/90

    Unzulässigkeit einer Berufung wegen Rechtsmittelverzichts - Wirksamkeit eines

    Das Berufungsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, daß ein Rechtsmittelverzicht nicht nur gegenüber dem Gericht, sondern auch gegenüber dem Gegner erklärt werden kann und auf Einrede des Gegners zur Verwerfung der Berufung führt (BGHZ 2, 112, 114; 4, 314, 320; BGH, Urteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - NJW-RR 1989, 1344 m.Nachw.).

    Der Rechtsmittelverzicht ist einseitige Prozeßhandlung, deren Auslegung der revisionsgerichtlichen Prüfung unterliegt (BGH, Urteil vom 28. März 1989 a.a.O.).

    Durch die Erklärung, Berufung werde nicht eingelegt werden, wird klar zum Ausdruck gebracht, daß der Kläger das Urteil endgültig hinnimmt und es nicht anfechten wird (vgl. für eine entsprechende Erklärung BGH, Urteil vom 6. März 1985 - VIII ZR 123/84 - NJW 1985, 2335; ferner BGH, Urteil vom 28. März 1989 a.a.O.).

    Als die Erklärung vom 8. Mai 1989 einging, war die Wirkung des Rechtsmittelverzichts bereits eingetreten und konnte einseitig nicht mehr beseitigt werden (BGH, Urteil vom 28. März 1989 a.a.O.; BGH, Beschluß vom 8. Mai 1985 - IVb ZB 56/84 - NJW 1985, 2334).

    Die erteilte Prozeßvollmacht ermächtigte den Prozeßbevollmächtigten nach § 81 ZPO im Verhältnis zu Gericht und Gegner zu allen den Rechtsstreit betreffenden Prozeßhandlungen einschließlich der Erklärung eines Rechtsmittelverzichts (vgl. BGH, Urteil vom 28. März 1989 a.a.O. m.Nachw.; BGH, Beschluß vom 2. Dezember 1987 - IVb ZB 125/87 - BGHR ZPO § 81 Rechtsmittelauftrag 2).

  • BGH, 14.04.2005 - V ZB 9/05

    Rechtsfolgen des Bietens für einen Dritten

    b) Der Senat ist zwar an die Auslegung der Erklärung durch das Beschwerdegericht nicht gebunden, weil es sich hierbei um eine Prozeßhandlung handelt, die von dem Senat selbst auszulegen ist (vgl. BGH, Urt. v. 28. März 1989, VI ZR 246/88, NJW-RR 1989, 1344; Beschl. v. 7. November 1989, VI ZB 25/89, NJW 1990, 1118 für die Berufung).
  • BGH, 12.03.2002 - VI ZR 379/01

    Auslegung einer Erklärung eines Rechtsanwalts als Berufungsverzicht

    Anders als der gegenüber dem Gericht erklärte Berufungsverzicht, der von Amts wegen zu beachten ist, führt der gegenüber dem Gegner erklärte Berufungsverzicht allerdings erst auf dessen Einrede zur Verwerfung der Berufung als unzulässig (BGH, Beschluß vom 8. Mai 1985 - IVb ZB 56/84 - NJW 1985, 2334; Senatsurteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - VersR 1989, 602 f.; Urteil vom 14. Mai 1997 - XII ZR 184/96 - NJW-RR 1997, 1288 m.w.N.).

    a) Der erkennende Senat hat die Erklärung ohne Bindung an die Erwägungen des Berufungsgerichts selbst auszulegen (Senatsurteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - aaO; BGH, Urteile vom 19. März 1991 - XI ZR 138/90 - VersR 1991, 1421 und vom 20. Juli 1999 - X ZR 175/98 - NJW 1999, 3564, 3565).

  • BGH, 07.11.1989 - VI ZB 25/89

    Berufung - Beschränkung der Berufung

    Der Berufungsverzicht ist auch als Teilverzicht zulässig, soweit - wie es hier der Fall ist - eine Teilanfechtung möglich ist (vgl. Senatsurteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - VersR 1989, 602, 603 m.w.N.).

    Der Senat, der die Erklärung in der Berufungsschrift als Prozeßhandlung ohne Bindung an die Erwägungen des Berufungsgerichts selbst auszulegen hat (vgl. Senatsurteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - aaO), versteht diese Erklärung mit dem Berufungsgericht dahin, daß die Kläger in Bezug auf den Klageantrag zu 1) auf das Rechtsmittel der Berufung verzichtet haben.

    Wohl aber ist ein Rechtsmittelverzicht - auch wenn von einem "Verzicht" nicht ausdrücklich die Rede ist - dann anzunehmen, wenn in der Rechtsmitteleinlegungsschrift klar und eindeutig der Wille zum Ausdruck gebracht wird, das Urteil (teilweise) endgültig hinzunehmen und es (insoweit) nicht anfechten zu wollen (vgl. Senatsurteile vom 19. November 1957 - VI ZR 249/56 - NJW 1958, 343 und vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 - aaO sowie Senatsbeschluß vom 12. Oktober 1955 - VI ZB 15/55 - LM ZPO § 514 Nr. 6; vgl. ferner BGH, Urteil vom 6. März 1985 - VIII ZR 123/84 - NJW 1985, 2335 m.w.N.).

