Rechtsprechung
| OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
§ 823 BGB; § 247 BGB
Schadensersatz bei Verkehrsunfall; Umfang des Schmerzensgelds bei langwierigen Verletzungen; Bewertung des ärztlichen Gutachtens im Rahmen der Ersatzzahlungen - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
Schadensersatz bei Verkehrsunfall; Umfang des Schmerzensgelds bei langwierigen Verletzungen; Bewertung des ärztlichen Gutachtens im Rahmen der Ersatzzahlungen
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Oldenburg, 30.10.2001 - 8 O 3707/00
- LG Oldenburg, 28.02.2003 - 8 O 3707/00
- OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
- BGH, 30.09.2003 - VI ZR 90/03
Papierfundstellen
- VersR 2004, 64
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (7)
- BGH, 08.07.1980 - VI ZR 72/79
Rechtskraft eines Schmerzensgeldurteils
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
Gleichzeitig erkannte die Beklagte in einem Vorbehalt zur o.g. Erklärung u.a. an, dass der Kläger "einen Anspruch auf zukünftigen Ersatz des immateriellen Schadens unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Versicherungsrecht 80, 975) besitzt.".Allerdings sollte der Kläger "unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Versicherungsrecht 80, 975)" auch künftige immaterielle Schäden beanspruchen können.
Nur wenn es sich um Verletzungsfolgen handelt, an die auch ein mit der Beurteilung des Ausmaßes und der voraussichtlichen weiteren Entwicklung eines unfallursächlichen Körperschadens des Verletzten beauftragter Sachverständiger nicht zu rechnen brauchte, die aber entgegen aller Wahrscheinlichkeit schließlich doch eingetreten sind, darf angenommen werden, dass sie vom Streit- und Entscheidungsgegenstand eines vorausgegangenen Schmerzensgeldprozesses nicht erfasst sind, ihrer Geltendmachung daher die Rechtskraft nicht entgegensteht." (BGH, Urteil vom 08. Juli 1980, VersR 1980, 975 f).
- BGH, 24.05.1988 - VI ZR 326/87
Rechtskraft einer Entscheidung über ein uneingeschränktes Schmerzensgeld
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
An diesen Grundsätzen hat der Bundesgerichtshof auch in späteren Entscheidungen festgehalten und ausdrücklich klar gestellt, dass die Frage, ob und welche Verletzungsfolgen auf Grund des zur Entscheidung gestellten Sachverhalts zu erkennen und damit grundsätzlich einschließlich ihrer nahe liegenden künftigen Auswirkungen bei der Bemessung des Schmerzensgeldes zu berücksichtigen waren, objektiv, d.h. nach den Kenntnissen eines insoweit Sachkundigen, zu beantworten ist (vgl. BGH, NJW 1988, 2300, 2301 [BGH 24.05.1988 - VI ZR 326/87]; r + s 1995, 137, 138).Darauf, ob die Parteien oder das Gericht die Verletzungsfolgen zutreffend gewürdigt haben, kommt es nicht an (BGH, NJW 1988, 2300, 2301) [BGH 24.05.1988 - VI ZR 326/87].
Rn. 18 Entscheidend war im vorliegenden Fall also, ob die Hüftkopfnekrose und die damit verbundene Implantation eines künstlichen Hüftgelenks bei Abschluss des Abfindungsvergleichs objektiv voraussehbar waren, wobei es auf die Sicht eines Sachverständigen ankommt (vgl. BGH, NJW 1988, 2300, 2301 [BGH 24.05.1988 - VI ZR 326/87], r + s 1995, 137, 138).
- BGH, 07.02.1995 - VI ZR 201/94
Schadensersatz und Schmerzensgeld: Haftung für die Verursachung eines …
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
An diesen Grundsätzen hat der Bundesgerichtshof auch in späteren Entscheidungen festgehalten und ausdrücklich klar gestellt, dass die Frage, ob und welche Verletzungsfolgen auf Grund des zur Entscheidung gestellten Sachverhalts zu erkennen und damit grundsätzlich einschließlich ihrer nahe liegenden künftigen Auswirkungen bei der Bemessung des Schmerzensgeldes zu berücksichtigen waren, objektiv, d.h. nach den Kenntnissen eines insoweit Sachkundigen, zu beantworten ist (vgl. BGH, NJW 1988, 2300, 2301 [BGH 24.05.1988 - VI ZR 326/87]; r + s 1995, 137, 138).Rn. 18 Entscheidend war im vorliegenden Fall also, ob die Hüftkopfnekrose und die damit verbundene Implantation eines künstlichen Hüftgelenks bei Abschluss des Abfindungsvergleichs objektiv voraussehbar waren, wobei es auf die Sicht eines Sachverständigen ankommt (vgl. BGH, NJW 1988, 2300, 2301 [BGH 24.05.1988 - VI ZR 326/87], r + s 1995, 137, 138).
