Rechtsprechung
   BGH, 25.01.2012 - 1 StR 45/11   

Volltextveröffentlichungen (11)

  • HRR Strafrecht

    § 263 Abs. 1 und 3 StGB; § 4 Abs. 2 Satz 1 GOÄ; § 5 Abs. 4 Satz 1, Satz 2 GOÄ; § 12 GOÄ; § 243 Abs. 3 Satz 1 StPO; § 344 Abs. 2 Satz 2 StPO; § 265 StPO; § 46b Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 StGB; § 70 StGB
    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen (konkludente Täuschung über die Abrechnungsfähigkeit; Irrtum; Vermögensschaden und hypothetisch ersparte Aufwendungen: Normativierung; Strafzumessung beim Betrug: Bedeutung erbrachter Leistungen; Betrugsvorsatz); Verlesung des Anklagesatzes; Verfahrensrüge (Angriffsrichtung); Hinweispflichten bei veränderter Begründung des Vermögensschadens; Kronzeugenregelung (erforderliche Katalogtat); Berufsverbot

  • lexetius.com

    StGB § 263 Abs. 1 und 3

  • IWW
  • openjur.de
  • bundesgerichtshof.de PDF
  • rechtsprechung-im-internet.de

    § 46b Abs 1 S 1 Nr 1 StGB, § 46b Abs 1 S 3 StGB, § 70 Abs 1 StGB, § 263 Abs 1 StGB, § 263 Abs 3 S 2 Nr 1 StGB
    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen

  • Jurion

    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen

  • nwb

    StGB § 263 Abs. 1 und 3

  • kkh.de PDF

    Abrechnungsbetrug bei Privatliquidation / Vermögensschaden / Pflicht zur persönlichen Leistungserbringung

  • rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)

    StGB § 263 Abs. 1; StGB § 263 Abs. 3
    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen

  • juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)

Kurzfassungen/Presse (9)

  • Rechtslupe (Kurzinformation/Zusammenfassung)

    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen

  • auw.de (Kurzinformation)

    Gericht verschärft erneut Strafmaß bei Abrechungsbetrug

  • kanzlei-zink.de (Kurzinformation)

    Allgemeinmediziner wegen Abrechnungsbetruges verurteilt

  • anwalt.de (Kurzinformation)

    Die Strafbarkeit des Arztes durch Abrechnung nicht persönlich erbrachter Leistungen

  • roggelin.de (Kurzinformation)

    Abrechnung nicht selbst erbrachter Laborleistungen ist eine Straftat

  • staufer.de (Kurzinformation)

    Abrechnungsbetrug bei Laborleistungen

  • juraexamen.info (Kurzinformation)

    Betrug durch Abrechnung nicht persönlich erbrachter Leistungen durch einen privatliquidierenden Arzt

  • anwalt.de (Kurzinformation und Auszüge)

    Abrechnungsbetrug im Bereich der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

  • 123recht.net (Kurzinformation)

    Die Strafbarkeit des Arztes durch Abrechnung nicht persönlich erbrachter Leistungen // Arztstrafrecht

Besprechungen u.ä. (4)

  • dgu-online.de PDF (Entscheidungsbesprechung)

    Neue Risiken bei der Abrechnung wahlärztlicher Leistungen

  • fachanwaelte-strafrecht-potsdamer-platz.de (Entscheidungsbesprechung)

    Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes bei Verstoß gegen die persönliche Leistungserbringungspflicht

  • strafverteidiger-stv.de PDF (Entscheidungsbesprechung)

    Abrechnungsbetrug bei privatärztlichen Laborleistungen (Akad. Rat a.Z. Dr. Christian Brand/Wiss. Mit. Thomas Wostry; StV 2012, 619)

  • aerztezeitung.de (Entscheidungsbesprechung)

    GOÄ-Verstöße interessieren auch den Staatsanwalt

Sonstiges (6)

