Rechtsprechung
| BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Anspruch auf Schadensersatz - Vorliegen eines anwaltlichen Beratungsfehlers - Hemmung einer Verjährung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- VersR 1977, 622
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (13)
- BGH, 08.05.1956 - VI ZR 58/55
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Eine solche Hemmung tritt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur ein, wenn der Kläger das Armenrechtsgesuch so rechtzeitig dem Gericht vorgelegt hat, daß er bei sachgemäßer Behandlung noch vor dem Ablauf der Verjährungsfrist mit einer Entscheidung rechnen durfte (BGHZ 17, 199, 202; 37, 113, 116; BGH, Urteile vom 27. Januar 1959 - VI ZR 20/58 = VersR 1959, 336 und vom 20. Juni 1960 - III ZR 127/59 = VersR 1960, 991, 993 m.w.Nachw.; vgl. auch Urteile vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = LM BGB § 254 [E] Nr. 2, vom 21. November 1960 - III ZR 153/59 = LM BGB § 203 Nr. 8, vom 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = LM BGB § 203 Nr. 9 und vom 4. Dezember 1964 - VI ZR 222/63 = VersR 1965, 167;… vgl. auch BGB-RGRK, 12. Aufl. § 203 Rdnr. 7, 9).Denn der Anspruchsberechtigte muß jede nach Sachlage zu erwartende Sorgfalt anwenden, um die Voraussetzungen einer rechtzeitigen Rechtsverfolgung zu schaffen (Senatsurteil vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = a.a.O.).
Jede Verzögerung aber, die dadurch eintritt, daß eine Partei den Auflagen des Gerichts nicht binnen angemessener Frist nachkommt, beruht nicht mehr auf höherer Gewalt (Senatsurt. v. 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = aa).
- BGH, 16.01.1961 - III ZR 204/59
Amtshaftung wegen unrechtmäßiger Pfändungsverfügungen - Verjährung eines …
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Eine solche Hemmung tritt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur ein, wenn der Kläger das Armenrechtsgesuch so rechtzeitig dem Gericht vorgelegt hat, daß er bei sachgemäßer Behandlung noch vor dem Ablauf der Verjährungsfrist mit einer Entscheidung rechnen durfte (BGHZ 17, 199, 202; 37, 113, 116; BGH, Urteile vom 27. Januar 1959 - VI ZR 20/58 = VersR 1959, 336 und vom 20. Juni 1960 - III ZR 127/59 = VersR 1960, 991, 993 m.w.Nachw.; vgl. auch Urteile vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = LM BGB § 254 [E] Nr. 2, vom 21. November 1960 - III ZR 153/59 = LM BGB § 203 Nr. 8, vom 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = LM BGB § 203 Nr. 9 und vom 4. Dezember 1964 - VI ZR 222/63 = VersR 1965, 167;… vgl. auch BGB-RGRK, 12. Aufl. § 203 Rdnr. 7, 9).Wohl ist anerkannt, daß für die Anwendung von § 203 BGB im allgemeinen die gleichen Grundsätze gelten, die die Rechtsprechung bei der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand entwickelt hat, weil auch die für ihre Bewilligung vom Gesetz genannten Gründe, nämlich "Naturereignisse oder andere unabwendbare Zufälle" solche der "höheren Gewalt" sind (BGH Urt. v. 16. Januar 1961 = III ZR 204/59 = a.a.O.).
Hat eine Partei durch Einreichung eines Armenrechtsgesuches eine Hemmung der Verjährung nach § 203 BGB bewirkt, so endet diese Hemmung zwar grundsätzlich erst mit der abschließenden Entscheidung des Gerichts über das Armenrecht (BGH, Urt. v. 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = a.a.O.; vgl. auch BGHZ 37, 113).
