Rechtsprechung
| BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92 |
Volltextveröffentlichungen (6)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- Wolters Kluwer
Berechtigung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung und Abtretung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle - Zustimmung zur Weitergabe von Behandlungsdaten des Arztes an eine gewerbliche Verrechnungsstelle - Verstoß gegen die ärztliche Schweigepflicht
- FIS Money Advice (Volltext/Auszüge)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BGB § 134, § 398, § 402; StGB § 203 Abs. 1 Nr. 1
Abtretung einer ärztlichen Honorarforderung - ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1993, 2371
- MDR 1993, 1057
- WM 1993, 1560
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (5)
- BGH, 10.07.1991 - VIII ZR 296/90
Wirksamkeit der Abtretung einer ärztlichen Honorarforderung an eine …
Auszug aus BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92
Das Berufungsgericht knüpft an die Rechtsprechung des erkennenden Senats an, wonach die Abtretung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB) verletzt und deswegen nach § 134 BGB nichtig ist, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe der Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348 = LM BGB § 134 Nr. 140; vgl. auch BGHZ 116, 268, 272; für die Nichtigkeit der Abtretung von Honorarforderungen eines Rechtsanwalts vgl. ferner BGH, Urteile vom 25. März 1993 - IX ZR 192/92 = WM 1993, 1009 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 - zur Veröffentlichung vorgesehen).Sie macht aber geltend, der hier zu entscheidende Fall weiche von den Senatsurteilen BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und vom 20. Mai 1992 a.a.O. zugrundeliegenden Sachverhalten in zweierlei Hinsicht ab: Zum einen sei die Abtretung nicht an eine gewerbliche Abrechnungsstelle, sondern an eine berufsständische Organisation (zum Unterschied vgl. z.B. Taupitz, VersR 1991, 1213, 1214 f m.w.Nachw.) erfolgt, deren Hilfe sich der Arzt bei der Abwicklung seiner Honorarforderungen bedienen dürfe.
Zum anderen sei die Abtretung der Honorarforderungen nicht global und aus wirtschaftlichen Erwägungen zum Zwecke der Entlastung seines Praxispersonals erfolgt (vgl. BGHZ 115, 123, 129) [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90].
Daß die ohne Zustimmung des Patienten erfolgende Weitergabe von Behandlungsdaten an eine berufsständische Organisation nicht schon deswegen gerechtfertigt ist, weil auch die Standesorganisation nach § 203 Abs. 1 Nr. 6 StGB einer strafbewehrten Schweigepflicht unterliegt, ergibt sich bereits aus dem Senatsurteil BGHZ 115, 123, 128 f. [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90].
Zwar ist dem Arzt unter dem Gesichtspunkt der berechtigten Wahrnehmung eigener Interessen die gerichtliche Geltendmachung einer Honorarforderung gegen einen säumigen Patienten zweifellos erlaubt (BGHZ 115, 123, 129 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90]; vgl. auch BGH…, Urteil vom 25. März 1993 a.a.O. unter II 2 c).
Die zusätzliche Einschaltung eines Dritten, hier des Klägers, ist dabei regelmäßig nicht erforderlich (vgl. BGHZ 115, 123, 129) [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90].
- BGH, 25.03.1993 - IX ZR 192/92
Nichtige Abtretung der anwaltlichen Honorarforderung
Auszug aus BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92
Das Berufungsgericht knüpft an die Rechtsprechung des erkennenden Senats an, wonach die Abtretung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB) verletzt und deswegen nach § 134 BGB nichtig ist, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe der Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348 = LM BGB § 134 Nr. 140; vgl. auch BGHZ 116, 268, 272; für die Nichtigkeit der Abtretung von Honorarforderungen eines Rechtsanwalts vgl. ferner BGH, Urteile vom 25. März 1993 - IX ZR 192/92 = WM 1993, 1009 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 - zur Veröffentlichung vorgesehen).Zwar ist dem Arzt unter dem Gesichtspunkt der berechtigten Wahrnehmung eigener Interessen die gerichtliche Geltendmachung einer Honorarforderung gegen einen säumigen Patienten zweifellos erlaubt (BGHZ 115, 123, 129 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90]; vgl. auch BGH, Urteil vom 25. März 1993 a.a.O. unter II 2 c).
