Rechtsprechung
| OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.1997 - 11 A 12542/96 |
Steinschlaggefahr
Polizeipflichtigkeit, Naturereignisse, Art. 14 GG, latente Gefahr;
§ 37 Abs. 1 VwVfG
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Polizeipflichtigkeit eines Grundstückseigentümers; Zustandsstörer; Naturereignisse; Felssturz; Haftungsbegrenzung
Besprechungen u.ä.
- Alpmann Schmidt | RÜ(Abo oder Einzelheftbestellung) (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Art. 14 GG
Ordnungsrecht - Zustandshaftung und Zurechnungsprobleme: 1. bei Naturereignis
Verfahrensgang
- VG Koblenz, 11.07.1996 - 2 K 4549/95
- OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.1997 - 11 A 12542/96
Papierfundstellen
- NJW 1998, 625
- NVwZ 1998, 308 (Ls.)
- DVBl 1998, 103
- DVBl 1998, 109
- DÖV 1998, 162
Wird zitiert von ... (6) Zitiert selbst (3)
- VGH Bayern, 26.09.1995 - 21 B 95.1527
Die im Zivilrecht zu § 1004 BGB entwickelten Grundsätze sind auf das öffentliche …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.1997 - 11 A 12542/96
Das Polizeirecht kann deshalb - anders als das Zivilrecht - nicht zulassen, daß eine durch Naturereignisse entstandene Gefahr nicht beseitigt wird (so auch BayVGH, Beschluß vom 26.09.1995, BayVBl. 1996, 437, und Beschluß vom 04.03.1997, BayVBl. 1997, 502).Soweit also im Einzelfall die "Opfergrenze" überschritten wird, kann auch im Polizeirecht eine Inanspruchnahme des Zustandstörers ausgeschlossen sein (vgl. BayVGH, Beschluß vom 26.09.1995, BayVBl. 1996, 437, und Beschluß vom 04.03.1997, BayVBl. 1997, 502).
An dieser Auffassung wird festgehalten (ebenso BayVGH, Beschluß vom 26.09.1995, BayVBl. 1996, 437).
- BGH, 12.02.1985 - VI ZR 193/83
Umfang der Verkehrssicherungspflicht von Grundstückseigentümern und …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.1997 - 11 A 12542/96
Dem Hinweis des Klägers auf die im Zivilrecht zu § 1004 BGB entwickelten Grundsätze (vgl. BGH, Urteil vom 12.02.1985, NJW 1985, 1773) folgt der Senat nicht. - BVerwG, 04.10.1985 - 4 C 76.82
Pflicht des Eigentümers - Schadensstiftender Mißbrauch der Sache - Vorsorge gegen …
Auszug aus OVG Rheinland-Pfalz, 01.10.1997 - 11 A 12542/96
Eigentumsbindungen müssen also verhältnismäßig sein und dürfen nicht zu einer übermäßigen Belastung führen und den Eigentümer unzumutbar treffen (…Götz, Allgemeines Polizei- und Ordnungsrecht, 12. Aufl. 1995, Rdnr. 221; vgl. zur Einschränkung der Zustandshaftung auch BVerwG, Urteil vom 04.10.1985, DÖV 1986, 287, und Beschluß vom 14.12.1990, NVwZ 1991, 475).
- VGH Baden-Württemberg, 25.10.2012 - 1 S 1401/11
Störereigenschaft des Eigentümers eines Grundstücks, auf dem die Gefahr eines …
In diesem Sinne hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Fall, in dem Felsgestein von einem Grundstück auf die unterhalb gelegenen Grundstücke zu stürzen drohte, die Inanspruchnahme der bedrohten Grundeigentümer als Zustandsstörer ausgeschlossen (BayVGH, Beschl. v. 26.09.1995 - 21 B 95.1527 - BayVBl. 1996, 437;… bestätigt durch BVerwG, Beschl. v. 31.07.1998 - 1 B 229.97 - a.a.O.; ebenso OVG Rheinl.-Pf., Urt. v. 01.10.1997 - 11 A 12542/96 - NJW 1998, 625;… implizit auch bei Tagesbrüchen OLG Hamm, Urt. v. 26.10.2001 - 11 U 44/01 - ZfB 2002, 216 , ebenso die Vorinstanz: LG Essen, Urt. v. 16.11.2000 - 4 O 494/99 - ZfB 2001, 230;… VG Gelsenkirchen, Urt. v. 03.03.2005 - 8 K 2655/42 - ZfB 2005, 234 ).Dementsprechend wird in der Rechtsprechung bei der Gefahr von Felsstürzen ausschließlich der Eigentümer des Felsgrundstücks als Störer angesehen, nicht jedoch die Eigentümer der gefährdeten Grundstücke (vgl. OVG Rheinl.-Pf., Urt. v. 01.10.1997 - 11 A 12542/96 - NJW 1998, 625 m.w.N.; BayVGH, Beschl. v. 26.09.1995 - 21 B 95.1527 - BayVBl 1996, 437).