- BGH, 04.05.1955 - VI ZR 37/54
Hemmung der Verjährung bei Unvermögen zur Aufbringung der Prozeßkosten
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Eine solche Hemmung tritt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur ein, wenn der Kläger das Armenrechtsgesuch so rechtzeitig dem Gericht vorgelegt hat, daß er bei sachgemäßer Behandlung noch vor dem Ablauf der Verjährungsfrist mit einer Entscheidung rechnen durfte (BGHZ 17, 199, 202; 37, 113, 116; BGH, Urteile vom 27. Januar 1959 - VI ZR 20/58 = VersR 1959, 336 und vom 20. Juni 1960 - III ZR 127/59 = VersR 1960, 991, 993 m.w.Nachw.; vgl. auch Urteile vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = LM BGB § 254 [E] Nr. 2, vom 21. November 1960 - III ZR 153/59 = LM BGB § 203 Nr. 8, vom 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = LM BGB § 203 Nr. 9 und vom 4. Dezember 1964 - VI ZR 222/63 = VersR 1965, 167;… vgl. auch BGB-RGRK, 12. Aufl. § 203 Rdnr. 7, 9).Trotz vieler Parallelen bestehen aber wesentliche Unterschiede zwischen den Wiedereinsetzungs- und den Rechtsmittelfristen (vgl. Anm. von Hauß in LM BGB § 203 Nr. 2 zu BGHZ 17, 199).
- BGH, 07.05.1962 - III ZR 3/60
Auswirkungen der unrichtigen Versagung der Prozeßkostenhilfe auf die Verjährung
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Eine solche Hemmung tritt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur ein, wenn der Kläger das Armenrechtsgesuch so rechtzeitig dem Gericht vorgelegt hat, daß er bei sachgemäßer Behandlung noch vor dem Ablauf der Verjährungsfrist mit einer Entscheidung rechnen durfte (BGHZ 17, 199, 202; 37, 113, 116; BGH, Urteile vom 27. Januar 1959 - VI ZR 20/58 = VersR 1959, 336 und vom 20. Juni 1960 - III ZR 127/59 = VersR 1960, 991, 993 m.w.Nachw.; vgl. auch Urteile vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = LM BGB § 254 [E] Nr. 2, vom 21. November 1960 - III ZR 153/59 = LM BGB § 203 Nr. 8, vom 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = LM BGB § 203 Nr. 9 und vom 4. Dezember 1964 - VI ZR 222/63 = VersR 1965, 167;… vgl. auch BGB-RGRK, 12. Aufl. § 203 Rdnr. 7, 9).Hat eine Partei durch Einreichung eines Armenrechtsgesuches eine Hemmung der Verjährung nach § 203 BGB bewirkt, so endet diese Hemmung zwar grundsätzlich erst mit der abschließenden Entscheidung des Gerichts über das Armenrecht (…BGH, Urt. v. 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = a.a.O.; vgl. auch BGHZ 37, 113).
- BGH, 11.07.1967 - VI ZR 41/66
Rückgriffsanspruch gegen einen Rechtsanwalt - Schuldhaftes Eintretenlassen der …
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Nach der rechtlich zutreffenden Feststellung des Berufungsgerichts war der etwa der Klägerin gegen die Beklagte zustehende Anspruch schon am 11. November 1969 entstanden (vgl. Senatsurteil vom 11. Juni 1967 - VI ZR 41/66 = VersR 1967, 979), so daß er gemäß § 51 BRAO an sich am 11. November 1972 verjährt gewesen wäre, also schon vor Einreichung des Armenrechtsgesuches.Voraussetzung eines solchen Anspruches ist jedoch eine schuldhafte Verletzung dieser Belehrungspflicht seitens des Anwalts (Senatsurt. v. 11. Juli 1967 = VI 41/66 = VersR 1967, 979; vgl. auch Brandner AnwBl 1969, 384, 386).
