Rechtsprechung
| OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25 |
Volltextveröffentlichung
Verfahrensgang
- LG Koblenz, 12.12.2024 - 1 O 349/23
- OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Corona: Rechtsprechungsübersichten 
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (11)
- BGH, 09.03.2026 - VI ZR 335/24
Mögliche Ansprüche einer gegen das Corona-Virus geimpften Person wegen …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Rn. 17 Nach dem Schluss der mündlichen Verhandlung hat der Kläger mit Schriftsatz vom 27.03.2026 angeregt, die mündliche Verhandlung wiederzueröffnen, weil "die bisherige Verfahrensweise in Impfschadensfällen" mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 09.03.2026 (VI ZR 335/24) "verworfen worden" sei.Rn. 23 Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 09.03.2026 (VI ZR 335/24) stellt keinen Grund zur Wiedereröffnung der ordnungsgemäß geschlossenen mündlichen Verhandlung dar.
Rn. 27 Für die Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels gemäß § 84 Abs. 1 S. 2 Nr. 1 AMG ist grundsätzlich auf die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft im Zeitpunkt der letzten mündlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz abzustellen (vgl. BGH, Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 47).
Rn. 29 Grundsätzlich steht dem Geschädigten der Auskunftsanspruch nach § 84a AMG zur Verfügung, um ihm die Darlegung und den Nachweis der anspruchsbegründenden Tatsachen zu erleichtern (BGH, Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 48; BGH…, Urteil vom 26.03.2013 - VI ZR 109/12, juris Rn. 24).
Der vorliegende Fall unterscheidet sich mithin grundlegend von der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 09.03.2026 (VI ZR 335/24).
Diese Sichtweise stellen die Ausführungen des Bundesgerichtshofs in seiner Entscheidung vom 09.03.2026 (VI ZR 335/24, juris Rn. 53 ff.) nicht in Frage, weil dort nur ausgesprochen wird, dass der Kläger auch mit Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft gehört werden kann, die vor der Zulassungsentscheidung bekannt geworden sind.
Rn. 35 (1) Mit dem Bundesgerichtshof (Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 55 ff.) ist zu prüfen, ob solche Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft hinreichend dargelegt wurden.
Auszugehen ist von den notwendigen Darlegungen der Klagepartei zu Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft, auf deren Grundlage erforderlichenfalls ein Sachverständigengutachten einzuholen ist, das die vorliegenden Zulassungsentscheidungen für den Impfstoff mit den zugrundeliegenden Bewertungen der Fachgremien bei der Beantwortung der Frage, ob ein negatives Nutzen-Risiko-Verhältnis vorliegt, aufgrund der dort "zweifellos vorhandenen besonderen Fachkompetenz" (BGH, Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 58) zu berücksichtigen hat.
Auch nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 09.03.2026 handelt es sich insoweit um zu berücksichtigende medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse (vgl. BGH, Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 58).
Den Grundsätzen des Bundesgerichtshofs in seiner Entscheidung vom 09.03.2026 (VI ZR 335/24) ist Rechnung getragen.
- BGH, 17.03.1981 - VI ZR 191/79
Schadensersatzpflicht eines Warenherstellers wegen Wirkungslosigkeit des Produkts …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Vielmehr reicht ein ernst zu nehmender Verdacht, um eine Pflicht zur Aufnahme in die Produktinformation zu begründen (vgl. BGH…, Urteil vom 24.01.1989 - VI ZR 112/88, juris Rn. 30, 33; BGH, Urteil vom 17.03.1981 - VI ZR 191/79, BGHZ 80, 186-199, Rn. 18). - BGH, 24.01.1989 - VI ZR 112/88
Warnhinweise in Gebrauchsinformation eines Arzneimittels
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Vielmehr reicht ein ernst zu nehmender Verdacht, um eine Pflicht zur Aufnahme in die Produktinformation zu begründen (vgl. BGH, Urteil vom 24.01.1989 - VI ZR 112/88, juris Rn. 30, 33; BGH…, Urteil vom 17.03.1981 - VI ZR 191/79, BGHZ 80, 186-199, Rn. 18).
