Rechtsprechung
| OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04 |
Volltextveröffentlichungen (6)
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BGB § 1004; ZPO § 68 § 74 Abs. 3
Zum Unterlassungsanspruch gem. § 1004 Abs. 1 S. 2 BGB und dessen Verjährung - Zur Interventionswirkung des § 68 ZPO bei Mehrfachbegründung des Urteils im Vorprozess - ibr-online(Abodienst, kostenloses Probeabo, Leitsatz frei)
Verfahrensrecht - Verjährung des Anspruchs aus § 1004 BGB
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Umfang der Verpflichtung des Rechtsanwalts auf Grund des Anwaltsvertrages; Prüfung des auf einer Pflichtverletzung basierenden Schadens; Verjährung von Abwehransprüchen aus § 1004 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB); Ende des Verzugs
Verfahrensgang
- LG Bochum, 22.07.2004 - 8 O 175/04
- OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (30)
- BGH, 12.12.2003 - V ZR 98/03
Anspruch des Grundstücksnachbarn auf Beseitigung eines nahe an der …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
aa) Denn vom Unterlassungsanspruch ist nicht bloß das reine Unterlassen erfaßt, sondern auch die Beseitigung eines in ein Recht im Sinne des § 1004 BGB eingreifenden gegenwärtigen Bedrohungs- oder Gefährdungszustandes (…vgl. Staudinger-Gursky, 12. Aufl., § 1004, Rdn. 208; vgl. auch BGH NJW 2004, 1035, 1036).Hierfür gibt das Gesetz den Unterlassungsanspruch gem. § 1004 Abs. 1 S. 2 BGB (BGH, NJW 2004, 1035, 1036).
Insoweit handelt es sich vorliegend nicht um einen nicht von § 1004 BGB gedeckten Ersatz von Folgeschäden (vgl. BGH, NJW 2004, 1035, 1036; NJW 1996, 845, 846; BGHZ 135, 235 ff = NJW 1997, 2234 ff).
Nach der Rechtsprechung des BGH unterfielen dabei die Abwehransprüche aus § 1004 BGB der 30-jährigen Verjährungsfrist des § 195 BGB a.F. (BGHZ 60, 235, 238 = NJW 1973, 703; BGHZ 125, 56, 63 = NJW 1994, 999; speziell zum Unterlassungsanspruch: BGH NJW 2004, 1035 ff, 1036;… Palandt-Bassenge, 61. Aufl., 1004, Rdn. 45).
- BGH, 20.10.1994 - IX ZR 116/93
Verletzung der anwaltlichen Beratungspflicht im Rahmen der Rückabwicklung eines …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Dazu hat der Anwalt seinem Auftraggeber den sichersten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche rechtliche und auch wirtschaftliche Risiken aufzuklären, damit der Auftraggeber eine sachgerechte Entscheidung treffen kann; Zweifel und Bedenken, zu denen die Sachlage Anlaß gibt, muß der Anwalt darlegen und mit seinem Auftraggeber erörtern (BGH NJW 1998, 900; NJW 1995, 449 ff; NJW 1993, 1320; NJW 1994, 1211, 1212).Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 195; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043).
- BGH, 30.11.1999 - X ZR 129/96
Schadensersatzpflicht des Patentanwalts
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH ist ein Rechtsanwalt kraft des Anwaltsvertrages verpflichtet, innerhalb der Grenzen auch eines beschränkten Mandates (vgl. BGH NJW 2002, 1147 ff; VIZ 1998, 571, 572; NJW 1997, 2168, 2169;… Zugehör, Handbuch der Anwaltshaftung, Rdn. 509, 517) die Interessen seines Auftraggebers nach jeder Richtung und umfassend wahrzunehmen (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1998, 900, 901; NJW 1988, 486, 487; NJW 1988, 1079, 1080; vgl. auch Borgmann, NJW 2000, 2953, 2955).Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 195; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043).