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 25.01.2012, Az.: 1 StR 45/11 (Zum Abrechnungsbetrug eines privatliquidierenden Arztes für nicht persönlich erbrachte Leistungen" von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Tiedemann, original erschienen in: JZ 2012, 518 - 528.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Abrechnungsbetrug bei privatärztlichen Laborleistungen - zugleich Anmerkung zu BGH, Beschl. v. 25.01.2012 - 1 StR 45/11 -" von AkR a.Z. Dr. Christian Brand und Wiss. Mit. Thomas Wostry, original erschienen in: StV 2012, 619 - 623.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Privatrechtlicher Abrechnungsbetrug und verfassungswidriger Schadensbegriff" von RA Dr. Matthias Dann, original erschienen in: NJW 2012, 2001 - 2003.

  • Jurion (Literaturhinweis: Entscheidungsbesprechung)

    Kurznachricht zu "Anmerkung zum Beschluss des BGH vom 25.01.2012, Az.: 1 StR 45/11 (Abrechnungsbetrug bei Privatliquidation)" von Akad. Rat Dr. Jan C. Schuhr, Universität Erlangen, original erschienen in: wistra 2012, 265 - 266.

  • aerztezeitung.de (Pressebericht mit Bezug zur Entscheidung, 06.05.2014)

    Betrugsverdacht gegen Ärzte: Hat die Justiz einen Rückzieher gemacht?


  • Vor Ergehen der Entscheidung:


  • spiegel.de (Pressebericht mit Bezug zum Verfahren - vor Ergehen der Entscheidung)

    Augsburger Ärztekrieg (DER SPIEGEL 6/2009; 02.02.2009)

Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • BGHSt 57, 95
  • NJW 2012, 1377
  • StV 2012, 597



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Wird zitiert von ... (43)  

  • BGH, 02.02.2016 - 1 StR 435/15  

    Betrug (Vermögenschaden: Vermögenswert der Entgeltforderung einer Prostituierten,

    aa) Ein solcher tritt ein, wenn die Vermögensverfügung des Getäuschten bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise unmittelbar zu einer nicht durch Zuwachs ausgeglichenen Minderung des Gesamtwerts seines Vermögens führt (Prinzip der Gesamtsaldierung; st. Rspr.; siehe BGH, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13, BGHSt 60, 1, 9 Rn. 31; BGH, Beschlüsse vom 16. Juni 2014 - 4 StR 21/14 Rn. 24, NStZ 2014, 640; vom 19. Februar 2014 - 5 StR 510/13, NStZ 2014, 318, 319; vom 29. Januar 2013 - 2 StR 422/12, NStZ 2013, 711; vom 25. Januar 2011 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 113 und vom 18. Februar 2009 - 1 StR 731/08, BGHSt 53, 199, 201, jeweils mwN).

    Unter Beachtung dessen nimmt die im Ausgangspunkt übereinstimmende Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Bewertung des strafrechtlich geschützten Vermögens und dementsprechend des Vermögensschadens nach objektiven wirtschaftlichen Gesichtspunkten vor (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 55/11, BGHSt 57, 95, 113, 114; BGH, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13, BGHSt 60, 1, 10 Rn. 32 mwN; siehe auch BGH, Urteil vom 19. November 2015 - 4 StR 115/15 Rn. 30 mwN).

    Aus der nach objektiven wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorzunehmenden Schadensbestimmung folgt, den Wert der erbrachten Leistung und - soweit erfolgt - den der Gegenleistung nach ihrem Verkehrs- bzw. Marktwert zu bestimmen (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, BGHSt 57, 95, 115; BGH, Urteile vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13, BGHSt 60, 1, 10 f. Rn. 33 mwN und vom 19. November 2015 - 4 StR 115/15 Rn. 30 mwN; siehe auch BGH, Beschluss vom 14. Juli 2010 - 1 StR 245/09, NStZ 2010, 700 sowie Albrecht NStZ 2014, 10, 20; Wahl, Die Schadensbestimmung beim Eingehungs- und Erfüllungsbetrug, 2007, S. 44).