- BVerfG, 06.06.1967 - 1 BvR 282/65
Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach vorangegangenem …
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Die vom Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluß vom 6. Juni 1967 (BVerfGE 22, 83, 86 ff = NJW 1967, 1267) zu § 234 Abs. 1 ZPO aufgestellten Grundsätze stehen dem jedenfalls nicht entgegen. - BGH, 01.02.1977 - VI ZR 43/75
Rechtsanwalt - Verjährung - Durchsetzbarkeit eines Anspruchs
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Nun ist zwar in der Rechtsprechung anerkannt, daß die Verjährung eines durch Anwaltsfehler ausgelösten Schadensersatzanspruches gegen den Rechtsanwalt durch einen neuen (sekundären) Schadensersatzanspruch des Mandanten gegen den Anwalt aufgefangen werden kann, wenn dieser es unterlassen hat, den Mandanten über seine eigene Haftung und deren Durchsetzbarkeit zu belehren (vgl. zuletzt Senatsurt. v. 1. Februar 1977 - VI ZR 43/75 - m.w.Nachw. = zur Veröffentlichung bestimmt). - BVerfG, 25.10.1966 - 2 BvR 217/66
Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Gehör im Prozeßkostenhilfeverfahren
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Die Entscheidung erforderte eine Stellungnahme der Beklagten (vgl. BVerfG Beschluß vom 13. November 1966 - 2 BvR 217/66 = NJW 1967, 30, 31) und eine Prüfung des Gerichts. - BGH, 20.05.1975 - VI ZR 138/74
Schäden an Häusern wegen Veränderung des Grundwasserspiegels durch Bohrungen …
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Nach Mandatsende, das hier spätestens zwei Monate nach Abschluß des Unterhaltsvergleichs anzusetzen ist, schuldete die Beklagte der Klägerin ohnehin keine Belehrung mehr (vgl. Senatsurt. v. 20. Mai 1975 - VI ZR 138/74 = VersR 1975, 907); dies muß ohne Rücksicht darauf, ob die Belehrung zuvor schuldlos oder schuldhaft unterblieben ist, gelten. - BGH, 27.01.1959 - VI ZR 20/58
Rechtsmittel
Auszug aus BGH, 08.03.1977 - VI ZR 142/75
Eine solche Hemmung tritt nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes nur ein, wenn der Kläger das Armenrechtsgesuch so rechtzeitig dem Gericht vorgelegt hat, daß er bei sachgemäßer Behandlung noch vor dem Ablauf der Verjährungsfrist mit einer Entscheidung rechnen durfte (BGHZ 17, 199, 202; 37, 113, 116; BGH, Urteile vom 27. Januar 1959 - VI ZR 20/58 = VersR 1959, 336 und vom 20. Juni 1960 - III ZR 127/59 = VersR 1960, 991, 993 m.w.Nachw.; vgl. auch Urteile vom 8. Mai 1956 - VI ZR 58/55 = LM BGB § 254 [E] Nr. 2, vom 21. November 1960 - III ZR 153/59 = LM BGB § 203 Nr. 8, vom 16. Januar 1961 - III ZR 204/59 = LM BGB § 203 Nr. 9 und vom 4. Dezember 1964 - VI ZR 222/63 = VersR 1965, 167;… vgl. auch BGB-RGRK, 12. Aufl. § 203 Rdnr. 7, 9). - BGH, 21.11.1960 - III ZR 153/59
Versäumnis der die Verjährung unterbrechenden Zustellung eines Zahlungsbefehls …
- BGH, 04.12.1964 - VI ZR 222/63
- BGH, 20.06.1960 - III ZR 127/59
- BGH, 20.01.1982 - IVa ZR 314/80
Haftpflicht des Steuerberaters
