Rechtsprechung
| BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05 (PKH) |
Volltextveröffentlichungen (4)
- Judicialis
EStG § 20 Abs. 1 Nr. 1; ; EStG § ... 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2; ; FGO § 142; ; FGO § 142 Abs. 1; ; ZPO § 114; ; ZPO § 115 Abs. 1; ; ZPO § 115 Abs. 1 Satz 3 Nr. 2 Buchst. a; ; ZPO § 115 Abs. 1 Satz 7; ; ZPO § 115 Abs. 2; ; ZPO § 115 Abs. 3 Satz 1; ; ZPO § 115 Abs. 3 Satz 2; ; ZPO § 120 Abs. 1 Satz 1; ; AO §§ 69 ff.; ; SGB XII § 90 Abs. 2 Nr. 9
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- datenbank.nwb.de
Ermittlung des einzusetzenden Einkommens eines Antragstellers auf Prozesskostenhilfe; Grenze des Schonvermögens
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- FG Münster, 22.07.2005 - 11 K 5828/03
- BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05 (PKH)
- BFH, 19.06.2007 - VIII R 54/05
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (6)
- BFH, 22.02.2005 - VIII R 24/03
VGA; Zuwendung an nahe stehende Personen
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
Die Zuwendung eines Vermögensvorteils an eine nahestehende Person ist stets unabhängig davon als vGA zu beurteilen, ob auch der Gesellschafter selbst ein vermögenswertes Interesse an dieser Zuwendung hat (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25. Mai 2004 VIII R 4/01, BFHE 207, 103; vom 22. Februar 2005 VIII R 24/03, BFH/NV 2005, 1266).b) Der Beweis des ersten Anscheins für eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis kann durch die Feststellung erschüttert werden, dass die Zuwendung des Vorteils ihre Ursache ausschließlich in einer vom Gesellschaftsverhältnis zum nahestehenden Gesellschafter unabhängigen Beziehung der Kapitalgesellschaft zum Empfänger der Zuwendung hat; die Kapitalgesellschaft oder der dem Begünstigten nahestehende Gesellschafter haben dies darzulegen (BFH-Urteile vom 27. November 1974 I R 250/72, BFHE 114, 236, BStBl II 1975, 306; in BFH/NV 2005, 1266).
Vielmehr ist in derartigen Fällen --ohne Beweiserleichterung-- festzustellen, wer die vGA veranlasst hat (BFH-Urteil in BFH/NV 2005, 1266).
- BFH, 29.09.1981 - VIII R 8/77
Kapitalgesellschaft - Verdeckte Gewinnausschüttung - Zustimmung des …
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
Ist unmittelbarer Empfänger der Zuwendung ein nahestehender anderer Gesellschafter, so ist die vGA ausschließlich diesem zuzurechnen, soweit ihm nicht (auch) sein Mitgesellschafter etwas zuwenden wollte (BFH-Urteil vom 29. September 1981 VIII R 8/77, BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).Deshalb spricht einiges dafür, dass dem GmbH-Gesellschafter in derartigen Fällen nur dann eine mittelbare vGA als Einnahme zugerechnet werden kann, wenn --ohne Beweiserleichterung-- angenommen werden kann, dass einmal die GmbH dem Gesellschafter und zum Zweiten der Gesellschafter dem Geschäftsführer einen Vermögensvorteil zuwenden wollte und beide Zuwendungen mittelbar dadurch erfolgt sind, dass die GmbH unmittelbar an ihren Geschäftsführer geleistet hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 135, 31, BStBl II 1982, 248).
- BFH, 25.05.2004 - VIII R 4/01
Verdeckte Gewinnausschüttung durch überhöhte Preisnachlässe eines …
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
Die Zuwendung eines Vermögensvorteils an eine nahestehende Person ist stets unabhängig davon als vGA zu beurteilen, ob auch der Gesellschafter selbst ein vermögenswertes Interesse an dieser Zuwendung hat (Urteile des Bundesfinanzhofs --BFH-- vom 25. Mai 2004 VIII R 4/01, BFHE 207, 103;… vom 22. Februar 2005 VIII R 24/03, BFH/NV 2005, 1266).
