Rechtsprechung
| BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19 |
Volltextveröffentlichungen (13)
- Doctrine(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Mit KI-Zusammenfassung und KI-Dialogfeld, um Fragen zur Entscheidung stellen.
Doctrine ist die neue umfassende Rechts-KI-Plattform in Kooperation mit dejure.org. Mehr Informationen - openjur.de
- bundesgerichtshof.de
- rechtsinformationen.bund.de
Amtshaftung für Diagnosefehler des vom Durchgangsarzt hinzugezogenen Facharzt
- IWW
- Wolters Kluwer
Haftung eines vom Durchgangsarzt nach Anordnung der besonderen Heilbehandlung hinzugezogenen Radiologen für einen Diagnosefehler im Zusammenhang mit einer Kernspintomographie einer Schulter; Kernspintomographie einer Schulter nach einem Arbeitsunfall
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung
(Volltext/Leitsatz)
Arbeitsunfall - Vorstellung des Verletzten beim D-Arzt - Verdacht auf Sehnenruptur - D-Arzt ordnet besondere Heilbehandlung an und überweist Verletzten zum MRT - Ärzte in der Radiologie keine D-Ärzte - Sehnenriss wird dort erst ein halbes Jahr später nach erneutem MRT ...
- degruyter.com(kostenpflichtig, erste Seite frei)
- degruyter.com(kostenpflichtig, erste Seite frei)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Haftung eines vom Durchgangsarzt nach Anordnung der besonderen Heilbehandlung hinzugezogenen Radiologen für einen Diagnosefehler im Zusammenhang mit einer Kernspintomographie einer Schulter; Kernspintomographie einer Schulter nach einem Arbeitsunfall
- datenbank.nwb.de
Amtshaftung für Diagnosefehler des vom Durchgangsarzt hinzugezogenen Facharzt
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Trier, 14.11.2018 - 4 O 121/16
- OLG Koblenz, 19.06.2019 - 5 U 1543/18
- BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Papierfundstellen
- NJW-RR 2020, 790
- MDR 2020, 858
- VersR 2020, 914
- JR 2021, 443
Wird zitiert von ... (14) Zitiert selbst (7)
- BGH, 29.11.2016 - VI ZR 208/15
Haftung des Unfallversicherungsträgers bei Fehlern des Durchgangsarztes im …
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Zur Frage der Haftung eines vom Durchgangsarzt nach Anordnung der besonderen Heilbehandlung hinzugezogenen Radiologen für einen Diagnosefehler (Fortführung Senatsurteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120).Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8; vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).
Deshalb ist diese Entscheidung als Ausübung eines öffentlichen Amtes zu betrachten (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115, Rn. 15 ff.; vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9).
Ist seine Entscheidung über die Art der Heilbehandlung fehlerhaft und wird der Verletzte dadurch geschädigt, haftet für Schäden nicht der Durchgangsarzt persönlich, sondern die Berufsgenossenschaft nach Art. 34 Satz 1 GG i.V.m. § 839 BGB (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 17;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 9; vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9).
Gleiches gilt für die Überwachung des Heilungsverlaufs im Rahmen einer Nachschau, sofern sich der Durchgangsarzt dabei auf die Prüfung der Frage beschränkt, ob die bei der Erstvorstellung des Verletzten getroffene Entscheidung zugunsten einer allgemeinen Heilbehandlung aufrechtzuerhalten oder der Verletzte in die besondere Heilbehandlung zu überweisen ist (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 4, § 29 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger in der ab 1. Januar 2011 gültigen Fassung;… Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 12; vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 11).