Daß ein Rechtsanwalt verpflichtet ist, seinen Mandanten nicht nur auf den von ihm begangenen Fehler, sondern auch auf die für den Schadensersatz geltende Verjährungsfrist hinzuweisen, war jedoch im Jahre 1972 bereits seit langem in der Rechtsprechung und im Schrifttum anerkannt (RGZ 158, 130; RG DR 1940, 453; BGH Urteil vom 11. Juli 1967 - VI ZR 41/66 - VersR 1967, 979; vom 19. Mai 1970 - VI ZR 27/69, VersR 1970, 815, 818;… Palandt/Danckelmann BGB 30. Aufl. § 198 Anm. 2;… Erman/Hefermehl, BGB 5. Aufl. § 198 Rdn. 10; Carl JW 1938, 2968; Brandner AnwBl 1969, 364); an dieser Auffassung haben Rechtsprechung und Schrifttum auch bis heute festgehalten (vgl. etwa BGH Urteil vom 20. Kai 1975 - VI ZR 138/74 - NJW 1975, 1655; ferner vom 1. Februar 1977 - VI ZR 43/75 - und vom 8. März 1977 - VI ZR 142/75 - VersR 1977, 617; 1977, 622, 624;… Johannsen in RGRK BGB 12. Aufl. § 198 Rdn. 15). - BGH, 10.10.1978 - VI ZR 115/77
Unterbrechung der Verjährung durch Streitverkündung
Dies wäre nur dann der Fall, wenn er während der Mandatszeit gewußt hätte oder wenn es für ihn wahrscheinlich gewesen wäre, daß er einen Fehler gemacht hat, der schließlich zu der Verurteilung der Klägerin durch das Oberlandesgericht bzw. den Bundesgerichtshof geführt hat (vgl. Senatsurteil vom 8. März 1977 - VI ZR 142/75 = VersR 1977, 622, 624). - BGH, 19.01.1978 - II ZR 124/76
Hemmung der Verjährung durch Einreichung eines Armenrechtsgesuchs
70, 10; v. 8.3.77 - VI ZR 142/75, VersR 1977, 622).
- BGH, 11.07.1978 - VI ZR 266/76
Fristlose Kündigung eines Beratervertrages - Auswertung von Umständen zwecks …
Verletzt er diese Pflicht, so entsteht dem Mandanten, der deshalb die dreijährige Frist des § 51 BRAO hat verstreichen lassen, ein neuer "sekundärer" Schadensersatzanspruch (Senatsurteile vom 1. Februar 1977 - VI ZR 43/75 = VersR 1977, 617 m.w.Nachw., und vom 8. März 1977 - VI ZR 142/75 = VersR 1977, 622).Allerdings setzt dieser Anspruch beim Anwalt ein schuldhaftes Verhalten voraus, d.h. er muß wissen, zumindest für wahrscheinlich halten, daß er einen Fehler gemacht hat, der einen Schaden seines Mandanten bewirken kann (so das Senatsurteil vom 8. März 1977 a.a.O.).
- BGH, 29.01.1981 - III ZR 168/79
Hemmung der Verjährung durch Anbringung eines Prozeßkostenhilfegesuchs
Voraussetzung hierfür ist, daß der Antragsteller das Gesuch sachgemäß begründet und alle ihm zur Erlangung des Armenrechts zu Gebote stehenden Mittel erschöpft hat, wozu grundsätzlich auch die Einlegung statthafter Rechtsmittel (vgl. BGHZ 37, 113, 116) sowie die Erfüllung gerichtlicher Auflagen (vgl. BGH Urteile vom 8. März 1977 - VI ZR 142/75 = VersR 1977, 622, 623 …und vom 30. September 1980 aaO) gehören. - BGH, 30.09.1980 - VI ZR 260/79
Hemmung der Verjährung durch Einleitung des Armenrechtsverfahrens
Dem Berufungsgericht ist grundsätzlich darin beizupflichten, daß dem Armenrechtsverfahren nur dann und nur so lange die hemmende Wirkung des § 203 Abs. 2 BGB zukommt, als der Antragsteller unter Anwendung aller ihm zumutbarer Sorgfalt die nach dem Gesetz erforderlichen Maßnahmen zur Erlangung des Armenrechts rechtzeitig ergriffen und das Verfahren sachgemäß betrieben hat (BGHZ 37, 116 [BGH 07.05.1962 - III ZR 3/60]; Senatsurt.v. 8. März 1977 - VI ZR 142/75 = VersR 1977, 622, 623).
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