Rechtsprechung
| BFH, 04.12.1969 - IV 120/64 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- Wolters Kluwer
Änderung eines rechtskräftigen Veranlagungsbescheids aufgrund eines erstmals ergangenen Feststellungsbescheides - Möglichkeit einer nachträglichen getrennten Veranlagung von Ehegatten durch eine Folgeänderung
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig, Leitsatz frei)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Papierfundstellen
- BFHE 98, 310
- BStBl II 1970, 778
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (5)
- BFH, 12.01.1968 - VI R 206/66
Personengesellschaft - Beteiligung zusammenveranlagter Personen - Beteiligung …
Auszug aus BFH, 04.12.1969 - IV 120/64
Es entspricht jedoch ständiger Rechtsprechung, eine Folgeänderung entsprechend § 218 Abs. 4 AO auch dann durchzuführen, wenn nach rechtskräftiger Veranlagung ein Grundlagenbescheid erstmals ergeht (vgl. die im Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - VI R 206/66 vom 12. Januar 1968, Sammlung der Entscheidungen des Bundesfinanzhofs Bd. 91 S. 406 - BFH 91, 406 -, BStBl II 1968, 396, angeführten Entscheidungen).Die Rechtsprechung hat vielmehr zutreffend aus Satz 2 der Nr. 2 des § 26 Abs. 2 EStG 1957 gefolgert, daß eine Folgeberichtigung nach § 218 Abs. 4 AO nur dann wie eine unmittelbare Berichtigung nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 AO zu einer nachträglichen getrennten Veranlagung führt, wenn der die Folgeberichtigung auslösende Grundlagenbescheid nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 berichtigt wurde (vgl. die Urteile des Senats IV 284/59 U vom 3. August 1961, BFH 73, 674, BStBl III 1961, 511, und IV 440/60 S vom 21. September 1961, BFH 73, 847, BStBl III 1961, 574; vgl. ferner zu der synonymen Vorschrift des § 52 a Abs. 1 EStG 1965 betreffend die getrennte Veranlagung von Eltern und Kindern das BFH-Urteil VI R 206/66 vom 12. Januar 1968).
- BVerfG, 17.01.1957 - 1 BvL 4/54
Steuersplitting
Auszug aus BFH, 04.12.1969 - IV 120/64
Der Gesetzgeber sah sich durch die Nichtigerklärung des § 26 EStG a. F. aufgrund des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts 1 BvL 4/54 vom 17. Januar 1957 (Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts Bd. 6 S. 55, BStBl I 1957, 193) vor die Aufgabe gestellt, durch eine sofortige Übergangsregelung die gröbsten Ungerechtigkeiten zu vermeiden. - BFH, 21.09.1961 - IV 440/60 S
Auszug aus BFH, 04.12.1969 - IV 120/64
Die Rechtsprechung hat vielmehr zutreffend aus Satz 2 der Nr. 2 des § 26 Abs. 2 EStG 1957 gefolgert, daß eine Folgeberichtigung nach § 218 Abs. 4 AO nur dann wie eine unmittelbare Berichtigung nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 AO zu einer nachträglichen getrennten Veranlagung führt, wenn der die Folgeberichtigung auslösende Grundlagenbescheid nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 berichtigt wurde (vgl. die Urteile des Senats IV 284/59 U vom 3. August 1961, BFH 73, 674, BStBl III 1961, 511, und IV 440/60 S vom 21. September 1961, BFH 73, 847, BStBl III 1961, 574; vgl. ferner zu der synonymen Vorschrift des § 52 a Abs. 1 EStG 1965 betreffend die getrennte Veranlagung von Eltern und Kindern das BFH-Urteil VI R 206/66 vom 12. Januar 1968). - BFH, 20.03.1959 - VI 315/58 U
Verletzung von Grundrechten durch die Regelung der eingeschränkten …
Auszug aus BFH, 04.12.1969 - IV 120/64
Daß dabei nicht jede Ungereimtheit beseitigt wurde, kann dem Gesetzgeber nicht zum Vorwurf gemacht werden (vgl. BFH-Urteil VI 315/58 U vom 20. März 1959, BFH 68, 570, BStBl III 1959, 218). - BFH, 03.08.1961 - IV 284/59 U
Wiederherstellung eines Einkommensteuerbescheides durch Berichtigungsveranlagung
Auszug aus BFH, 04.12.1969 - IV 120/64
Die Rechtsprechung hat vielmehr zutreffend aus Satz 2 der Nr. 2 des § 26 Abs. 2 EStG 1957 gefolgert, daß eine Folgeberichtigung nach § 218 Abs. 4 AO nur dann wie eine unmittelbare Berichtigung nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 AO zu einer nachträglichen getrennten Veranlagung führt, wenn der die Folgeberichtigung auslösende Grundlagenbescheid nach § 222 Abs. 1 Nr. 1 und 2 berichtigt wurde (vgl. die Urteile des Senats IV 284/59 U vom 3. August 1961, BFH 73, 674, BStBl III 1961, 511, und IV 440/60 S vom 21. September 1961, BFH 73, 847, BStBl III 1961, 574; vgl. ferner zu der synonymen Vorschrift des § 52 a Abs. 1 EStG 1965 betreffend die getrennte Veranlagung von Eltern und Kindern das BFH-Urteil VI R 206/66 vom 12. Januar 1968).
