Rechtsprechung
| LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Justiz Baden-Württemberg
Erwägungsgrund 15 EGV 715/2007, Art 3 Nr 10 EGV 715/2007, Art 5 Abs 1 EGV 715/2007, § 31 BGB, § 823 BGB
Schadensersatzprozess gegen den Kraftfahrzeughersteller/Automobilkonzern wegen vorsätzlicher, sittenwidriger Schädigung nach dem Kauf eines angeblich vom sog. "Dieselskandal" betroffenen Gebrauchtfahrzeuges: Substanziierungspflichten und Darlegungslast des Käufers ... - juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
- OLG Stuttgart, 04.07.2019 - 14 U 95/19
- OLG Stuttgart - 14 U 95/19 (Verfahren ohne Entscheidung erledigt)
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (8)
- OLG Düsseldorf, 28.09.2018 - 22 U 95/18
Rechte des Käufers eines vom sogenannten Diesel-Abgasskandal betroffenen …
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Rn. 12 Die Kammer schließt sich bei der Urteilsfindung der Rechtsauffassung der 7. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgarts in einem Parallelverfahren (7 O 369/18) sowie der Rechtsansicht des OLG Düsseldorf im Verfahren 22 U 95/18 (Beschluss vom 28. September 2018) an.Rn. 20 Ist aber das Fahrzeug des Klägers vom Rückruf nicht einmal betroffen, fehlt es - auch unter Verweis auf den zitierten Presseartikel - weiterhin an jedwedem substantiierten Vortrag des Klägers dazu, dass sein konkretes Fahrzeug eine sogenannte "Manipulationssoftware" aufweist (vgl. hierzu: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 22 U 95/18).
- LG Regensburg, 04.01.2017 - 7 O 967/16
Anspruch auf Nachlieferung bei Schadstoff-Software
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Insoweit kann aus der bloßen Abweichung der Abgaswerte - aufgrund veränderter Rahmenbedingungen - zwischen Prüfstand und Straßenbetrieb nicht ohne weiteres auf eine unzulässige Abschalteinrichtung geschlossen werden (vgl. u.a. LG Münster, Urteil vom 14. März 2016 - 11 O 341/15; LG Kempten, Urteil vom 29. März 2017 - 13 O 808/16; LG Regensburg, Urteil vom 04. Februar 2017 - 7 O 967/16; LG Heidelberg, Urteil vom 30. Juni 2017 - 3 O 6/17 ). - LG Münster, 14.03.2016 - 11 O 341/15
VW-Skandal, Rücktritt, Kaufvertrag, manipulierte Abgassoftware
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Insoweit kann aus der bloßen Abweichung der Abgaswerte - aufgrund veränderter Rahmenbedingungen - zwischen Prüfstand und Straßenbetrieb nicht ohne weiteres auf eine unzulässige Abschalteinrichtung geschlossen werden (vgl. u.a. LG Münster, Urteil vom 14. März 2016 - 11 O 341/15; LG Kempten, Urteil vom 29. März 2017 - 13 O 808/16; LG Regensburg, Urteil vom 04. Februar 2017 - 7 O 967/16; LG Heidelberg, Urteil vom 30. Juni 2017 - 3 O 6/17 ).
