Rechtsprechung
| OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11 |
Volltextveröffentlichungen (4)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Umfang der Auskunftsansprüche eines pflichtteilsberechtigten Kindes im Rahmen eines Pflichtteilsergänzungsanspruchs
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Hagen, 18.08.2011 - 10 O 264/10
- OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (5)
- BGH, 02.11.1960 - V ZR 124/59
Verjährung von Auskunftsansprüchen
Auszug aus OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Diese Rechtsprechung hat einen Anspruch auf Vorlage von Unterlagen (Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen etc.) bislang lediglich dann anerkannt, wenn etwa ein Unternehmen zum (tatsächlichen oder fiktiven) Nachlass gehört und die Beurteilung seines Wertes anhand der Unterlagen zur Berechnung des Pflichtteils anhand dieser Belege notwendig ist (vgl. BGH, NJW 1961, 602, 603; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1997, 454; OLG Düsseldorf, OLGR 1993, 40; OLG Zweibrücken, FamRZ 2001, 763, 764; OLG Köln, ZEV 1999, 111). - BGH, 28.02.1989 - XI ZR 91/88
Umfang des Auskunftsanspruchs des Pflichtteilsberechtigten gegenüber dem Erben; …
Auszug aus OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Selbst wenn mit der Berufung eine umfassendere Auskunfts- oder Belegvorlagepflicht zu unterstellen wäre, ergäbe sich hieraus unter Berücksichtigung der höchstrichterlichen Rechtsprechung nicht, dass die Beklagte als Erbin verpflichtet ist, diesbezüglich ihre eigenen Auskunftsansprüche gegen die mit dem Erblasser in Geschäftsbeziehung stehenden Banken abzutreten. Soweit die Berufung die in BGHZ 107, 104 ff veröffentlichte Entscheidung des Bundesgerichtshofs als Grundlage des Hilfsantrages verstanden wissen möchte, lag dieser Entscheidung ein Sachverhalt zugrunde, bei dem die nach § 2314 BGB gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten auskunftspflichtige Erbin ihren eigenen Auskunftsanspruch gegenüber der Bank des Erblassers vergleichsweise abgetreten hatte. - OLG Koblenz, 20.02.2009 - 2 U 1386/08
Umfang des Auskunftsanspruchs zur Berechnung eines Pflichtteils- oder …
Auszug aus OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Mit Recht hat die angefochtene Entscheidung deshalb auch auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts Koblenz (ZEV 2010, 262 - Juris Rz. 18) verwiesen, wonach die Auskunftspflicht des Erben sich gegenüber dem Pflichtteilsberechtigten nicht auf die vom Erblasser zu seinen Lebzeiten getroffenen Vermögensdispositionen erstreckt. - OLG Düsseldorf, 17.05.1996 - 7 U 126/95
Auszug aus OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Diese Rechtsprechung hat einen Anspruch auf Vorlage von Unterlagen (Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen etc.) bislang lediglich dann anerkannt, wenn etwa ein Unternehmen zum (tatsächlichen oder fiktiven) Nachlass gehört und die Beurteilung seines Wertes anhand der Unterlagen zur Berechnung des Pflichtteils anhand dieser Belege notwendig ist (vgl. BGH, NJW 1961, 602, 603; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1997, 454; OLG Düsseldorf, OLGR 1993, 40; OLG Zweibrücken, FamRZ 2001, 763, 764; OLG Köln, ZEV 1999, 111). - OLG Zweibrücken, 18.08.2000 - 2 UF 43/00
Auszug aus OLG Hamm, 31.01.2012 - 10 U 91/11
Diese Rechtsprechung hat einen Anspruch auf Vorlage von Unterlagen (Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen etc.) bislang lediglich dann anerkannt, wenn etwa ein Unternehmen zum (tatsächlichen oder fiktiven) Nachlass gehört und die Beurteilung seines Wertes anhand der Unterlagen zur Berechnung des Pflichtteils anhand dieser Belege notwendig ist (vgl. BGH, NJW 1961, 602, 603; OLG Düsseldorf, NJW-RR 1997, 454; OLG Düsseldorf, OLGR 1993, 40; OLG Zweibrücken, FamRZ 2001, 763, 764; OLG Köln, ZEV 1999, 111).