Rn. 14 4. Darüber hinaus sind auch die vom Durchgangsarzt im Rahmen der Eingangsuntersuchung vorgenommenen Untersuchungen zur Diagnosestellung und die anschließende Diagnosestellung als hoheitlich im Sinne von Art. 34 Satz 1 GG, § 839 BGB zu qualifizieren (Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 18 f.;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
Gleiches gilt für die - in § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII gesondert neben der ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung aufgeführte - Erstversorgung durch den Durchgangsarzt (Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 24 ff.;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
Nach der neueren Rechtsprechung des Senats ist zwar nicht nur die Entscheidung, ob die allgemeine oder die besondere Heilbehandlung erforderlich ist, sondern sind auch die sie vorbereitenden Maßnahmen als Ausübung eines öffentlichen Amtes zu betrachten (vgl. Senatsurteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 18 f.) Durchgangsärztliche Untersuchungen, insbesondere notwendige Befunderhebungen zur Stellung der richtigen Diagnose, und die anschließende Diagnosestellung sind regelmäßig unabdingbare Voraussetzungen für die Entscheidung, ob eine allgemeine Heilbehandlung oder eine besondere Heilbehandlung erfolgen soll.
Mit der im Durchgangsarztbericht (vgl. zu dessen Maßgeblichkeit Senatsurteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 28) dokumentierten Entscheidung für die besondere Heilbehandlung schafft der Durchgangsarzt die Zäsur zwischen seinen hoheitlichen Pflichten und dem anschließenden privatrechtlichen Behandlungsverhältnis.
Die deshalb grundsätzlich als Zäsur im Sinne eines zeitlichen - nicht inhaltlichen - Abgrenzungskriteriums anzusehende Grenze besteht auch dann, wenn zum Zeitpunkt der Entscheidung für die besondere Heilbehandlung noch nicht klar ist, wie sich diese gestalten wird (vgl. Senatsurteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 19).
- BGH, 20.12.2016 - VI ZR 395/15
Amtshaftung: Tätigkeit eines Durchgangarztes als Ausübung eines öffentlichen …
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (…vgl. Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 7; vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 9; BGH…, Urteil vom 22. Juni 2006 - III ZR 270/05, VersR 2006, 1684 Rn. 6 f. mwN).Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8; vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).
Gleiches gilt für die Überwachung des Heilungsverlaufs im Rahmen einer Nachschau, sofern sich der Durchgangsarzt dabei auf die Prüfung der Frage beschränkt, ob die bei der Erstvorstellung des Verletzten getroffene Entscheidung zugunsten einer allgemeinen Heilbehandlung aufrechtzuerhalten oder der Verletzte in die besondere Heilbehandlung zu überweisen ist (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 4, § 29 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger in der ab 1. Januar 2011 gültigen Fassung;… Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 12;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9; vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 11).
Rn. 14 4. Darüber hinaus sind auch die vom Durchgangsarzt im Rahmen der Eingangsuntersuchung vorgenommenen Untersuchungen zur Diagnosestellung und die anschließende Diagnosestellung als hoheitlich im Sinne von Art. 34 Satz 1 GG, § 839 BGB zu qualifizieren (…Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 18 f.; vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
Gleiches gilt für die - in § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII gesondert neben der ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung aufgeführte - Erstversorgung durch den Durchgangsarzt (…Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 24 ff.; vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
- BGH, 09.03.2010 - VI ZR 131/09
Amtshaftung: Ausübung eines öffentlichen Amtes durch einen Durchgangsarzt
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (vgl. Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 7;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 9; BGH…, Urteil vom 22. Juni 2006 - III ZR 270/05, VersR 2006, 1684 Rn. 6 f. mwN).Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14; vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).
Ist seine Entscheidung über die Art der Heilbehandlung fehlerhaft und wird der Verletzte dadurch geschädigt, haftet für Schäden nicht der Durchgangsarzt persönlich, sondern die Berufsgenossenschaft nach Art. 34 Satz 1 GG i.V.m. § 839 BGB (…vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 17; vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 9;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9).
Gleiches gilt für die Überwachung des Heilungsverlaufs im Rahmen einer Nachschau, sofern sich der Durchgangsarzt dabei auf die Prüfung der Frage beschränkt, ob die bei der Erstvorstellung des Verletzten getroffene Entscheidung zugunsten einer allgemeinen Heilbehandlung aufrechtzuerhalten oder der Verletzte in die besondere Heilbehandlung zu überweisen ist (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 4, § 29 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger in der ab 1. Januar 2011 gültigen Fassung; Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 12;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 11).
