Rechtsprechung
| OLG Düsseldorf, 23.08.1991 - 2 Ws 371/91 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- NJW 1991, 3046
- MDR 1992, 174
- StV 1991, 476
Wird zitiert von ... (4)
- KG, 11.03.2019 - 4 HEs 5/19
Untersuchungshaft über 6 Monate: Haftbefehlsaufhebung wegen unzureichender …
1995, 398; 2002, 369; StV 2002, 150; OLG Düsseldorf StV 1990, 168; 1991, 169; 1991, 308; 1991, 476; 1992, 586; 1993, 86; 1996, 496; 2001, 695; OLG Frankfurt StV 1990, 310; 1995, 424; OLG Hamburg StV 1985, 198; 1989, 489; OLG Hamm StV 1986, 441; OLG Karlsruhe NJW-Spezial 2013, 729; OLG Koblenz NStZ 1997, 252; OLG Köln StraFo 2008, 241; MDR 1991, 662; 1993, 787; OLG Schleswig StV 1985, 115; OLG Stuttgart StV 2011, 749).2002, 369; OLG Düsseldorf StV 1990, 168; 1991, 308; 1991, 476; 1992, 586; MDR 1996, 1059; OLG Frankfurt MDR 1993, 787; StV 1995, 424; OLG Hamburg StV 1985, 198; 1989, 489; OLG Hamm NStZ 1983, 519; OLG Köln MDR 1993, 787; StraFo 2008, 410; OLG Koblenz NStZ 1997, 252; OLG Schleswig StV 1985, 115; OLG Stuttgart StraFo 2013, 509; StV 2011, 749).
- OLG Düsseldorf, 25.07.2001 - 4 Ws 346/01
Verfahrensverzögerung durch Akteneinsicht; Überlastung der Gerichte
Die Ausnahmetatbestände des § 121 Abs. 1 StPO sind eng auszulegen (vgl. OLG Düsseldorf, 2 Strafsenat, NJW 1991, 3046, 3047; StV 1992, 586; JMBl. NW 1994, 272, 273; JMBl. NW 1996, 201, 202).Zu solchen Maßnahmen gehört es, dass der Vorsitzende eines überlasteten Spruchkörpers beim Präsidium vorstellig wird und dieser durch Geschäftsverteilungsmaßnamen, notfalls durch Heranziehung von Zivilrichtern, Abhilfe schafft (vgl. OLG Düsseldorf, 3. Strafsenat, StV 1990, 168, 169; 2. Strafsenat, NJW 1991, 3046, 3047; StV 1992, 586, 587; JMBl. NW 1996, 201, 202; Beschluss vom 22. Februar 1999, 2 Ws 28/99, S. 4 jeweils mit Hinweis auf die ständige Rechtsprechung des BVerfG).
Die nicht nur kurzfristige Überlastung eines Gerichts ist des weiteren selbst dann kein wichtiger Grund, wenn sie auf einen Geschäftsanfall beruht, der sich trotz Ausschöpfung aller gerichtsorganisatorischen Mittel und Möglichkeiten nicht mehr innerhalb angemessener Frist erledigen lässt (vgl. BVerfG StV 1997, 535, 536; NJW 1974, 307, 308; OLG Düsseldorf; 2. Strafsenat, NJW 1991, 3046, 3047; StV 1992, 586, 587).
Eine Aufrechterhaltung des Haftbefehls unter Haftverschonung ist ausgeschlossen, weil die Voraussetzungen des § 121 StPO für eine Haftverlängerung nicht erfüllt sind (vgl. OLG Düsseldorf, 2. Strafsenat, NJW 1991, 3046, 3047).
- OLG Koblenz, 27.09.1996 - 4420 BL - III - 94/96
Zulässigkeit der Untersuchungshaftüber einen Zeitraum von sechs Monaten; …
Bei dieser Sachlage beruht die eintretende erhebliche weitere Verzögerung des Verfahrens nicht mehr auf einer unvorhersehbaren oder unvermeidbaren, kurzfristigen und auch durch rechtzeitige Maßnahmen auf gerichtsorganisatorischem Gebiet nicht mehr abwendbaren Überlastung des Gerichts, die nach allgemeiner Auffassung als wichtiger Grund im Sinne des § 121 Abs. 1 StPO angesehen werden kann (…vgl. Paeffgen in SK-StPO, § 121 Rdnr. 15;… Kleinknecht/Meyer-Goßner, a.a.O., Rdnr. 21; OLG Bamberg in NStV 1991, 169; OLG Düsseldorf in NJW 1991, 3046, 3047 [OLG Düsseldorf 23.08.1991 - 2 Ws 371/91] ; OLG Frankfurt/Main in NJW 1996, Heft 13, XXXIX).Die gesetzliche Regelung des § 121 Abs. 1 StPO erlaubt es nicht, einen Untersuchungsgefangenen nur deshalb weiterhin in Haft zu lassen, weil der Staat es versäumt, der vorgenannten Pflicht Genüge zu tun (vgl. BVerfG in NJW 1974, 307, 309 [BVerfG 12.12.1973 - 2 BvR 558/73] und in NStZ 1994, 553; BGHSt 38, 43, 46 [BGH 23.07.1991 - AK 29/91] ; OLG Karlsruhe in MDR 1975, 682, 683 [OLG Karlsruhe 02.04.1975 - 1 HEs 54/75] ; OLG Schleswig in StV 1985, 115; OLG Düsseldorf in NJW 1991, 3046, 3047 [OLG Düsseldorf 23.08.1991 - 2 Ws 371/91] ; Hans. OLG Bremen in StV 1992, 426, 427).
Indessen dürfen angesichts der wertsetzenden Bedeutung des Grundrechts auf Freiheit der Person aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG auch fehlende bzw. eingeschränkte finanzielle Mittel als im Verantwortungsbereich des Staates liegend jedenfalls nicht dem Untersuchungsgefangenen zum Nachteil gereichen (vgl. BVerfG in NJW 1974, 307, 308 [BVerfG 12.12.1973 - 2 BvR 558/73] ; OLG Karlsruhe in MDR 1975, 682; OLG Düsseldorf in NJW 1991, 3046, 3047) [OLG Düsseldorf 23.08.1991 - 2 Ws 371/91] .
Denn selbst wenn die einem Gericht zur Verfügung stehenden organisatorischen Maßnahmen zur Beseitigung einer nicht nur kurzfristigen Überlastung nicht ausreichen oder sich die gebotenen Maßnahmen nicht oder nicht innerhalb angemessener Fristen realisieren lassen, rechtfertigt die dadurch bedingte, im Verantwortungsbereich der Justiz liegende Verfahrensverzögerung die weitere Inhaftierung eines Untersuchungsgefangenen gleichwohl nicht (…vgl. Schlothauer/Weider, Untersuchungshaft, 2. Aufl. 1996, Rdnr. 384; BVerfG in NJW 1974, 307, 308 [BVerfG 12.12.1973 - 2 BvR 558/73] ; OLG Karlsruhe in MDR 1975, 682; OLG Düsseldorf in NJW 1991, 3046, 3047) [OLG Düsseldorf 23.08.1991 - 2 Ws 371/91] .
- BVerfG, 31.03.1992 - 2 BvR 394/92
Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Fortdauer der Untersuchungshaft
Das Oberlandesgericht habe gegen den Gleichheitssatz verstoßen, da es sich in Widerspruch zu seiner in NJW 1991, 3046 abgedruckten Entscheidung setze.
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