Rechtsprechung
| VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- openjur.de
Rückabwicklung einer Folgekostenvereinbarung - rechtsmißbräuchliche Geltendmachung eines Erstattungsanspruchs - Verzinsung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- VG Stuttgart, 10.12.1987 - 11 K 396/86
- VGH Baden-Württemberg, 22.03.1990 - 2 S 1058/88
- BVerwG, 14.08.1992 - 8 C 19.90
- VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Papierfundstellen
- VBlBW 1994, 470
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (9)
- VGH Baden-Württemberg, 18.10.1990 - 2 S 2098/89
Nichtigkeit eines Vertrages über die Zahlung einer Folgelastenpauschale an die …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Dieser in § 242 BGB kodifizierte Grundsatz gilt als allgemeiner Rechtsgedanke auch im öffentlichen Recht (st.Rspr. des BVerwG und des erk. Senats, vgl. Urteil des BVerwG vom 17.6.1994 - 8 C 22.92 - vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 - Urteil vom 12.9.1985 - 2 S 1962/83 -, jeweils mit Nachw. aus der Rechtsprechung).Eine entsprechende Anwendung dieser Vorschrift im öffentlichen Recht kommt aber nur dann in Betracht, wenn dies gesetzlich oder sonst rechtlich besonders vorgesehen ist (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 - mit Nachw. aus der Rechtsprechung des BVerwG).
Der Kläger kann deshalb nur in entsprechender Anwendung des § 291 BGB Prozeßzinsen seit Klageerhebung in der gesetzlichen Höhe von jährlich 4 % beanspruchen (BVerwG, Urteil vom 12.3.1985, BVerwGE 71, 85, 93; Urteil vom 21.3.1986 - 7 C 70.83 -, NVwZ 1986, 554; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 -).
- VGH Baden-Württemberg, 22.03.1990 - 2 S 1058/88
Folgekostenvertrag mit Grundstückseigentümern - Erstattung des …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Rn. 14 Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat die Berufung des Klägers durch Urteil vom 22.3.1990 - 2 S 1058/88 - abgewiesen.Rn. 17 Dem Senat liegen die einschlägigen Akten der Beklagten (insbesondere 3 Bände Bebauungsplanakten, 1 Leitzordner), die Gerichtsakten des Verwaltungsgerichts Stuttgart - 11 K 396/86 -, die Berufungsakten des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg - 2 S 1058/88 - und die Revisionsakten des Bundesverwaltungsgerichts - 8 C 19.90 - vor.
Er setzt voraus, daß eine unmittelbare Vermögensverschiebung ohne Rechtsgrund stattgefunden hat oder deren Rechtsgrund später weggefallen ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 12.3.1985 - 7 C 48.82 -, BVerwGE 71, 85/87; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 22.3.1990 - 2 S 1058/88 -).
- BVerwG, 12.03.1985 - 7 C 48.82
Einwirkung Privatrecht-öffentliches Recht
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Er setzt voraus, daß eine unmittelbare Vermögensverschiebung ohne Rechtsgrund stattgefunden hat oder deren Rechtsgrund später weggefallen ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 12.3.1985 - 7 C 48.82 -, BVerwGE 71, 85/87; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 22.3.1990 - 2 S 1058/88 -).Der Kläger kann deshalb nur in entsprechender Anwendung des § 291 BGB Prozeßzinsen seit Klageerhebung in der gesetzlichen Höhe von jährlich 4 % beanspruchen (BVerwG, Urteil vom 12.3.1985, BVerwGE 71, 85, 93; Urteil vom 21.3.1986 - 7 C 70.83 -, NVwZ 1986, 554; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 -).
- BVerwG, 14.08.1992 - 8 C 19.90
Baurecht: Zulässigkeit der Abwälzung von Baufolgekosten
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Rn. 17 Dem Senat liegen die einschlägigen Akten der Beklagten (insbesondere 3 Bände Bebauungsplanakten, 1 Leitzordner), die Gerichtsakten des Verwaltungsgerichts Stuttgart - 11 K 396/86 -, die Berufungsakten des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg - 2 S 1058/88 - und die Revisionsakten des Bundesverwaltungsgerichts - 8 C 19.90 - vor.Der Senat nimmt hierzu auf die Ausführungen des Bundesverwaltungsgerichts im Revisionsurteil vom 14.8.1992, BVerwG 8 C 19.90 (BVerwGE 90, 310) Bezug.
- VGH Baden-Württemberg, 12.09.1985 - 2 S 1962/83
Rückabwicklung eines öffentlich-rechtlichen Vertrages - Erstattungsanspruch - …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Dieser in § 242 BGB kodifizierte Grundsatz gilt als allgemeiner Rechtsgedanke auch im öffentlichen Recht (st.Rspr. des BVerwG und des erk. Senats, vgl. Urteil des BVerwG vom 17.6.1994 - 8 C 22.92 - vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 - Urteil vom 12.9.1985 - 2 S 1962/83 -, jeweils mit Nachw. aus der Rechtsprechung).Hat die Gemeinde den versprochenen Bebauungsplan aufgestellt und ist dieser rechtskräftig geworden, so entzieht sich die erbrachte "Leistung" der Gemeinde einer Rückabwicklung (vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 12.9.1985 - 2 S 1962/83 -).