- OLG München, 23.08.2021 - 33 U 325/21
Kein Anspruch des Pflichtteilsberechtigten auf Belegvorlage
- Nach Rechtsprechung und herrschender Meinung in der Literatur besteht kein allgemeiner Anspruch auf Belegvorlage im Rahmen eines Auskunftsanspruchs (OLG Koblenz BeckRS 2012, 20029; OLG Hamm BeckRS 2015, 12501;… OLG Koblenz ZEV 2010, 262 Rn. 20; OLG Düsseldorf ZEV 2019, 90;… Lange in: MüKo/BGB 8. Auflage § 2314 Rn. 14;… Müller-Engels in: BeckOK/BGB Stand 1.5.2021 § 2314 Rn. 19;… Bock in: NK/Erbrecht 5. Auflage § 2314 Rn. 20). - OLG Düsseldorf, 06.07.2018 - 7 U 9/17
Umfang des Auskunftsanspruchs des Pflichtteilsberechtigten
Rn. 37 Nach der Rechtsprechung besteht kein allgemeiner Anspruch auf Belegvorlage (OLG Koblenz, Beschluss vom 12. Dezember 2011 - 10 U 409/11 -, juris; OLG Hamm, Urteil vom 31. Januar 2012 - 10 U 91/11 -, juris; OLG Koblenz…, Beschluss vom 20.2.2009, 2 U 1386/08, ZEV 2010, 262, Rn. 20; Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen, Beschluss vom 29. Juni 2000 - 4 WF 59/00 -, juris -, MDR 2000, 1324 für den Zugewinnausgleichsanspruch). - OLG Hamburg, 28.09.2016 - 2 U 29/15
Pflichtteilsrecht: Umfang der Auskunftspflicht des Erben über den …
Es kann nicht Offenlegung sämtlicher finanzieller Transaktionen bzw. Vermögensdispositionen des Erblassers verlangt werden, denn es geht eben nicht an, eine Rechnungslegungspflicht zum Zwecke der Verdachtsausforschung zu statuieren (OLG Hamm, 10 U 91/11, nach juris Rz.26; OLG Koblenz, ZEV 2010, 262, nach juris Rz.18;… auch Staudinger Rz. 24 im Zusammenhang mit gemischten Schenkungen).Zu Recht ist also zu verlangen, dass es Hinweise auf solche Erblasserveräußerungen gibt, deren Umstände die Annahme nahelegen, es handele sich wenigstens zum Teil um eine Schenkung (OLG Hamm, 10 U 91/11, nach juris Rz.23).
Rn. 67 Die in Rechtsprechung und Literatur genannte Ausnahme, wonach die Vorlage von Belegen und sonstigen Unterlagen verlangt werden kann, wenn es darum geht, dem Pflichtteilsberechtigten die Wertermittlung bezüglich bestimmter Gegenstände oder des Nachlasses insgesamt zu ermöglichen (…Staudinger-Herzog, a.a.O., Rz.33;… Meyer-Süß-Lange, a.a.O., § 9 Rz.30, 31;… vgl. auch OLG Karlsruhe, a.a.O., nach juris Rz.24: etwa bei gemischten Schenkungen oder schwer einzuschätzenden Vermögensobjekten wie Unternehmens- oder Gesellschaftsbeteiligungen; OLG Hamm, 10 U 91/11, nach juris Rz.24), liegt hier nicht vor.
- OLG Düsseldorf, 08.05.2026 - 7 U 11/25 Die Klägerin hatte entgegen ihrer Rechtsauffassung auch keinen allgemeinen Beleganspruch (BGH…, Urteil vom 2. November 1960 - V ZR 124/59 -, BGHZ 33, 373-381, Rn. 19; Brandenburgisches Oberlandesgericht…, Urteil vom 14. Juli 2020 - 3 U 38/19 -, Rn. 21, juris; OLG Hamm, Urteil vom 31. Januar 2012 - 10 U 91/11 -, Rn. 24, juris; OLG Koblenz…, Beschluss vom 12. Dezember 2011 - 10 U 409/11 -, Rn. 5, juris; OLG Koblenz…, Beschluss vom 20. Februar 2009 - 2 U 1386/08 -, Rn. 20, juris; OLG München…, Urteil vom 23. August 2021 - 33 U 325/21 -, Rn. 28, juris; Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen…, Beschluss vom 29. Juni 2000 - 4 WF 59/00 -, Rn. 2, juris für den Zugewinnausgleichsanspruch).
- LG Bochum, 18.07.2025 - 5 O 192/23 Rn. 211 Im Rahmen dieses Wertermittlungsanspruchs besteht, wenn es um die Bewertung eines Unternehmens geht, auch ein Anspruch des Pflichtteilsberechtigten auf Belegvorlage (vgl. OLG Hamm, BeckRS 2015, 12501;… Herzog in Staudinger, BGB, 2021, § 2314 Rn. 86, 87;… Lange in MüKo BGB, 9. Aufl. 2022, § 2314 Rn. 33;… Blum/Heuser in BeckOGK, BGB, 01.07.2024, § 2314 Rn. 115).
