Rechtsprechung
| FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19 F |
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Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften - Steuerrechtliche Nichtanerkennung von Gesellschafterdarlehen im Umfang der Beteiligung
In Nachschlagewerken
- smartsteuer.de | Lexikon des Steuerrechts
- Sonderbetriebsvermögen
- Begriff und Bedeutung
- Verträge zwischen Angehörigen
Papierfundstellen
- EFG 2020, 93
Wird zitiert von ... (3) Zitiert selbst (8)
- BFH, 18.05.2004 - IX R 42/01
GbR: Beteiligtenfähigkeit und Klagebefugnis; Zurechnung der Einkünfte
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Steuerrechtlich wird die Gesamthandsgemeinschaft als Bruchteilsgemeinschaft angesehen (Urteil des Bundesfinanzhofs - BFH - vom 18.05.2004 IX R 42/01, Sammlung amtlich nicht veröffentlichter Entscheidungen des BFH - BFH/NV - 2005, 168, unter II.2.a bb, m. w. N.).Der BFH hat die (vollständige) steuerrechtliche Anerkennung von Verträgen zwischen der Gesellschaft und dem Gesellschafter im betrieblichen Bereich nämlich damit gerechtfertigt, dass - anders als im Streitfall - § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO durch § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG verdrängt werde (vgl. BFH-Urteil vom 18.05.2004 IX R 42/01, BFH/NV 2005, 168, unter III.1., m. w. N.).
Die Ausführungen des BFH im Urteil vom 18.11.1980 VIII R 194/78 (BStBl II 1981, 510, unter 1.d), wonach die von einer Vermietungseinkünfte erzielenden Gesellschaft an den darlehensgewährenden Gesellschafter gezahlten Zinsen beim Gesellschafter (wohl in Gänze) Einnahmen aus Kapitalvermögen und bei der Gesellschaft (wohl ebenfalls in Gänze) Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung darstellen, dürfte im Hinblick auf die oben genannten neueren Entscheidungen des BFH zur Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften (BFH-Urteile vom 18.05.2004 IX R 83/00, BStBl II 2004, 898; vom 18.05.2004 IX R 49/02, BStBl II 2004, 929; vom 18.05.2004 IX R 42/01, BFH/NV 2005, 168) nach Meinung des erkennenden Senats überholt sein.
- BFH, 18.05.2004 - IX R 83/00
Mietvertrag zwischen einer GbR und ihrem Gesellschafter
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Rn. 22 bb) Hierzu hat der BFH entschieden, dass ein Mietvertrag zwischen einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und einem Gesellschafter steuerrechtlich nicht anzuerkennen sei, wenn und soweit diesem das Grundstück nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO anteilig zuzurechnen sei, weil in der Nutzung dieses Anteils am Gesamthandsvermögen die Nutzung eines "eigenen" Rechts liege (BFH-Urteil vom 18.05.2004 IX R 83/00, Bundessteuerblatt - BStBl - II 2004, 898, unter II.2.a bb (2), m. w. N.).Die Ausführungen des BFH im Urteil vom 18.11.1980 VIII R 194/78 (BStBl II 1981, 510, unter 1.d), wonach die von einer Vermietungseinkünfte erzielenden Gesellschaft an den darlehensgewährenden Gesellschafter gezahlten Zinsen beim Gesellschafter (wohl in Gänze) Einnahmen aus Kapitalvermögen und bei der Gesellschaft (wohl ebenfalls in Gänze) Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung darstellen, dürfte im Hinblick auf die oben genannten neueren Entscheidungen des BFH zur Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften (BFH-Urteile vom 18.05.2004 IX R 83/00, BStBl II 2004, 898; vom 18.05.2004 IX R 49/02, BStBl II 2004, 929;… vom 18.05.2004 IX R 42/01, BFH/NV 2005, 168) nach Meinung des erkennenden Senats überholt sein.
- BFH, 18.05.2004 - IX R 49/02
Vermietung eines im Miteigentum stehenden Wohnhauses
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Ausführungen des BFH im Urteil vom 18.11.1980 VIII R 194/78 (BStBl II 1981, 510, unter 1.d), wonach die von einer Vermietungseinkünfte erzielenden Gesellschaft an den darlehensgewährenden Gesellschafter gezahlten Zinsen beim Gesellschafter (wohl in Gänze) Einnahmen aus Kapitalvermögen und bei der Gesellschaft (wohl ebenfalls in Gänze) Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung darstellen, dürfte im Hinblick auf die oben genannten neueren Entscheidungen des BFH zur Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften (BFH-Urteile vom 18.05.2004 IX R 83/00, BStBl II 2004, 898; vom 18.05.2004 IX R 49/02, BStBl II 2004, 929;… vom 18.05.2004 IX R 42/01, BFH/NV 2005, 168) nach Meinung des erkennenden Senats überholt sein.
