Rechtsprechung
| BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Rechtmäßigkeitsvoraussetzungen eines Grundsteuerbescheids hinsichtlich der Ausgleichung einer Grundsteuermehrbelastung für Müllabfuhr und Straßenreinigung - Anforderungen an das Vorliegen einer unbilligen abgabenordnungsrechtlichen Gebührenerhebung gem. § 131 Abgabenordnung ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- OVG Nordrhein-Westfalen, 27.04.1966 - III A 1179/62
- BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (10)
- BVerwG, 23.10.1959 - VII C 193.57
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Zwar kann sich die Unbilligkeit im Sinne von § 131 AO im Einzelfalle nicht nur aus den persönlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen, die hier nicht in Frage stehen, sondern auch, was die Klägerin für sich geltend macht, aus der Natur der Sache ergeben (BVerwGE 9, 238 [BVerwG 23.10.1959 - VII C 193/57] [239] mit weiteren Nachweisen).Nach der Rechtsprechung des Senats, kommt es für die Frage, ob eine sachliche Unbilligkeit vorliegt, wesentlich auf den Inhalt der betreffenden Steuervorschrift an, vor allem auf den Sinn und Zweck der in der jeweiligen abgabenrechtlichen Bestimmung getroffenen Regelung (BVerwGE 9, 238 [BVerwG 23.10.1959 - VII C 193/57] [239, 240], Vorlagebeschluß vom 13. Februar 1970 a.a.O.).
Entsprechende Gedanken liegen dem Urteil des Senats in BVerwGE 9, 238 [240] zugrunde, wenn dort ausgeführt ist, daß der Charakter der auf den Wert und nicht den Ertrag abgestellten Grundsteuer es grundsätzlich ausschließt, die Ertraglosigkeit eines Grundstücks als sachliche Härte anzusehen, die den Erlaß der Grundsteuer rechtfertigt.
- BVerwG, 13.02.1970 - VII C 75.66
Gewerbesteuererlass wegen Unbilligkeit der Einziehung der Steuer - …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Bei der rechtlichen Beurteilung dieses Vorbringens kann die dem Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe vorgelegte Frage offenbleiben, ob entsprechend der Ansicht des erkennenden Senats der Begriff der Unbilligkeit im Sinne von § 131 AO ein in vollem Umfange, gerichtlich, nachprüfbarer Rechtsbegriff ist oder ob, wie der Bundesfinanzhof meint, der Verwaltung bei Auslegung dieses Rechtsbegriffs ein Beurteilungsspielraum zukommt (Vorlagebeschluß vom 13. Februar 1970 - BVerwG VII C 75.66 - [BVerwGE 35, 69]).Nach der Rechtsprechung des Senats, kommt es für die Frage, ob eine sachliche Unbilligkeit vorliegt, wesentlich auf den Inhalt der betreffenden Steuervorschrift an, vor allem auf den Sinn und Zweck der in der jeweiligen abgabenrechtlichen Bestimmung getroffenen Regelung (BVerwGE 9, 238 [BVerwG 23.10.1959 - VII C 193/57] [239, 240], Vorlagebeschluß vom 13. Februar 1970 a.a.O.).
- BVerwG, 26.05.1967 - VII C 92.65
Veranlagung zur Zahlung von Vergnügungssteuer - Anschaffung als Grundlage für die …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Für besonders außergewöhnliche Fälle dieser Art, die aus der gesetzlichen Bemessungsgrundlage der Mehrbelastung hervorgehen, bleibt der Billigkeitserlaß nach § 131 AO das gebotene Ausgleichsmittel (vgl. auch BVerwGE 18, 186 [191] für die Vergnügungsteuer; ferner BVerwGE 27, 146 [BVerwG 26.05.1967 - BVerwG VII C 92.65] [151]).
