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Rechtsprechung
   FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18 AO   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/2019,22372
FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18 AO (https://dejure.org/2019,22372)
FG Münster, Entscheidung vom 18.06.2019 - 2 K 1290/18 AO (https://dejure.org/2019,22372)
FG Münster, Entscheidung vom 18. Juni 2019 - 2 K 1290/18 AO (https://dejure.org/2019,22372)
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Volltextveröffentlichungen (6)

Kurzfassungen/Presse

  • datenbank.nwb.de (Leitsatz)

    Abgabenordnung - Duldungsbescheid zur Inanspruchnahme bei sog. Kontenleihe

 
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Wird zitiert von ... (4)Zitiert selbst (15)

  • BFH, 25.04.2017 - VII R 31/15

    Vorsatzanfechtung gemäß § 3 Abs. 1 AnfG

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Es bedürfe im Streitfall nach den Grundsätzen des BFH-Urteils vom 25.4.2017 VII R 31/15, BFH/NV 2017, 1297, keines Nachweises, dass die Klägerin über die Kenntnis von Zahlungsschwierigkeiten hinaus zusätzlich positive Kenntnis über eine drohende Zahlungsunfähigkeit ihres Lebensgefährten gehabt habe.

    Vielmehr ist auch eine formelle Rechtsstellung ein Vermögenswert, dessen Weitergabe eine objektiv benachteiligende Rechtshandlung sein und dessen Rückgewähr vom Kontoinhaber (Anfechtungsgegner) gegebenenfalls nach den Vorschriften des AnfG gefordert werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 25. April 2017, VII R 31/15, BFH/NV 2017, 1297;… BFH-Beschluss vom 17. Januar 2000, VII B 282/99, BFH/NV 2000, 857, jeweils m.w.N.).

    Die Feststellung der gläubigerbenachteiligenden Wirkung unterscheidet sich insoweit von der Feststellung der (Un-)Entgeltlichkeit; jedoch setzen beide keine dauerhafte Entreicherung des Schuldners oder dauerhafte Bereicherung des Anfechtungsgegners voraus (Umkehrschluss zu § 11 Abs. 2 AnfG) (BFH-Urteil vom 25. April 2017, VII R 31/15, BFH/NV 2017, 1297, m.w.N.).

    Die Darlegung der Kenntnis des Anfechtungsgegners (des "anderen Teils") wird durch anerkannte Beweisanzeichen bzw. Indiztatsachen und Erfahrungssätze erleichtert, die § 3 Abs. 1 Satz 2 AnfG lediglich um einen zusätzlichen Tatbestand erweitert (BFH-Urteil vom 25. April 2017, VII R 31/15, BHF/NV 2017, 1297).

  • FG Münster, 22.01.2010 - 6 K 4276/06

    Nutzungsüberlassung eines Kontos - Inanspruchnahme für fremde Steuerschulden

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Rn. 18 Soweit der Beklagte unter Bezugnahme auf ein Urteil des FG Münster vom 22.1.2010, 6 K 4276/06 die Meinung vertrete, ein Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Zeugen sei der Klägerin nach § 166 Abs. 2 BGB zuzurechnen, hält dem die Klägerin entgegen, dass der Sachverhalt des vorgenannten Urteils mit demjenigen des Streitfalles nicht vergleichbar sei.

    In der finanzgerichtlichen Rechtsprechung wird eine solche Zurechnung im Rahmen der Anfechtungstatbestände zunehmend erwogen bzw. vorgenommen und teilweise aus besonderen Erwägungen zum Schutze Geschäftsunfähiger wieder eingegrenzt (vgl. FG Münster, Urteil vom 22. Januar 2010, 6 K 4276/06, juris, unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 22. Juni 2004, VII R 16/02, BStBl. II 2004, 923; FG Münster, Urteil vom 20. Mai 2019, 7 K 2071/18, juris;… BFH-Beschluss vom 13. März 2002 VII B 42/01, BFH/NV 2002, 896).

  • BGH, 10.07.2014 - IX ZR 50/12

    Anfechtung außerhalb des Konkurses: Unmittelbare Gläubigerbenachteiligung und …

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Für den Gläubigerbenachteiligungsvorsatz reicht ein bedingter Vorsatz aus; er wird auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Schuldner in erster Linie sich selbst oder ihm nahestehende Personen begünstigen will (BGH-Urteil vom 10. Juli 2014, IX ZR 50/12, WM 2014, 1586 m.w.N.).
  • BFH, 22.06.2004 - VII R 16/02

    Verschiebung von Geldern auf Konten der Kinder - § 7 AnfG aF, §§ 4 Abs. 1, 11 …

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    In der finanzgerichtlichen Rechtsprechung wird eine solche Zurechnung im Rahmen der Anfechtungstatbestände zunehmend erwogen bzw. vorgenommen und teilweise aus besonderen Erwägungen zum Schutze Geschäftsunfähiger wieder eingegrenzt (vgl. FG Münster, Urteil vom 22. Januar 2010, 6 K 4276/06, juris, unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 22. Juni 2004, VII R 16/02, BStBl. II 2004, 923; FG Münster, Urteil vom 20. Mai 2019, 7 K 2071/18, juris;… BFH-Beschluss vom 13. März 2002 VII B 42/01, BFH/NV 2002, 896).
  • FG Münster, 20.03.2019 - 7 K 2071/18

    Haften Kinder für ihre Eltern?