- BGH, 12.07.1983 - VI ZR 176/81
Keine Anpassung bei unvorhergesehenen strukturellen Besoldungsverbesserungen bei …
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
Handelt es bei der Hüftkopfnekrose also nicht um einen "künftigen" Schaden im Sinne der in dem Abfindungsvergleich vereinbarten Vorbehaltsklausel, kann der Kläger weiteres Schmerzensgeld nach ständiger Rechtsrechung nur dann verlangen, wenn ihm ein Festhalten an der Abfindungsvereinbarung nach Treu und Glauben ( § 242 BGB) nicht zuzumuten ist, weil sich auf Grund von den Parteien nicht vorhergesehener Spätfolgen zwischen Schaden und der Vergleichssumme ein so krasses Missverhältnis ergibt, dass es für den Kläger eine außergewöhnliche und unzumutbare Härte bedeuten würde, wenn ihm Nachforderungsansprüche versagt blieben (vgl. BGH, VersR 1966, 243, 244; NJW 1984, 115 f [BGH 12.07.1983 - VI ZR 176/81]; NJW 1991, 1535; OLG Celle, ZfS 1997, 332; OLG Schleswig, VersR 2001, 983, 984) [OLG Schleswig 30.08.2000 - 4 U 158/98]. - BGH, 19.06.1990 - VI ZR 255/89
Festhalten an einem Abfindungsvergleich nach Veränderungen der die Schadenshöhe …
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
Handelt es bei der Hüftkopfnekrose also nicht um einen "künftigen" Schaden im Sinne der in dem Abfindungsvergleich vereinbarten Vorbehaltsklausel, kann der Kläger weiteres Schmerzensgeld nach ständiger Rechtsrechung nur dann verlangen, wenn ihm ein Festhalten an der Abfindungsvereinbarung nach Treu und Glauben ( § 242 BGB) nicht zuzumuten ist, weil sich auf Grund von den Parteien nicht vorhergesehener Spätfolgen zwischen Schaden und der Vergleichssumme ein so krasses Missverhältnis ergibt, dass es für den Kläger eine außergewöhnliche und unzumutbare Härte bedeuten würde, wenn ihm Nachforderungsansprüche versagt blieben (vgl. BGH, VersR 1966, 243, 244; NJW 1984, 115 f [BGH 12.07.1983 - VI ZR 176/81]; NJW 1991, 1535; OLG Celle, ZfS 1997, 332; OLG Schleswig, VersR 2001, 983, 984) [OLG Schleswig 30.08.2000 - 4 U 158/98]. - OLG Schleswig, 30.08.2000 - 4 U 158/98
Abfindungsvergleich - unzulässige Rechtsausübung - Spätfolgen - krasses …
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
Handelt es bei der Hüftkopfnekrose also nicht um einen "künftigen" Schaden im Sinne der in dem Abfindungsvergleich vereinbarten Vorbehaltsklausel, kann der Kläger weiteres Schmerzensgeld nach ständiger Rechtsrechung nur dann verlangen, wenn ihm ein Festhalten an der Abfindungsvereinbarung nach Treu und Glauben ( § 242 BGB) nicht zuzumuten ist, weil sich auf Grund von den Parteien nicht vorhergesehener Spätfolgen zwischen Schaden und der Vergleichssumme ein so krasses Missverhältnis ergibt, dass es für den Kläger eine außergewöhnliche und unzumutbare Härte bedeuten würde, wenn ihm Nachforderungsansprüche versagt blieben (vgl. BGH, VersR 1966, 243, 244; NJW 1984, 115 f [BGH 12.07.1983 - VI ZR 176/81]; NJW 1991, 1535; OLG Celle, ZfS 1997, 332; OLG Schleswig, VersR 2001, 983, 984) [OLG Schleswig 30.08.2000 - 4 U 158/98]. - BGH, 21.12.1965 - VI ZR 168/64
Zulässigkeit von Nachforderungen nach Abschluß einer Abfindungsvereinbarung
Auszug aus OLG Oldenburg, 28.02.2003 - 6 U 231/01
Handelt es bei der Hüftkopfnekrose also nicht um einen "künftigen" Schaden im Sinne der in dem Abfindungsvergleich vereinbarten Vorbehaltsklausel, kann der Kläger weiteres Schmerzensgeld nach ständiger Rechtsrechung nur dann verlangen, wenn ihm ein Festhalten an der Abfindungsvereinbarung nach Treu und Glauben ( § 242 BGB) nicht zuzumuten ist, weil sich auf Grund von den Parteien nicht vorhergesehener Spätfolgen zwischen Schaden und der Vergleichssumme ein so krasses Missverhältnis ergibt, dass es für den Kläger eine außergewöhnliche und unzumutbare Härte bedeuten würde, wenn ihm Nachforderungsansprüche versagt blieben (vgl. BGH, VersR 1966, 243, 244; NJW 1984, 115 f [BGH 12.07.1983 - VI ZR 176/81]; NJW 1991, 1535; OLG Celle, ZfS 1997, 332; OLG Schleswig, VersR 2001, 983, 984) [OLG Schleswig 30.08.2000 - 4 U 158/98].