- BVerwG, 13.11.1962 - VII C 196.60
Rechtmäßigkeit i.R.d. Heranziehung eines Grundstückseigentümers zu einer …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Zu dem rechtlichen Charakter der Mehrbelastung hat der erkennende Senat im Urteil vom 13. November 1962 - BVerwG VII C 196.60 - (BVerwGE 15, 149 ff.) Stellung genommen. - BFH, 28.10.1958 - VII 185/57 U
Nachforderung von Eingangsabgaben im Zollverfahren - Grundsatz der Selbstbindung …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Auch nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sind Billigkeitserlasse aus sachlichen Gründen nur insoweit durch die Ermächtigung des § 131 AO gedeckt, als nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers auf dem in Frage kommenden Steuerrechtsgebiet angenommen werden kann, daß der Gesetzgeber diese im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - hätte er sie geregelt - im Sinne des begehrten Erlasses entschieden haben würde (BFH vom 27. März 1958, BStBl. III 1958, 248 = BFHE 66, 647 [BFH 27.03.1958 - V z 181/57 U]; BFH vom 28. Oktober 1958, BStBl. III 1959, 11;… ebenso Kühn, Abgabenordnung, 9. Aufl. 1969, RdNr. 7 zu § 131). - BFH, 05.10.1966 - II 111/64
Möglichkeit der Gewährung eines steuerlichen Billigkeitserlasses gegen …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Hat der Gesetzgeber Besteuerungsmaßnahmen angeordnet, obwohl in bestimmten Fällen bei Durchführung der Bestimmung der Eintritt von Härten in der Sache selbst vorauszusehen war, und sind diese Härten bei Erlaß des Gesetzes in Kauf genommen worden, so kann, wie der Bundesfinanzhof zutreffend zum Ausdruck gebracht hat, die Gewährung eines steuerlichen Billigkeitserlasses gemäß § 131 AO wegen Härte in der Sache selbst grundsätzlich nicht in Betracht kommen, weil nicht angängig ist, durch Billigkeitsmaßnahmen den erklärten Willen des Gesetzgebers zu durchkreuzen (BFHE 88, 382 [BFH 05.10.1966 - II 111/64];… ferner Hübschmann-Hepp-Spitaler, Abgabenordnung, 1. bis 5. Aufl., RdNr. 22 zu § 131). - BFH, 27.03.1958 - V z 181/57 U
Zulässiger Inhalt von Richtlinien und Erlassverträgen auf dem Gebiet des …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Auch nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs sind Billigkeitserlasse aus sachlichen Gründen nur insoweit durch die Ermächtigung des § 131 AO gedeckt, als nach dem erklärten oder mutmaßlichen Willen des Gesetzgebers auf dem in Frage kommenden Steuerrechtsgebiet angenommen werden kann, daß der Gesetzgeber diese im Billigkeitswege zu entscheidende Frage - hätte er sie geregelt - im Sinne des begehrten Erlasses entschieden haben würde (BFH vom 27. März 1958, BStBl. III 1958, 248 = BFHE 66, 647 [BFH 27.03.1958 - V z 181/57 U]; BFH vom 28. Oktober 1958, BStBl. III 1959, 11;… ebenso Kühn, Abgabenordnung, 9. Aufl. 1969, RdNr. 7 zu § 131). - BVerwG, 06.12.1968 - VII C 47.66
Voraussetzung für einen Steuererlass - Zwang zum Bauen - Gründe für einen …
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Im Billigkeitsverfahren nach § 131 AO können Einwendungen, die sich gegen die Verfassungsmäßigkeit der Steuer richten, nicht erhoben werden, wenn der Steuerbescheid selbst nicht angefochten worden ist (Urteil vom 6. Dezember 1968 - BVerwG VII C 47.66 - [KStZ 1969, 54 = HFR 1969, 401 [BVerwG 06.12.1968 - BVerwG VII C 47.66] = DWW 1970, 33]; BFH in BStBl. 1957 III 408; BStBl. 1963 III 515). - BVerwG, 26.11.1958 - VI C 304.57
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Dabei sind die Gründe sachlicher Unbilligkeit solche, die aus dem steuerlichen Tatbestand selbst hervorgehen und von den außerhalb dieses Tatbestandes liegenden persönlichen Gründen, insbesondere den wirtschaftlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen unabhängig sind (vgl. insbesondere Urteil vom 7. November 1958 - BVerwG VII C 66.57 - [DÖV 1959, 357, 358 = MDR 1959, 332, 333 = KStZ 1959, 26, 28]). - BVerwG, 07.11.1958 - VII C 66.57
Auszug aus BVerwG, 04.12.1970 - VII C 127.66
Dabei sind die Gründe sachlicher Unbilligkeit solche, die aus dem steuerlichen Tatbestand selbst hervorgehen und von den außerhalb dieses Tatbestandes liegenden persönlichen Gründen, insbesondere den wirtschaftlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen unabhängig sind (vgl. insbesondere Urteil vom 7. November 1958 - BVerwG VII C 66.57 - [DÖV 1959, 357, 358 = MDR 1959, 332, 333 = KStZ 1959, 26, 28]).