- BGH, 16.04.2015 - IX ZR 195/14
Beweisvorbringen im Zivilprozess: Nichtberücksichtigung wegen "ins Blaue hinein" …
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Eine solche liegt vor, wenn die Partei ohne greifbare Anhaltspunkte für das Vorliegen eines bestimmten Sachverhalts willkürlich Behauptungen "aufs Geratewohl" oder "ins Blaue hinein" aufstellt (BGH, Beschluss vom 16. April 2015 - IX ZR 195/14). - LG Kempten, 29.03.2017 - 13 O 808/16
Mängelgewährleistungsrechte bei einem vom sog. "Abgasskandal" betroffenen …
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Insoweit kann aus der bloßen Abweichung der Abgaswerte - aufgrund veränderter Rahmenbedingungen - zwischen Prüfstand und Straßenbetrieb nicht ohne weiteres auf eine unzulässige Abschalteinrichtung geschlossen werden (vgl. u.a. LG Münster, Urteil vom 14. März 2016 - 11 O 341/15; LG Kempten, Urteil vom 29. März 2017 - 13 O 808/16; LG Regensburg, Urteil vom 04. Februar 2017 - 7 O 967/16; LG Heidelberg, Urteil vom 30. Juni 2017 - 3 O 6/17 ). - LG Düsseldorf, 31.05.2017 - 12 O 68/17
Erfolg für die Volkswagen AG: Deutsche Umwelthilfe eV darf ihre Pressemitteilung …
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Dass die Emissionswerte für Stickoxide nach dem NEFZ unter konkret vorgegebenen Labor(norm)bedingungen und nicht im realen Straßenverkehr zu messen waren, ergibt sich überdies bereits aus Erwägungsgrund Nr. 15 der einschlägigen Verordnung (EU) Nr. 715/2007 (LG Düsseldorf, Urteil vom 31. Mai 2017 - 12 O 68/17), weshalb eine Abweichung beabsichtigte - zumindest jedoch hingenommene - Folge des damaligen Zulassungs- und Prüfverfahrens war. - LG Heidelberg, 30.06.2017 - 3 O 6/17
Neuwagen-Kaufvertrag: Anspruch auf Lieferung eines mangelfreien Neufahrzeuges aus …
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Insoweit kann aus der bloßen Abweichung der Abgaswerte - aufgrund veränderter Rahmenbedingungen - zwischen Prüfstand und Straßenbetrieb nicht ohne weiteres auf eine unzulässige Abschalteinrichtung geschlossen werden (vgl. u.a. LG Münster, Urteil vom 14. März 2016 - 11 O 341/15; LG Kempten, Urteil vom 29. März 2017 - 13 O 808/16; LG Regensburg, Urteil vom 04. Februar 2017 - 7 O 967/16; LG Heidelberg, Urteil vom 30. Juni 2017 - 3 O 6/17 ). - LG Frankfurt/Main, 26.04.2019 - 7 O 369/18
Auszug aus LG Stuttgart, 24.05.2019 - 19 O 57/19
Rn. 12 Die Kammer schließt sich bei der Urteilsfindung der Rechtsauffassung der 7. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgarts in einem Parallelverfahren (7 O 369/18) sowie der Rechtsansicht des OLG Düsseldorf im Verfahren 22 U 95/18 (Beschluss vom 28. September 2018) an.
- LG Stuttgart, 25.09.2020 - 19 O 118/20
Schadensersatzprozess wegen des Erwerbs eines Gebrauchtfahrzeugs nach …
Rn. 45 Der Vortrag der Klagepartei, der im streitgegenständlichen Fahrzeug verbaute Motor OM 651 sei mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet, nämlich dem sog. "hot restart", einer Software, die die Vornahme von Emissionstests erkenne und lediglich in diesem Fall das volle Emissionskontrollsystem des Fahrzeugs aktiviere und durch das OBD getäuscht worden sei, wobei die Manipulation des OBD lediglich verhindern soll, dass die zu Grunde liegende Manipulation im Zuge der Abgasrückführung nicht entdeckt werden soll, mithin, dass in dem Fahrzeug - ähnlich wie in den Fahrzeugen der VW AG - eine sog. "Prüfstandserkennung" verbaut sei, die den Ausstoß von Stickoxid unter den Bedingungen des Prüfstandsbetriebes optimiere bzw. die nur unter den Bedingungen des Prüfstandes die Abgasreinigung vollständig aktiviere, ist als pauschale Behauptung "ins Blaue hinein" nicht hinreichend substantiiert und daher nicht zu berücksichtigen (vgl. hierzu u.a. OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Beschluss vom 04. Juli 2019 - 14 U 95/19 ; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; LG Stuttgart, Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; ; ; Urteil vom 17. Mai 2019 - 3 O 348/18; Urteil vom 09. Mai 2019 - 3 O 356/18; Urteil vom 16. Mai 2019 - 6 O 203/18; Urteil vom 23. Mai 2019 - 9 O 341/18; Urteil vom 28. März 2019 - 22 O 238/18; Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).Die Ausführungen der Klagepartei lassen jeden greifbaren Anhaltspunkt dafür vermissen, dass sich die - mannigfaltig behaupteten - Abschalteinrichtungen in Form einer Prüfstanderkennung überhaupt in dem streitgegenständlichen Fahrzeug befinden könnte (vgl. hierzu für den Fall der anlasslosen Behauptung, ein Fahrzeug sei mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Denn es gilt auch hier, dass wenn es bereits an zu berücksichtigenden Tatsachenvortrag fehlt, dieser nicht durch eine Beweisaufnahme ersetzt werden kann, da es sich andernfalls um einen unzulässigen Ausforschungsbeweis handeln würde und der auch in sog. "Dieselverfahren" vorgeschriebene Beibringungsgrundsatz der ZPO zu Gunsten einer Art von Amtsermittlung aufgegeben würde (st. Rspr. d. Kammer u.a.: LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Es ist allgemein bekannt - und in der VO 715/2007/EG auch ersichtlich -, dass die auf dem Rollenprüfstand bei genau spezifizierten Bedingungen ermittelten Werte für Kraftstoffverbrauch und Emissionen nicht immer und bedingungslos auch denjenigen entsprechen - und auch bis jetzt nicht entsprechen mussten (st. Rspr. d. Kammer: LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ; entgegen: LG Stuttgart, Urteil vom 26. September 2019 - 20 O 39/19) -, die im realen Betrieb in verschiedenen Verkehrssituationen und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und Fahrweisen anfallen.
Deshalb sprechen die von der Klagepartei (pauschal) behaupteten überhöhten Abgaswerte im Realbetrieb einiger Fahrzeuge der Beklagten - selbst wenn man diese zugunsten der Klagepartei als wahr unterstellt - nicht per se für das Vorliegen einer oder gar mehrerer Abschalteinrichtungen in der oben bezeichneten Art und Weise (so auch zutreffend: OLG Köln, Beschluss vom 30. Juli 2019 - 3 U 43/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr. BGH, Urteil vom 28. Juni 2016 - VI ZR 536/15; Urteil vom 7. Mai 2019 - VI ZR 512/17; Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 jew. m.w.N.).
Eine vorschnell - also ohne das Vorliegen besonderer Umstände im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - bejahte Haftung nach § 826 BGB liefe daher Gefahr, den betreffenden Normen letztlich eben doch die Wirkung von individualschützenden Normen im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB zukommen zu lassen (so wohl bereits: OLG München, Beschluss vom 09. Mai 2019 - 32 U 1304/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 69 Die Mangelhaftigkeit des streitgegenständlichen Fahrzeugs - sofern gegeben - allein rechtfertigt aus den genannten Gründen nicht die Annahme einer sittenwidrigen Schädigung (vgl. hierzu: OLG Köln, Beschluss vom 4. Juli 2019 - 3 U 148/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 72 Weiter geht die Bezugnahme der Klagepartei auf die oben genannten Urteile der 23. Zivilkammer des Landgerichts Stuttgarts allein deshalb fehl, weil die dort entscheidende Kammer - ausweislich der Entscheidungsgründe der zitierten Urteile - in den dortigen Verfahren offensichtlich zahlreiche (tatsächliche) Feststellungen zu den Beweggründen und der Vorgehensweise der Beklagten zu treffen vermochte, zu denen die Kammer im vorliegenden Verfahren - mangels substantiiertem oder unstreitigem Vortrag - nicht in der Lage war (so bereits in div. "Parallelverfahren": LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Allein das Vorliegen eines Mangels im kaufrechtlichen Sinn genügt hierbei - wie oben bereits dargestellt - nicht um quasi automatisch eine Haftung nach § 826 BGB - und damit eine Sittenwidrigkeit - zu bejahen ( LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 77 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Sittenwidrigkeit begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 83 Hierbei schließt sich die Kammer - entgegen der Auffassung vereinzelter Kammern des Landgerichts Stuttgart - in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, wonach ein "Thermofenster" eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar ist (so auch: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (so ebenfalls: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 85 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (vgl. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 89 Nachdem eine Haftung nach § 823 Abs. 2 BGB oder § 826 BGB aus genannten Gründen ausscheidet, steht der Klagepartei auch der geltend gemachte Anspruch nach § 831 BGB nicht zu, da hierfür der Verrichtungsgehilfe den objektiven Tatbestand einer unerlaubten Handlung rechtswidrig erfüllt haben müsste (so auch: OLG Stuttgart, Urteil vom 21. Juni 2011 - 12 U 26/11; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
- LG Stuttgart, 30.10.2020 - 19 O 128/20
Abgasskandal: Porsche Cayenne 3.0 l im Produktionszeitraum 06/2010 - 09/2014
Rn. 50 Der Vortrag der Klagepartei, der im streitgegenständlichen Fahrzeug verbaute Motor sei "zumindest" mit illegalen Abschalteinrichtungen in der Gestalt einer Aufwärmstrategie, die eine Prüfstandsituation erkennt und in einen Fahrmodus mit weniger Schadstoffausstoß schaltet, wobei vermutlich verschiedene Parameter ausgewertet würden, damit das Fahrzeug einen Testzyklus erkennt um den Schadstoffausstoß zu reduzieren und in diesem Fall in eine bestimmte Einstellung des Getriebes geschaltet werde, bei der die Schaltpunkte höher liegen, was niedrigere Stickoxidwerte zur Folge hätte und überdies auch die Getriebesteuerung des Fahrzeugs manipuliert sei (im Folgenden: "Aufwärmstrategie"), mithin, dass in dem Fahrzeug - ähnlich wie in den Fahrzeugen von VW mit dem Motor EA189 - eine sog. "Prüfstandserkennung" verbaut sei, die den Ausstoß von Stickoxid nur unter den Bedingungen des Prüfstandsbetriebes optimiere bzw. die nur unter den Bedingungen des Prüfstandes die Abgasreinigung vollständig aktiviere, ist als pauschale Behauptung "ins Blaue hinein" nicht hinreichend substantiiert und daher nicht zu berücksichtigen (vgl. hierzu u.a. OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Beschluss vom 04. Juli 2019 - 14 U 95/19 ; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; LG Stuttgart, Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 17. Mai 2019 - 3 O 348/18; Urteil vom 09. Mai 2019 - 3 O 356/18; Urteil vom 16. Mai 2019 - 6 O 203/18; Urteil vom 23. Mai 2019 - 9 O 341/18; Urteil vom 28. März 2019 - 22 O 238/18; Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).Rn. 56 Die Ausführungen der Klagepartei zur Aufwärmstrategie lassen jeden greifbaren Anhaltspunkt dafür vermissen, dass sich diese - behauptete - Abschalteinrichtung in Form einer Prüfstanderkennung überhaupt in dem streitgegenständlichen Fahrzeug überhaupt befinden könnte (vgl. hierzu für den Fall der anlasslosen Behauptung, ein Fahrzeug sei mit einer unzulässigen Abschalteinrichtung versehen: OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Denn es gilt auch hier, dass wenn es bereits an zu berücksichtigenden Tatsachenvortrag fehlt, dieser nicht durch eine Beweisaufnahme ersetzt werden kann, da es sich andernfalls um einen unzulässigen Ausforschungsbeweis handeln würde und der auch in sog. "Dieselverfahren" vorgeschriebene Beibringungsgrundsatz der ZPO zu Gunsten einer Art von Amtsermittlung aufgegeben würde (st. Rspr. d. Kammer u.a.: LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Es ist allgemein bekannt - und in der VO 715/2007/EG auch ersichtlich -, dass die auf dem Rollenprüfstand bei genau spezifizierten Bedingungen ermittelten Werte für Kraftstoffverbrauch und Emissionen nicht immer und bedingungslos auch denjenigen entsprechen - und auch bis jetzt nicht entsprechen mussten (st. Rspr. d. Kammer: LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ; entgegen: LG Stuttgart, Urteil vom 26. September 2019 - 20 O 39/19) -, die im realen Betrieb in verschiedenen Verkehrssituationen und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen und Fahrweisen anfallen.
