Rechtsprechung
| OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09 |
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- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei) (Leitsatz)
Verfassungrechtliche Bedenken bei Übernahme von Prozesskosten in einem Vergleich durch den Beklagen bei Haftung einer Partei und vorheriger Bewilligung von Prozesskostenhilfe
Papierfundstellen
- FamRZ 2011, 1752
Wird zitiert von ... (5) Zitiert selbst (6)
- BVerfG, 28.06.2000 - 1 BvR 741/00
Umfang der Kostentragungspflicht einer bedürftigen Partei
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
Auch eine verfassungskonforme Auslegung scheidet vor dem Hintergrund der dargestellten Entstehungsgeschichte und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 28.06.2000 (1 BvR 741/00 = NJW 2000, 3271), nach welcher die Ungleichbehandlung von Entscheidungs- und Übernahmeschuldners keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet, aus (hierzu auch BGH NJW 2004, 366).a) Verfassungsrechtliche Bedenken ergeben sich allerdings nicht bereits daraus, dass Übernahmeschuldner kostenrechtlich schlechter stehen als Entscheidungsschuldner (BVerfG NJW 2000, 3271; NJW 1979, 2608).
Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 28.06.2000 (1 BvR 741/00 = NJW 2000, 3271) steht der Vorlage nicht entgegen, weil eine Prüfung unter den hier angeführten Gesichtspunkten noch nicht erfolgt ist.
- BVerfG, 23.06.1999 - 1 BvR 984/89
Zur Kostenerstattungspflicht eines Beklagten, dem Prozeßkostenhilfe gewährt …
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
Denn der Gesetzgeber hat bewusst davon abgesehen, die vom Bundesverfassungsgericht (Beschluss vom 23.06.1999 - 1 BvR 984/89 = NJW 1999, 3186 = FamRZ 2000, 474) geforderte Regelung für Entscheidungsschuldner auf diejenigen Fälle auszudehnen, in denen die Prozesskostenhilfepartei die Gerichtskostenhaftung im Rahmen eines Vergleichs übernimmt.Die Konstellation entspricht insoweit derjenigen, die auch der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 23.06.1999 (1 BvR 984/89 = NJW 1999, 3186 = FamRZ 2000, 474, dort für Entscheidungsschuldner) zugrunde lag.
- BGH, 23.10.2003 - III ZB 11/03
Festsetzung von Gerichtskosten aufgrund eines Vergleichs bei Bewilligung von PKH …
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
Auch eine verfassungskonforme Auslegung scheidet vor dem Hintergrund der dargestellten Entstehungsgeschichte und der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 28.06.2000 (1 BvR 741/00 = NJW 2000, 3271), nach welcher die Ungleichbehandlung von Entscheidungs- und Übernahmeschuldners keinen verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet, aus (hierzu auch BGH NJW 2004, 366).Dieses Verständnis der Regelungen mit den geschilderten Konsequenzen entspricht der überwiegenden Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum (siehe nur BGH NJW 2004, 366; OLG Koblenz MDR 2008, 473; OLG Düsseldorf JurBüro 2007, 153;… Hartmann, Kostengesetze, 41. Aufl., § 31 GKG RdNr. 23;… Zöller/Geimer, ZPO, 28. Aufl., § 123 RdNr. 6-7).
- BVerfG, 13.06.1979 - 1 BvL 97/78
Verfassungsmäßigkeit der Kostenhaftung trotz Prozeßkostenhilfe bei im …
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
a) Verfassungsrechtliche Bedenken ergeben sich allerdings nicht bereits daraus, dass Übernahmeschuldner kostenrechtlich schlechter stehen als Entscheidungsschuldner (BVerfG NJW 2000, 3271; NJW 1979, 2608). - OLG Koblenz, 27.12.2007 - 14 W 876/07
Anteilige Festsetzung der Gerichtskosten gegenüber einer PKH-Partei bei …
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
Dieses Verständnis der Regelungen mit den geschilderten Konsequenzen entspricht der überwiegenden Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum (siehe nur BGH NJW 2004, 366; OLG Koblenz MDR 2008, 473; OLG Düsseldorf JurBüro 2007, 153;… Hartmann, Kostengesetze, 41. Aufl., § 31 GKG RdNr. 23;… Zöller/Geimer, ZPO, 28. Aufl., § 123 RdNr. 6-7). - OLG Düsseldorf, 05.10.2006 - 10 W 86/06
Keine Erstreckung der Kostenfreiheit des Vollstreckungsgläubigers gemäß § 2 Abs. …
Auszug aus OLG Rostock, 06.06.2011 - 10 UF 118/09
Dieses Verständnis der Regelungen mit den geschilderten Konsequenzen entspricht der überwiegenden Auffassung in Rechtsprechung und Schrifttum (siehe nur BGH NJW 2004, 366; OLG Koblenz MDR 2008, 473; OLG Düsseldorf JurBüro 2007, 153;… Hartmann, Kostengesetze, 41. Aufl., § 31 GKG RdNr. 23;… Zöller/Geimer, ZPO, 28. Aufl., § 123 RdNr. 6-7).
