Rechtsprechung
| BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Verweigerung einer Beförderung zum Gefreiten auf Grund eines eingeschränkt abgelegten Gelöbnisses - Einschränkung des feierlichen Gelöbnisses als persönlicher Eignungsmangel - Vorliegen eines Eignungsmangels im Sinne des § 3 des Soldatengesetzes (SG) - Voraussetzungen ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Freiburg, 23.06.1988 - 5 K 452/86
- VGH Baden-Württemberg, 20.09.1990 - 11 S 3594/88
- BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Papierfundstellen
- MDR 1994, 106
- NVwZ 1994, 174 (Ls.)
- NVwZ-RR 1993, 635
- DVBl 1994, 111
- DÖV 1994, 73
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (11)
- BVerwG, 06.03.1987 - 2 WDB 11.86
Soldatenrecht - Dienstpflicht - Gelöbnis - Vorgesetztenpflicht - Kompaniechef - …
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Gelöbnis nur gebunden, wenn die Bundesrepublik Deutschland und ihre Verbündeten keine ABC-Waffen einsetzten, als auch seine spätere Modifizierung durch Beschränkung auf den Ersteinsatz solcher Waffen, rechtfertige entgegen der Auffassung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 83, 285 [BVerwG 06.03.1987 - 2 WDB 11/86]) nicht die Annahme eines Vorbehalts, der gemäß § 116 Satz 2 BGB die Nichtigkeit des feierlichen Gelöbnisses zur Folge habe.Die Erklärung des Klägers könne auch nicht - wie das Bundesverwaltungsgericht angenommen habe (BVerwGE 83, 285 [BVerwG 06.03.1987 - 2 WDB 11/86]) - als Einschränkung seiner Bereitschaft, Befehle zu befolgen, verstanden werden.
Es bedarf in diesem Zusammenhang keiner Erörterung, ob dem Kläger die persönliche Eignung gemäß § 3 SG schon deshalb abgesprochen werden kann, weil er dem von ihm abgelegten feierlichen Gelöbnis (§ 9 Abs. 2 SG) einen Vorbehalt beigefügt hat, der nach Auffassung des 2. Wehrdienstsenats des Bundesverwaltungsgerichts gemäß § 116 Satz 2 BGB zur Nichtigkeit des Gelöbnisses führt (BVerwGE 83, 285 [BVerwG 06.03.1987 - 2 WDB 11/86]).
- BVerwG, 05.04.1989 - 8 C 60.87
Bundeswehr - Dienstgrad - Verzicht - Gelöbnis - Widerruf - Unwirksamkeit
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Damit hat er seine Pflicht zum treuen Dienen und zur Achtungs- und Vertrauenswahrung im dienstlichen Bereich (§ 17 Abs. 2 Satz 1 SG) verletzt (vgl. hierzu auch Beschluß vom 18. Mai 1988 - BVerwG 1 WB 28.86 - Beschlußabdruck S. 29und Urteil vom 5. April 1989 - BVerwG 8 C 60.87 - ). Die Berufung auf Art. 4 Abs. 1 GG berechtigt ihn nicht zu einem eingeschränkten Wehrdienst, denn Art. 4 Abs. 3 GG regelt die Wirkungen der Gewissensfreiheit im Bereich der Wehrpflicht abschließend (vgl. BVerfGE 19, 135 [BVerfG 04.10.1965 - 1 BvR 112/63]; 23, 127 [BVerfG 05.03.1968 - 1 BvR 579/67]; BVerfG, Nichtannahmebeschluß vom 10. Juli 1989 - 2 BvR 867/89 - betr. Urteil vom 5. April 1989 - BVerwG 8 C 60.87 - ).
- BVerwG, 27.11.1980 - 2 C 38.79
Umfang der verwaltungsgerichtlichen Überprüfung der Eignungsbeurteilung des …
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Die verwaltungsgerichtliche Kontrolle hat sich deshalb darauf zu beschränken festzustellen, ob die Beklagte den anzuwendenden Begriff oder den gesetzlichen Rahmen verkannt hat, oder ob sie von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen ist, allgemeingültige Wertmaßstäbe nicht beachtet, sachfremde Erwägungen angestellt oder gegen Verfahrensvorschriften verstoßen hat (vgl. BVerwGE 61, 176 [BVerwG 27.11.1980 - 2 C 38/79] m.w.N.).