Deshalb sprechen die von der Klagepartei (pauschal) behaupteten überhöhten Abgaswerte im Realbetrieb einiger Fahrzeuge der Beklagten - selbst wenn man diese zugunsten der Klagepartei als wahr unterstellt - nicht per se für das Vorliegen einer oder gar mehrerer Abschalteinrichtungen in der oben bezeichneten Art und Weise (so auch zutreffend: OLG Köln, Beschluss vom 30. Juli 2019 - 3 U 43/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Vielmehr muss eine besondere Verwerflichkeit seines Verhaltens hinzutreten, die sich aus dem verfolgten Ziel, den eingesetzten Mitteln, der zutage getretenen Gesinnung oder den eingetretenen Folgen ergeben kann (st. Rspr. BGH, Urteil vom 28. Juni 2016 - VI ZR 536/15; Urteil vom 7. Mai 2019 - VI ZR 512/17; Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 jew. m.w.N.).
Eine vorschnell - also ohne das Vorliegen besonderer Umstände im Sinne der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs - bejahte Haftung nach § 826 BGB liefe daher Gefahr, den betreffenden Normen letztlich eben doch die Wirkung von individualschützenden Normen im Sinne von § 823 Abs. 2 BGB zukommen zu lassen (so wohl bereits: OLG München, Beschluss vom 09. Mai 2019 - 32 U 1304/19; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 77 Die Mangelhaftigkeit des streitgegenständlichen Fahrzeugs - sofern gegeben - allein rechtfertigt aus den genannten Gründen nicht die Annahme einer sittenwidrigen Schädigung (vgl. hierzu: OLG Köln, Beschluss vom 4. Juli 2019 - 3 U 148/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 81 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Sittenwidrigkeit begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 87 Hierbei schließt sich die Kammer - entgegen der Auffassung vereinzelter Kammern des Landgerichts Stuttgart - in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, wonach ein "Thermofenster" eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar ist (so auch: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (so ebenfalls: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 89 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (vgl. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
- LG Stuttgart, 23.04.2021 - 19 O 168/20
Dieselabgasskandal: Abweisung der Klage des Kfz-Käufers gegen den Kfz-Hersteller …
Die Kammer schließt sich in ständiger Rechtsprechung (vgl. u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) bei ihrer Entscheidung u.a. den Erwägungen des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 354/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20) und des OLG Stuttgart ( OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 und vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; Urteil vom 19. März 2021 - 3 U 543/19) an.Rn. 49 Der Vortrag der Klagepartei, der im streitgegenständlichen Fahrzeug verbaute Motor OM 651 sei mit (diversen) illegalen Abschalteinrichtungen in Form einer KST, einer "AdBlue- Bit14 - Bit 15 und Slipguard-Funktion", weshalb die Regeneration von SCR-Katalysatoren beinahe ausschließlich in den ersten rund 20 Minuten des Fahrzeugbetriebes erfolge, das Fahrzeug nach 1.200 Sekunden in den "Schmutzigen Abgasmodus" wechseln, in dem die Grenzwerte nicht eingehalten würden, bei den amerikanischen EURO 6 Fahrzeugen nach 11 Kilometern (oder etwas mehr) die Abgasreinigung ausschalten oder zurückfahren würde, und die Software anhand von Geschwindigkeit, Straßenneigung und Beschleunigung erkenne, ob das Fahrzeug auf einem Prüfstand steht und so die Dosierung von AdBlue beeinflusse, mithin, dass in dem Fahrzeug eine Software vorhanden sei, die das Durchfahren des NEFFZ auf dem Prüfstand erkenne und nur dann den Ausstoß von Stickoxid optimiere bzw. die nur unter den Bedingungen des Prüfstandes die Abgasreinigung vollständig aktiviere, ist als pauschale Behauptung "ins Blaue hinein" nicht hinreichend substantiiert