- AG Bad Segeberg, 24.11.2014 - 17 C 22/13
Erinnerung gegen Kostenfestsetzungsbeschluss: Vorrangige Entscheidung über die …
Die Bestimmung des § 31 Abs. 3 Satz 1 GKG i.d.F. des Zweiten Gesetzes zur Modernisierung der Justiz vom 22. Dezember 2006 ist weder direkt noch analog anwendbar, wenn einem Übernahmeschuldner Prozesskostenhilfe bewilligt worden ist (Anschluss an OLG Düsseldorf, Beschluss vom 21. Januar 2010, I-10 W 124/09, AG kompakt 2010, 57; OLG Düsseldorf, Beschluss vom 2. März 2006, I-24 W 10/06, JurBüro 2007, 153; OLG Hamburg, Beschluss vom 24. Juli 2012, 4 W 64/12; OLG Hamm, Beschluss vom 11. Mai 2012, I-25 W 9/12NJW-RR 2012, 1150; OLG Koblenz, Beschluss vom 27. Dezember 2007, 14 W 876/07, FamRZ 2008, 1204; OLG Naumburg, Beschluss vom 27. Juni 2013, 10 W 25/13, NJW-RR 2014, 189; OLG Rostock, Beschluss vom 6. Juni 2011, 10 UF 118/09, FamRZ 2011, 1752; OLG Saarbrücken, Beschluss vom 29. Oktober 2009, 6 WF 105/09, AGS 2009, 596; OLG Schleswig, Beschluss vom 11. Juli 2005, 15 WF 202/05, SchlHA 2007, 38; OLG Zweibrücken, Beschluss vom 2. Februar 2010, 4 W 2/10, MDR 2010, 595; LG Hamburg, Beschluss vom 26. Juni 2012, 332 O 195/11; AG Koblenz, Beschluss vom 11. März 2011, 134 C 2216/10, FamRZ 2011, 1324; AG Leipzig, Beschluss vom 14. Mai 2008, 335 F 1441/06, FamRZ 2009, 243).Gegen die Beschränkung des § 31 Abs. 3 GKG auf Entscheidungsschuldner bestehen auch insoweit keine verfassungsrechtlichen Bedenken, als der Gegner einer klagenden bedürftigen Partei anders als der Gegner einer bedürftigen beklagten Partei regelmäßig nicht Zweitschuldner ist (entgegen OLG Rostock, Beschluss vom 6. Juni 2011, 10 UF 118/09, FamRZ 2011, 1752; Anschluss an OLG Naumburg, Beschluss vom 27. Juni 2013, 10 W 25/13, NJW-RR 2014, 189).