- BVerwG, 25.08.1988 - 2 C 62.85
Studiendirektorstelle - Art. 33 Abs. 2 GG, rechtswidrige Beamtenernennung ist …
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Gemessen an diesen Grundsätzen ist die Weigerung der Beklagten, den Kläger mit Wirkung vom 1. April 1986 zum Gefreiten zu befördern, bezogen auf den für die Prognose maßgeblichen Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (vgl. zur zeitlichen Dimension einer Auswahlentscheidung BVerwGE 80, 1 [BVerwG 30.06.1988 - 2 C 11/87]; 80, 127 [BVerwG 25.08.1988 - 2 C 62/85]sowie Urteil vom 29. Oktober 1992 - BVerwG 2 C 24.90 - <DVBl 1993, 554 = ZBR 1993, 121>), rechtlich nicht zu beanstanden. - BVerfG, 05.03.1968 - 1 BvR 579/67
Zeugen Jehovas
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Die Berufung auf Art. 4 Abs. 1 GG berechtigt ihn nicht zu einem eingeschränkten Wehrdienst, denn Art. 4 Abs. 3 GG regelt die Wirkungen der Gewissensfreiheit im Bereich der Wehrpflicht abschließend (vgl. BVerfGE 19, 135 [BVerfG 04.10.1965 - 1 BvR 112/63]; 23, 127 [BVerfG 05.03.1968 - 1 BvR 579/67]; BVerfG, Nichtannahmebeschluß vom 10. Juli 1989 - 2 BvR 867/89 - betr. Urteil vom 5. April 1989 - BVerwG 8 C 60.87 - ). - BVerwG, 29.10.1992 - 2 C 24.90
Beamtenrecht - Verfassungsmäßigkeit
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Gemessen an diesen Grundsätzen ist die Weigerung der Beklagten, den Kläger mit Wirkung vom 1. April 1986 zum Gefreiten zu befördern, bezogen auf den für die Prognose maßgeblichen Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (vgl. zur zeitlichen Dimension einer Auswahlentscheidung BVerwGE 80, 1 [BVerwG 30.06.1988 - 2 C 11/87]; 80, 127 [BVerwG 25.08.1988 - 2 C 62/85]sowie Urteil vom 29. Oktober 1992 - BVerwG 2 C 24.90 - <DVBl 1993, 554 = ZBR 1993, 121>), rechtlich nicht zu beanstanden. - BVerfG, 04.10.1965 - 1 BvR 112/63
Ersatzdienstverweigerer
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Die Berufung auf Art. 4 Abs. 1 GG berechtigt ihn nicht zu einem eingeschränkten Wehrdienst, denn Art. 4 Abs. 3 GG regelt die Wirkungen der Gewissensfreiheit im Bereich der Wehrpflicht abschließend (vgl. BVerfGE 19, 135 [BVerfG 04.10.1965 - 1 BvR 112/63]; 23, 127 [BVerfG 05.03.1968 - 1 BvR 579/67]; BVerfG, Nichtannahmebeschluß vom 10. Juli 1989 - 2 BvR 867/89 - betr. Urteil vom 5. April 1989 - BVerwG 8 C 60.87 - ). - BVerwG, 30.06.1988 - 2 C 11.87
Arbeitsplatzschutz - Zeitsoldat - Wehrdienstantritt - Mangelnde Rückwirkung
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Gemessen an diesen Grundsätzen ist die Weigerung der Beklagten, den Kläger mit Wirkung vom 1. April 1986 zum Gefreiten zu befördern, bezogen auf den für die Prognose maßgeblichen Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung (vgl. zur zeitlichen Dimension einer Auswahlentscheidung BVerwGE 80, 1 [BVerwG 30.06.1988 - 2 C 11/87]; 80, 127 [BVerwG 25.08.1988 - 2 C 62/85]sowie Urteil vom 29. Oktober 1992 - BVerwG 2 C 24.90 - <DVBl 1993, 554 = ZBR 1993, 121>), rechtlich nicht zu beanstanden. - BVerwG, 04.08.1981 - 1 WB 29.81
Voraussetzungen für einen Anspruch auf Zulassung zur Laufbahn der Offiziere des …
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Der unbestimmte Rechtsbegriff der Eignung umfaßt die charakterliche, geistige und körperliche Eignung (BVerwGE 73, 235 [BVerwG 04.08.1981 - 1 WB 29/81]). - BVerwG, 24.04.1980 - 2 C 9.78
Wehrpflicht - Rückwirkende Verleihung eines Dienstgrades
Auszug aus BVerwG, 24.06.1993 - 2 C 19.91
Zwar kann die Verleihung eines höheren Dienstgrades, die zu ihrer Wirksamkeit als rechtsgestaltender Verwaltungsakt der förmlichen dienstlichen Bekanntgabe gemäß § 58 Abs. 2 Satz 1 SG bedarf, nicht rückwirkend erfolgen (vgl. Urteil vom 24. April 1980 - BVerwG 2 C 9.78 -m.w.N.), jedoch ist unter den Voraussetzungen der §§ 39, 40 WPflG auch die Beförderung eines Angehörigen der Reserve möglich. - BVerwG, 18.05.1988 - 1 WB 28.86
Soldat - Begründung der Versetzung - Disziplinarverfahren - Wehrdienstgericht - …
- OVG Nordrhein-Westfalen, 17.07.2008 - 1 B 267/08 Rn. 14 Vgl. BVerwG, Urteil vom 24. Juni 1993 - 2 C 19.91 -, NVwZ-RR 1993, 257 ff.; Urteil vom 27. November 1980 - 2 C 38.79 -, BVerwGE 61, 176 ff.
- VGH Bayern, 16.01.2017 - 6 CE 16.2302
Kein Anspruch auf Beförderung wegen eines anhängigen Disziplinarverfahrens
Das Gericht darf die Eignung des Soldaten nicht aufgrund eines eigenen prognostischen oder rückschauenden Werturteils über die Persönlichkeit des Soldaten abweichend von der Ernennungsbehörde feststellen (BVerwG, U. v. 24.6.1993 - 2 C 19.91 - juris Rn. 22). - VG Kassel, 20.11.2003 - 7 G 2950/03 Fachliche Erwägungen, die zu der Beurteilung geführt haben, können nicht Gegenstand der gerichtlichen Überprüfung sein (vgl. BVerwG, Beschluss vom 26.06.1986 - 1 WB 128/85 -, zitiert nach Juris; BVerwG, Urteil vom 24.06.1993 - 2 C 19/91 -, zitiert nach Juris).
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