Rechtsprechung
| LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14 |
Volltextveröffentlichungen (5)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- ra.de
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Anspruch eines Versicherungsnehmers auf Rückzahlung des von unbekannten Tätern im Wege des "Phishings" überwiesenen Geldbetrages
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
- OLG Düsseldorf, 13.11.2017 - 4 U 206/15
- BGH, 16.01.2018 - XI ZB 35/17
Wird zitiert von ... Zitiert selbst (11)
- OLG Zweibrücken, 28.01.2010 - 4 U 133/08
Bereicherungsanspruch einer Bank: Anspruch gegen einen Bankkunden wegen Phishings …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die Bank hat deshalb einen Bereicherungsanspruch nach § 812 Abs. 1 Satz 1 2. Altern. BGB ("in sonstiger Weise") gegen den Überweisungsempfänger (BGH Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04 - 11. April 2006 - XI ZR 220/05 - bei juris; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).Die Belastungsbuchung der Bank auf dem Konto des Zeugen T2 wirkte nämlich nur deklaratorisch (BGH Urteil vom 7. März 2002 - IX ZR 223/01 - 18. April 1989 - XI ZR 133/08 - jew. m.w.N.; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).
Die Bank ist vielmehr verpflichtet, die fehlerhafte Belastungsbuchung zu korrigieren (…BGH Urteil vom 7. März 2002 - aaO - 31. Mai 1994 - VI ZR 12/94 - bei juris; WM 1959, 81; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).
Die verschärfte Haftung gemäß § 819 BGB tritt ein, wenn der Empfänger den Mangel des rechtlichen Grundes oder den Gesetzesverstoß beim Empfang der Leistung kannte oder sich dieser Kenntnis in einer Weise verschlossen hat, die es ihm nach Treu und Glauben verwehrt, sich auf sein fehlendes Bewusstsein zu berufen (BGH Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 120/08 - 12. Juli 1996 - V ZR 117/95 - 25. September 1986 - VII ZR 349/85 - bei juris; OLG Zweibrücken, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 17, juris).
- BGH, 21.06.2005 - XI ZR 152/04
Rückforderung eines überwiesenen Betrages nach Änderung des Empfängerkontos durch …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Rn. 29 Zwar ist davon auszugehen, dass sich der Bereicherungsausgleich in Fällen der Leistung kraft Anweisung, etwa aufgrund eines Überweisungsauftrages, grundsätzlich innerhalb des jeweiligen Leistungsverhältnisses vollzieht, also zum einen zwischen dem Anweisenden und dem Angewiesenen und zum anderen zwischen dem Anweisenden und dem Anweisungsempfänger (vgl. BGHZ 147, 269, 273; BGH, Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04, WM 2005, 1564, 1565; jeweils m.w.Nachw.).Dies gilt unabhängig davon, ob der Anweisungsempfänger das Fehlen einer wirksamen Anweisung im Zeitpunkt der Zuwendung kannte, weil die Zahlung ohne gültige Anweisung dem vermeintlich Anweisenden nicht als seine Leistung zugerechnet werden kann, selbst wenn dieser den gezahlten Betrag dem Zahlungsempfänger tatsächlich schuldete (Senat BGHZ 147, 145, 151 und Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04, WM 2005, 1564, 1565 f.; jeweils m.w.Nachw.).
Die Bank hat deshalb einen Bereicherungsanspruch nach § 812 Abs. 1 Satz 1 2. Altern. BGB ("in sonstiger Weise") gegen den Überweisungsempfänger (BGH Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04 - 11. April 2006 - XI ZR 220/05 - bei juris; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).
- BGH, 07.03.2002 - IX ZR 223/01
Anfechtbarkeit eines Pfandrechts aufgrnd AGB-Banken; Anfechtung von Berechnungen …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die Belastungsbuchung der Bank auf dem Konto des Zeugen T2 wirkte nämlich nur deklaratorisch (BGH Urteil vom 7. März 2002 - IX ZR 223/01 - 18. April 1989 - XI ZR 133/08 - jew. m.w.N.; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).Die Bank ist vielmehr verpflichtet, die fehlerhafte Belastungsbuchung zu korrigieren (BGH Urteil vom 7. März 2002 - aaO - 31. Mai 1994 - VI ZR 12/94 - bei juris; WM 1959, 81; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).
- BGH, 11.04.2006 - XI ZR 220/05
Rückabwicklung von im Einzugsermächtigungsverfahren eingezogenen …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Allerdings hat der Angewiesene ausnahmsweise einen unmittelbaren Bereicherungsanspruch gegen den Anweisungsempfänger, wenn eine wirksame Anweisung fehlt (BGH, Urteil vom 11. April 2006 - XI ZR 220/05 -, BGHZ 167, 171-178, Rn. 9).Die Bank hat deshalb einen Bereicherungsanspruch nach § 812 Abs. 1 Satz 1 2. Altern. BGB ("in sonstiger Weise") gegen den Überweisungsempfänger (BGH Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04 - 11. April 2006 - XI ZR 220/05 - bei juris; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris).