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    In der finanzgerichtlichen Rechtsprechung wird eine solche Zurechnung im Rahmen der Anfechtungstatbestände zunehmend erwogen bzw. vorgenommen und teilweise aus besonderen Erwägungen zum Schutze Geschäftsunfähiger wieder eingegrenzt (vgl. FG Münster, Urteil vom 22. Januar 2010, 6 K 4276/06, juris, unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 22. Juni 2004, VII R 16/02, BStBl. II 2004, 923; FG Münster, Urteil vom 20. Mai 2019, 7 K 2071/18, juris;… BFH-Beschluss vom 13. März 2002 VII B 42/01, BFH/NV 2002, 896).
  • FG Berlin-Brandenburg, 14.11.2018 - 3 K 3162/15

    Duldungsbescheid vom 08.11.2013

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Dies bedeutet u.a., dass der Anfechtungsgegner sich nicht nach § 818 Abs. 3 BGB auf Entreicherung berufen kann, sondern nach §§ 819 Abs. 1, 818 Abs. 4 BGB nach den allgemeinen Vorschriften des Schuldrechts haftet (vgl. Finanzgericht Berlin-Brandenburg, Urteil vom 14. November 2018, 3 K 3162/15, EFG 2019, 232).
  • BFH, 13.03.2002 - VII B 42/01

    Rückgewähranspruch gegenüber Minderjährigen - Absichtsanfechtung

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    In der finanzgerichtlichen Rechtsprechung wird eine solche Zurechnung im Rahmen der Anfechtungstatbestände zunehmend erwogen bzw. vorgenommen und teilweise aus besonderen Erwägungen zum Schutze Geschäftsunfähiger wieder eingegrenzt (vgl. FG Münster, Urteil vom 22. Januar 2010, 6 K 4276/06, juris, unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 22. Juni 2004, VII R 16/02, BStBl. II 2004, 923; FG Münster, Urteil vom 20. Mai 2019, 7 K 2071/18, juris; BFH-Beschluss vom 13. März 2002 VII B 42/01, BFH/NV 2002, 896).
  • BFH, 13.01.1987 - VII R 10/84
    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Die vorstehenden Tatbestandsvoraussetzungen hat der Anfechtende zu beweisen (BFH-Urteil vom 13. Januar 1987, VII R 10/84, BFH/NV 1987, 728).
  • BGH, 26.04.2012 - IX ZR 74/11

    Insolvenzanfechtung: Vorsatzanfechtung bei vereinbarungsgemäßer Weiterleitung von …

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Rn. 40 Die Weitergabe der formellen Rechtsposition an die Klägerin hat eine objektive Gläubigerbenachteiligung zur Folge, da die Gläubiger (hier insbesondere das Finanzamt) das Guthaben auf dem Konto der Kontoinhaberin (hier der Klägerin) jedenfalls nicht mehr aufgrund eines gegen den Schuldner (hier den Zeugen) gerichteten Vollstreckungstitels pfänden können (vgl. etwa BGH-Urteil vom 26. April 2012, IX ZR 74/11, BGHZ 193, 129).
  • BGH, 15.12.2016 - IX ZR 113/15

    Gläubigeranfechtung bei teilweise unentgeltlicher Leistung: Duldungsanspruch des …

    Auszug aus FG Münster, 18.06.2019 - 2 K 1290/18
    Rn. 45 Unentgeltlich ist eine Leistung dann, wenn der Erwerb des Empfängers in seiner Endgültigkeit vereinbarungsgemäß nicht von einer ausgleichenden Zuwendung abhängt (vgl. BGH-Urteil vom 15. Dezember 2016, IX ZR 113/15, WM 2017, 188).
  • BFH, 11.03.2004 - VII R 52/02

    Haftung des "Strohmann-Geschäftsführers"

  • BFH, 02.11.2010 - VII R 6/10

    Unzulässigkeit der Aufrechnung in kritischer Zeit vor Eröffnung eines …

  • BFH, 17.01.2000 - VII B 282/99

    Verletzung des rechtlichen Gehörs; Entscheidungserheblichkeit

  • BFH, 14.07.1981 - VII R 49/80

    Duldungsbescheid - Anfechtungsgesetz - Einspruch - Anfechtungstatbestand - …

  • FG Nürnberg, 25.07.2018 - 5 K 239/16

    Vollstreckung in das übertragene Grundvermögen wegen Steuerschulden

  • BFH, 30.06.2020 - VII R 63/18

    Zur Duldungsinanspruchnahme des Kontoinhabers im Fall einer "Kontoleihe"