  • BGH, 08.10.2014 - 1 StR 359/13  

    Gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Betrug durch Verkauf von Eigentumswohnungen zu

    a) Ein Vermögensschaden tritt ein, wenn die Vermögensverfügung des Getäuschten bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise unmittelbar zu einer nicht durch Zuwachs ausgeglichenen Minderung des Gesamtwerts seines Vermögens führt (Prinzip der Gesamtsaldierung; st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüsse vom 16. Juni 2014 - 4 StR 21/14 Rn. 24; vom 19. Februar 2014 - 5 StR 510/13, wistra 2014, 270; vom 29. Januar 2013 - 2 StR 422/12, NStZ 2013, 711; vom 25. Januar 2011 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 113; vom 18. Februar 2009 - 1 StR 731/08, BGHSt 53, 199, 201, jeweils mwN; Urteil vom 27. Juni 2012 - 2 StR 79/12, BGHR StGB § 263 Abs. 1 Vermögensschaden 77).

    b) Die Bewertung des Vermögens und des Vermögensschadens erfolgt nach objektiven wirtschaftlichen Gesichtspunkten (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95, 115).

    Normative Gesichtspunkte können bei der Bewertung des Schadens zwar eine Rolle spielen; sie dürfen die wirtschaftliche Betrachtung allerdings nicht überlagern oder verdrängen (BVerfG, Beschluss vom 7. Dezember 2011 - 2 BvR 2500/09, 2 BvR 1857/10, Rn. 176, NStZ 2012, 496, 504; BGH, Beschlüsse vom 2. Juli 2014 - 5 StR 182/14, NStZ 2014, 517; vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 114; vom 14. April 2011 - 1 StR 458/10, wistra 2011, 335).

    Dementsprechend sind Leistung und Gegenleistung zunächst nach ihrem Verkehrs- bzw. Marktwert zu vergleichen (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95, 115; vgl. auch Perron in Schönke/Schröder, StGB, 29. Aufl., § 263 Rn. 109; Tiedemann in LK-StGB, 12. Aufl., § 263 Rn. 163).

    Auf die subjektive 33 Einschätzung, ob der irrtumsbedingt Verfügende sich geschädigt fühlt, kommt es ebensowenig an (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95) wie auf die Frage, wie hoch der Verfügende subjektiv den Wert der Gegenleistung taxiert (st. Rspr. seit BGH, Beschluss vom 16. August 1961 - 4 StR 166/61, BGHSt 16, 321, 325; vgl. auch BGH, Urteil vom 13. November 2007 - 3 StR 462/06, wistra 2008, 149; Urteil vom 20. Dezember 2012 - 4 StR 55/12, BGHSt 58, 102, 111 f. mwN; vgl. auch Albrecht, NStZ 2014, 17).

  • BGH, 16.06.2016 - 1 StR 20/16  

    Betrug (Vermögensschaden: keine grundsätzliche Beschränkung der Zurechnung von

    aa) Ein Vermögensschaden tritt ein, wenn die Vermögensverfügung des Getäuschten bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise unmittelbar zu einer nicht durch Zuwachs ausgeglichenen Minderung des Gesamtwerts seines Vermögens führt (Prinzip der Gesamtsaldierung; st. Rspr.; vgl. BGH, Urteile vom 2. Februar 2016 - 1 StR 437/15 Rn. 33, NStZ 2016, 286 und vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13 Rn. 31 ff., BGHSt 60, 1 mit Anm. Albrecht JZ 2016, 841 und C. Dannecker NZWiSt 2015, 173; Beschlüsse vom 16. Juni 2014 - 4 StR 30 31 32 33 21/14 Rn. 24, NStZ 2014, 640; vom 19. Februar 2014 - 5 StR 510/13, wistra 2014, 270; vom 29. Januar 2013 - 2 StR 422/12, NStZ 2013, 711; vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 113 f. und vom 18. Februar 2009 - 1 StR 731/08, BGHSt 53, 199, 201, jeweils mwN; Urteil vom 27. Juni 2012 - 2 StR 79/12, BGHR StGB § 263 Abs. 1 Vermögensschaden 77).

    bb) Die Bewertung des Vermögens und des Vermögensschadens erfolgt nach objektiven wirtschaftlichen Gesichtspunkten (vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13 Rn. 31 ff., BGHSt 60, 1; Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95, 115).