- BGH, 24.04.2001 - VI ZR 36/00
Bereicherungsausgleich in Drei-Personen-Verhältnis bei wirksamer Anweisung
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Rn. 29 Zwar ist davon auszugehen, dass sich der Bereicherungsausgleich in Fällen der Leistung kraft Anweisung, etwa aufgrund eines Überweisungsauftrages, grundsätzlich innerhalb des jeweiligen Leistungsverhältnisses vollzieht, also zum einen zwischen dem Anweisenden und dem Angewiesenen und zum anderen zwischen dem Anweisenden und dem Anweisungsempfänger (vgl. BGHZ 147, 269, 273; BGH, Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04, WM 2005, 1564, 1565; jeweils m.w.Nachw.). - BGH, 20.03.2001 - XI ZR 157/00
Umdeutung eines formnichtigen Schecks; Bereicherungsausgleich bei fehlender …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Dies gilt unabhängig davon, ob der Anweisungsempfänger das Fehlen einer wirksamen Anweisung im Zeitpunkt der Zuwendung kannte, weil die Zahlung ohne gültige Anweisung dem vermeintlich Anweisenden nicht als seine Leistung zugerechnet werden kann, selbst wenn dieser den gezahlten Betrag dem Zahlungsempfänger tatsächlich schuldete (Senat BGHZ 147, 145, 151 und Urteil vom 21. Juni 2005 - XI ZR 152/04, WM 2005, 1564, 1565 f.; jeweils m.w.Nachw.). - BGH, 12.07.1996 - V ZR 117/95
Begriff der Kenntnis vom Mangel des rechtlichen Grundes
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die verschärfte Haftung gemäß § 819 BGB tritt ein, wenn der Empfänger den Mangel des rechtlichen Grundes oder den Gesetzesverstoß beim Empfang der Leistung kannte oder sich dieser Kenntnis in einer Weise verschlossen hat, die es ihm nach Treu und Glauben verwehrt, sich auf sein fehlendes Bewusstsein zu berufen (BGH Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 120/08 - 12. Juli 1996 - V ZR 117/95 - 25. September 1986 - VII ZR 349/85 - bei juris; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 17, juris). - BGH, 31.05.1994 - VI ZR 12/94
Rückabwicklung eines gefälschten Überweisungsauftrages
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die Bank ist vielmehr verpflichtet, die fehlerhafte Belastungsbuchung zu korrigieren (BGH Urteil vom 7. März 2002 - aaO - 31. Mai 1994 - VI ZR 12/94 - bei juris; WM 1959, 81; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 15, juris). - BGH, 06.11.2008 - III ZR 120/08
Rückabwicklung von Leistungen in einem sog. Schenkkreis
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die verschärfte Haftung gemäß § 819 BGB tritt ein, wenn der Empfänger den Mangel des rechtlichen Grundes oder den Gesetzesverstoß beim Empfang der Leistung kannte oder sich dieser Kenntnis in einer Weise verschlossen hat, die es ihm nach Treu und Glauben verwehrt, sich auf sein fehlendes Bewusstsein zu berufen (BGH Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 120/08 - 12. Juli 1996 - V ZR 117/95 - 25. September 1986 - VII ZR 349/85 - bei juris; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 17, juris). - BGH, 25.09.1986 - VII ZR 349/85
Provision des Modekontors - § 812 BGB, Dreiecksverhältnis, fehlende Anweisung, § …
Auszug aus LG Kleve, 28.10.2015 - 1 O 202/14
Die verschärfte Haftung gemäß § 819 BGB tritt ein, wenn der Empfänger den Mangel des rechtlichen Grundes oder den Gesetzesverstoß beim Empfang der Leistung kannte oder sich dieser Kenntnis in einer Weise verschlossen hat, die es ihm nach Treu und Glauben verwehrt, sich auf sein fehlendes Bewusstsein zu berufen (BGH Urteil vom 6. November 2008 - III ZR 120/08 - 12. Juli 1996 - V ZR 117/95 - 25. September 1986 - VII ZR 349/85 - bei juris; OLG Zweibrücken…, Urteil vom 28. Januar 2010 - 4 U 133/08 -, Rn. 17, juris). - BGH, 23.10.1958 - II ZR 127/57
Rechts- und Parteifähigkeit einer im Register gelöschten Genossenschaft
- OLG Dresden, 20.07.2021 - 8 U 840/21
Stellt ein Kontoinhaber einer ihm unbekannten Person sein Girokonto mittels …
Der aus dem Girovertag resultierende Auszahlungsanspruch stellt einen Vermögenswert im Umfang der vorgenommenen Gutschrift dar, über den der Beklagte als Kontoinhaber vertraglich verfügen konnte (vgl. BGH, NJW 2018, 1602; siehe auch LG Kleve, Urteil vom 28.10.2015 - 1 O 202/14, juris; Sebastian, Jura 2015, 180, 183).Die ersatzlose Weiterleitung der vom Kläger zugewandten Gelder auf unbekannte Konten bewirkte dem Grunde nach eine Entreicherung des Beklagten (vgl. BGH, NJW 2018, 1602; OLG Hamm, VersR 1999, 1295; KG, ZIP 2009, 2331; LG Kleve, Urteil vom 28.10.2015 - 1 O 202/14, juris).
Der Beklagte hat sich unter Missachtung der ihm bis zur Weiterleitung der Gelder bekannt gewordenen Umstände zumindest bewusst einer Erkenntnis verschlossen, dass es für den streitgegenständlichen Vermögenszufluss an einem rechtlichen Grund mangelte (vgl. allg. BGH, NJW 2018, 1602; OLG Hamm, VersR 1999, 1295; LG Berlin, WM 2016, 2262; LG Kleve, Urteil vom 28.10.2015 - 1 O 202/14, juris; LG Karlsruhe, Urteil vom 05.10.2007 - 3 O 47/07, juris;AG München, CR 2007, 333).
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