- BGH, 20.05.1992 - VIII ZR 240/91
Stillschweigende Einwilligung des Patienten in Weitergabe von …
Auszug aus BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92
Das Berufungsgericht knüpft an die Rechtsprechung des erkennenden Senats an, wonach die Abtretung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB) verletzt und deswegen nach § 134 BGB nichtig ist, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe der Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348 = LM BGB § 134 Nr. 140; vgl. auch BGHZ 116, 268, 272; für die Nichtigkeit der Abtretung von Honorarforderungen eines Rechtsanwalts vgl. ferner BGH, Urteile vom 25. März 1993 - IX ZR 192/92 = WM 1993, 1009 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 - zur Veröffentlichung vorgesehen).Sie macht aber geltend, der hier zu entscheidende Fall weiche von den Senatsurteilen BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und vom 20. Mai 1992 a.a.O. zugrundeliegenden Sachverhalten in zweierlei Hinsicht ab: Zum einen sei die Abtretung nicht an eine gewerbliche Abrechnungsstelle, sondern an eine berufsständische Organisation (zum Unterschied vgl. z.B. Taupitz, VersR 1991, 1213, 1214 f m.w.Nachw.) erfolgt, deren Hilfe sich der Arzt bei der Abwicklung seiner Honorarforderungen bedienen dürfe.
- BGH, 11.12.1991 - VIII ZR 4/91
Verpflichtung zur Übergabe der Patienten- und Beratungskartei bei Veräußerung …
Auszug aus BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92
Das Berufungsgericht knüpft an die Rechtsprechung des erkennenden Senats an, wonach die Abtretung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB) verletzt und deswegen nach § 134 BGB nichtig ist, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe der Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348 = LM BGB § 134 Nr. 140; vgl. auch BGHZ 116, 268, 272; für die Nichtigkeit der Abtretung von Honorarforderungen eines Rechtsanwalts vgl. ferner BGH, Urteile vom 25. März 1993 - IX ZR 192/92 = WM 1993, 1009 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 - zur Veröffentlichung vorgesehen). - BGH, 13.05.1993 - IX ZR 234/92
Nichtige Abtretung einer Honorarforderung an Anwaltskollegen
Auszug aus BGH, 23.06.1993 - VIII ZR 226/92
Das Berufungsgericht knüpft an die Rechtsprechung des erkennenden Senats an, wonach die Abtretung einer ärztlichen oder zahnärztlichen Honorarforderung an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht (§ 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB) verletzt und deswegen nach § 134 BGB nichtig ist, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe der Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] und Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348 = LM BGB § 134 Nr. 140; vgl. auch BGHZ 116, 268, 272; für die Nichtigkeit der Abtretung von Honorarforderungen eines Rechtsanwalts vgl. ferner BGH, Urteile vom 25. März 1993 - IX ZR 192/92 = WM 1993, 1009 - zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen - und Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 - zur Veröffentlichung vorgesehen).