- BGH, 07.11.2017 - XI ZR 529/17
Festsetzung des Werts der mit der beabsichtigten Revision geltend zu machenden …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Mangels einer Antragstellung in mündlicher Verhandlung darf über eine nach Schluss der mündlichen Verhandlung eingereichte Klageerweiterung daher nicht entschieden werden (BGH…, Beschluss vom 19.03.2009 - IX ZB 152/08, juris Rn. 8 f. mwN; BGH, Beschluss vom 07.11.2017 - XI ZR 529/17, juris Rn. 7). - OLG Koblenz, 10.07.2024 - 5 U 1375/23
Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche nach Corona-Schutzimpfung wegen …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Das entspricht der bisherigen Rechtsprechung des Senates (Urteil vom 18.09.2024 - 5 U 1139/23; Urteil vom 10.07.2024 - 5 U 1375/23). - BGH, 26.03.2013 - VI ZR 109/12
Arzneimittelhaftung: Schadensersatzprozess wegen der behaupteten Verursachung …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Rn. 29 Grundsätzlich steht dem Geschädigten der Auskunftsanspruch nach § 84a AMG zur Verfügung, um ihm die Darlegung und den Nachweis der anspruchsbegründenden Tatsachen zu erleichtern (BGH…, Urteil vom 09.03.2026 - VI ZR 335/24, juris Rn. 48; BGH, Urteil vom 26.03.2013 - VI ZR 109/12, juris Rn. 24). - BGH, 19.03.2009 - IX ZB 152/08
Bedeutung einer nach Schluss der mündlichen Verhandlung geltend gemachten …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Mangels einer Antragstellung in mündlicher Verhandlung darf über eine nach Schluss der mündlichen Verhandlung eingereichte Klageerweiterung daher nicht entschieden werden (BGH, Beschluss vom 19.03.2009 - IX ZB 152/08, juris Rn. 8 f. mwN; BGH…, Beschluss vom 07.11.2017 - XI ZR 529/17, juris Rn. 7). - OLG Koblenz, 18.09.2024 - 5 U 1139/23
Schadensersatzforderung aufgrund einer Ertaubung im rechten Ohr im zeitlichen …
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Das entspricht der bisherigen Rechtsprechung des Senates (Urteil vom 18.09.2024 - 5 U 1139/23; Urteil vom 10.07.2024 - 5 U 1375/23). - BGH, 28.10.1999 - IX ZR 341/98
Zurückverweisung im Berufungsverfahren
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Sie hat keinen Anspruch darauf, deren Folgen durch Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung und Nachholung ihres Vorbringens auszugleichen (vgl. BGH, Urteil vom 28.10.1999 - IX ZR 341/98, juris Rn. 8, 9 mwN), denn keineswegs darf über § 156 ZPO die Präklusionsregelung des § 296 ZPO obsolet gemacht werden (so auch Oberlandesgericht Rostock, Beschluss vom 03.11.2003 - 6 U 19/03, OLG-NL 2004, 118, beck-online). - BGH, 01.07.2008 - VI ZR 287/07
Anforderungen an die Darlegung der Anspruchsgründe bei Arzneimittelhaftung
Auszug aus OLG Koblenz, 15.04.2026 - 5 U 26/25
Ob die Einnahme des Medikaments gleichwohl vertretbar war oder nicht, darf das Gericht dann nicht ohne Einholung eines Sachverständigengutachtens entscheiden (BGH, Beschluss vom 01.07.2008 - VI ZR 287/07, juris Rn. 4). - OLG Rostock, 03.11.2003 - 6 U 19/03
- OLG Hamm, 18.08.2026 - 24 U 134/25
Teilschussrechnung kann Schlussrechnung ersetzen!
Denn in diesem Fall beruht der neue Vortrag nicht auf einem Mangel des gerichtlichen Verfahrens, sondern auf einer eigenen prozessualen Sorgfaltspflichtverletzung der Partei (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 15. April 2026 - 5 U 26/25).Sie hat keinen Anspruch darauf, deren Folgen durch Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung und Nachholung ihres Vorbringens auszugleichen (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - IX ZR 341/98), denn keineswegs darf über § 156 ZPO die Präklusionsregelung des § 296 ZPO obsolet gemacht werden (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 15. April 2026 - 5 U 26/25; OLG Rostock, Beschluss vom 3. November 2003 - 6 U 19/03).
- OLG Hamm, 08.09.2026 - 24 U 134/25
Abnahmeverlangen, Abnahmeverweigerung, Schlussrechnung, Teilschlussrechnung, …
Rn. 199 Denn in diesem Fall beruht der neue Vortrag nicht auf einem Mangel des gerichtlichen Verfahrens, sondern auf einer eigenen prozessualen Sorgfaltspflichtverletzung der Partei (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 15. April 2026 - 5 U 26/25 - zitiert nach juris).Sie hat keinen Anspruch darauf, deren Folgen durch Wiedereröffnung der mündlichen Verhandlung und Nachholung ihres Vorbringens auszugleichen (vgl. BGH, Urteil vom 28. Oktober 1999 - IX ZR 341/98 - zitiert nach juris), denn keineswegs darf über § 156 ZPO die Präklusionsregelung des § 296 ZPO obsolet gemacht werden (vgl. OLG Koblenz, Urteil vom 15. April 2026 - 5 U 26/25 - zitiert nach juris; OLG Rostock, Beschluss vom 3. November 2003 - 6 U 19/03 - zitiert nach juris).