- OLG Zweibrücken, 15.01.2025 - 1 U 20/24
Anscheinsvollmacht bei Zugriff auf den E-Mail-Account
Maßgeblich ist im Zweifelsfall, ob der Folgeschaden nicht in dem Risikobereich liegt, den der Geschädigte mit der Abfindungserklärung übernommen hat (eingehend Nugel, Der Abfindungsvergleich in der außergerichtlichen Schadensregulierung, ZfSch 2006, 190; vgl. auch BGH, Urteil vom 21.12.1965, Az. VI ZR 168/64; OLG Oldenburg, Urteil vom 28.02.2003, Az. 6 U 231/01; OLG Nürnberg, Urteil vom 01.07.1999, Az. 2 U 531/99; jeweils Juris VersR 2001, 982; OLG Oldenburg VersR 2004, 64; OLG Schleswig VersR 2001, 983; BGH NJW 1997, 2488). - OLG Oldenburg, 30.06.2006 - 6 U 38/06
Voraussetzungen eines Anspruchs auf Anpassung eines Abfindungsvergleichs aus …
Eine Überschreitung der Opfergrenze liegt nicht vor, Dies wäre nur dann der Fall, wenn aufgrund späterer Ereignisse ein so krasses Missverhältnis zwischen Schaden und der Vergleichssumme eingetreten wäre, dass es für den Geschädigten eine außergewöhnliche und unzumutbare Härte bedeutete, wenn ihm Nachforderungsansprüche versagt blieben (vgl. OLG Oldenburg, VersR 2004, 64, 65;… Staudinger/Marburger, aa0, § 779 Rdnr. 59 mwN).
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Rechtsprechung
| SG Mainz, 20.01.2004 - S 6 U 231/01 |
Verfahrensgang
- SG Mainz, 20.01.2004 - S 6 U 231/01
- LSG Rheinland-Pfalz, 22.08.2005 - L 2 U 38/04
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Rechtsprechung
| LSG Niedersachsen-Bremen, 24.04.2003 - L 6 U 231/01 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Entscheidungsdatenbank Niedersachsen
§ 56 Abs. 1 S. 1 SGB VII; § 56 Abs. 2 S. 1 SGB VII
Anspruch auf Gewährung einer Verletztenrente wegen einer Schwerhörigkeit mit Tinnitus aufgrund eines Arbeitsunfalls; Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) - Wolters Kluwer
Anspruch auf Gewährung einer Verletztenrente wegen einer Schwerhörigkeit mit Tinnitus aufgrund eines Arbeitsunfalls; Beurteilung der Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE)
Verfahrensgang
- SG Oldenburg, 22.05.2001 - S 71 U 255/00
- LSG Niedersachsen-Bremen, 24.04.2003 - L 6 U 231/01
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (2)
- BSG, 15.12.1982 - 2 RU 55/81
Auszug aus LSG Niedersachsen-Bremen, 24.04.2003 - L 6 U 231/01
Zur Beurteilung der MdE bei Hörschäden bieten die Empfehlungen des HVBG für die Begutachtung der beruflichen Lärmschwerhörigkeit ("Königsteiner Merkblatt"), 4. Auflage 1995 eine geeignete Grundlage (BSG, Urteil vom 15. Dezember 1982, 2 RU 55/81, Meso B 40/24). - LSG Niedersachsen, 30.10.1996 - L 6 U 44/96
Bemessung der Minderung der Erwerbsfähigkeit bei einer Berufskrankheit …
Auszug aus LSG Niedersachsen-Bremen, 24.04.2003 - L 6 U 231/01
Denn ein - dauernder - Tinnitus ist bei der Bemessung der MdE nur zu berücksichtigen, wenn der vernommene Ton als quälend empfunden wird und entsprechende psychovegetative Auswirkungen zur Folge hat (LSG Niedersachsen Urteil vom 30. Oktober 1996, L 6 U 44/96, MESO B 40/68; Mehrtens/Perlebach Die Berufskrankheiten-Verordnung M 2301 6.4).
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Rechtsprechung
| OLG Hamburg, 27.06.2002 - 6 U 231/01 |
Volltextveröffentlichungen (2)
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HGB § 425; BGB § 254
Mitverschulden des Auftraggebers bei Übergabe von wertvollem Transportgut an den Frachtführer ohne Hinweis - juris (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- LG Hamburg - 415 O 62/01
- OLG Hamburg, 27.06.2002 - 6 U 231/01
Wird zitiert von ... (0) Zitiert selbst (1)
- OLG Hamburg, 08.03.2001 - 6 U 78/00
Rechtmäßigkeit einer Haftungsbeschränkung in einem Speditionsvertrag; …
Auszug aus OLG Hamburg, 27.06.2002 - 6 U 231/01
"Ein Absender, der dem Frachtführer wertvolles Gut übergibt, ohne auf dessen hohen Wert hinzuweisen, muss sich über § 254 BGB ein Mitverschulden dann nicht anrechnen lassen, wenn dem Frachtführer aus der Geschäftsbeziehung bekannt ist, welche Werte zur Beförderung kommen (Abgrenzung zur bisherigen Rechtsprechung des Senats: TranspR 1996, 119; TranspR 2001, 443;… Urt. v. 18.1.2001 - 6 U 276/99).«.
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