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Rechtsprechung
   BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1988,5785
BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86 (https://dejure.org/1988,5785)
BSG, Entscheidung vom 11.02.1988 - 7 RAr 55/86 (https://dejure.org/1988,5785)
BSG, Entscheidung vom 11. Februar 1988 - 7 RAr 55/86 (https://dejure.org/1988,5785)
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Volltextveröffentlichungen (3)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer (Leitsatz)

    Aufhebung eines unrichtig gewordenen Verwaltungsaktes - Atypischer Fall - Ermessensausübung - Volle gerichtliche Überprüfbarkeit

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Verfahrensgang

Papierfundstellen

  • NZA 1988, 707
 
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Wird zitiert von ... (52)Zitiert selbst (13)

  • BSG, 06.11.1985 - 10 RKg 3/84

    Behindertes Kind - Rückwirkende Bewilligung einer Rente - Ablehnung des Antrags …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Das Ermessen erstrecke sich nur auf die Frage, was im Ausnahmefall zu geschehen habe (BSG Urteil vom 24. März 1983 - 10 RKg 17/82 -; Urteil vom 6. November 1985 - 10 RKg 3/84 -; Urteil vom 19. Februar 1986 - 7 RAr 55/84 -), so daß die Beurteilung, ob ein typischer oder atypischer Fall vorliege, der uneingeschränkten gerichtlichen Überprüfung unterliege.

    Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (BSGE 59, 111, 115 = SozR 1300 § 48 Nr. 19;… SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8;… SozR 1300 § 48 Nrn 21, 22, 24, 25;… BSGE 60, 180, 185 = SozR 1300 § 48 Nr. 26;… SozR 1300 § 48 Nr. 30) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl.. BVerwG Buchholz 436.36 § 53 BAföG Nr. 5 und das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil vom 17. September 1987 - 5 C 26.84 -; ebenso die Urteile vom 17. September 1987 - 5 C 19.84, 20.84, 43.84 und 16.86 -) bedeutet das "soll" in § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X, daß der Leistungsträger den Verwaltungsakt in der Regel rückwirkend aufhebt, daß er jedoch in atypischen Fällen hiervon absehen darf.

    Aus diesen Gründen hat es schon der 10. Senat des BSG in seinem grundlegenden Urteil vom 6. November 1985 (BSGE 59, 111 = SozR 1300 § 48 Nr. 19) ausdrücklich abgelehnt, die Frage, ob ein Ausnahmefall vorliegt, als Teil der (nur beschränkt überprüfbaren) Ermessensentscheidung anzusehen.

    Erforderlich für einen atypischen Fall ist, daß die Umstände des Einzelfalles im Hinblick auf die mit der rückwirkenden Aufhebung des Verwaltungsaktes verbundenen Nachteile von den Normalfällen der Tatbestände des § 48 Abs. 1 Satz 2 Nrn. 1 - 4 SGB X signifikant abweichen, so daß der Leistungsempfänger in besondere Bedrängnis gerät (vgl.. BSGE 59, 111, 116 = SozR 1300 § 48 Nr. 19).

  • BSG, 19.02.1986 - 7 RAr 55/84

    Zuerkennung einer Rente - Rente wegen Erwerbsunfähigkeit - Ruhen eines …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Das Ermessen erstrecke sich nur auf die Frage, was im Ausnahmefall zu geschehen habe (BSG Urteil vom 24. März 1983 - 10 RKg 17/82 -; Urteil vom 6. November 1985 - 10 RKg 3/84 -; Urteil vom 19. Februar 1986 - 7 RAr 55/84 -), so daß die Beurteilung, ob ein typischer oder atypischer Fall vorliege, der uneingeschränkten gerichtlichen Überprüfung unterliege.

    Ob der Betroffene Vertrauen in das Handeln der Verwaltung gesetzt hat und setzen durfte, ist bei der Anwendung des § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X zwar nicht völlig unbeachtlich (vgl.. BSG SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8 und SozR 1300 § 48 Nr. 22).

  • BSG, 23.10.1985 - 9a RV 1/84

    Aufhebung eines begünstigenden Verwaltungsaktes - Verwaltungsakt mit Dauerwirkung …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (…BSGE 59, 111, 115 = SozR 1300 § 48 Nr. 19; SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8;… SozR 1300 § 48 Nrn 21, 22, 24, 25;… BSGE 60, 180, 185 = SozR 1300 § 48 Nr. 26;… SozR 1300 § 48 Nr. 30) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl.. BVerwG Buchholz 436.36 § 53 BAföG Nr. 5 und das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil vom 17. September 1987 - 5 C 26.84 -; ebenso die Urteile vom 17. September 1987 - 5 C 19.84, 20.84, 43.84 und 16.86 -) bedeutet das "soll" in § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X, daß der Leistungsträger den Verwaltungsakt in der Regel rückwirkend aufhebt, daß er jedoch in atypischen Fällen hiervon absehen darf.