- BGH, 09.12.2008 - VI ZR 277/07
Entscheidungsmöglichkeit eines berufsgenossenschaftlichen Heilbehandlungsarztes …
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301; vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).Deshalb ist diese Entscheidung als Ausübung eines öffentlichen Amtes zu betrachten (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115, Rn. 15 ff.;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9).
Ist seine Entscheidung über die Art der Heilbehandlung fehlerhaft und wird der Verletzte dadurch geschädigt, haftet für Schäden nicht der Durchgangsarzt persönlich, sondern die Berufsgenossenschaft nach Art. 34 Satz 1 GG i.V.m. § 839 BGB (vgl. Senatsurteile vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 17;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 9;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9).
- BGH, 22.06.2006 - III ZR 270/05
Amtshaftung des bei dem medizinischen Dienst einer gesetzlichen …
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (…vgl. Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 7;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 9; BGH, Urteil vom 22. Juni 2006 - III ZR 270/05, VersR 2006, 1684 Rn. 6 f. mwN). - BGH, 28.06.1994 - VI ZR 153/93
Ansprüche des Trägers der Unfallversicherung gegen einen Durchgangsarzt wegen …
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.). - BGH, 09.12.1974 - III ZR 131/72
Haftung des sog. Durchgangsarztes
Auszug aus BGH, 10.03.2020 - VI ZR 281/19
Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).
- BGH, 30.07.2024 - VI ZR 115/22
Begriff der Erstversorgung durch Durchgangsarzt; Schadensersatz wegen angeblicher …
Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. Senatsurteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, MedR 2020, 1026, Rn. 12; BGH, Urteil vom 9. Dezember 1974 - III ZR 131/72, BGHZ 63, 265, 270 f.).Gleiches gilt für die Überwachung des Heilungsverlaufs im Rahmen einer Nachschau, sofern sich der Durchgangsarzt dabei auf die Prüfung der Frage beschränkt, ob die bei der Erstvorstellung des Verletzten getroffene Entscheidung zugunsten einer allgemeinen Heilbehandlung aufrechtzuerhalten oder der Verletzte in die besondere Heilbehandlung zu überweisen ist (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 4, § 29 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger in der ab 1. Januar 2011 gültigen Fassung;… Senatsurteile vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 12;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 9;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 11; vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, MedR 2020, 1026 Rn. 13).
Sie bilden die Grundlage für die der Berufsgenossenschaft obliegende, in Ausübung eines öffentlichen Amtes erfolgende Entscheidung, ob eine allgemeine Heilbehandlung ausreicht oder wegen der Art oder Schwere der Verletzung eine besondere Heilbehandlung erforderlich ist, und stehen mit ihr in einem inneren Zusammenhang (…vgl. Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 19;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12; vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, MedR 2020, 1026 Rn. 14).
Denn diese Tätigkeiten gehen ineinander über, können nicht sinnvoll auseinandergehalten werden und stellen auch aus Sicht des Geschädigten einen einheitlichen Lebensvorgang dar, der nicht in haftungsrechtlich unterschiedliche Tätigkeitsbereiche aufgespaltet werden kann (…Senatsurteile vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120-131 Rn. 26;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12; vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, MedR 2020, 1026 Rn. 14).
Die wesentliche Entscheidung zur Erfüllung der Steuerungsfunktion des Durchgangsarztes ist gemäß § 27 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger an dieser Schnittstelle angesiedelt, an der über die Durchführung einer allgemeinen Heilbehandlung, die Einleitung der besonderen Heilbehandlung oder die Ablehnung einer Heilbehandlung zu Lasten des Unfallversicherungsträgers zu entscheiden ist (vgl. Senatsurteil vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, MedR 2020, 1026 Rn. 22).