- BFH, 27.11.1974 - I R 250/72
Zur Bewertung verdeckter Gewinnausschüttungen im Körperschaftsteuerrecht; keine …
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
b) Der Beweis des ersten Anscheins für eine Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis kann durch die Feststellung erschüttert werden, dass die Zuwendung des Vorteils ihre Ursache ausschließlich in einer vom Gesellschaftsverhältnis zum nahestehenden Gesellschafter unabhängigen Beziehung der Kapitalgesellschaft zum Empfänger der Zuwendung hat; die Kapitalgesellschaft oder der dem Begünstigten nahestehende Gesellschafter haben dies darzulegen (BFH-Urteile vom 27. November 1974 I R 250/72, BFHE 114, 236, BStBl II 1975, 306;… in BFH/NV 2005, 1266). - BFH, 13.06.2006 - VI S 9/05
PKH: einzusetzendes Vermögen
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
Die Grenze dieses Schonvermögens nach § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII beträgt --bezogen auf die Hilfe in besonderen Lebenslagen, zu denen auch die PKH gehört (vgl. BFH-Beschluss vom 13. Juni 2006 VI S 9/05 (PKH), BFH/NV 2006, 1690)-- 2 600 EUR (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b der Verordnung zur Durchführung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII). - BFH, 29.04.2005 - VII S 10/05
Notanwalt
Auszug aus BFH, 19.06.2007 - VIII S 10/05
Eine Kostenentscheidung ist im PKH-Verfahren nicht zu treffen, da es sich um ein unselbstständiges Zwischenverfahren handelt, für das Gerichtsgebühren nicht entstehen (vgl. BFH-Beschluss vom 29. April 2005 VII S 10/05 (PKH), BFH/NV 2005, 1599).
- BGH, 10.06.2008 - VI ZB 56/07
Anwendung der Vermögensfreibeträge für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe bei …
Da es sich bei der Prozesskostenhilfe nicht um Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Dritten Kapitel des Zwölften Buches des Sozialgesetzbuches handelt, ist der maßgebende Betrag nach allgemeiner Meinung und entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde nicht § 1 Abs. 1a dieser Verordnung, sondern der Vorschrift des § 1 Abs. 1b zu entnehmen, die Freibeträge für die Hilfe in besonderen Lebenslagen bestimmt (vgl. BFH, Beschluss vom 13. Juni 2006 - VI S 9/05 [PKH] - BFH/NV 2006, 1690, zitiert nach juris, Rn. 9; BFH, Beschluss vom 19. Juni 2007 - VIII S 10/05 [PKH] - juris, Rn. 18; OLG Karlsruhe, OLG-Report 2005, 504 f. = FamRZ 2005, 1917; OLG Brandenburg, Beschluss vom 19. Dezember 2006 - 9 WF 373/06 - juris, Rn. 8; VG Freiburg, NJW 1983, 1926; Schoreit/Groß, Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe, 9. Aufl., § 115 Rn. 118; Kalthoener/Büttner/Wrobel-Sachs, aaO, Rn. 348; Zöller/Philippi, ZPO, 26. Aufl., § 115, Rn. 57; Wieczorek/Schütze/Steiner, ZPO, 3. Aufl., § 115, Rn. 19; a.A.: Sächsisches Landessozialgericht, FamRZ 2007, 156 f. mit abl. - LSG Sachsen-Anhalt, 11.10.2010 - L 8 SO 5/10
Überleitung eines Leistungsanspruchs gegen einen Dritten auf den …
Nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b) der Verordnung zur Durchführung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII sind als kleinere Barbeträge oder sonstige Geldwerte 2.600 EUR zuzüglich eines Betrages von 256 EUR für jede Person, die von der nachfragenden Person überwiegend unterhalten wird, anzusehen (vgl. Bundesfinanzhof (BFH), Beschluss vom 19. Juni 2007 - VIII S 10/05 PKH - juris; LSG Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 27. Januar 2009 - L 3 15/08 R - juris). - LSG Sachsen-Anhalt, 27.01.2009 - L 3 B 15/08 Nach (der für die Klägerin günstigeren) Regelung in § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b) der Verordnung zur Durchführung des § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII vom 11. Februar 1988 (BGBl. I S. 150), zuletzt geändert durch Art. 15 des Gesetzes zur Einordnung des Sozialhilferechts in des Sozialgesetzbuch vom 27. Dezember 2003 (BGBl. I 3022) sind als kleinere Barbeträge oder sonstige Geldwerte 2.600 EUR zuzüglich eines Betrages von 256 EUR für jede Person, die von der nachfragenden Person überwiegend unterhalten wird, anzusehen (vgl. im Ergebnis zur Anwendung von § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Buchst. b) Bundesfinanzhof (BFH), Beschluss vom 19. Juni 2007 - VIII S 10/05 PKH - juris; Schleswig-Holsteinisches LSG, Beschluss vom 1. Oktober 2008 - L 9 B 461/08 SO ER, L 9 B 246/08 SO PKH - juris).
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