- BGH, 17.05.1995 - VIII ZR 94/94
Überlassung von Mandantenakten ohne Einwilligung in einem Kanzleiübernahmevertrag
Der IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat in Anlehnung an die Rechtsprechung des erkennenden Senats zur Abtretung ärztlicher Honorarforderungen (BGHZ 115, 123 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90]; Urteil vom 20. Mai 1992 - VIII ZR 240/91 = NJW 1992, 2348; Urteil vom 23. Juni 1993 - VIII ZR 226/92 = WM 1993, 1560) bereits mehrfach entschieden, daß die Abtretung der Honorarforderungen eines Rechtsanwalts wegen der damit nach § 402 BGB verbundenen umfassenden Informationspflicht ohne Zustimmung des Mandanten abgesehen von hier nicht in Betracht kommenden Ausnahmefällen gemäß § 134 BGB, § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB nichtig ist (BGHZ 122, 115), und zwar selbst dann, wenn der Abtretungsempfänger ebenfalls Rechtsanwalt ist (Urteil vom 13. Mai 1993 - IX ZR 234/92 = WM 1993, 1251; Urteil vom 8. Juli 1993 - IX ZR 12/93 = WM 1993, 1849). - BGH, 05.12.1995 - X ZR 121/93
Abtretung einer Arzt-Honorarforderung ohne Zustimmung des Patienten
Soweit dabei Einzelheiten des Patientengeheimnisses an die Öffentlichkeit gelangen, ist dies hinzunehmen, weil der Schweigepflichtige ansonsten rechtlos stünde (BGH, Urt. v. 23.6.1993 - VIII ZR 226/92, NJW 1993, 2371, 2372;… Urt. v. 25.3.1993 - IX ZR 192/92, BGHZ 122, 115, 120; Urt. V. 10.7.1991 - VIII ZR 296/90, BGHZ 115, 123, 129 [BGH 10.07.1991 - VIII ZR 296/90] = NJW 1991, 2955) .Stets ist die Preisgabe der Behandlungsdaten nämlich auf das zur Rechtsverfolgung unbedingt Notwendige zu beschränken, wozu namentlich gehört, daß der Kreis derjenigen, die von dem Schweigepflichtigen eingeweiht werden, möglichst klein bleibt (BGH, Urt. v. 23.6.1993 - VIII ZR 226/92, aaO).
- OLG Braunschweig, 13.09.2012 - 1 U 31/11
Zur rechtssicheren Gestaltung von Forderungsabtretung bei Arztpraxis
In der Regel verletzt die Abtretung einer ärztlichen Honorarforderungen an eine gewerbliche Verrechnungsstelle, die zum Zwecke der Rechnungserstellung und Einziehung erfolgt, die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 Abs. 1 Nr. 1 StGB und ist deswegen nach § 134 BGB nichtig, wenn der Patient der damit verbundenen Weitergabe seiner Behandlungsdaten nicht zugestimmt hat (…vgl. BGH, Urt. v. 10.02.2010, Az. VIII ZR 53/09, zit. nach Juris, Rn. 11 m.w.N. = NJW 2010, 2509 [Versicherungsvertreter];… Urt. v. 17.02.2005, Az. IX ZB 62/04, zit. nach Juris, Rn. 13 = NJW 2005, 1505 [Arzt];… Urt. v. 05.12.1995, Az. X ZR 121/93, Rn. 8 m.w.N.= NJW 1996, 775 [Arzt]; Urt. v. 23.06.1993, Az. VIII ZR 226/92, zit. nach Juris, Rn. 5 = NJW 1993, 2371 [Zahnarzt];… Urt. v. 20.05.1992, Az. VIII ZR 240/91, zit. nach Juris, Rn. 28 = NJW 1992, 2348 [Zahnarzt];… Urt. v. 10.07.1991, Az. VIII ZR 296/90, zit. nach Juris, Rn. 19 ff. = NJW 1991, 2955 [Zahnarzt]). - OLG Naumburg, 03.07.2002 - 7 U 67/01
Kein wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch wegen des Verbotes der …
So wie ein Patient stillschweigend in die Weitergabe seiner Abrechnungsunterlagen an eine ärztliche Verrechnungsstelle einwilligen kann (BGH in NJW 1992, 2348 ff. = MedR 1992, 329 ff. und fortgeführt in BGH 1993-06-23 VIII ZR 226/92 zitiert nach juris), so liegt im konkreten Fall in der Kenntnisnahme und Billigung des o.a. Stempeltextes das Einverständnis damit, dass die Rezepte zur Abrechnung an den Lieferanten der Zuckerteststreifen weitergeleitet werden.
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