    Normative Gesichtspunkte können bei der Bewertung des Schadens zwar eine Rolle spielen; sie dürfen die wirtschaftliche Betrachtung allerdings nicht überlagern oder verdrängen (BVerfG, Beschluss vom 7. Dezember 2011 - 2 BvR 2500/09, 2 BvR 1857/10, Rn. 176, NStZ 2012, 496, 504; BGH, Beschlüsse vom 2. Juli 2014 - 5 StR 182/14, NStZ 2014, 517; vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 114 und vom 14. April 2011 - 1 StR 458/10, wistra 2011, 335).

    Dementsprechend sind Leistung und Gegenleistung zunächst nach ihrem Verkehrs- bzw. Marktwert zu vergleichen (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95, 115; vgl. auch C. Dannecker NStZ 2016, 318, 319).

    Auf die subjektive Einschätzung, ob der irrtumsbedingt Verfügende sich geschädigt fühlt, kommt es ebenso wenig an (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 80, BGHSt 57, 95, 115), wie auf die Frage, wie hoch der Verfügende subjektiv den Wert der Gegenleistung taxiert (st. Rspr.; vgl. BGH, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13 Rn. 33, BGHSt 60, 1 mwN; vgl. auch Albrecht, NStZ 2014, 17).

  • BGH, 16.06.2014 - 4 StR 21/14  

    Vermögensschaden beim Abrechnungsbetrug in der ambulanten Pflege (mangelnde

    Ein solcher tritt ein, wenn die Vermögensverfügung des Getäuschten bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise unmittelbar zu einer nicht durch Zuwachs ausgeglichenen Minderung des Gesamtwerts des Vermögens des Verfügenden führt (Gesamtsaldierung, vgl. BGH, Urteil vom 27. Juni 2012 - 2 StR 79/12, BGHR StGB § 263 Abs. 1 Vermögensschaden 77; Beschlüsse vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, BGHSt 57, 95 Rn. 75; vom 5. Juli 2011 - 3 StR 444/10, jeweils mwN).

    Sie würde vielmehr aus einer anderen Leistungsbeziehung als derjenigen zwischen der B. und der Angeklagten herrühren (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, BGHSt 57, 95, 117; MüKo-StGB/Hefendehl, 2. Aufl., § 263 Rn. 582; Hellmann, NStZ 1995, 232, 233; Beckemper/Wegner, NStZ 2003, 315, 316).

    Aus demselben Grund entfällt der Vermögensschaden auch nicht dadurch, dass die Krankenkasse keinen anderen Pflegedienst mit der Pflege des Herrn O. beauftragen musste und deshalb Aufwendungen erspart hat (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, aaO, 118 f.; Urteil vom 4. September 2012 - 1 StR 534/11, BGHSt 57, 312 Rn. 52; Urteil vom 5. Dezember 2002 - 3 StR 161/02, NStZ 2003, 313, 315 mit zust. Anm. Beckemper/Wegner, NStZ 2003, 315, 316; Beschluss vom 28. September 1994 - 4 StR 280/94, NStZ 1995, 85, 86 mit zust. Anm. Hellmann, NStZ 1995, 232, 233; SSW-StGB/Satzger, 2. Aufl., § 263 Rn. 256; Fischer, StGB, 61. Aufl., § 263 Rn. 155; aA Wischnewski/Jahn, GuP 2011, 212, 216; Wasserburg, NStZ 2003, 353, 357).

