Rechtsprechung
| OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz und Volltext)
Haftungsübernahme für die ehemalige DDR; Wertersatz für übernommene Vermögensgegenstände ; Rechtsnachfolge nach dem Untergang eines Staates
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (3)
- Max-Planck-Institut (Kurzinformation)
- nomos.de
, S. 46 (Zusammenfassung und Entscheidungsanmerkung)
Art. 22 Abs. 1, 23 EinigungsV; Art. 135a Abs. 2 GG; § 1a Abs. 1 Satz 2 VZOG
Einziehung eines Fiskalerbscheins/Haftung für Nachlassgegenstände/Rechtsnachfolger der DDR - zaoerv.de
, S. 106 (Kurzinformation)
Wiedervereinigung - Rechtsnachfolge
Besprechungen u.ä.
Verfahrensgang
- LG Chemnitz, 05.10.2000 - 1 O 1366/00
- OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00
Papierfundstellen
- NJ 2001, 377
- VIZ 2001, 575
Wird zitiert von ... (7) Zitiert selbst (4)
- BGH, 28.06.1995 - VIII ZR 250/94
Rechtsnachfolge des Rates eines Bezirkes auf dem Gebiet der ehemaligen DDR
Auszug aus OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00
Aussagen über das Schicksal privatrechtlicher Ansprüche und Verbindlichkeiten, wie sie auch hier streitgegenständlich sind, werden dadurch nicht getroffen (BGH, WM 1995, 1724 ff. m.w.N.).Insbesondere aber stellt Art. 135a Abs. 2 GG selbst keine Überleitungsregelung für Verbindlichkeiten der DDR und ihrer Rechtsträger und damit hier keine Haftungsgrundlage dar, sondern beinhaltet lediglich eine Kompetenzregelung zur Begrenzung von - tatsächlich übergegangenen - Verbindlichkeiten (BGH, WM 1995, 1724, 1726 [BGH 28.06.1995 - VIII ZR 250/94] m.w.N./Rädler, "Wer haftet für Altansprüche aus dem DDR-Staatshaftungsgesetz?", DtZ 1993, 296 ff., 297).
§ 419 BGB ist auf staatliche Vorgänge nicht anwendbar (vgl. etwa BGH, WM 1995, 1724 ff., 1726 [BGH 28.06.1995 - VIII ZR 250/94]/OLG Dresden, Neue Justiz 1993, 479).
Die Anwendung des Rechtsgedankens dieser Vorschrift verbietet sich schon deswegen, da sie in Abs. 2 die Haftung des Übernehmers auf den Bestand des übernommenen Vermögens beschränkt, was einen für einen Staat nicht hinnehmbaren Wettlauf um Befriedigungsobjekte ermöglichen würde (BGH, WM 1995, 1724, 1726 [BGH 28.06.1995 - VIII ZR 250/94] m.w.N.).
Der BGH hat ausdrücklich betont, dass eine Ausdehnung der Rechtsfigur der Funktionsnachfolge auf die Haftung für zivilrechtliche Ansprüche nicht in Betracht komme, es sei denn, es handele sich um dienstvertragliche Ansprüche aus dem Gesichtspunkt der Betriebsnachfolge (BGH, WM 1995, 1724, 1726 [BGH 28.06.1995 - VIII ZR 250/94] m.w.N.), was vorliegend nicht der Fall ist.
In der bereits mehrfach zitierten Entscheidung des BGH (BGH, WM 1995, 1724 ff.) hat der BGH ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es nicht Aufgabe der richterlichen Einzelfallentscheidung sein könne, die Rechtsnachfolge nach dem Untergang eines Staates zu regeln.
- OLG Rostock, 17.06.1993 - 1 U 192/92
Auszug aus OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00
Auch Art. 135a Abs. 2 GG gibt daher keinen Anknüpfungspunkt für eine Rechtsnachfolge der Beklagten (vgl. auch OLG Rostock, DtZ 1993, 376 ff., 377). - BVerfG, 24.04.1991 - 1 BvR 1341/90
Abwicklung von DDR-Einrichtungen
Auszug aus OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00
Weder die Bundesrepublik Deutschland noch die neuen Bundesländer sind als deren Gesamtrechtsnachfolger anzusehen, so dass insoweit eine pauschale Haftungsübernahme nicht in Betracht kommt (vgl. etwa OLG Dresden, Neue Justiz 1993, 479/BVerfG, DöV 1991, 603). - OLG Dresden, 28.07.1993 - 6 U 445/93
Auszug aus OLG Dresden, 11.01.2001 - 7 U 2763/00
Der EV ordnet nur eine partielle gegenständliche Rechtsnachfolge für bestimmte Bereiche an (vgl. etwa OLG Dresden, Az: 6 U 445/93, Neue Justiz 1993, 479).