- BVerwG, 04.06.1982 - 8 C 90.81
Voraussetzungen für einen Billigkeitserlass aus sachlichen Gründen - …
Ein Billigkeitserlaß darf nicht gewährt werden, um ein vom Gesetzgeber zulässigerweise gewolltes (oder doch in Kauf genommenes) Ergebnis abzuwenden (vgl.Urteile vom 4. Dezember 1970 - BVerwG VII C 127.66 - Buchholz 401.42 Grundsteuermehrbelastung Nr. 3 S. 7 [9] undvom 13. Februar 1976 - BVerwG VII C 7.74 - Buchholz 401.0 § 131 AO Nr. 19 S. 11 [13] = KStZ 1976, 109; ferner zur baurechtlichen BefreiungUrteil vom 14. Juli 1972 - BVerwG IV C 69.70 - BVerwGE 40, 268 [272]). - BVerwG, 04.06.1982 - 8 C 53.81
Festsetzung von Einheitswert und Grundsteuermessbetrag - Steuererlass aus Gründen …
Ein Billigkeitserlaß darf nicht gewährt werden, um ein vom Gesetzgeber zulässigerweise gewollte (oder doch in Kauf genommenes) Ergebnis abzuwenden (vgl. Urteil vom 4. Dezember 1970 - BVerwG VII C 127.66 - Buchholz 401.42 Grundsteuermehrbelastung Nr. 3 S. 7 [9] und vom 13. Februar 1976 - BVerwG VII C 7.74 - Buchholz 401.0 § 131 AO Nr. 19 S. 11 [13] = KStZ 1976, 109; ferner zur baurechtlichen Befreiung Urteil vom 14. Juli 1972 - BVerwG IV C 69.70 - BVerwGE 40, 268 [272]). - BVerwG, 04.06.1982 - 8 C 126.81
Voraussetzungen für einen Billigkeitserlass aus sachlichen Gründen - …
Ein Billigkeitserläß darf nicht gewährt werden, um ein vom Gesetzgeber zulässigerweise gewolltes (oder doch in Kauf genommenes) Ergebnis abzuwenden (vgl.Urteile vom 4. Dezember 1970 - BVerwG VII C 127.66 - Buchholz 401.42 Grundsteuermehrbelastung Nr. 3 S. 7 [9] undvom 13. Februar 1976 - BVerwG VII C 7.74 - Buchholz 401.0 § 131 AO Nr. 19 S. 11 [13] = KStZ 1976, 109; ferner zur baurechtlichen BefreiungUrteil vom 14. Juli 1972 - BVerwG IV C 69.70 - BVerwGE 40, 268 [272]). - BVerwG, 04.06.1982 - 8 C 107.81
Wegfall der Grundsteuervergünstigung nach dem 2. Wohnungsbaugesetz - Sachliche …
Ist dies zu verneinen, so hat es bei der Anwendung der gesetzlichen Regelung sein Bewenden Ein Billigkeitserlaß darf nicht gewährt werden, um ein vom Gesetzgeber zulässigerweise gewolltes (oder doch in Kauf genommenes) Ergebnis abzuwenden (vgl. Urteile vom 4. Dezember 1970 - BVerwG VII C 127.66 - Buchholz 401.42 Grundsteuermehrbelastung Nr. 3 S. 7 [9] und vom 13. Februar 1976 - BVerwG VII C 7.74 - Buchholz 401.0 § 131 AO Nr. 19 S. 11 [13] = KStZ 1976, 109; ferner zur baurechtlichen Befreiung Urteil vorn 14. Juli 1972 - BVerwG IV C 69.70 - BVerwGE 40, 268 [272]).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".