    Ob bei der Strafzumessung in Fällen zu Unrecht abgerechneter pflegerischer Leistungen der Umstand tatsächlich erbrachter Leistungen und hierzu entstandener Aufwendungen strafmildernd berücksichtigt werden muss (so für vertragsärztliche Abrechnungen BGH, Urteil vom 5. Dezember 2002 - 3 StR 161/02, NJW 2003, 1198, 1200; Beschluss vom 28. September 1994 - 4 StR 280/94, NStZ 1995, 85 f.; offen gelassen für den Bereich privatärztlicher Liquidation in BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, NJW 2012, 1377, 1385 Rn. 109), kann letztlich offen bleiben.

  • BGH, 04.09.2012 - 1 StR 534/11  

    BGH hebt Freispruch im Münchener Apotheker-Fall auf

    Mit der Übersendung der Rechnung an die gesetzlichen Krankenkassen oder deren Rechenzentren hat der Angeklagte einen sozialrechtlichen Erstattungsanspruch konkludent behauptet (zur parallelen Situation beim Arztabrechnungsbetrug vgl. BGH, Urteil vom 10. März 1993 - 3 StR 461/92, NStZ 1993, 388) bzw. durch den Verkauf an die privat versicherten Patienten einen entsprechenden, tatsächlich nicht existenten Kaufpreisanspruchs geltend gemacht (vgl. zuletzt BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 mwN).

    Bei der betrügerischen Erschleichung nicht erstattungsfähiger Leistungen entfällt der Leistungsanspruch insgesamt; für die Bemessung des Schadens ist auf den gesamten zu Unrecht erlangten Betrag abzustellen (BGH, Beschlüsse vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, und vom 28. September 1994 - 4 StR 280/94, NStZ 1995, 85 ff. jew. mwN).

    Gleiches gilt hinsichtlich der privat versicherten Patienten: In dem Umfang, in dem die Rechtsordnung einer Leistung die Abrechenbarkeit versagt, weil etwa die für die Abrechenbarkeit vorgesehenen Qualifikations- und Leistungsmerkmale nicht eingehalten sind, kann ihr kein für den tatbestandlichen Schaden i.S.v. § 263 StGB maßgeblicher wirtschaftlicher Wert zugesprochen werden (vgl. zuletzt BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11; auch Beckemper/Wegner, NStZ 2003, 315, 316).

  • BGH, 12.07.2017 - 1 StR 535/16  

    Freispruch im Fall des Vorwurfs des Betrugs im Zusammenhang mit der Abrechnung

    Der Senat ist deshalb auch nicht veranlasst, auf die in der Strafrechtswissenschaft geübte Kritik an der Bestimmung des Vermögenschadens in bestimmten Konstellationen des - phänomenologisch - Abrechnungsbetrugs (vgl. BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, BGHSt 57, 95, 113 ff. Rn. 74 ff. [betreffend die Liquidation gegenüber Privatpatienten]; dazu u. a. Brand/Wostry, StV 2012, 619, 620 ff.; Krüger, PhamR 2013, 46, 48 f.; Lindemann, NZWiSt 2012, 334, 337 ff.; Mahler, wistra 2013, 44, 46 ff.; Tiedemann, JZ 2012, 525, 527 f.) einzugehen.
  • BGH, 02.02.2016 - 1 StR 437/15  

    Betrugstatbestand: Hingabe eines durch eine Grundschuld gesicherten Darlehens als

    aa) Ein Vermögensschaden im Sinne des § 263 Abs. 1 StGB tritt ein, wenn die Vermögensverfügung des Getäuschten bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise unmittelbar zu einer nicht durch Zuwachs ausgeglichenen Minderung des Gesamtwerts seines Vermögens führt (Prinzip der Gesamtsaldierung; st. Rspr.; siehe BGH, Urteil vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13, Rn. 31, BGHSt 60, 1 ff.; BGH, Beschlüsse vom 16. Juni 2014 - 4 StR 21/14 Rn. 24; vom 19. Februar 2014 - 5 StR 510/13, NStZ 2014, 318, 319; vom 29. Januar 2013 - 2 StR 422/12, NStZ 2013, 711; vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11 Rn. 75, BGHSt 57, 95, 113 und vom 18. Februar 2009 - 1 StR 731/08, BGHSt 53, 199, 201, jeweils mwN).