- BFH, 18.11.1980 - VIII R 194/78
Überlassung eines Grundstücks - Einkünfte aus Vermietung - Austauschleistung - …
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Ausführungen des BFH im Urteil vom 18.11.1980 VIII R 194/78 (BStBl II 1981, 510, unter 1.d), wonach die von einer Vermietungseinkünfte erzielenden Gesellschaft an den darlehensgewährenden Gesellschafter gezahlten Zinsen beim Gesellschafter (wohl in Gänze) Einnahmen aus Kapitalvermögen und bei der Gesellschaft (wohl ebenfalls in Gänze) Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung darstellen, dürfte im Hinblick auf die oben genannten neueren Entscheidungen des BFH zur Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften (BFH-Urteile vom 18.05.2004 IX R 83/00, BStBl II 2004, 898; vom 18.05.2004 IX R 49/02, BStBl II 2004, 929;… vom 18.05.2004 IX R 42/01, BFH/NV 2005, 168) nach Meinung des erkennenden Senats überholt sein. - BFH, 07.04.1987 - IX R 103/85
Immobilien-KG - Feststellung von Einkünften - Gesonderte und einheitliche …
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Beigeladene, die mangels Betriebs eines Handelsgewerbes als sogenannte Schein KG, d. h. GbR, zu beurteilen ist (vgl. BFH-Urteil vom 07.04.1987 IX R 103/85, BStBl II 1987, 707, unter 1.a), ist nicht Subjekt der Einkommensteuer; dies sind vielmehr die einzelnen Kommanditisten (…vgl. BFH-Urteil vom 22.08.2007 III R 3/06, BFH/NV 2008, 345, unter II.2.b bb, m. w. N.). - BFH, 22.08.2007 - III R 3/06
InvZul; Einschaltung eines Zwischenmieters
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Beigeladene, die mangels Betriebs eines Handelsgewerbes als sogenannte Schein KG, d. h. GbR, zu beurteilen ist (vgl. BFH-Urteil vom 07.04.1987 IX R 103/85, BStBl II 1987, 707, unter 1.a), ist nicht Subjekt der Einkommensteuer; dies sind vielmehr die einzelnen Kommanditisten (vgl. BFH-Urteil vom 22.08.2007 III R 3/06, BFH/NV 2008, 345, unter II.2.b bb, m. w. N.). - FG Düsseldorf, 23.11.2000 - 10 K 3784/96
Vergütung an Kommanditisten für Grundstücksüberlassung
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Zahlungen der Beigeladenen stellen "Vorab-Einkünfte" der Kläger dar, obwohl die Beigeladene im Streitjahr keinen Überschuss erwirtschaftet hatte (vgl. zum Vorabgewinn im Verlustfall: Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.11.2000 10 K 3784/96 F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2001, 201). - FG Saarland, 17.11.2000 - 1 K 106/99
Sozialversicherungsleistungen eines deutschen Arbeitgebers an einen französischen …
Auszug aus FG Düsseldorf, 08.10.2019 - 13 K 1695/19
Die Zahlungen der Beigeladenen stellen "Vorab-Einkünfte" der Kläger dar, obwohl die Beigeladene im Streitjahr keinen Überschuss erwirtschaftet hatte (vgl. zum Vorabgewinn im Verlustfall: Finanzgericht Düsseldorf, Urteil vom 23.11.2000 10 K 3784/96 F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2001, 201).
- FG München, 18.03.2021 - 10 K 2756/19
Darlehenszinsen aus Gesellschafterdarlehen
Rn. 26 e) Dieser Auffassung hat sich das Finanzgericht (FG) Düsseldorf in seiner Entscheidung vom 8. Oktober 2019 13 K 1695/19 F (Entscheidungen der Finanzgerichte - EFG - 2020, 93) angeschlossen.Rn. 28 f) Der Senat folgt der vom FG Düsseldorf in seiner Entscheidung in EFG 2020, 93 und von Teilen der Finanzverwaltung vertretenen Auffassung.