- OLG Köln, 29.07.2025 - 5 W 16/25 Der Senat folgt insoweit dem Landgericht in seiner im Parallelverfahren (LG Köln, Az. 3 O 372/24) vertretenen Einschätzung, dass die von dem Antragsteller als fehlerhaft gerügten Behandlungsmaßnahmen einschließlich der in der zentralen Notaufnahme durchgeführten sparsamen Teilresektion keine Maßnahmen der durchgangsärztlichen Erstversorgung im unfallversicherungsrechtlichen Sinne darstellen, die wegen ihres untrennbaren Zusammenhangs mit der durchgangsärztlichen Entscheidung über das "Ob" und "Wie" der Heilbehandlung in gleicher Weise wie diese dem Bereich hoheitlichen Handelns zuzuordnen sind (…vgl. BGH VersR 2024, 1614 Rn. 12 f.; BGH VersR 2020, 914 Rn. 14, 21 m.w.N.;… Martis/Winkhart, Arzthaftungsrecht 6. Auflage, Rz. A 490c f.).
Der Zeitpunkt der Entscheidung des Durchgangsarztes über das "Ob" und "Wie" der Heilbehandlung markiert die Zäsur zwischen dem hoheitlichen und dem privatrechtlichen Handeln des Durchgangsarztes (vgl. BGH VersR 2020, 914 Rn. 22;… BGH VersR 2024, 1614 Rn. 23; OLG Bremen GesR 2010, 21;… vgl. Martis/Winkhart, a.a.O., Rz. A 490g m.w.N.).
Dem Durchgangsarztbericht wird von der Rechtsprechung auch grundsätzlich eine Indizwirkung im Hinblick auf den dokumentierten Zeitpunkt der Entscheidung über das "Ob" und "Wie" der Heilbehandlung zugebilligt (…vgl. BGH VersR 2024, 1614 Rn. 21 ff.; BGH VersR 2020, 914 Rn. 22).
Rn. 9 Liegen somit alle von dem Antragsteller als fehlerhaft gerügten Maßnahmen nach dem Zeitpunkt der Entscheidung über das "Ob" und "Wie" der Heilbehandlung und stellen sich als Vollzug der im Durchgangsarztbericht angeordneten und von dem Antragsgegner übernommenen besonderen Heilbehandlung dar, ist dem Landgericht zunächst darin beizutreten, dass allein der Bereich privatrechtlichen Handelns betroffen ist (vgl. BGH VersR 2020, 914 Rn. 12 f., 23; BGH VersR 2024, 1614; BGH NJW 1975, 589; LG Flensburg…, Urteil vom 22.11.2024 - Az. 3 O 324/16 Rn. 27 m.w.N.;… Martis/Winkhart, a.a.O., Rz. A 490g).
Durch die Anordnung der besonderen Heilbehandlung und deren Übernahme durch den Durchgangsarzt wird ein privatrechtliches Behandlungsverhältnis zwischen dem Durchgangsarzt und dem Verletzten begründet, in dessen Rahmen der Durchgangsarzt für Fehler persönlich haftet (vgl. BGH VersR 2020, 914 Rn. 12 f., 23; LG Flensburg…, Urteil vom 22.11.2024, Az. 3 O 324/16, Rn. 27 m.w.N.; OLG Bremen GesR 2010, 21; OLG Karlsruhe GesR 2008, 45;… OLG Oldenburg VersR 2010, 1654 Rn. 31, 34;… Martis/Winkhart, a.a.O., Rz. A 490j).
- OLG Brandenburg, 01.09.2020 - 2 U 120/19 Der Arzt, der die ärztliche Behandlung durchführt, übt deshalb kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (vgl. BGH, Urteile vom 28. Juni 1994 - VI ZR 153/93, BGHZ 126, 297, 301;… vom 9. Dezember 2008 - VI ZR 277/07, BGHZ 179, 115 Rn. 14;… vom 9. März 2010 - VI ZR 131/09, VersR 2010, 768 Rn. 8;… vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 8;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 10; vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19 -, zitiert nach juris).