    Aus der nach objektiven wirtschaftlichen Gesichtspunkten vorzunehmenden Schadensbestimmung folgt, den Wert der erbrachten Leistung und - soweit erbracht - den der Gegenleistung nach ihrem Verkehrs- bzw. Marktwert zu bestimmen (BGH, Beschluss vom 25. Januar 2012 - 1 StR 45/11, BGHSt 57, 95, 115; BGH, Urteile vom 8. Oktober 2014 - 1 StR 359/13 Rn. 33 mwN, BGHSt 60, 1 und vom 19. November 2015 - 4 StR 115/15 Rn. 30 mwN).

  • BSG, 20.03.2013 - B 6 KA 17/12 R  

    Vertragsärztliche Versorgung - Regress gegen einen Arzt wegen fehlerhaft

    So hat der Senat in seinem Urteil vom 18.8.2010 zusammenfassend ausgeführt: "Die Zuerkennung der Kosten, die bei rechtmäßigem Verhalten angefallen wären, hätte zur Folge, dass es auf die Beachtung der für die vertragsärztliche Versorgung geltenden Bestimmungen nicht ankäme" (BSG aaO SozR 4-2500 § 106 Nr. 29 RdNr 51; in der Sache ebenso - zum Teil im Rahmen der Prüfung ungerechtfertigter Bereicherung - BSG vom 8.9.2004, SozR 4-2500 § 39 Nr. 3 RdNr 14 betr unzulässige faktisch-stationäre Behandlung; BSG vom 22.3.2006, BSGE 96, 99 = SozR 4-5520 § 33 Nr. 6, RdNr 11 betr eine als Praxisgemeinschaft auftretende Gemeinschaftspraxis; BSG vom 28.2.2007, SozR 4-2500 § 39 Nr. 7 RdNr 17 f betr zu lange stationäre Versorgung; BSG vom 5.5.2010 BSGE 106, 110 = SozR 4-2500 § 106 Nr. 27, RdNr 47 betr Verordnung von Immunglobulin; BSG vom 18.8.2010, SozR 4-2500 § 106 Nr. 29 RdNr 51 betr Verordnung von Sprechstundenbedarf; BSG vom 13.10.2010, SozR 4-2500 § 106 Nr. 30 RdNr 44 betr Verordnung von Megestat; vgl auch BSG vom 21.6.1995, BSGE 76, 153, 155 f = SozR 3-2500 § 95 Nr. 5 S 22 f, und BSG vom 23.6.2010, BSGE 106, 222 = SozR 4-5520 § 32 Nr. 4, RdNr 67; vgl ferner die neuere BGH-Rspr zu dem - an sich nicht vergleichbaren - strafrechtlichen Betrugstatbestand in Fällen ärztlichen Fehlverhaltens mit ihrer Bezugnahme auf die "zum Vertragsarztrecht entwickelte streng formale Betrachtungsweise" in BGHSt 57, 95 = NJW 2012, 1377 = MedR 2012, 388, RdNr 82, 85; vgl auch BGHSt 57, 312 = NJW 2012, 3665 = MedR 2013, 174, RdNr 52) .
  • VerfGH Bayern, 17.11.2014 - 70-VI-14  

    Verfassungsbeschwerde gegen die Einsetzung eines parlamentarischen

    Der Ausschuss soll aufklären, wie diese Behörden bis zur (gegenteiligen) Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 25. Januar 2012 (Az. 1 StR 45/11) zu der rechtlichen Einschätzung gekommen sind, es fehle an den Tatbestandsvoraussetzungen einer Straftat, sodass die Ermittlungen eingestellt und verjährungsunterbrechende Maßnahmen unterlassen wurden; außerdem soll geklärt werden, ob nach Bekanntwerden der genannten höchstrichterlichen Entscheidung neue Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden.