- VG Trier, 26.06.2012 - 1 K 387/12
Gebührenpflicht nach Polizeieinsatz wegen entlaufener Ponys
Solche Fälle liegen nur bei einer nicht hinnehmbaren und damit übermäßigen Inanspruchnahme vor (vgl. zu alledem: OVG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 1. Oktober 1997 -11 A 12542/96-, NJW 1998, 625 f.). - VG Ansbach, 01.03.2019 - AN 15 S 18.01380
Sicherheitsrechtliche Anordnung zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners - …
So wird etwa in den sog. Felssturzfällen, bei denen sich Gestein aus einem Grundstück löst und auf die Straße bzw. tiefer liegende Grundstücke herabstürzt, die Unmittelbarkeit zwischen Grundstück und Gefahr bejaht (BayVGH, B.v. 26.9.1995 - 21 B 95.1527 - BayVBl 1996, 437; BVerwG, B.v. 31.7.1998 - 1 B 229-97 - NJW 1999, 231; OVG RLP, U.v. 1.10.1997 - 11 A 12542/96 - NJW 1998, 625).
- VG Düsseldorf, 17.07.2002 - 7 K 1365/00
Ausgestaltung der Überwachung von Betriebsanlagen von Eisenbahnen des Bundes …
Rn. 4 Das mit der Angelegenheit befasste Rechtsamt vertrat die Auffassung, der Eigentümer einer Sache hafte für die von dieser Sache ausgehenden Gefahren nach der ordnungsrechtlichen Rechtsprechung (OVG Koblenz, Urteil vom 1. Oktober 1997, 11 A 12542/96, NJW 1998, 625) auch dann, wenn diese Gefahren auf Naturereignissen beruhten.Rn. 22 Urteil vom 1. Oktober 1997, 11 A 12542/96, NJW 1998, 625,.
- VG Freiburg, 30.11.2010 - 3 K 1259/08
Sperrung am Kahlenberg nach Tagesbruch zu Recht angeordnet
Der Eigentümer hat die Nachteile zu tragen, wie sie sich aufgrund der jeweiligen Gegebenheiten tatsächlich darstellen (vgl. zu diesen Punkten Wolf/Stephan/ Deger, a.a.O., Rn. 4 zu § 7, Würtenberger/Heckmann, a.a.O., Rn. 434, BVerwG, Beschl. v. 31.07.1998 - 1 B 229.97 -, NJW 1999, 231 und OVG Rheinland- Pfalz, Urt. v. 01.10.1997 - 11 A 12542/96 -, DVBl. 1998, 103 ). - VG München, 03.02.2000 - M 17 K 97.3751
Verpflichtung eines Grundstückseigentümers als Zustandsverantwortlicher zur …
(So bereits Beschluss der Kammer v. 23.8.1996 im Eilverfahren M 17 S 96.2573, und Beschluss des BayVGH v. 4.3.1997, BayVBl 1997, 502; ebenso BayVGH, BayVBl 1996, 437 = NuR 1997, 559; OVG Koblenz NJW 1998, 625; Beinhofer/Heimrath, BayVBl 1992, 748).
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Rechtsprechung
| OVG Mecklenburg-Vorpommern, 16.01.1997 - 3 L 94/96 |
Volltextveröffentlichungen (3)
- FIS Money Advice (Volltext/Auszüge)
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
- juris (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Konkursrecht; Gesetzgebungskompetenz; Zustandsverantwortlicher; Konkursverwalter; Gesamtvollstreckungsverwalter; Massenverbindlichkeiten; Ersatzvornahme
Besprechungen u.ä.
- Alpmann Schmidt | RÜ (Fallmäßige Aufbereitung - für Studienzwecke)
Ordnungsrecht
Verfahrensgang
- VG Schwerin, 06.03.1996 - 2 A 22/94
- OVG Mecklenburg-Vorpommern, 16.01.1997 - 3 L 94/96
- OVG Mecklenburg-Vorpommern, 09.09.1997 - 3 L 94/96
- BVerwG, 10.02.1999 - 11 C 9.97
Papierfundstellen
- NJW 1998, 175
- ZIP 1997, 1460
- NJ 1998, 103
- WM 1998, 1548
- DVBl 1998, 103
- DVBl 1998, 98
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (2)
- BVerwG, 13.12.1990 - 5 C 21.88
Ausbildungsförderung und elterliche Unterhaltspflicht
- VGH Baden-Württemberg, 11.12.1990 - 10 S 7/90
Inanspruchnahme des Konkursverwalters als Zustandsstörer zur Beseitigung von …
Auszug aus OVG Mecklenburg-Vorpommern, 16.01.1997 - 3 L 94/96
In gleicher Weise sind wie eine Masseverbindlichkeit die Aufwendungen zu werten, die für eine während des Konkurses durchgeführte Ersatzvornahme entstanden sind (…Kilger/Karsten Schmidt, KO , 16. Aufl. 1993, § 59 Anm. 1 c; anders die herrschende Meinung, z.B. VGH Mannheim, DRsp-ROM Nr. 1992/10581 = DRsp IV (438) 235 a-c = NJW 1992, 64 ).
