Rechtsprechung
| BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Ermittlung der Rechtmäßigkeit eines verlängerten Eigentumsvorbehalts - Anspruch auf Schadensersatz wegen einer unerlaubten Handlung - Voraussetzungen für das Vorliegen einer vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung
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- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- WM 1970, 900
- DB 1970, 1429
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (21)
- BGH, 30.04.1959 - VII ZR 19/58
Globalzession. Verlängerter Eigentumsvorbehalt
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Bei dem hier gegebenen Zusammentreffen zwischen verlängerten Eigentumsvorbehalt des Lieferanten und den einer Bank gewährten Zessionen gilt der Prioritätsgrundsatz (BGHZ 30, 149, 151 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 361, 363 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]).Da somit die Abtretung an die Klägerin zeitlich der an die Beklagte vorging, braucht nicht geprüft zu werden, ob dann, wenn diese sich schon im Juli 1963 im voraus alle Kundenforderungen hätte zedieren lassen, eine solche Globalzession deshalb hätte außer Betracht bleiben müssen, weil sie wegen Verstosses gegen die §§ 134, 138 BGB nichtig wäre (vgl. BGHZ 30, 149, 151 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 361, 365) [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58].
Verarbeitung und Umsatz der gelieferten Ware werden durch den Warenkredit des Lieferanten ebenso ermöglicht wie durch den Geldkredit der Bank (vgl. BGHZ 30, 152 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 363 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]/364; von Caemmerer JZ 1953, 100).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist stets zu prüfen, ob die vom Schuldner und Kreditnehmer seiner Bank versprochenen Zessionen deshalb nach den §§ 134, 156 BGB unwirksam sind, weil die Kreditbedingungen der Bank ihn verleiteten oder gar drängten, seinem Lieferanten gegenüber fortgesetzt grobe Vertragsverletzungen, möglicherweise sogar strafbare Handlungen zu begehen (BGHZ 30, 153 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 365 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; Urteile des VIII. Zivilsenats vom 2. Februar 1960 - VIII ZR 43/59 - NJW 1960, 1003 - WM 1960, 395 und vom 24. April 1968 - VIII ZR 94/66 - NJW 1968, 1516 - WM 1968, 644).
- BGH, 09.06.1960 - VII ZR 228/58
Verlängerter Eigentumsvorbehalt und Sicherungsabtretung an Banken
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Bei dem hier gegebenen Zusammentreffen zwischen verlängerten Eigentumsvorbehalt des Lieferanten und den einer Bank gewährten Zessionen gilt der Prioritätsgrundsatz (BGHZ 30, 149, 151 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 361, 363 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]).Da somit die Abtretung an die Klägerin zeitlich der an die Beklagte vorging, braucht nicht geprüft zu werden, ob dann, wenn diese sich schon im Juli 1963 im voraus alle Kundenforderungen hätte zedieren lassen, eine solche Globalzession deshalb hätte außer Betracht bleiben müssen, weil sie wegen Verstosses gegen die §§ 134, 138 BGB nichtig wäre (vgl. BGHZ 30, 149, 151 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 361, 365) [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58].
Verarbeitung und Umsatz der gelieferten Ware werden durch den Warenkredit des Lieferanten ebenso ermöglicht wie durch den Geldkredit der Bank (vgl. BGHZ 30, 152 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 363 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]/364; von Caemmerer JZ 1953, 100).
Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist stets zu prüfen, ob die vom Schuldner und Kreditnehmer seiner Bank versprochenen Zessionen deshalb nach den §§ 134, 156 BGB unwirksam sind, weil die Kreditbedingungen der Bank ihn verleiteten oder gar drängten, seinem Lieferanten gegenüber fortgesetzt grobe Vertragsverletzungen, möglicherweise sogar strafbare Handlungen zu begehen (BGHZ 30, 153 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 365 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; Urteile des VIII. Zivilsenats vom 2. Februar 1960 - VIII ZR 43/59 - NJW 1960, 1003 - WM 1960, 395 und vom 24. April 1968 - VIII ZR 94/66 - NJW 1968, 1516 - WM 1968, 644).
- BGH, 16.12.1957 - VII ZR 49/57
Verlängerter Eigentumsvorbehalt
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
In den Lieferungsbedingungen der Klägerin, die offenbar überwiegend in Anlehnung an die Rechtsprechung gefaßt worden sind (vgl. BGHZ 7, 365, 370 [BGH 25.10.1952 - I ZR 48/52]; 20, 159 [BGH 03.03.1956 - IV ZR 301/55]; 26, 185 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 402/56]; 46, 117, 118), [BGH 19.10.1966 - VIII ZR 152/64]sind die Forderungen, die ihr abgetreten wurden, genügend bestimmt bezeichnet.Grundsätzlich ist nach der Rechtsprechung (BGHZ 26, 185, 190 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 49/57]; 42, 53, 57) [BGH 15.06.1964 - VIII ZR 305/62]auch nichts dagegen einzuwenden, daß sich.