und daher nicht zu berücksichtigen (vgl. hierzu u.a. OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; Beschluss vom 04. Juli 2019 - 14 U 95/19 ; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; LG Stuttgart, Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 17. Mai 2019 - 3 O 348/18; Urteil vom 09. Mai 2019 - 3 O 356/18; Urteil vom 16. Mai 2019 - 6 O 203/18; Urteil vom 23. Mai 2019 - 9 O 341/18; Urteil vom 28. März 2019 - 22 O 238/18; Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 103 Weiter geht die Bezugnahme der Klagepartei auf diese Urteile allein deshalb fehl, weil die dort entscheidende Kammer - ausweislich der Entscheidungsgründe der zitierten Urteile - in den dortigen Verfahren offensichtlich zahlreiche (tatsächliche) Feststellungen zu den Beweggründen und der Vorgehensweise der Beklagten zu treffen vermochte, zu denen die Kammer im vorliegenden Verfahren - mangels substantiiertem oder unstreitigem Vortrag - nicht in der Lage war (so bereits in div. "Parallelverfahren": LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) und im vorliegenden Verfahren das KBA eine konkrete - und dem Klägervortrag evident widersprechende - Auskunft erteilt hat.
Rn. 106 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Arglist begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 112 Hierbei schließt sich die Kammer in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, in der Gestalt, dass normale Betriebsbedingungen in Art. 5 Abs. 1 VO 715/2007/EG nur die Fahrbedingungen im NEFZ darstellen und eine Ausgestaltung der Motorsteuerung, die zu einer Abweichung der NOx-Werte im "Realbetrieb" im Vergleich zu den Werten im Rahmen des NEFZ führt eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar - und damit zumindest nicht als vorsätzliches rechtswidriges Verhalten angesehen werden (OLG Oldenburg, Urteil vom 16. Oktober 2020 - 11 U 2/20 OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ), wobei dies insbesondere für das in einer Vielzahl von Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller eingesetzte sog. "Thermofenster" gilt (vgl. nur: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 OLG Koblenz, Urteil vom 21. Oktober 2019 - 12 U 246/19 OLG München, 29. September 2020 - 8 U 201/20; OLG Karlsruhe, Urteil vom 30. Oktober 2020 - 17 U 296/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges/ arglistiges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (so ebenfalls: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 114 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
- LG Stuttgart, 29.10.2021 - 19 O 20/21
Möglichkeit einer Leistungsklage in Dieselskandalfällen; Vorliegen einer …
Die Kammer schließt sich in ständiger Rechtsprechung (vgl. u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) bei ihrer Entscheidung u.a. den Erwägungen des Bundesgerichtshofs (vgl. BGH, Urteil vom 25. Mai 2020 - VI ZR 252/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 354/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 397/19; Urteil vom 30. Juli 2020 - VI ZR 5/20) und des OLG Stuttgart ( OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 und vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; Urteil vom 19. März 2021 - 3 U 543/19) an.Rn. 110 Weiter geht die Bezugnahme der Klagepartei auf diese Urteile allein deshalb fehl, weil die dort entscheidende Kammer - ausweislich der Entscheidungsgründe der zitierten Urteile - in den dortigen Verfahren offensichtlich zahlreiche (tatsächliche) Feststellungen zu den Beweggründen und der Vorgehensweise der Beklagten zu treffen vermochte, zu denen die Kammer im vorliegenden Verfahren - mangels substantiiertem oder unstreitigem Vortrag - nicht in der Lage war (so bereits in div. "Parallelverfahren": LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) und im vorliegenden Verfahren das KBA eine amtliche Auskunft erteilt hat.