Gleiches gilt für die Überwachung des Heilungsverlaufs im Rahmen einer Nachschau, sofern sich der Durchgangsarzt dabei auf die Prüfung der Frage beschränkt, ob die bei der Erstvorstellung des Verletzten getroffene Entscheidung zugunsten einer allgemeinen Heilbehandlung aufrechtzuerhalten oder der Verletzte in die besondere Heilbehandlung zu überweisen ist (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 4, § 29 Abs. 1 des Vertrages Ärzte/Unfallversicherungsträger in der ab 1. Januar 2011 gültigen Fassung; BGH, Urteil vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19 - Rn. 13 m.w.N.).
Rn. 20 Darüber hinaus sind auch die vom Durchgangsarzt im Rahmen der Eingangsuntersuchung vorgenommenen Untersuchungen zur Diagnosestellung und die anschließende Diagnosestellung als hoheitlich im Sinne von Art. 34 Satz 1 GG, § 839 BGB zu qualifizieren (BGH, Urteil vom 10.03.2020, - VI ZR 281/19 - Rn. 14;… Urteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 18 f.;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
Gleiches gilt für die - in § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII gesondert neben der ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung aufgeführte - Erstversorgung durch den Durchgangsarzt (BGH, Urteil vom 10.03.2020, - VI ZR 281/19 - Rn. 14;… Urteil vom 29. November 2016 - VI ZR 208/15, BGHZ 213, 120 Rn. 24 ff.;… vom 20. Dezember 2016 - VI ZR 395/15, NJW 2017, 1745 Rn. 12).
Rn. 21 Nach der aktuellen Rechtsprechung des BGH ist die hoheitliche Tätigkeit des Durchgangsarztes deshalb mit der Entscheidung der Anordnung der besonderen Heilbehandlung nach Durchführung der Erstuntersuchung und Erstdiagnose beendet (vgl. BGH, Urteil vom 10.03.2020, - VI ZR 281/19 - Rn. 22).
- LG Flensburg, 22.11.2024 - 3 O 324/16
Arbeitsunfall eines gesetzlich Unfallversicherten: Persönliche Haftung eines …
Ordnet der Durchgangsarzt nach der als (öffentlich-rechtliche Amtsausübung einzuordnenden) Erstversorgung des Unfallverletzten die besondere ambulante Heilbehandlung an und übernimmt diese, haftet er für Behandlungsfehler bei dieser besonderen ambulanten Heilbehandlung persönlich (BGH…, Urteil vom 30. Juli 2024 - VI ZR 115/22, juris Rn. 11, VersR 2024, 1614; BGH, Urteil vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19, juris Rn. 23, VersR 2020, 914).Rn. 27 aa) Ordnet der D-Arzt die besondere ambulante Heilbehandlung an und übernimmt diese, übt er kein öffentliches Amt aus und haftet für Fehler persönlich (BGH, Urteil vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19, juris Rn. 13; BGH, Urteil vom 29.11.2016 - VI ZR 208/15, NJW 2017, 1742 ff.), es entsteht ein zivilrechtliches Behandlungsverhältnis zu ihm.
Der Träger des Krankenhauses, an dem der Durchgangsarzt tätig ist, habe nicht für Fehler bei der ambulanten Behandlung eines im Durchgangsarztverfahren behandelten Unfallverletzten einzustehen, weil es an vertraglichen Rechtsbeziehungen zu dem Verletzten fehle und der Durchgangsarzt auch nicht Verrichtungsgehilfe des Krankenhausträgers sei, soweit er die ärztliche Behandlung des Verletzten im Rahmen des Durchgangsarztverfahrens übernehme (BGH, Urteil vom 09.12.1974 - III ZR 131/72, NJW 1975, 589; BGH, Urteil vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19, juris Rn. 23; OLG Düsseldorf, Urteil vom 10.07.1986 - 8 U 34/85, NJW-RR 1987, 281; LG Münster, Urteil vom 22.12.2011 - Az. 111 O 76/10, BeckRS 2012, 12825).