- OLG Koblenz, 23.07.2025 - 5 U 271/25 Rn. 54 Denn der PRAC (= Pharmacovigilance Risk Assessment Committee = Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz), also der für die Bewertung und Überwachung der Sicherheit von Humanarzneimitteln zuständige wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), und der bei der EMA angesiedelte Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP = Committee for Medicinal Products for Human Use) haben ebenso wie das Paul-Ehrlich-Institut (kurz: PEI; § 77 Abs. 2 AMG) als Pendant der EMA auf Bundesebene mehrfach vor der Zulassung als auch fortlaufend nach der zunächst bedingten Zulassung und später der Standardzulassung bestätigt, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis des streitgegenständlichen Impfstoffs positiv ist (vgl. etwa Bericht des CHMP vom 15.09.2022 (Anlage K57/B10), Stellungnahme des PEI vom 10.10.2022 (Anlage B8), Sicherheitsberichte des PEI vom 19.08.2021 (Anlage K15) und vom 23.12.2021 (Anlage K18) und vom 04.05.2022 (Anlage K16), und schließlich der periodische Sicherheitsbericht des PRAC vom 11.01.2024, in dem den Zeitraum vom 19.12.2022 bis 18.06.2023 abdeckt und wegen eines unverändert positiven Nutzen-Risiko-Verhältnisses die Aufrechterhaltung der Zulassung empfohlen wird (gerichtsbekannt aus einer Vielzahl paralleler Verfahren gegen die hiesige Beklagte, in denen der Bericht von den Parteien vorgelegt wurden, wie etwa in den Verfahren 5 U 100/25, 5 U 1212/24 oder 5 U 26/25, an denen die jeweils auch im vorliegenden Verfahren beteiligten Prozessbevollmächtigten tätig waren).
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Rechtsprechung
| OLG Brandenburg, 11.12.2025 - 5 U 26/25 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Entscheidungsdatenbank Brandenburg
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
BbgNRG § 16; BbgNRG § 18 Abs. 1
Grenzwand als eine unmittelbar an der Grenze zum Nachbargrundstück errichtete Wand auf dem Grundstück des Erbauers; Verpflichtung eines Abreißenden zur Isolierung der fremden Grenzwand oder zur Übernahme sonstiger vergleichbarer Kosten
Verfahrensgang
- LG Neuruppin, 24.02.2025 - 3 O 386/21
- OLG Brandenburg, 11.12.2025 - 5 U 26/25
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (3)
- BGH, 20.01.1989 - V ZR 173/87
Wirkung der Rechtshängigkeit bei negativer Feststellungsklage; Gerichtliche …
Auszug aus OLG Brandenburg, 11.12.2025 - 5 U 26/25
Für diesen Fall ist anerkannt, dass der Streitgegenstand der Leistungsklage auch den der späteren negativen Feststellungsklage umfasst, da der Antrag auf Verurteilung zur Leistung zugleich den engeren Feststellungsantrag enthält, dass der Anspruch besteht (BGH, Urteil vom 20. Januar 1989 - V ZR 173/87 -, Rn. 15, juris). - OLG Frankfurt, 29.03.2010 - 4 U 29/10
Nachbarrecht: Abriss eines Hauses; Anspruch auf Ersatz notwendiger Kosten zum …
Auszug aus OLG Brandenburg, 11.12.2025 - 5 U 26/25
Es besteht dann auch keine Verpflichtung des Abreißenden zur Isolierung der fremden Grenzwand oder zur Übernahme sonstiger vergleichbarer Kosten (…BGH NJW-RR 2016, 518 f. Rn. 8f.; OLG Frankfurt NJOZ 2010, 2651, beck-online m. w. Nachw.; ebenso OLG Köln NJW-RR 1987, 519). - AG Weilburg, 04.06.1986 - 2 F 174/86
Auszug aus OLG Brandenburg, 11.12.2025 - 5 U 26/25
Es besteht dann auch keine Verpflichtung des Abreißenden zur Isolierung der fremden Grenzwand oder zur Übernahme sonstiger vergleichbarer Kosten (…BGH NJW-RR 2016, 518 f. Rn. 8f.; OLG Frankfurt NJOZ 2010, 2651, beck-online m. w. Nachw.; ebenso OLG Köln NJW-RR 1987, 519).
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