Rn. 113 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Arglist begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 119 Hierbei schließt sich die Kammer in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, in der Gestalt, dass normale Betriebsbedingungen in Art. 5 Abs. 1 VO 715/2007/EG nur die Fahrbedingungen im NEFZ darstellen und eine Ausgestaltung der Motorsteuerung, die zu einer Abweichung der NOx-Werte im "Realbetrieb" im Vergleich zu den Werten im Rahmen des NEFZ führt eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar - und damit zumindest nicht als vorsätzliches rechtswidriges Verhalten angesehen werden (OLG Oldenburg, Urteil vom 16. Oktober 2020 - 11 U 2/20; OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ), wobei dies insbesondere für das in einer Vielzahl von Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller eingesetzte sog. "Thermofenster" gilt (vgl. nur: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; OLG Koblenz, Urteil vom 21. Oktober 2019 - 12 U 246/19; OLG München, 29. September 2020 - 8 U 201/20; OLG Karlsruhe, Urteil vom 30. Oktober 2020 - 17 U 296/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges/ arglistiges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (BGH, Urteile vom 16. September 2021 - VII ZR 190/20, 286/20, 321/20 und 322/20; OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 121 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (BGH, Beschluss vom 04. August 2021 - VII ZR 280/20; OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
- LG Stuttgart, 21.05.2021 - 19 O 59/20
Ansprüche beim Kauf eines Fahrzeugs mit dem Motortyp EA 288 mit einem …
Rn. 168 Weiter geht die Bezugnahme der Klagepartei auf diese Urteile allein deshalb fehl, weil die dort entscheidende Kammer - ausweislich der Entscheidungsgründe der zitierten Urteile - in den dortigen Verfahren offensichtlich zahlreiche (tatsächliche) Feststellungen zu den Beweggründen und der Vorgehensweise der Beklagten zu treffen vermochte, zu denen die Kammer im vorliegenden Verfahren - mangels substantiiertem oder unstreitigem Vortrag - nicht in der Lage war (so bereits in div. "Parallelverfahren": LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) und im vorliegenden Verfahren das KBA eine konkrete - und dem Klägervortrag evident widersprechende - Auskunft erteilt hat.Rn. 171 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Arglist begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 177 Hierbei schließt sich die Kammer in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, in der Gestalt, dass normale Betriebsbedingungen in Art. 5 Abs. 1 VO 715/2007/EG nur die Fahrbedingungen im NEFZ darstellen und eine Ausgestaltung der Motorsteuerung, die zu einer Abweichung der NOx-Werte im "Realbetrieb" im Vergleich zu den Werten im Rahmen des NEFZ führt eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar - und damit zumindest nicht als vorsätzliches rechtswidriges Verhalten angesehen werden (OLG Oldenburg, Urteil vom 16. Oktober 2020 - 11 U 2/20 OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ), wobei dies insbesondere für das in einer Vielzahl von Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller eingesetzte sog. "Thermofenster" gilt (vgl. nur: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 OLG Koblenz, Urteil vom 21. Oktober 2019 - 12 U 246/19 OLG München, 29. September 2020 - 8 U 201/20; OLG Karlsruhe, Urteil vom 30. Oktober 2020 - 17 U 296/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges/ arglistiges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (so ebenfalls: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 179 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
- LG Stuttgart, 30.04.2021 - 19 O 123/20
Anforderungen an den Parteivortrag beim Kauf eines angeblich vom Abgasskandal …
Rn. 31 Unabhängig hiervon, ist der Vortrag der Klagepartei, der im streitgegenständlichen Fahrzeug verbaute Motor sei mit (diversen) illegalen Abschalteinrichtungen in Form einer "Lenkwinkelerkennung" und einer "Aufwärmstrategie" ausgestattet, mithin, dass in dem Fahrzeug eine Software vorhanden sei, die das Durchfahren des NEFFZ auf dem Prüfstand erkenne und nur dann den Ausstoß von Stickoxid optimiere bzw. die nur unter den Bedingungen des Prüfstandes die Abgasreinigung vollständig aktiviere, als pauschale Behauptung "ins Blaue hinein" nicht hinreichend substantiiert und daher nicht zu berücksichtigen (vgl. hierzu u.a. OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; Beschluss vom 04. Juli 2019 - 14 U 95/19 ; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 28. September 2018 - 20 U 95/18; OLG Köln, Beschluss, vom 07. März 2019 - 3 U 148/18; OLG Oldenburg, Urteil vom 15. Februar 2019 - 2 U 156/18; OLG Celle, Beschluss vom 07. Februar 2019 - 7 U 263/18; LG Stuttgart, Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 17. Mai 2019 - 3 O 348/18; Urteil vom 09. Mai 2019 - 3 O 356/18; Urteil vom 16. Mai 2019 - 6 O 203/18; Urteil vom 23. Mai 2019 - 9 O 341/18; Urteil vom 28. März 2019 - 22 O 238/18; Urteil vom 25. Juli 2019 - 30 O 34/19 ; Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).Rn. 82 Sofern ein Hersteller die Rechtslage fahrlässig verkennt, fehlt es an dem für die Sittenwidrigkeit in subjektiver Hinsicht erforderlichen Bewusstsein der Rechtswidrigkeit, wie der Kenntnis der die Arglist begründenden Tatumstände (so bereits: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 m.w.N.).