- OLG Hamm, 16.09.2022 - 11 U 11/22
Durchgangsarzt; Erstversorgung; besondere Heilbehandlung
Rn. 10 Soweit die Beklagte geltend macht, dass der von der Ärztin durchgeführte operative Eingriff nicht mehr der durchgangsärztlichen Tätigkeit zuzurechnen sei, weil der Bundesgerichtshof zwischenzeitlich mit seiner Entscheidung vom 10.03.2020 (VI ZR 281/19) klargestellt habe, dass mit der Entscheidung des Durchgangsarztes über das "Ob" und "Wie" der Weiterbehandlung eine zeitliche Zäsur dahingehend eintrete, dass dieser Entscheidung nachfolgende Behandlungsmaßnahmen bereits Teil der Heilbehandlung und damit privat-rechtlicher Natur seien, kann dem nicht gefolgt werden.Rn. 11 Unabhängig davon lässt sich der von der Beklagten angeführten Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 10.03.2020 (VI ZR 281/19) aber auch nicht entnehmen, dass sich die durchgangsärztliche Erstversorgung allein auf diejenigen Behandlungsmaßnahme beschränkt, die vor der vom Durchgangsarzt zu treffenden Entscheidung über die Anordnung der allgemeinen oder besonderen Heilbehandlung durchgeführt wurden bzw. die allein für diese Entscheidung notwendig sind.
Rn. 12 Im Licht dieser Ausführungen des Bundesgerichtshofs kann aber dessen spätere Entscheidung vom 10.03.2020 (VI ZR 281/19), wonach der Durchgangsarzt mit seiner Entscheidung der Anordnung der besonderen Heilbehandlung die Zäsur zwischen seinen hoheitlichen Pflichten und dem anschließenden privatrechtlichen Behandlungsverhältnis schafft (…BGH, a.a.O. - Rz. 22 juris), allein dahin verstanden werden, dass die vom D-Arzt durchgeführte Erstversorgung der Verletzung nicht unter dem vorgenannten Begriff der Weiterbehandlung fällt, weil anderenfalls der aus der vom Durchgangsarzt vorgenommenen Erstversorgung und seiner Entscheidung über das "Ob" und "Wie" der Heilbehandlung bestehende einheitliche Lebensvorgang haftungsrechtlich in unterschiedliche Tätigkeitsbereiche aufgespalten werden würde.
- LG Frankfurt/Main, 30.06.2022 - 24 O 109/19
Germanwings-Absturz: Lufthansa haftet den Hinterbliebenen nicht auf …
Dabei ist nicht auf die Person des Handelnden, sondern auf seine Funktion, das heißt auf die Aufgabe, deren Wahrnehmung die im konkreten Fall ausgeübte Tätigkeit dient, abzustellen (st. Rspr.: vgl. BGH, Urteil vom 10.3.2020 - VI ZR 281/19 = NJW-RR 2020, 790, 791; BGH NJW 2009, 993, 994; BGH NVwZ 2007, 487, BGH, Urteil vom 22.03.2001 - III ZR 394/99 = NVwZ 2002, 375;… OLG Hamm Urt. v. 14.09.2021 - 27 U 84/20 = BeckRS 2021, 26185, Rz. 42 m.w.N.).Der erforderliche Zusammenhang zwischen der behaupteten "Tathandlung" und hoheitlichem Handeln ist einheitlich und aufgabenspezifisch zu beurteilen (…Grüneberg/ Sprau, BGB-Kommentar, 81. Aufl. 2022, § 839 Rz. 19), und etwa zu bejahen, wenn eine Maßnahme unabdingbare Voraussetzung für eine spätere hoheitliche Entscheidung ist (vgl. BGH, Urteil vom 10.3.2020 - VI ZR 281/19 = NJW-RR 2020, 790, 791 zu einem sog. Durchgangsarzt; BGH, Urteil vom 22.03.2001 - III ZR 394/99 = NVwZ 2002, 375) oder wenn sich die Aufgaben der tätigen Person und diejenigen des Amts überschneiden und sie zu dessen Unterstützung und Entlastung in das behördliche Verfahren einbezogen ist (…vgl. BGH, Urt. v. 07.09.2017 - III ZR 618/16 = NJOZ 2018, 1334;… BGH, NVwZ 2012, 381 Rn. 22).