- VGH Baden-Württemberg, 17.04.2012 - 10 S 3127/11
Zur immissionsschutzrechtlichen Betreiberhaftung des Insolvenzverwalters
Eine solche Pflicht kann auch nicht durch das Insolvenzrecht geschaffen werden (vgl. näher OVG für das Land Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 16.01.1997 - 3 L 94/96 - NJW 1998, 175). - VG Kassel, 14.05.2003 - 7 G 545/03 Bereits vor Inkrafttreten der Insolvenzordnung war es unter Geltung der Gesamtvollstreckungsordnung und der Konkursordnung ganz überwiegende Meinung in der Verwaltungsrechtsprechung, dass die öffentlichrechtlichen Pflichten, die sich auf die Konkursmasse beziehen, auf den Gesamtvollstreckungs- bzw. Konkursverwalter übergehen (vgl. nur BVerwG, Urteil vom 10.02.1999 11 C 9/97; BVerwG, Urteil vom 22.10.1998 7 C 38.97 , DÖV 1999, 303; BVerwG, Urteil vom 20.01.1984 4 C 37.80 NJW 1984, 2427ff.; OVG für Land Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 16.01.1997 3 L 94/96 ; VG Greifswald, Beschluss vom 17.04.2000 5 B 537/00 ; OVG Lüneburg, Urteil vom 20.03.1996 7 L 2062/95 ; VG Leipzig, Urteil vom 31.05.2000 3 K 1872/97 ; VG Potsdam, Beschluss vom 19.12.2001 5 L 259/01 ; differenzierend und teilweise anders VGH Kassel, Beschluss vom 22.10.1999 8 TE 4371 unter Bezugnahme auf Weitemeyer, Insolvenz und Umweltschutz, NVwZ 1997, 533).
Es könnte dann in diesem Zusammenhang auch nicht mehr von echten Ersatzvornahmekosten gesprochen werden, weil die vorzunehmende Handlung nicht auf Kosten des Verantwortlichen, hier des Insolvenzverwalters und damit der Masse, durchgeführt würde (vgl. OVG für das Land Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 16.01.1997 aaO.).
Nach überwiegender Meinung jedoch, der sich die Kammer anschließt, entlastet die Freigabe den Konkurs bzw. Insolvenzverwalter nicht (VG Potsdam, Beschluss vom 19.12.2001 5 L 359/01 ; VG Leipzig, Urteil vom 31.05.2002 3 K 1872/97 ; OVG für Land Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 16.01.1997 3 L 94/96 ; OVG Lüneburg, Urteil vom 20.03.1996 7 L 2062/95 ; BVerwG, Urteil vom 22.10.1998 7 C 38.97 , DÖV 1999, 303).
- OLG Naumburg, 01.03.2000 - 5 U 192/99
Freigabe von Gebäudeeigentum durch den Gesamtvollstreckungsverwalter
Die gegen das Freigaberecht geltend gemachten Einwände laufen denn auch - soweit sie nicht aus dem eingangs dargestellten Liquidationsmodell hergeleitet werden - auf nichts anderes hinaus, als dass die Wiederherstellung der vorkonkurslichen Rechtszuständigkeit durch Freigabe angesichts der besonderen Bedeutung der mit dem freigegebenen Gegenstand verbundenen Ansprüche nicht hinnehmbar sei, weil der Gemeinschuldner nicht nur insolvent, sondern auch der zur Masse gehörigen Vermögensgegenstände entkleidet sei (exemplarisch das obiter dictum des OVG Greifswald ZIP 1997, 1460, 1464, dazu EWiR 1997, 989 (Pape); BVerwG ZIP 1999, 538, 540).Dass insbesondere die masselose Handelsgesellschaft nicht über die Mittel verfügt, Ansprüche zu befriedigen, mag beklagenswert sein, ist jedoch ebenso wie im Fall der Verfahrenseinstellung oder der Abweisung des Insolvenzantrages mangels Masse auch im Fall der Freigabe rechtlich unerheblich und kennzeichnet gerade die Insolvenz (vgl. dazu auch die zutreffenden Ausführungen von Wilmowsky, ZIP 1997, 1445, 1446, zu OVG Greifswald ZIP 1997, 1460).
- VG Frankfurt/Oder, 08.09.1998 - 7 L 283/98
Nachsorgeanordnungen in Form einer Beseitigungsverfügung; Genehmigungsbedürftige …
Kontextvorschau leider nicht verfügbar - VG Leipzig, 31.05.2000 - 3 K 1872/97
Konkurrenz von Abfall- und Bodenschutzrecht
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