- BGH, 27.11.1997 - IX ZR 141/96
Umfang des Schadensersatzanspruchs gegen einen Rechtsanwalt
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Nach der ständigen Rechtsprechung des BGH ist ein Rechtsanwalt kraft des Anwaltsvertrages verpflichtet, innerhalb der Grenzen auch eines beschränkten Mandates (vgl. BGH NJW 2002, 1147 ff; VIZ 1998, 571, 572; NJW 1997, 2168, 2169;… Zugehör, Handbuch der Anwaltshaftung, Rdn. 509, 517) die Interessen seines Auftraggebers nach jeder Richtung und umfassend wahrzunehmen (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1998, 900, 901; NJW 1988, 486, 487; NJW 1988, 1079, 1080; vgl. auch Borgmann, NJW 2000, 2953, 2955).Dazu hat der Anwalt seinem Auftraggeber den sichersten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche rechtliche und auch wirtschaftliche Risiken aufzuklären, damit der Auftraggeber eine sachgerechte Entscheidung treffen kann; Zweifel und Bedenken, zu denen die Sachlage Anlaß gibt, muß der Anwalt darlegen und mit seinem Auftraggeber erörtern (BGH NJW 1998, 900; NJW 1995, 449 ff; NJW 1993, 1320; NJW 1994, 1211, 1212).
- BGH, 01.12.1995 - V ZR 9/94
Begriff des Störers bei Bodenverunreinigungen
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Insoweit handelt es sich vorliegend nicht um einen nicht von § 1004 BGB gedeckten Ersatz von Folgeschäden (vgl. BGH, NJW 2004, 1035, 1036; NJW 1996, 845, 846; BGHZ 135, 235 ff = NJW 1997, 2234 ff).In diesem Fall, in dem eine isolierte Entfernung der vorhandenen Schadensursache technisch nicht durchführbar ist, muß sich der Beseitigungsanspruch auch auf die weitere erforderliche Maßnahme, hier die Entfernung der LSteine, erstrecken (vgl. BGH NJW 1996, 845 = BB 1996, 610 = MDR 1996, 359; BGHZ 18, 253, 266 = NJW 1956, 17; RGZ 127, 29, 35).
- BGH, 17.04.1986 - IX ZR 200/85
Abrede über den Gebrauch empfängnisverhütender Mittel unter Partnern einer …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 195; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043). - BGH, 05.11.1992 - IX ZR 200/91
Wirksamkeit der Teilkündigung eines Vertrages
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Dazu hat der Anwalt seinem Auftraggeber den sichersten Weg vorzuschlagen und ihn über mögliche rechtliche und auch wirtschaftliche Risiken aufzuklären, damit der Auftraggeber eine sachgerechte Entscheidung treffen kann; Zweifel und Bedenken, zu denen die Sachlage Anlaß gibt, muß der Anwalt darlegen und mit seinem Auftraggeber erörtern (BGH NJW 1998, 900; NJW 1995, 449 ff; NJW 1993, 1320; NJW 1994, 1211, 1212). - BGH, 13.06.1996 - IX ZR 233/95
Prüfungsmaßstab im Regreßprozeß bei Führung des Ausgangsverfahrens nach dem …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Dabei ist auf den hypothetischen Tatsachenverlauf abzustellen (BGH NJW 1990, 2128, 2129; NJW 1996, 2501; MDR 2000, 297, 298;… Fischer in Zugehör, Handbuch der Anwaltshaftung, Rdn. 1039). - BGH, 04.06.1996 - IX ZR 51/95
Haftung des Rechtsanwalts bei Fehlern bei der Beendigung eines Vertrages; …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 195; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043). - BGH, 28.06.1990 - IX ZR 209/89
Zurückhalten von Sachvortrag durch den Prozeßbevollmächtigten; Haftung des …
Auszug aus OLG Hamm, 15.03.2005 - 28 U 161/04
Er muß seinen Auftraggeber nicht nur über das Vorhandensein, sondern auch über das ungefähre, in etwa abschätzbare Ausmaß des Risikos unterrichten, weil der Auftraggeber in der Regel nur aufgrund einer Einschätzung auch des Risikoumfangs über sein weiteres Vorgehen sachgerecht entscheiden kann (BGH NJW-RR 2000, 791 ff; NJW 1996, 2648, 2649; NJW 1995, 449, 450; NJW 1992, 195; NJW 1991, 2079; NJW-RR 1990, 1241; NJW 1988, 2113; NJW 1988, 563, 566; BGHZ 89, 178, 182 = NJW 1984, 791, 793; BGHZ 97, 372, 376 = NJW 1986, 2043). - BGH, 18.11.1999 - IX ZR 420/97