- BGH, 30.11.2005 - IV ZR 4/04
Haftung der Bundesrepublik Deutschland für Verbindlichkeiten der ehemaligen DDR
Dementsprechend ist anerkannt, dass die DDR als Rechtssubjekt mit dem Inkrafttreten des Einigungsvertrages untergegangen ist, ohne dass eine Universalsukzession insbesondere zulasten der Beklagten vereinbart oder angeordnet worden wäre (BGHZ 127, 297, 301; OLG Dresden VIZ 2001, 575; KG DtZ 1996, 148, 150; Brdbg.OLG OLG-NL 1994, 130, 132; OLG Rostock OLG-NL 1994, 12, 14; vgl. auch BVerfG DÖV 1991, 603). - OLG Brandenburg, 20.03.2007 - 2 U 50/05
Staatshaftungsrecht DDR; Einigungsvertrag: Schadensersatz- und …
Eine universelle, das heißt alle bestehenden Rechte und Pflichten der ehemaligen DDR oder ihrer Rechtsträger umfassende Rechtsnachfolge der Bundesrepublik Deutschland oder anderer Körperschaften beziehungsweise Anstalten des öffentlichen Rechts ist zwischen den Parteien des Einigungsvertrags nicht vereinbart worden und ergibt sich auch nicht aus anderen Vorschriften oder Rechtsgrundsätzen (vgl. BGH NJW 2006, 912, 913; BGHZ 127, 297, 301; OLG Dresden VIZ 2001, 575; KG DtZ 1996, 148, 150; Senat OLG-NL 1994, 130, 132; OLG Rostock OLG-NL 1994, 12, 14). - BVerwG, 21.02.2017 - 8 B 49.16
Divergenz; Durchgriffsanspruch; Entschädigungserfüllungsanspruch; Fehlen von …
Damit liefert es zum Argument der Klägerin ein Gegenargument und macht deutlich, dass seines Erachtens mit Art. 23 f. EV eine abschließende normative Regelung über den Übergang von ehemaligen DDR-Verbindlichkeiten erfolgt ist, sodass für die Hilfskonstruktion der Funktionsnachfolge kein Raum bleibt (ebenso OLG Dresden, Urteil vom 11. Januar 2001 - 7 U 2763/00 - VIZ 2001, 575 f. = juris Rn. 61).
- OLG Brandenburg, 17.12.2003 - 13 U 141/03
Anspruch auf Wertersatz gegen die Bundesrepublik Deutschland für an den …
Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht im Wege der Gesamtrechtsnachfolge Rechtsnachfolgerin der DDR geworden (vgl. BVerfG, DÖV 1991, 603; BGH, NJW 1991, 2498, 2500; OLG Dresden, VIZ 2001, 575; KG, DtZ 1996, 149, 150; BrbOLG, OLG-NL 1994, 130, 132). - OLG Brandenburg, 20.03.2007 - 2 U 36/06
Staatshaftungsrecht DDR; Einigungsvertrag: Anspruch eines Berufssoldaten der …
Eine universelle, das heißt alle bestehenden Rechte und Pflichten der ehemaligen DDR oder ihrer Rechtsträger umfassende Rechtsnachfolge der Bundesrepublik Deutschland oder anderer Körperschaften beziehungsweise Anstalten des öffentlichen Rechts ist zwischen den Parteien des Einigungsvertrags nicht vereinbart worden und ergibt sich auch nicht aus anderen Vorschriften oder Rechtsgrundsätzen (vgl. BGH NJW 2006, 912/913; BGHZ 127, 297/301; OLG Dresden VIZ 2001, 575; KG DtZ 1996, 148/150; Senat OLG-NL 1994, 130/132; OLG Rostock OLG-NL 1994, 12/14). - OLG Brandenburg, 20.03.2007 - 2 U 38/06
Staatshaftungsrecht DDR; Einigungsvertrag: Anspruch eines Berufssoldaten der …
Eine universelle, das heißt alle bestehenden Rechte und Pflichten der ehemaligen DDR oder ihrer Rechtsträger umfassende Rechtsnachfolge der Bundesrepublik Deutschland oder anderer Körperschaften beziehungsweise Anstalten des öffentlichen Rechts ist zwischen den Parteien des Einigungsvertrags nicht vereinbart worden und ergibt sich auch nicht aus anderen Vorschriften oder Rechtsgrundsätzen (vgl. BGH NJW 2006, 912, 913; BGHZ 127, 297, 301; OLG Dresden VIZ 2001, 575; KG DtZ 1996, 148, 150; Senat OLG-NL 1994, 130, 132; OLG Rostock OLG-NL 1994, 12, 14). - AG Berlin-Köpenick, 02.11.2005 - 8 C 541/01
Vorlagebeschluss zur Frage der Verfassungswidrigkeit einer Anwendung des …
(vgl. BGH NJWE-MietR 1996, 134; BGH MDR 1996, 429; KG, KGR Berlin 1994, 76-78; OLG Dresden, VIZ 2001, 575; dazu Anmerkung Gruber NJ 2001, 378) Die Frage der Funktionsnachfolge bedarf hier indes keiner Vertiefung.
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