Der Senat schließt sich aber auch insoweit der Auffassung des FG Düsseldorf in EFG 2020, 93 an, wonach diese Ausführungen durch die jüngeren Entscheidungen des BFH zur Bruchteilsbetrachtung bei vermögensverwaltenden Personengesellschaften (z.B. BFH-Urteile in BFHE 206, 162, BStBl II 2004, 898; vom 18. Mai 2004 IX R 49/02, BFHE 206, 168, BStBl II 2004, 929 und in BFHE 221, 1, BStBl II 2008, 679) überholt worden sind.
- BFH, 27.11.2024 - I R 19/21
Steuerrechtliche Behandlung eines einer vermögensverwaltenden …
In diesem Umfang ist die schuldrechtlich wirksame Vereinbarung steuerrechtlich nicht anzuerkennen mit der Folge, dass entsprechende Zinsen beim Darlehensnehmer keine abzugsfähigen Werbungskosten darstellen und beim Darlehensgeber nicht zu den Einnahmen aus Kapitalvermögen im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG zählen (ebenso FG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019 - 13 K 1695/19 F, EFG 2020, 93; FG Münster, Urteil vom 26.08.2021 - 8 K 2860/19 F, EFG 2021, 1712; Graw in Desens [Hrsg.], Transparente Besteuerung und Steuersubjektivität, Deutsche Steuerjuristische Gesellschaft --DStJG-- Bd. 46, 2024, 179, 190; Stenert in Westermann/Wertenbruch, Handbuch der Personengesellschaften, § 1 Rz 17; Weiß in Zugmaier/Nöcker/Weiß, § 39 AO Rz 95; s.a. Oberfinanzdirektion Düsseldorf vom 07.01.2016, Deutsches Steuerrecht --DStR-- 2016, 755).Soweit sich die Klägerin auf die Ausführungen in dem BFH-Urteil vom 18.11.1980 - VIII R 194/78 (BFHE 132, 522, BStBl II 1981, 510, unter 1.d) beruft, nach denen ein zwischen einem Gemeinschafter (Gesellschafter) und der Gemeinschaft (Gesellschaft) vereinbartes Darlehen steuerrechtlich anzuerkennen sei und von der Gemeinschaft (Gesellschaft) gezahlte Darlehenszinsen unter den weiteren Voraussetzungen der §§ 9, 21 EStG Werbungskosten darstellen würden, übersieht sie, dass diese Ausführungen nicht nur durch die neuere BFH-Rechtsprechung überholt sind (s. FG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019 - 13 K 1695/19 F, EFG 2020, 93), sondern auch, dass der dort entschiedene Streitfall die Jahre 1966 bis 1970 betraf, sodass noch die Reichsabgabenordnung anzuwenden war; die Abgabenordnung und damit auch § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO traten erst mit Wirkung zum 01.01.1977 in Kraft (s. § 415 Abs. 1 AO 1977).
- FG Münster, 26.08.2021 - 8 K 2860/19
Kürzung von Zinsaufwendungen einer vermögensverwaltenden Gesellschaft …
Die endgültige steuerliche Belastung der Gesellschafter im Zeitraum bis zur Tilgung der Darlehen hätte sich nicht geändert, wenn die AfA von den Gesellschaftern als Sonderwerbungskosten geltend gemacht worden wäre (FG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019, 13 K 1695/19 F, EFG 2020, 93, nachgehend BFH, Einstellungsbeschluss vom 02.03.2020, IX R 35/19, n.v.).Rn. 46 In der Konstellation des Streitfalls, in dem die Gesellschafter ihrer Gesellschaft jeweils ein Darlehen gewähren, kann dieses Darlehen ebenfalls nur in Höhe ihrer Beteiligung anerkannt werden (FG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019, 13 K 1695/19 F, EFG 2020, Weiss, EStB 2016, 59; Weiss EStB 2019, 119;… Pfirrmann in: Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 21 EStG, Rn. 23;… BeckOK AO/Brühl, § 39 Rn. 506 f.;… Blümich/Schallmoser, EStG/KStG/GewStG, § 21 EStG Rn. 82; 93; OFD NRW vom 07.01.2016, DB 2016, 80; unklar BFH, Urteil vom 18.11.1980, VIII R 194/78, BStBl II 1981, 510).
Zugleich wird auch die im Zuge der Darlehensvereinbarung begründete Verbindlichkeit als negatives Wirtschaftsgut nach § 39 Abs. 2 Nr. 2 AO zugerechnet, sodass er, quotal in Höhe seiner Beteiligung, auch eine Schuld gegenüber sich selbst begründet (FG Düsseldorf, Urteil vom 08.10.2019, 13 K 1695/19 F, EFG 2020, 93).
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