Bei solcher Anwendung der Lieferungsbedingungen konnte das Berufungsgericht aber ohne Rechtsfehler annehmen, daß die Schuldnerin nicht in einer mit den guten Sitten nicht mehr zu vereinbarenden Weise in ihrer wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit eingeengt worden war (BGHZ 26, 190 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 49/57]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]; 1968, 1516) [BVerfG 07.05.1968 - 2 BvR 702/65].
- BGH, 30.05.1960 - VII ZR 257/59
Einziehungsermächtigung beim verlängerten Eigentumsvorbehalt
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Bei dem hier gegebenen Zusammentreffen zwischen verlängerten Eigentumsvorbehalt des Lieferanten und den einer Bank gewährten Zessionen gilt der Prioritätsgrundsatz (BGHZ 30, 149, 151 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 361, 363 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]).Bei solcher Anwendung der Lieferungsbedingungen konnte das Berufungsgericht aber ohne Rechtsfehler annehmen, daß die Schuldnerin nicht in einer mit den guten Sitten nicht mehr zu vereinbarenden Weise in ihrer wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit eingeengt worden war (BGHZ 26, 190 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 49/57]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]; 1968, 1516) [BVerfG 07.05.1968 - 2 BvR 702/65].
Daher ist dem Grundsatz nach nichts gegen den Standpunkt des Berufungsgerichts einzuwenden, daß die Beklagte die Schuldnerin zu ihrem Vertragsbruch verleitet (vgl. BGHZ 32, 357, 360 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]; 51, 113, 118) [BGH 28.11.1968 - VII ZR 157/66]und mit ihr bewußt zum Nachteil der Klägerin zusammengewirkt habe.
- BGH, 25.10.1952 - I ZR 48/52
Vorausabtretung. Verlängerter Eigentumsvorbehalt
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
In den Lieferungsbedingungen der Klägerin, die offenbar überwiegend in Anlehnung an die Rechtsprechung gefaßt worden sind (vgl. BGHZ 7, 365, 370 [BGH 25.10.1952 - I ZR 48/52]; 20, 159 [BGH 03.03.1956 - IV ZR 301/55]; 26, 185 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 402/56]; 46, 117, 118), [BGH 19.10.1966 - VIII ZR 152/64]sind die Forderungen, die ihr abgetreten wurden, genügend bestimmt bezeichnet.Ihre Interessen wurden zudem durch die in Abs. 8 der Ziffer 7 VLB enthaltene Übersicherungs-Klausel geschützt (BGHZ 7, 370 [BGH 25.10.1952 - I ZR 48/52]).
- BGH, 24.04.1968 - VIII ZR 94/66
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Bei solcher Anwendung der Lieferungsbedingungen konnte das Berufungsgericht aber ohne Rechtsfehler annehmen, daß die Schuldnerin nicht in einer mit den guten Sitten nicht mehr zu vereinbarenden Weise in ihrer wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit eingeengt worden war (BGHZ 26, 190 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 49/57]; BGH NJW 1960, 1713 [BGH 30.05.1960 - VII ZR 257/59]; 1968, 1516) [BVerfG 07.05.1968 - 2 BvR 702/65].Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist stets zu prüfen, ob die vom Schuldner und Kreditnehmer seiner Bank versprochenen Zessionen deshalb nach den §§ 134, 156 BGB unwirksam sind, weil die Kreditbedingungen der Bank ihn verleiteten oder gar drängten, seinem Lieferanten gegenüber fortgesetzt grobe Vertragsverletzungen, möglicherweise sogar strafbare Handlungen zu begehen (BGHZ 30, 153 [BGH 30.04.1959 - VII ZR 19/58]; 32, 365 [BGH 09.06.1960 - VII ZR 228/58]; Urteile des VIII. Zivilsenats vom 2. Februar 1960 - VIII ZR 43/59 - NJW 1960, 1003 - WM 1960, 395 und vom 24. April 1968 - VIII ZR 94/66 - NJW 1968, 1516 - WM 1968, 644).
- BGH, 06.11.1968 - VIII ZR 15/67
Wirksamkeit der Vereinbarung eines verlängerten Eigentumsvorbehalts - …
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Diesen Standpunkt hat der Bundesgerichtshof zuletzt wieder in dem Urteil vom 6. November 1968 (VIII ZR 15/67 - NJW 1969, 318 - WM 1969, 18) vertreten.Hieran ist - trotz der erneuten Einwände von Werhahn NJW 1969, 652 - festzuhalten.
