Rechtsprechung
| BFH, 18.05.1955 - II 97/55 U |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Zulässigkeit von Nachforderungen von Gesellschaftsteuer bis zum Ablauf der Verjährungsfrist - Berufung auf einen Vertrauenstatbestand - Vorliegen einer rechtskräftigen Rechtsmittelentscheidung hinsichtlich desselben Sachverhalts - Konsumierung des Steuertatbestands
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 61, 27
- DB 1955, 642
- BStBl III 1955, 208
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (4)
- RFH, 20.05.1931 - VI A 687/30
Auszug aus BFH, 18.05.1955 - II 97/55 U
Durch § 94 Abs. 4 Satz 2 AO seien die Rechtsmittelbehörden an einer Änderung ihrer Entscheidung gehindert, das Finanzamt aber könne nach den allgemeinen Vorschriften über die Änderungverfahren (Hinweis auf Riewald, AO Anm. 5 zu § 222. Urteil des Reichsfinanzhofs VI A 687/30 vom 20. Mai 1931, Slg. Bd. 29 S. 61).Auch wenn ein Rechtsmittelverfahren vorausgegangen und eine rechtskräftige Entscheidung ergangen ist, ist eine Nachforderung an sich nicht ausgeschlossen, vgl. Urteile des Reichsfinanzhofs VI A 687/30 vom 20. Mai 1931 (Slg. Bd. 29 S. 61) sowie II A 325/36 vom 2. April 1937 (RStBl. 1938 S. 33).
Hier ist durch die erste Rechtsmittelentscheidung der Steuertatbestand in dem ganzen Umfang, wie ihn das Finanzamt kannte, konsumiert (vgl. Urteile des Reichsfinanzhofs V A 1040/29 vom 28. März 1930, Slg. Bd. 26 S. 277; VI A 687/30 vom 20. Mai 1931, Slg. Bd. 29 S. 61 sowie II A 108/32 vom 23. Februar 1933, RStBl. 1933 S. 255).
- RFH, 20.01.1940 - VI a 96/39
Auszug aus BFH, 18.05.1955 - II 97/55 U
Sie wendet sich gegen die Entscheidung des Reichsfinanzhofs VI a 96/39 vom 20. Januar 1940 (Reichssteuerblatt - BStBl. - 1940 S. 190) und gegen das der Bfin.Sie genießen somit als solche nicht den Vertrauensschutz des § 222 AO; Nachforderungen von Gesellschaftsteuer sind infolgedessen gemäß § 223 AO grundsätzlich bis zum Ablauf der Verjährungsfrist zulässig (so die ständige Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs, z.B. Urteile II A 329/25 vom 10. Juli 1925, RStBl. S. 154; II A 88/31 vom 21. April 1931, RStBl. S. 398; II A 325/36 vom 2. April 1937, RStBl. 1938 S. 33; VI a 96/39 vom 20. Januar 1940, Slg. Bd. 48 S. 103 = RStBl. 1940 S. 190; - in Übereinstimmung damit steht auch die herrschende Meinung im Schrifttum -).
- RFH, 25.03.1927 - II A 66/27
Auszug aus BFH, 18.05.1955 - II 97/55 U
Die Nichtzulassung in diesem Falle beruht auf dem allgemein für das Rechtsmittelverfahren geltenden Grundsatz des "ne bis in idem" (vgl. Urteil des Reichsfinanzhofs II A 66/27 vom 25. März 1927, Slg. Bd. 21 S. 85, 88). - RFH, 28.03.1930 - V A 1040/29
Auszug aus BFH, 18.05.1955 - II 97/55 U
Hier ist durch die erste Rechtsmittelentscheidung der Steuertatbestand in dem ganzen Umfang, wie ihn das Finanzamt kannte, konsumiert (vgl. Urteile des Reichsfinanzhofs V A 1040/29 vom 28. März 1930, Slg. Bd. 26 S. 277; VI A 687/30 vom 20. Mai 1931, Slg. Bd. 29 S. 61 sowie II A 108/32 vom 23. Februar 1933, RStBl. 1933 S. 255).
- BFH, 15.10.1968 - II 53/63
Rechtsgrundlage für die Änderung von Gesellschaftssteuerbescheiden zum Nachteil …
§ 6 Abs. 2 Satz 1 KVStDV hat der BFH in seiner vom FG angegriffenen Rechtsprechung als gültig angesehen (vgl. Urteile II 97/55 U vom 18. Mai 1955, BFH 61, 27, BStBl III 1955, 208; II 160/57 U vom 16. Juli 1958, BFH 67, 398, BStBl III 1958, 426; III 260/58 U vom 19. Juli 1961, BFH 73, 471, BStBl III 1961, 438; II 265/59 U vom 14. November 1962, BFH 76, 172, BStBl III 1963, 62). - BFH, 19.07.1961 - II 260/58 U
Nachforderung von Gesellschaftssteuer bei gleichbleibendem Sachverhalt aufgrund …
Das Finanzgericht wendet sich - insbesondere unter Bezugnahme auf seine Ausführungen in dem in "Entscheidungen der Finanzgerichte" 1958 S. 134 veröffentlichten Urteil II 61/56 (1) vom 25. Oktober 1957 - auch gegen die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, nach der Gesellschaftsteuerbescheide nicht den Vertrauensschutz des § 222 AO genießen und daher Nachforderungen von Gesellschafsteuer nach § 223 AO grundsätzlich bis zum Ablauf der Verjährungsfrist zulässig sind (vgl. besonders das Urteil des erkennenden Senats II 97/55 U vom 18. Mai 1955, BStBl 1955 III S. 208, Slg. Bd. 61 S. 27). - BFH, 12.10.1966 - II 36/62
Voraussetzungen für die Rücknahme eines Steuerbescheids - Änderung eines …
Anders ist es erst dann, wenn die Veranlagung des FA durch eine gerichtliche Entscheidung bestätigt worden ist (vgl. BFH-Urteil II 97/55 U vom 18. Mai 1955, BFH 61, 27, BStBl III 1955, 208) und das Gericht zur Sache selbst erkannt hat (BFH-Urteil II 38/62 U vom 30. Juni 1965, BFH 83, 36, BStBl III 1965, 514). - BFH, 30.06.1965 - II 38/62 U
Aufhebung eines unzulässig ergangenen Steuerbescheids
Zwar können nach der insoweit übereinstimmenden Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs und des früheren Reichsfinanzhofs rechtskräftige Entscheidungen der Steuergerichte mit Hilfe des § 222 Abs. 1 Ziff. 3 AO im Ergebnis nicht aufgehoben oder geändert werden, nur weil die Aufsichtsbehörde denselben Sachverhalt rechtlich anders beurteilt als das Steuergericht (vgl. insoweit Urteil des Reichsfinanzhofs II A 66/27 vom 25. März 1927, Slg. Bd. 21 S. 85; Urteile des Bundesfinanzhofs II 97/55 U vom 18. Mai 1955, BStBl 1955 III S. 208, Slg. Bd. 61 S. 27; III 157/54 U vom 30. Juni 1956, BStBl 1956 III S. 216, Slg. Bd. 63 S. 53; II 195/56 U vom 18. September 1957, BStBl 1957 III S. 423, Slg. Bd. 65 S. 495, und III 165/57 U vom 18. April 1958, BStBl 1958 III S. 250, Slg. Bd. 66 S. 654).
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