    Ob der Betroffene Vertrauen in das Handeln der Verwaltung gesetzt hat und setzen durfte, ist bei der Anwendung des § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X zwar nicht völlig unbeachtlich (vgl.. BSG SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8 und SozR 1300 § 48 Nr. 22).

  • GemSOGB, 19.10.1971 - GmS-OGB 3/70

    Voraussetzungen für den Erlass der Gewerbesteuer; Rechte des Generalvertreters …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Der § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X sei nämlich eine sogenannte Koppelungsvorschrift, die der Behörde auf der Rechtsfolgenseite Ermessensfreiheit gewähre, diese Ermächtigung aber nicht an die Erfüllung eindeutig fixierbarer Sachverhaltsvoraussetzungen knüpfe, sondern im Tatbestand einen unbestimmten Rechtsbegriff enthalte, der seinerseits nicht ohne wertende Erwägungen ausgefüllt werden könne (vgl.. Gemeinsamer Senat BVerwGE 39, 355).
  • BSG, 14.11.1985 - 7 RAr 123/84

    Verstoß gegen Verfassungsrecht - Änderung von § 134 AFG - Laufende Leistungsfälle

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Eine Ermessensentscheidung und die erwogenen Gründe können nach Abschluß des Vorverfahrens, also während des gerichtlichen Verfahrens, wohl noch verdeutlicht, nach den Vorschriften der §§ 35 Abs. 1 Satz 2, 41 Abs. 2 SGB X aber nicht mehr nachgeschoben werden, worauf der Senat schon hingewiesen hat (BSGE 59, 157, 172 = SozR 1300 § 45 Nr. 19).
  • BVerwG, 17.09.1987 - 5 C 26.84

    Bafög - Ausbildungsförderung - Bescheidänderung - Rückforderung - Begründung

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (…BSGE 59, 111, 115 = SozR 1300 § 48 Nr. 19;… SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8;… SozR 1300 § 48 Nrn 21, 22, 24, 25;… BSGE 60, 180, 185 = SozR 1300 § 48 Nr. 26;… SozR 1300 § 48 Nr. 30) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl.. BVerwG Buchholz 436.36 § 53 BAföG Nr. 5 und das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil vom 17. September 1987 - 5 C 26.84 -; ebenso die Urteile vom 17. September 1987 - 5 C 19.84, 20.84, 43.84 und 16.86 -) bedeutet das "soll" in § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X, daß der Leistungsträger den Verwaltungsakt in der Regel rückwirkend aufhebt, daß er jedoch in atypischen Fällen hiervon absehen darf.
  • BSG, 13.08.1986 - 7 RAr 33/85

    Rückwirkende Ruhen eines Anspruchs - Ermessensausübung - Aufhebung und …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (…BSGE 59, 111, 115 = SozR 1300 § 48 Nr. 19;… SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8;… SozR 1300 § 48 Nrn 21, 22, 24, 25; BSGE 60, 180, 185 = SozR 1300 § 48 Nr. 26;… SozR 1300 § 48 Nr. 30) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl.. BVerwG Buchholz 436.36 § 53 BAföG Nr. 5 und das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil vom 17. September 1987 - 5 C 26.84 -; ebenso die Urteile vom 17. September 1987 - 5 C 19.84, 20.84, 43.84 und 16.86 -) bedeutet das "soll" in § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X, daß der Leistungsträger den Verwaltungsakt in der Regel rückwirkend aufhebt, daß er jedoch in atypischen Fällen hiervon absehen darf.
  • BSG, 26.11.1986 - 7 RAr 55/85

    Gegenstand eines Verfahrens - Verwaltungsakt - Lohnsteuerklassenwechsel zwischen …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Diese Sondervorschrift für den Steuerklassenwechsel von Eheleuten schließt die Anwendung des Satzes 2 (…BSG SozR 4100 § 113 Nr. 1) und des Satzes 3 (BSGE 61, 45, 53 = SozR 4100 § 113 Nr. 5) von § 113 Abs. 1 AFG aus; sie gilt also auch, wenn Eheleute für ein neues Kalenderjahr eine andere Steuerklassenkombination wählen (…vgl.. BSG a.a.O.), wie das hier für 1983 geschehen ist.
  • BSG, 24.03.1983 - 10 RKg 17/82