    Jedoch begründet allein die Erteilung einer (Vorsorge-)Vollmacht nicht stets eine Wissenszurechnung gemäß § 166 BGB analog (vgl. etwa Urteil des FG Münster vom 18.06.2019 - 2 K 1290/18 AO, EFG 2019, 1496, Rz 48 ff.;… inzident Senatsbeschluss vom 02.12.2011 - VII B 43/11, BFH/NV 2012, 743, Rz 6; BGH-Urteile in DB 2017, 2279, Rz 28, für die gesetzlichen Vertreter einer beschränkt geschäftsfähigen Kontoinhaberin, und vom 18.06.1998 - IX ZR 311/95, ZIP 1998, 1539).
  • FG Köln, 24.03.2022 - 7 K 2313/20

    Voraussetzungen für eine Anfechtung von Rechtshandlungen nach dem …

    Für den Gläubigerbenachteiligungsvorsatz reicht ein bedingter Vorsatz aus; er wird auch nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Schuldner in erster Linie sich selbst oder ihm nahestehende Personen begünstigen will (vgl. FG Münster, Urteil vom 18.06.2019 2 K 1290/18 AO, juris Rn. 43 mit Verweis auf BGH-Urteil vom 10.07.2014 IX ZR 50/12, WM 2014, 1586 m.w.N.).

    Das Gesetz verlangt für den Zeitpunkt der Vornahme der Rechtshandlung -Vollendung des Zuwendungsvorgangs - eine positive Kenntnis des anderen Teils von der Gläubigerbenachteiligungsabsicht des Vollstreckungsschuldners; ein Annehmen oder Kennenmüssen sowie eine grob fahrlässige Unkenntnis genügen nicht (…vgl. BFH-Urteil vom 13.01.1987 VII R 10/84, BFH/NV 1987, 728 Rn. 17 und Urteil des FG Münster vom 18.06.2019 2 K 1290/18 AO, juris Rn. 44).

    Allein aus der Erteilung einer Kontovollmacht kann nicht auf eine generelle Wissenszurechnung geschlossen werden (so auch: FG Münster, Urteil vom 18.06.2019 2 K 1290/18 AO, juris).

  • FG Berlin-Brandenburg, 30.01.2020 - 10 K 10135/18

    Inanspruchnahme per Duldungsbescheid für Steuerrückstände des Ehemannes

    Diese auf der zweiten Stufe zu treffende Entscheidung ist gerichtlich nur im Rahmen des § 102 FGO auf Ermessensfehler (Ermessensfehlgebrauch bzw. Ermessensüberschreitung) überprüfbar (vgl. BFH-Urteil vom 11. März 2004, VII R 52/02, Bundessteuerblatt [BStBl] II 2004, 579 m. w. N.; vgl. zum Ganzen Urteil des Finanzgerichts [FG] Münster vom 18. Juni 2019 2 K 1290/18 AO , Entscheidungen der Finanzgerichte [EFG] 2019, 1496 ).

    Die Weitergabe der formellen Rechtsposition an die Klägerin hat hier insoweit eine Gläubigerbenachteiligung zur Folge, als die Gläubiger (hier insbesondere das Finanzamt) das Guthaben auf dem Konto der Kontoinhaberin (hier der Klägerin) jedenfalls nicht mehr aufgrund eines gegen den Schuldner gerichteten Vollstreckungstitels pfänden können (…vgl. zum Ganzen: BFH-Urteil vom 25. April 2017, VII R 31/15, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs [BFH/NV] 2017, 1297 m.w.N.; Urteil des FG Münster vom 18. Juni 2019 2 K 1290/18 AO , EFG 2019, 1496 ; Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 14. November 2018 3 K 3162/15, EFG 2019, 227 ).

    Die Kenntnis wird gemäß § 3 Abs. 1 Satz 2 AnfG vermutet, wenn der andere Teil wusste, dass die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners drohte und dass die Handlung die Gläubiger benachteiligte (…s. hierzu BFH-Urteil vom 25. April 2017, VII R 31/15, BFH/NV 2017, 1297 m.w.N.; Urteil des FG Münster vom 18. Juni 2019 2 K 1290/18 AO , EFG 2019, 1496 ; Urteil des FG Berlin-Brandenburg vom 14. November 2018 3 K 3162/15, EFG 2019, 227 ).

  • FG Münster, 20.03.2026 - 12 K 441/24
    Im Übrigen müsste ansonsten zumindest auf eine Duldungsvollmacht geschlossen werden (dazu auch FG Münster, Urteil vom 18.06.2019 2 K 1290/18 AO).
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