- OLG München, 18.03.2022 - 24 U 6398/21
Amtshaftung bei durchgangsärztlicher Erstversorgung
Rn. 15 2. a. Die Klägerin verweist auf die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH, Urteil vom 10.03.2020, Az.: VI ZR 281/19; BGH, Urteil vom 29.11.2016, Az. VI ZR 208/15) und meint, vorliegend hätten die Ärzte bei der Behandlung kein öffentliches Amt ausgeübt.Rn. 26 b. Soweit die Klägerin eine weitere Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH, Urteil vom 10.03.2020, Az.: VI ZR 281/19, Rn 22 und 23) heranzieht und vorträgt, mit der im Durchgangsbericht dokumentierten Entscheidung für die besondere Heilbehandlung schaffe der Durchgangsarzt die Zäsur zu seinen noch hoheitlichen Pflichten bezüglich des "Ob" und "Wie" einer Heilbehandlung, liegt der zitierten Entscheidung bereits ein anderer Sachverhalt zugrunde (dort war mit der Erstellung der Erstdiagnose die Tätigkeit des Durchgangsarztes beendet).
Die Zäsur ergebe sich entsprechend BGH, Urt. vom 10.03.2020, Az.: VI ZR 281/19, Rn 22 und 23 vorliegend daraus, dass der Durchgangsarzt durch nicht ausreichend qualifizierte und nicht vertretungsberechtigte Ärzten vertreten wurde.
- LG Bonn, 26.03.2021 - 9 O 216/20 Der Passivlegitimation steht entgegen der Ansicht der Beklagten nicht die Entscheidung des BGH, Urteil vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19 - entgegen.
- LG Paderborn, 06.12.2021 - 4 O 545/20 Ist seine Entscheidung über die Art der Heilbehandlung fehlerhaft und wird der Verletzte dadurch geschädigt, haftet für Schäden nicht der Durchgangsarzt persönlich, sondern die Berufsgenossenschaft nach Art. 34 Satz 1 GG i.V.m. § 839 BGB (vgl. BGH, Urteil vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19 -, Rn. 13, juris).
Rn. 33 Gleiches gilt für die - in § 27 Abs. 1 Nr. 1 SGB VII gesondert neben der ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung aufgeführte - Erstversorgung durch den Durchgangsarzt (vgl. BGH, Urteil vom 10. März 2020 - VI ZR 281/19 -, Rn. 14, juris).
- LG Bonn, 26.06.2020 - 9 O 145/19
Fehlerhafte durchgangsärztliche Behandlung - Schmerzensgeld- und …
Rn. 33 Die Beklagte haftet als Träger der gesetzlichen Unfallversicherung für die Erstversorgung des Klägers am 00.11.2017; insoweit war der behandelnde Arzt als Durchgangsarzt in Ausübung des ihm übertragenen öffentlichen Amtes tätig (vgl. BGH, Urteil vom 29.11.2016 - VI ZR 208/15 - BGH, Urteil vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19 -).Rn. 42 Auch wenn der Durchgangsarzt nicht persönlich verantwortlich wäre, so hat der hinzugezogene Radiologe eine dem Hoheitsträger selbst obliegende Aufgabe erledigt, da ihm insoweit ein öffentliches Amt anvertraut ist, als dass er im Bereich der Tätigkeit des hinzuziehenden Durchgangsarztes gehandelt hat, der hoheitlicher Natur war (vgl. in diese Richtung, letztlich offenlassend BGH, Urteil vom 10.03.2020 - VI ZR 281/19 -, Rn. 20).
- OLG Bamberg, 30.09.2020 - 4 W 46/20
Rechtsweg für Regress des Unfallversicherungsträgers wegen fehlerhafter …
- OLG Dresden, 18.01.2021 - 4 U 2213/20
- OLG Brandenburg, 24.04.2023 - 2 U 37/17
Schadensersatz wegen versäumter Sicherstellung der Erschließung durch die Stadt; …
- LG Berlin, 11.02.2022 - 17 O 420/21
Passivlegitimation bei nicht gerichtlich angeordneten Unterbringung in einer …
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