- BGH, 03.03.1956 - IV ZR 334/55
Verarbeitung von Halbzeugen
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
In den Lieferungsbedingungen der Klägerin, die offenbar überwiegend in Anlehnung an die Rechtsprechung gefaßt worden sind (vgl. BGHZ 7, 365, 370 [BGH 25.10.1952 - I ZR 48/52]; 20, 159 [BGH 03.03.1956 - IV ZR 301/55]; 26, 185 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 402/56]; 46, 117, 118), [BGH 19.10.1966 - VIII ZR 152/64]sind die Forderungen, die ihr abgetreten wurden, genügend bestimmt bezeichnet. - BGH, 19.10.1966 - VIII ZR 152/64
Verarbeitungsklausel
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
In den Lieferungsbedingungen der Klägerin, die offenbar überwiegend in Anlehnung an die Rechtsprechung gefaßt worden sind (vgl. BGHZ 7, 365, 370 [BGH 25.10.1952 - I ZR 48/52]; 20, 159 [BGH 03.03.1956 - IV ZR 301/55]; 26, 185 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 402/56]; 46, 117, 118), [BGH 19.10.1966 - VIII ZR 152/64]sind die Forderungen, die ihr abgetreten wurden, genügend bestimmt bezeichnet. - BGH, 15.06.1964 - VIII ZR 305/62
Übergang des erweiterten Eigentumsvorbehalts
Auszug aus BGH, 26.05.1970 - VI ZR 48/69
Grundsätzlich ist nach der Rechtsprechung (BGHZ 26, 185, 190 [BGH 16.12.1957 - VII ZR 49/57]; 42, 53, 57) [BGH 15.06.1964 - VIII ZR 305/62]auch nichts dagegen einzuwenden, daß sich. - BGH, 09.06.1960 - VII ZR 229/58
Vorausabtretung durch Erblasser
- BGH, 03.03.1956 - IV ZR 301/55
Hochfrequenzgeräte - § 93, § 947 Abs. 2, § 950 BGB, Einbau serienmäßig …
- BGH, 28.11.1968 - VII ZR 157/66
Abtretungsverbot im Bauvertrag
- BGH, 02.02.1960 - VIII ZR 43/59
- BGH, 15.06.1960 - IV ZR 16/60
Mangelhaftes schriftliches Verfahren
- BGH, 30.06.1959 - VIII ZR 11/59
Vorausabtretung und Konkursanfechtung
- BVerfG, 07.05.1968 - 2 BvR 702/65
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Auslegung der Blankettnorm des § 366 …
- BGH, 16.12.1957 - VII ZR 402/56
Rechtsmittel
- BGH, 02.11.1955 - IV ZR 103/55
Rechtsmittel
- BGH, 30.10.1961 - VII ZR 157/60
Rechtsmittel
- BGH, 04.07.1963 - VII ZR 75/62
Rechtsmittel
- BGH, 08.10.1986 - VIII ZR 342/85
Formularmäßige Vereinbarung eines erweiterten und verlängerten …
b) Die Wirksamkeit des in Nr. 7 der Geschäftsbedingungen der Klägerin enthaltenen erweiterten und verlängerten Eigentumsvorbehalts ist in erster Linie an § 9 AGB-Gesetz zu messen (Senatsurteil BGHZ 94, 105, 112 [BGH 20.03.1985 - VIII ZR 342/83] m. w. Nachw.); er ist - jedenfalls im kaufmännischen Verkehr - grundsätzlich unbedenklich (…Senatsurteil aaO; vgl. auch zur Rechtslage vor Inkrafttreten des AGB-Gesetzes BGHZ 26, 185 und BGH Urteil vom 26. Mai 1970 - VI ZR 48/69 = WM 1970, 900). - BGH, 05.07.1978 - VIII ZR 180/77
Grobe Fahrlässigkeit beim Kauf eines Betonmischers?
Der Bundesgerichtshof hat derartige Klauseln wiederholt als wirksam angesehen (BGHZ 26, 185, 190; 42, 53, 58; BGH Urteile vom 20. Mai 1958 - VIII ZR 329/56 = NJW 1958, 1231, vom 14. Februar 1968 - VIII ZR 220/65 = WM 1968, 447, vom 12. Juni 1969 - VII ZR 13/67 = WM 1969, 1072 und vom 26. Mai 1970 - VI ZR 48/69 = WM 1970, 900). - BGH, 12.11.1970 - VII ZR 34/69
Sicherungsabtretung von Kundenforderungen
Auch der VI. Zivilsenat vertritt diese Auffassung (DB 1970, 1429).
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