    Weder aus der Beschreibung des Untersuchungsgegenstands noch aus dem zugehörigen Fragenkatalog ergibt sich für den Ausschuss die Verpflichtung, das umstrittene Abrechnungsmodell, das aus Presseberichten allgemein bekannt ist und dessen Funktionsweise auch im Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. Januar 2012 (Az. 1 StR 45/11) ausführlich beschrieben wird, hinsichtlich der betriebsinternen Geschäftsvorgänge und Verfahrensabläufe weitergehend zu untersuchen.

  • OLG München, 21.09.2016 - 15 U 979/15  

    Abrechnungsbetrug Ostheopathie: vom Gefängnis verschont aber Approbation verloren

    b) Insoweit besteht auch für den Senat kein Zweifel daran, dass in solchen Fällen des Zusammenwirkens des Klägers mit den Patienten die zuständigen Sachbearbeiter der Versicherungen einem mit Wissen und Wollen des Klägers herbeigeführten Irrtum über das tatsächliche Vorliegen eines zur Kostenerstattung verpflichtenden Versicherungsfalles unterlagen, nachdem sie aufgrund der Täuschungshandlung des Klägers mittels der Patienten/Versicherungsnehmer davon ausgingen, dass an den fiktiv abgerechneten Tagen tatsächlich eine Behandlung durch den Kläger stattgefunden hatte (vgl. hierzu auch BGH, 1 StR 45/11, bei Juris Rn. 68 f.).

    d) Auch die Annahme eines Vermögensschadens begegnet im Ergebnis keinen Bedenken, wobei der Senat folgende Grundsätze der Rechtsprechung zum Abrechnungsbetrug durch Ärzte berücksichtigt hat (vgl. hierzu im Einzelnen den Beschluss des BGH vom 25.1.2012, Az:. 1 StR 45/11):.

    ii) In dem dem Beschluss vom 25.1.2012 (Az:. 1 StR 45/11) zugrundeliegenden Fall hat es der BGH gebilligt, dass Osteopathieleistungen, obwohl fehlerfrei erbracht, nicht zur Verneinung des tatbestandlichen Schadens i.S.v. § 263 StGB herangezogen wurden.

    Auch wenn die Grundsätze zum Abrechnungsbetrug gegenüber Privaten Krankenversicherungen erst durch die Entscheidung des BGH vom 25.1.2012 (Az. 1 StR 45/11) formuliert wurden, so lag dem schon im Jahre 2009 die zutreffende Ansicht zugrunde, dass einem Arzt, der so vorging wie der Kläger, der Vorwurf des Abrechnungsbetruges gemacht werden musste.

  • LG München I, 17.02.2016 - 9 O 20894/14  

    Gutachtervertrag bei Drogentest

  • OLG Düsseldorf, 20.01.2017 - 1 Ws 482/15  

    Speziallaborleistungen: Vom Arzt zentrifugierte und als eigene abgerechnete

  • BGH, 25.09.2014 - 4 StR 69/14  

    Teilweise Verfahrenseinstellung (Einstellungsbeschluss: Bestimmtheit, Parallele

  • BGH, 15.04.2015 - 1 StR 337/14  

    Vortäuschen einer Straftat (falsche Darstellung einer tatsächlich begangenen Tat:

  • BGH, 16.04.2015 - 1 StR 490/14  

    Bandenmäßige Fälschung technischer Aufzeichnungen (Begriff des Verfälschens;

  • BGH, 20.02.2013 - 1 StR 320/12  

    Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung

  • BGH, 08.10.2015 - III ZR 93/15  

    Vertrag über die häusliche Intensiv- und Behandlungspflege eines

  • LG Hagen, 24.06.2013 - 46 KLs 300 Js 1873/10  

    Pflegedienst-Leiterin bereicherte sich an Wachkoma-Patienten

  • BGH, 25.04.2013 - 4 StR 296/12  

    Berufsverbot (Voraussetzungen: insbesondere bei erstmaliger Straffälligkeit);