Eine generelle Belegvorlagepflicht wird grundsätzlich überwiegend abgelehnt (vgl. OLG Hamm, BeckRS 2015, 12501; OLG Düsseldorf, ZEV 2019, 90; OLG Brandenburg, ErbR 2020, 801;… Lange in MüKo, BGB, 9, Aufl. 2022, § 2314 Rn. 33 m.w.N.).
- LG München I, 19.06.2023 - 10 HKO 6823/22
Stufenklage, Versäumnisurteil, Auskunftsanspruch, Treuhandverhältnis, …
Nach der Rechtsprechung besteht kein allgemeiner Anspruch auf Belegvorlage (OLG Koblenz v. 12.12.2011 - 10 U 409/11, BeckRS 2012, 20029; OLG Hamm v. 31.1.2012 - 10 U 91/11, BeckRS 2015, 12501;… OLG Koblenz v. 20.2.2009 - 2 U 1386/08, ZEV 2010, 262 Rn. 20; OLG Bremen v. 29.6.2000 - 4 WF 59/00, BeckRS 2000, 11773 für den Zugewinnausgleichsanspruch).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".
Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 09.02.2012 - I-10 U 91/11 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- NRWE (Rechtsprechungsdatenbank NRW)
- grundeigentum-verlag.de(Abodienst, Leitsatz frei)
BGB §§ 133, 157
Verzicht auf Betriebskostennachforderung durch Räumungsvergleich; Erlass noch nicht gezahlter Betriebskostenvorschüsse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
Auslegung eines gerichtlichen Räumungsvergleichs hinsichtlich mitgeregelter Mietansprüche
- Wolters Kluwer
Auslegung eines gerichtlichen Räumungsvergleichs hinsichtlich mitgeregelter Mietansprüche
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Betriebskostennachzahlungen trotz Regelungen im Räumungsvergleich?
- juris (Volltext/Leitsatz)
Besprechungen u.ä.
- ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Entscheidungsbesprechung)
Betriebskostennachzahlung trotz Abgeltungsklausel im Räumungsvergleich? (IMR 2012, 372)
Papierfundstellen
- NZM 2012, 684
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (4)
- BGH, 28.04.2010 - VIII ZR 263/09
Anspruch des Vermieters auf Nachzahlung von Betriebskosten, wenn nur einer von …
Auszug aus OLG Düsseldorf, 09.02.2012 - 10 U 91/11
Die Nachforderung aus einer - wie hier - erst nach dem Stichtag (31.05.2008) erstellten Betriebs- und Heizkostenabrechnung wird demgegenüber erst mit der Übermittlung einer formell ordnungsgemäßen Abrechnung fällig (BGH, Urt. v. 28.4.2010, VIII ZR 263/09) und ist mit dieser Zukunftsausrichtung von der auf Mietansprüche für die Vergangenheit beschränkten Sprachregelung des Vergleichs nicht erfasst. - BGH, 03.11.1993 - VIII ZR 106/93
Kontrolle von Kunden mitgeführter Taschen an der Kasse eines Einzelhandelsmarktes
Auszug aus OLG Düsseldorf, 09.02.2012 - 10 U 91/11
In einem zweiten Auslegungsschritt sind ggf. die außerhalb des Erklärungsakts liegenden Begleitumstände in die Auslegung einzubeziehen, soweit sie einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen (BGH, NJW 1998, 2966; NJW 1995, 1212; NJW 1994, 188). - BGH, 18.05.1998 - II ZR 19/97
Auslegung einer vertraglichen Bestimmung
Auszug aus OLG Düsseldorf, 09.02.2012 - 10 U 91/11
In einem zweiten Auslegungsschritt sind ggf. die außerhalb des Erklärungsakts liegenden Begleitumstände in die Auslegung einzubeziehen, soweit sie einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen (BGH, NJW 1998, 2966; NJW 1995, 1212; NJW 1994, 188). - BGH, 31.01.1995 - XI ZR 56/94
Grenzen der ergänzenden Vertragsauslegung
Auszug aus OLG Düsseldorf, 09.02.2012 - 10 U 91/11
In einem zweiten Auslegungsschritt sind ggf. die außerhalb des Erklärungsakts liegenden Begleitumstände in die Auslegung einzubeziehen, soweit sie einen Schluss auf den Sinngehalt der Erklärung zulassen (BGH, NJW 1998, 2966; NJW 1995, 1212; NJW 1994, 188).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".