- BVerwG, 17.06.1994 - 8 C 22.92
Erschließungsbeitragsrecht: Zumutbarkeit des Aufwands zur Beseitigung der dem …
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Dieser in § 242 BGB kodifizierte Grundsatz gilt als allgemeiner Rechtsgedanke auch im öffentlichen Recht (st.Rspr. des BVerwG und des erk. Senats, vgl. Urteil des BVerwG vom 17.6.1994 - 8 C 22.92 - vgl. VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 - Urteil vom 12.9.1985 - 2 S 1962/83 -, jeweils mit Nachw. aus der Rechtsprechung). - BVerwG, 21.03.1986 - 7 C 70.83
Verzugszinsen - Öffentlich-rechtlicher Vertrag - Gegenseitigkeitsverhältnis
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Der Kläger kann deshalb nur in entsprechender Anwendung des § 291 BGB Prozeßzinsen seit Klageerhebung in der gesetzlichen Höhe von jährlich 4 % beanspruchen (BVerwG, Urteil vom 12.3.1985, BVerwGE 71, 85, 93; Urteil vom 21.3.1986 - 7 C 70.83 -, NVwZ 1986, 554; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89 -). - OVG Nordrhein-Westfalen, 14.11.1979 - III A 942/77
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Nach der oben zitierten Rechtsprechung ist die einseitige Rückabwicklung nur dann rechtsmißbräuchlich, wenn der Folgekostenvertrag "zweckgebunden" erfolgte, d.h. für das Zustandekommen des Bebauungsplans ursächlich war und diese "Zweckverknüpfung" nicht zu mißbilligen ist (vgl. OVG Münster, Urteil vom 6.10.1977 - III A 793/75 -, NJW 1978, 1542; Urteil vom 14.11.1979 - III A 942/77 -, KStZ 1980, 72). - OVG Nordrhein-Westfalen, 06.10.1977 - III A 793/75
Auszug aus VGH Baden-Württemberg, 23.08.1994 - 2 S 2252/92
Nach der oben zitierten Rechtsprechung ist die einseitige Rückabwicklung nur dann rechtsmißbräuchlich, wenn der Folgekostenvertrag "zweckgebunden" erfolgte, d.h. für das Zustandekommen des Bebauungsplans ursächlich war und diese "Zweckverknüpfung" nicht zu mißbilligen ist (vgl. OVG Münster, Urteil vom 6.10.1977 - III A 793/75 -, NJW 1978, 1542; Urteil vom 14.11.1979 - III A 942/77 -, KStZ 1980, 72).
- VGH Baden-Württemberg, 22.08.1996 - 2 S 2320/94
Übernahme der Kosten für die Erneuerung eines Abwasserkanals durch …
Er setzt voraus, daß eine unmittelbare Vermögensverschiebung ohne Rechtsgrund stattgefunden hat oder deren Rechtsgrund später weggefallen ist (vgl BVerwG, Urteil vom 12.3.1985, BVerwGE 71, 85, 87; VGH Bad-Württ, Urteil vom 22.3.1990 - 2 S 1058/88; Urteil vom 23.8.1994 - 2 S 2252/92).Rn. 24 Dem Verwaltungsgericht ist auch darin zuzustimmen, daß die Geltendmachung des Erstattungsanspruchs nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstößt, der auch im öffentlichen Recht zu beachten ist (vgl BVerwG, Urteil vom 17.6.1994, 8 C 22.92; VGH Bad-Württ, Urteil vom 18.10.1990 - 2 S 2098/89; Urteil vom 23.8.1994 - 2 S 2252/92).
Eine Rechtsmißbräuchlichkeit der einseitigen Rückforderung der erbrachten Leistung wurde in der Rechtsprechung zB dann angenommen, wenn die "Leistung" der Gemeinde nur unter der Voraussetzung der vertraglichen Kostenbeteiligung des Grundstückseigentümers erfolgt ist, andernfalls nicht vorgenommen worden wäre und eine gesetzliche Verpflichtung hierzu auch nicht bestanden hätte (vgl VGH Bad-Württ, Urteil vom 23.8.1994 - 2 S 2252/92).
- VGH Baden-Württemberg, 09.11.2000 - 2 S 2324/98
Erschließungskosten; Umlegung
Der Rechtsgedanke von Treu und Glauben kann daher bewirken, dass eine Leistung, die auf Grund eines nichtigen öffentlich-rechtlichen Vertrags erbracht wurde, nicht mehr zurückgefordert werden kann (vgl. BVerwG, Urteil vom 16.5.2000, NVwZ 2000, 1285; VGH Bad.-Württ., Urteil vom 23.8.1994 - 2 S 2252/92 -). - VG Saarlouis, 03.11.2005 - 1 K 41/05
Forderung aus einem Postgiroteilnehmerverhältnis
Zwar ist es in der verwaltungsgerichtlichen Rechtsprechung anerkannt, dass bei öffentlich-rechtlichen Geldforderungen Verzugszinsen in der Regel nicht entstehen, es sei denn, dass in einem öffentlich-rechtlichen Vertragsverhältnis eine gesonderte Zinsregelung besteht (vgl. z.B. OVG Lüneburg, Urteil vom 02.09.1991 -7 L 34/90-, zitiert nach JURIS; OVG Hamburg, Urteil vom 04.11.1993 -Bf VII 3/91-, NVwZ-RR 1995, 369; VGH Mannheim, Urteil vom 23.08.1994 -2 S 2252/92-, VGHBW-Ls 1994, Beilage 11, B3, zitiert nach JURIS; OVG Münster, Urteil vom 31.01.1995 -1 A 3395/91-, NWVBl. 1995, 271, zitiert nach JURIS).
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