  • OVG Nordrhein-Westfalen, 06.02.2013 - 6t A 1843/10  

    Geeignetheit einer die Vorschriften der GOÄ nicht beachtenden Abrechnung zur

  • BGH, 12.02.2015 - 2 StR 109/14  

    Unerlaubte Abgabe verschreibungspflichtiger Betäubungsmittel aus einer Apotheke

  • LAG Niedersachsen, 17.04.2013 - 2 Sa 179/12  

    Außerordentliche Kündigung eines Chefarztes wegen Abrechnungsbetrug - Verstoß

  • BGH, 24.02.2016 - 2 StR 319/15  

    Recht auf einen konkreten und wirksamen Verteidigerbeistand (Recht auf ein faires

  • BGH, 21.02.2013 - 1 StR 633/12  

    Urteil gegen ehemaligen Minister des Landes Brandenburg rechtskräftig

  • BGH, 15.01.2014 - 1 StR 302/13  

    Verständigung (unterlassene Belehrung über die Bindungswirkung der Verständigung:

  • LBerG Heilberufe Nordrhein-Westfalen, 06.02.2013 - 6t A 1843/10  
  • BGH, 21.04.2016 - 1 StR 456/15  

    Betrug (Vermögensschaden: für die Berechnung relevanter Zeitpunkt der

  • OLG München, 22.06.2016 - 20 U 171/16  

    Abrechnung zahnärztlicher Leistungen und Geltendmachung ersatzfähiger

  • BVerwG, 20.09.2012 - 3 B 7.12  

    Widerruf der Approbation als Arzt; Berufsunwürdigkeit; Abrechnungsbetrug;

  • OVG Niedersachsen, 17.02.2015 - 8 LA 26/14  

    Widerruf der Approbation als Arzt wegen Unwürdigkeit aufgrund Abrechnungsbetruges

  • BGH, 09.08.2012 - 1 StR 323/12  

    Anspruch auf rechtliches Gehör (Änderung des zugrunde liegenden Sachverhalts;

  • BGH, 09.03.2017 - 1 StR 350/16  

    Betrug i.R. von Finanzierungsleasingverträgen; Leasingtypisches

  • OLG Rostock, 19.12.2013 - Ws 320/13  

    Abrechnungsbetrug zum Nachteil von Krankenkassen bei nicht vertragsgemäß

  • VG Stuttgart, 28.10.2013 - 12 K 63/13  

    Leistungen der Postbeamtenkrankenkasse für operative Brustrekonstruktion;

  • BGH, 25.04.2012 - 1 StR 566/11  

    Verfall (Auffangrechtserwerb; keine Rückwirkung; entgegenstehende Ansprüche

  • LG Köln, 07.04.2016 - 118 KLs 6/13  

    Abrechnung von Speziallaborleistungen von Privatpatienten als persönliche

  • LSG Nordrhein-Westfalen, 17.04.2013 - L 11 KA 66/11  
  • BGH, 20.10.2016 - 2 StR 2/16  

    Verfall (Feststellung entgegenstehender Ansprüche Verletzter im Urteil; zeitliche

  • LG Köln, 11.02.2015 - 118 KLs 9/13  

    Freispruch eines Arztes vom Betrug an Privatpatienten bei der Abrechnung von

  • OLG Koblenz, 07.05.2014 - 2 SsBs 22/14  

    Zur Annahme von Vorsatz bei einer qualifizierten Geschwindigkeitsüberschreitung

  • OLG Koblenz, 07.04.2014 - 2 Ss 2/14  

    Fahren ohne Fahrerlaubnis: Eigene Sachkunde des Tatrichters bei der Beurteilung

  • LG Köln, 17.02.2016 - 28 O 323/15  

    Statthaftigkeit eines Antrags auf Erlass einer einstweiligen Verfügung bzgl.

  • OLG Karlsruhe, 18.11.2014 - 19 U 47/13  
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