- BFH, 17.05.1978 - I R 50/77
Es ist ernstlich zweifelhaft, ob die in ihrer Höhe von gesondert festzustellenden …
Durch diese Gesetzesfassung wird die schon nach dem RFH-Urteil VI A 1565/30 (vgl. oben II., 1.) für das Einkommensteuergesetz (EStG) 1925 und nach der Rechtsprechung des BFH (Urteil vom 4. Dezember 1969 IV 120/64, BFHE 98, 310, BStBl II 1970, 778) für die Reichsabgabenordnung bestehende Rechtslage ausdrücklich im Gesetz geregelt. - BFH, 29.07.1976 - VIII B 6/75
Berichtigung eines Einkommensteuerbescheides - Finanzamt - Feststellungsbescheid …
Nach der Rechtsprechung des BFH (Hinweis auf das Urteil vom 4. Dezember 1969 IV 120/64, BFHE 98, 310, BStBl II 1970, 778) könne ein Folgebescheid geändert werden, auch wenn der Grundlagenbescheid später ergehe.Das entspricht der ständigen Rechtsprechung des BFH, wonach eine erweiternde Auslegung des § 218 Abs. 2 und 4 AO geboten ist (Entscheidungen vom 6. November 1964 VI 210/63 U, BFHE 81, 147, BStBl III 1965, 52; vom 12. Januar 1968 VI R 206/66, BFHE 91, 406, BStBl II 1968, 396; vom 4. Dezember 1969 IV 120/64, BFHE 98, 310, BStBl II 1970, 778, und vom 29. Oktober 1970 IV 247/64, BFHE 101, 34, BStBl II 1971, 150).
- BFH, 19.10.1978 - IV B 34/77
Grundlagenbescheid - Einkommensteuerbescheid - Einkommensteuererklärung - …
a) Die Vorschrift des § 218 Abs. 4 AO a. F., wonach ein Steuerbescheid, der auf einem Feststellungsbescheid beruht, von Amts wegen zu ändern ist, wenn der Feststellungsbescheid geändert wird, ist nach der ständigen Rechtsprechung des BFH über ihren Wortlaut hinaus dahin zu verstehen, daß sie auch Steuerbescheide erfaßt, die vor Erlaß eines erstmaligen Grundlagenbescheids ergangen sind (vgl. zuletzt Urteile vom 4. Dezember 1969 IV 120/64, BFHE 98, 310, BStBl II 1970, 778; vom 29. Oktober 1970 IV 247/64, BFHE 101, 34, BStBl II 1971, 150; vom 20. April 1978 IV R 83/74, nicht veröffentlicht; Beschluß vom 29. Juli 1976 VIII B 6/75, BFHE 120, 9, BStBl II 1977, 119).Demgemäß heißt es z. B. im BFH-Urteil vom 4. Dezember 1969 IV 120/64 (BFHE 98, 310 [312], BStBl II 1970, 778), die Möglichkeit einer Änderung nach § 218 Abs. 4 AO gelte "insbesondere" (und nicht etwa nur) für Fälle, bei denen sich die Notwendigkeit eines Feststellungsverfahrens erst nachträglich ergebe.
- BFH, 29.10.1970 - IV 247/64
Rechtskräftiger Veranlagungsbescheid - Feststellungsbescheid - Gesonderter …
Der Grundsatz, daß ein rechtskräftiger Veranlagungsbescheid auch auf Grund eines erstmals ergangenen Feststellungsbescheids entsprechend § 218 Abs. 4 AO geändert werden kann (vgl. BFH-Urteil IV 120/64 vom 4. Dezember 1969, BFH 98, 310, BStBl II 1970, 778), gilt auch, wenn erstmals ein gesonderter Gewinnfeststellungsbescheid (§ 6 Abs. 1 der Verordnung über die Zuständigkeit im Besteuerungsverfahren vom 3. Januar 1944, RGBl I 1944, 11) erlassen worden ist.In dem nach Erlaß des angefochtenen FG-Urteils ergangenen Urteil IV 120/64 vom 4. Dezember 1969 (BFH 98, 310, BStBl II 1970, 778) hat der erkennende Senat entschieden, daß er an der ständigen Rechtsprechung des BFH festhält, wonach ein rechtskräftiger Veranlagungsbescheid auch auf Grund eines erstmals ergangenen Feststellungsbescheids entsprechend § 218 Abs. 4 AO geändert werden kann.
- BFH, 28.11.1973 - IV B 33/73
Einheitlicher Gewinnfeststellungsbescheid - Zeitpunkt des Erlasses - Ausscheiden …
Mit Recht weist hier der Kläger darauf hin, daß die Rechtslage dann anders sein kann, wenn das Wohnsitz-FA, ohne die Feststellungsbescheide abzuwarten, die "Folgebescheide" schon vorweggenommen und bei den Einkommensteuerveranlagungen die höheren Verluste bereits berücksichtigt hat, so daß es nun darum geht, daß die Einkommensteuerbescheide nach § 218 Abs. 4 AO auf Grund der erstmaligen Gewinnfeststellungsbescheide geändert werden sollen (über die Zulässigkeit dieses Verfahrens vgl. das Urteil des Senats vom 4. Dezember 1969 IV 120/64, BFHE 98, 310, BStBl II 1970, 778).
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