Rn. 88 Hierbei schließt sich die Kammer in ständiger Rechtsprechung (u.a. LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ) der Auffassung an, dass die Auslegung der VO 2007/715/EG, in der Gestalt, dass normale Betriebsbedingungen in Art. 5 Abs. 1 VO 715/2007/EG nur die Fahrbedingungen im NEFZ darstellen und eine Ausgestaltung der Motorsteuerung, die zu einer Abweichung der NOx-Werte im "Realbetrieb" im Vergleich zu den Werten im Rahmen des NEFZ führt eine zulässige Abschalteinrichtung darstellt, jedenfalls nicht unvertretbar - und damit zumindest nicht als vorsätzliches rechtswidriges Verhalten angesehen werden (OLG Oldenburg, Urteil vom 16. Oktober 2020 - 11 U 2/20 OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ), wobei dies insbesondere für das in einer Vielzahl von Fahrzeugmodellen unterschiedlicher Hersteller eingesetzte sog. "Thermofenster" gilt (vgl. nur: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 OLG Koblenz, Urteil vom 21. Oktober 2019 - 12 U 246/19 OLG München, 29. September 2020 - 8 U 201/20; OLG Karlsruhe, Urteil vom 30. Oktober 2020 - 17 U 296/19 ; LG Stuttgart, Urteil vom 03.05.2019 - 22 O 238/18; LG Limburg, Urteil vom 24.05.2019 - 2 O 50/19; LG Bonn, Urteil vom 17.05.2019 - 15 O 132/18; LG Heidelberg, Urteil vom 17.05.2019 - 4 O 60/19; LG Amberg, Urteil vom 02.05.2019 - 21 O 849/18).
Wenn ein solches Verständnis aber (zumindest) vertretbar ist, liegt bereits kein sittenwidriges/ arglistiges und vorsätzliches Verhalten der Beklagten vor (so ebenfalls: OLG Stuttgart, Urteil vom 30. Juli 2019 - 10 U 134/19 ; Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18LG Stuttgart, Urteil vom 03. Mai 2019 - 22 O 238/18; LG Bonn, Urteil vom 17. Mai 2019 - 15 O 132/18; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
Rn. 90 Die Frage, ob die oben ausgeführte Auslegung von Art. 5 Abs. 2 VO 2007/715/5 EG vertretbar ist, stellt auch keine nach Art. 267 AEUV zulässige Vorlagefrage dar (vgl. OLG Stuttgart, Urteil vom 11. Dezember 2020 - 3 U 101/18 ; LG Stuttgart Urteil vom 24. Mai 2019 - 19 O 57/19 ; Urteil vom 06. August 2019 - 19 O 198/19; Urteil vom 13. August 2019 - 19 O 30/19; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 29/19 ; Urteil vom 30. August 2019 - 19 O 35/19 ; Urteil vom 18. Oktober 2019 - 19 O 32/19 ; Urteil vom 08. November 2019 - 19 O 166/18 ; Urteil vom 19. Juni 2020 - 19 O 223/19 ).
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