  • BayObLG, 14.10.2002 - 1Z AR 140/02

    Fehlende Bindungswirkung des Verweisungsbeschlusses bei Verletzung des

    Anders als der gegenüber dem Gericht erklärte Berufungsverzicht, der von Amts wegen zu beachten ist, führt der gegenüber dem Gegner erklärte Berufungsverzicht allerdings erst auf dessen Einrede zur Verwerfung der Berufung als unzulässig (BGH, Beschl. v. 8.5.1985 - IVb ZB 56/84 - NJW 1985, 2334; Se- natsurt. v. 28.3.1989 - VI ZR 246/88 - VersR 1989, 602 f.; Urt. v. 14.5.1997 - XII ZR 184/96 - NJW-RR 1997, 1288 m. w. N.).
  • BGH, 08.12.1993 - XII ZR 133/92

    Wirksamkeit eines beiderseitigen Rechtsmittelverzichts gegen ein

    Dazu gehörte auch der Verzicht auf Rechtsmittel gegen das verkündete Scheidungsurteil (vgl. BGH, Urteil vom 28. März 1989 - VI ZR 246/88 = BGHR ZPO § 81 Rechtsmittelauftrag 3 m.N.).
  • OLG Dresden, 28.01.2003 - 10 UF 9/03

    Rechtsfolgen des Einverständnisses mit einer Entscheidung im schriftlichen

    Vielmehr kann eine Verzichtserklärung auch durch schlüssige Handlung angenommen werden, wenn klar und eindeutig der Wille zum Ausdruck gebracht wird, die Entscheidung endgültig hinnehmen und sie nicht anfechten zu wollen (vgl. BGH MDR 1989, 728 ; NJW 1974, 1248; Zöller-Gummer, a.a.O., § 515 Rdnr.5 m.w.N.).

    Hierbei kommt auch dem Umstand Bedeutung bei, dass diese Erklärung von einer Rechtsanwältin abgegeben worden war und dass ein Rechtsanwalt, anders als zuweilen die Partei selbst, eine Erklärung dieses Inhalts nicht leichthin, sondern erst nach verantwortungsbewußtem Abwägen des Für und Wider abzugeben pflegt (BGH MDR 1989, 728 ).

  • OLG Bremen, 07.09.2020 - 1 W 20/20
    Es ist auch nicht der Kostenfestsetzungsantrag vom 20.08.2019 zugleich als Beschwerde gegen die Streitwertfestsetzung im Urteil vom 12.12.2018 auszulegen gewesen: Nach der ausdrücklichen Formulierung des Antrags ist dieser allein auf eine Kostenfestsetzung durch das Landgericht bezogen gewesen und es scheidet nach allgemeinen Grundsätzen eine vom Wortlaut abweichende Auslegung dann aus, wenn durch einen Rechtsanwalt Prozesserklärungen mit einem eindeutigen, nicht auslegungsfähigen Erklärungsgehalt abgegeben werden (siehe BVerfG, 25.01.2014, 1 BvR 1126/11, juris Rn. 26, NJW 2014, 991; BGH, Urteil vom 03.04.1974 - IV ZR 83/73, juris Ls., NJW 1974, 1248; Urteil vom 28.03.1989 - VI ZR 246/88, juris Rn. 6, NJW-RR 1989, 1344; Beschluss vom 02.06.2017 - AnwZ (Brfg) 26/16, juris Rn. 11, MDR 2017, 1091; Urteil vom 16.03.2017 - I ZR 205/15, juris Rn. 17, NJW 2017, 3304; siehe auch BVerwG, Urteil vom 12.12.2001 - 8 C 17/01, juris Rn. 40, BVerwGE 115, 302; siehe auch die Rspr. des Senats, Hanseatisches OLG in Bremen, Beschluss vom 12.06.2019 - 1 EK 4/18, juris Rn. 7, NJW-RR 2019, 1215).
  • OLG Bremen, 12.06.2019 - 1 EK 4/18

    Zur Auslegung einer Prozesserklärung als Verzögerungsrüge i.S.d. § 198 Abs. 3 S.

    Insbesondere scheidet eine vom Wortlaut abweichende Auslegung daher dann aus, wenn durch einen Rechtsanwalt Prozesserklärungen mit einem eindeutigen, nicht auslegungsfähigen Erklärungsgehalt abgegeben werden (siehe BVerfG, 25.01.2014, 1 BvR 1126/11, juris Rn. 26, NJW 2014, 991; BGH, Urteil vom 03.04.1974 - IV ZR 83/73, juris Ls., NJW 1974, 1248; Urteil vom 28.03.1989 - VI ZR 246/88, juris Rn. 6, NJW-RR 1989, 1344; Beschluss vom 02.06.2017 - AnwZ (Brfg) 26/16, juris Rn. 11, MDR 2017, 1091; Urteil vom 16.03.2017 - I ZR 205/15, juris Rn. 17, NJW 2017, 3304; siehe auch BVerwG, Urteil vom 12.12.2001 - 8 C 17/01, juris Rn. 40, BVerwGE 115, 302): Es würde den Grundsätzen der Privatautonomie zuwiderlaufen, wenn unabhängig vom ausdrücklich und eindeutig erklärten Willen eine Erklärung vom Gericht dahingehend umgedeutet würde, wie das Gericht es für sachgerechter erachtet.
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