    Kindergeld - Verwaltungsakt - Aufhebung eines Verwaltungsaktes - Unbillige Härte

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Das Ermessen erstrecke sich nur auf die Frage, was im Ausnahmefall zu geschehen habe (BSG Urteil vom 24. März 1983 - 10 RKg 17/82 -; Urteil vom 6. November 1985 - 10 RKg 3/84 -; Urteil vom 19. Februar 1986 - 7 RAr 55/84 -), so daß die Beurteilung, ob ein typischer oder atypischer Fall vorliege, der uneingeschränkten gerichtlichen Überprüfung unterliege.
  • BVerwG, 22.01.1987 - 5 C 19.84

    Bafög - Ausbildungsförderung - Weitere Ausbildung - Gehobener nichttechnischer …

    Auszug aus BSG, 11.02.1988 - 7 RAr 55/86
    Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichts (…BSGE 59, 111, 115 = SozR 1300 § 48 Nr. 19;… SozR 1300 Art. 2 § 40 Nr. 8;… SozR 1300 § 48 Nrn 21, 22, 24, 25;… BSGE 60, 180, 185 = SozR 1300 § 48 Nr. 26;… SozR 1300 § 48 Nr. 30) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl.. BVerwG Buchholz 436.36 § 53 BAföG Nr. 5 und das zur Veröffentlichung vorgesehene Urteil vom 17. September 1987 - 5 C 26.84 -; ebenso die Urteile vom 17. September 1987 - 5 C 19.84, 20.84, 43.84 und 16.86 -) bedeutet das "soll" in § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X, daß der Leistungsträger den Verwaltungsakt in der Regel rückwirkend aufhebt, daß er jedoch in atypischen Fällen hiervon absehen darf.
  • BSG, 26.11.1986 - 7 RAr 65/85

    Atypische Überzahlung - Arbeitslosenhilfe - Ermessensentscheidung - Rückforderung …

  • BSG, 24.02.1987 - 11b RAr 35/85

    Unterbliebene Ermessensausübung - Verfahrensmangel - Aufhebungsbescheid - …

  • BSG, 14.08.1980 - 7 RAr 39/79

    Ehegatte eines Arbeitslosen - Beschäftigung - Arbeitsloser

  • BVerwG, 02.07.1992 - 5 C 39.90

    Restermessen der Hauptfürsorgestelle bei außerordentlicher Kündigung eines …

    Das durch eine Soll-Vorschrift eingeräumte Ermessen beschränkt sich grundsätzlich auf die Frage, was im Ausnahmefalle zu geschehen hat; ob ein atypischer Fall vorliegt, der eine solche Ermessensentscheidung ermöglicht und gebietet, ist dagegen als Rechtsvoraussetzung im Rechtsstreit von den Gerichten zu überprüfen und zu entscheiden (vgl. BVerwGE 78, 101 , BSGE 59, 111 sowie BSG, Urteile vom 11. Februar 1988 - 7 RAr 55/86 - und vom 3. Juli 1991 - 9 b RAr 2/90 - ).
  • BSG, 30.06.2016 - B 5 RE 1/15 R

    Rückwirkende Aufhebung eines Verwaltungsaktes (hier: Bewilligung von Zuschüssen …

    Ein Gericht muss, wenn der Leistungsträger einen Regelfall angenommen hat, selbst prüfen, ob ein solcher vorliegt; es darf den angefochtenen Bescheid wegen fehlender Ermessensausübung nur aufheben, wenn die Prüfung einen atypischen Fall ergibt (vgl BSG Urteil vom 11.2.1988 - 7 RAr 55/86 - SozR 1300 § 48 Nr. 44 S 125;… Waschull in Diering/Timme/Waschull aaO § 48 RdNr 55;… Fichte in Knickrehm/Kreikebohm/Waltermann, Kommentar zum Sozialrecht, 4. Aufl 2015, § 48 SGB X RdNr 48). Daher ist es entgegen dem Vorbringen der Beklagten ohne Belang, ob die Klägerin bis zum Abschluss des Widerspruchsverfahrens eine in der Vergangenheit möglicherweise bestehende Sozialhilfebedürftigkeit hinreichend dargetan hat.
  • LSG Berlin-Brandenburg, 05.11.2014 - L 16 R 575/11

    Arbeitseinkommen i.S.v. § 15 SGB IV - Einkünfte aus Kommanditisten-Anteilen - …

    Vielmehr ist dies stets nach dem Sinn und Zweck der jeweiligen Regelung des § 48 Abs. 1 Satz 2 SGB X zu bestimmen und hängt maßgebend von den Umständen des Einzelfalls ab (vgl BSG, Urteil vom 11. Februar 1988 = 7 RAr 55/86 = SozR 1300 § 48 Nr. 44).
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