Haftungsausfüllende Kausalität bei Beratungsverschulden des Rechtsanwalts
- BGH, 20.01.1994 - IX ZR 46/93
Zurechnung des Verschuldensbeitrags eines weiteren Rechtsanwalts als …
- BayObLG, 18.12.2000 - 5Z RR 570/99
Einhaltung von Abstandsflächen gemäß Art. 6 und 7 BayBO
- BGH, 08.12.1983 - I ZR 183/81
Anwaltsberatung
- BGH, 22.10.1987 - IX ZR 175/86
Abgrenzung von Beratung und Beurkundung bei einem Anwaltsnotar; Pflicht des …
- BGH, 10.03.1988 - IX ZR 194/87
Klage, die wegen einer Gesellschaftsschuld sowohl gegen die Gesellschaft als auch …
- BGH, 16.05.1991 - IX ZR 131/90
Anspruch auf Schadensersatz aus anwaltlicher Sorgfaltspflichtverletzung - …
- BGH, 07.03.1973 - VIII ZR 204/71
Nachfolgevereinbarung, Vertragsübernahme
- BGH, 03.12.1968 - VI ZR 140/67
Anspruch auf Unterlassung - Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen …
- OLG Hamm, 15.10.1991 - 4 U 110/91
Rechtsschutzinteresse einer Vollstreckungsabwehrklage; Titelgläubiger; Verzicht …
- BGH, 23.02.1973 - V ZR 109/71
Verjährung des nachbarrechtlichen Beseitigungsanspruchs
- BGH, 18.04.1997 - V ZR 28/96
Berücksichtigung eines Mitverschuldens im Rahmen des Beseitigungsanspruchs
- BGH, 01.02.1994 - VI ZR 229/92
Beseitigung von Kabeln nach Erlöschen des Fernmelderechts
- BGH, 13.03.1997 - IX ZR 81/96
Inhalt eines Anwaltsvertrages; Mitverschulden durch falsche Angaben gegenüber dem …
- BGH, 21.02.2002 - IX ZR 127/00
Beginn der Verjährung eines Schadensersatzanspruchs gegen einen Rechtsanwalt …
- BGH, 09.07.1998 - IX ZR 324/97
Restitutionsansprüche auf der Grundlage von §§ 3 ff des Gesetzes zur Regelung …
- BGH, 17.12.1987 - IX ZR 41/86
Pflichten des Verkehrsanwalts; Verantwortung für den Inhalt von durch den …
- BGH, 05.11.1987 - IX ZR 86/86
Haftungsausfüllende Kausalität bei der Anwaltshaftung
- BGH, 14.10.1955 - V ZR 67/55
Beseitigung alter Wehrmachtsanlagen. Rechtsweg
- RG, 19.12.1929 - VI 95/29
1. Inwieweit gehören die Aufschüttung und die Abbaggerung von Bergwerkshalden zum …
- VGH Baden-Württemberg, 15.12.2021 - 10 S 654/21
Anspruch auf ordnungsbehördliches Einschreiten des Nachbarn aus einer …
Hiervon ist freilich auszugehen, nachdem quasi-negatorische Beseitigungsansprüche im Zusammenhang mit einer Schutzgesetzverletzung bis zum Inkrafttreten des Schuldrechtsmodernisierungsgesetzes am 01.01.2002 in der dreijährigen Frist des § 852 BGB a. F. verjährten (vgl. BGH…, Urteil vom 03.12.1968 - VI ZR 140/67 - NJW 1969, 463 = juris Rn. 41; OLG Hamm, Urteil vom 15.03.2005 - 28 U 161/04 - juris Rn. 21 m. w. N.) und seitdem die inzwischen ebenfalls dreijährige Regelverjährungsfrist gilt (§ 195 BGB, Art. 229 § 6 Abs. 1, Abs. 4 Satz 1 EGBGB; vgl. hierzu OLG Bamberg…, Urteil vom 04.12.2012 - 5 U 29/12 - juris Rn. 41 ff. m. w. N.). - OLG Brandenburg, 06.09.2006 - 13 U 37/06
Streitverkündung ohne Interventionswirkung bei Mehrfachbegründungen
Daran fehlt es bei Mehrfachbegründungen dann, wenn es dem Dritten unmöglich oder unzumutbar ist, die ihn belastende Begründung nebst den zugrunde liegenden Feststellungen letztinstanzlich anzugreifen (vgl. OLG Hamm, Urteil vom 15.03.2005, Az.: 28 U 161/04, zitiert nach jurisweb;… Zöller/Vollkommer a.a.O. Rn 10 "Mehrfachbegründungen";… Wieczorek/Schütze/Mansel ZPO, 3. Aufl., § 68 Rn. 102 f;… Stein/Jonas/Bork ZPO, 22. Aufl., Rn. 7).
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