Auch unter Geltung des § 31 Abs. 3 GKG geht die herrschende Meinung daher davon aus, dass die Norm auf den Übernahmeschuldner weder direkt noch analog anwendbar ist (…OLG Düsseldorf, Beschl. v. 21.01.2010 - I-10 W 124/09, juris Rn. 2 f.;… OLG Düsseldorf, Beschl. v. 02.03.2006 - I-24 W 10/06, JurBüro 2007, 153, juris Rn. 2;… OLG Hamburg, Beschl. v. 24.07.2012 - 4 W 64/12, juris Rn. 3; OLG Hamm, Beschl. v. 11.05.2012 - I-25 W 9/12, NJW-RR 2012, 1150, 1151;… OLG Koblenz, Beschl. v. 27.12.2007 - 14 W 876/07, MDR 2008, 473, juris Rn. 4;… OLG Naumburg, Beschl. v. 27.06.2013 - 10 W 25/13, NJW-RR 2014, 189, juris Rn. 8; OLG Rostock, Beschl. v. 06.06.2011 - 10 UF 118/09, FamRZ 2011, 1752, juris Rn. 10 f.;… OLG Saarbrücken, Beschl. v. 29.10.2009 - 6 WF 105/09, AGS 2009, 596, juris Rn. 6; OLG Schleswig, Beschl. v. 11.07.2005 - 15 WF 202/05, OLGR 2006, 32;… OLG Zweibrücken, Beschl. v. 02.02.2010 - 4 W 2/10, MDR 2010, 595, juris Rn. 10;… LG Hamburg, Beschl. v. 26.06.2012 - 332 O 195/11, juris Rn. 21; AG Koblenz, Beschl. v. 11.03.2011 - 134 C 2216/10, juris;… AG Leipzig, Beschl. v. 14.05.2008 - 335 F 1441/06, FamRZ 2009, 243, juris Rn. 5 f.;… Binz/Dörndorfer/Petzold/Zimmermann, GKG, 2. Aufl. 2009, § 31 Rn. 6;… Musielak/Fischer, ZPO, 10. Aufl. 2013, § 123 Rn. 5;… Zöller/Geimer, ZPO, 30. Aufl. 2014, § 123 Rn. 6 f.; Fölsch, SchlHA 2013, 2, 3 f.;… Hartmann, Kostengesetze, 43. Aufl. 2013, § 31 GKG Rn. 23;… BeckOK-ZPO/Kratz, Ed. 10, § 123 Rn. 3; Schneider/Thiel, NJW 2013, 3222; Wiese, NJW 2012, 3126, 3127;… Prütting/Gehrlein/Zempel/Völker, ZPO, 6. Aufl. 2014, § 123 Rn. 4;… Zimmermann, ZPO, 9. Aufl. 2011, § 123 Rn. 3;… widersprüchlich MünchKomm-ZPO/Motzer, 4. Aufl. 2013, § 122 Rn. 22 a.E. mit Fn. 48, § 123 Rn. 5).
Die sich nach der bis zum 31.07.2013 geltenden Rechtslage ergebende Schutzlücke beruht indes auf einer bewussten Entscheidung des Gesetzgebers und kann daher auch nur von diesem und nicht durch die Gerichte im Analogiewege geschlossen werden (…zutreffend OLG Hamburg, Beschl. v. 24.07.2012 - 4 W 64/12, juris Rn. 3; OLG Rostock, Beschl. v. 06.06.2011 - 10 UF 118/09, FamRZ 2011, 1752, juris Rn. 11;… OLG Zweibrücken, Beschl. v. 02.02.2010 - 4 W 2/10, MDR 2010, 595, juris Rn. 10; Wiese, NJW 2012, 3126, 3127).
Rn. 35 Soweit die Auffassung vertreten wird, die Beschränkung des § 31 Abs. 3 GKG auf Entscheidungsschuldner führe insoweit zu einer gegen Art. 3 Abs. 1 GG verstoßenden Ungleichbehandlung, als der Gegner einer klagenden bedürftigen Partei regelmäßig nicht Zweitschuldner sei und insoweit die das Verfahren veranlassende bedürftige Partei weiterhin von den durch sie verursachten Kosten freigestellt bleibe, wohingegen der Gegner einer bedürftigen beklagten Partei als Veranlassungsschuldner Zweitschuldner sei, so dass die Kostenprivilegierung der bedürftigen beklagten Partei über § 123 ZPO entfalle (so OLG Rostock, Beschl. v. 06.06.2011 - 10 UF 118/09, FamRZ 2011, 1752, juris Rn. 18 ff.), kann dem nicht gefolgt werden (…ebenso OLG Naumburg, Beschl. v. 27.06.2013 - 10 W 25/13, NJW-RR 2014, 189, juris Rn. 10;… BeckOK-ZPO/Kratz, Ed. 14, § 123 Rn. 3.1).
- OLG Naumburg, 27.06.2013 - 10 W 25/13
Kostenausgleichung: Kostenregress nach Vergleich mit vereinbarter Kostenaufhebung …
Rn. 10 Der Senat teilt auch nicht die Auffassung des OLG Rostock (Beschluss vom 06.06.2011, 10 UF 118/09, zitiert nach juris, veröffentlicht u.a.: FamRZ 2011, 1752), die Regelungen in § 22 Abs. 1 S. 1 GKG i.V.m. § 31 Abs. 3 S. 1 GKG sei verfassungswidrig, soweit sie den Kostenansatz von Gerichtskosten, welche auf einen bedürftigen Übernahmeschuldner entfallen, gegenüber dem Zweitschuldner zulassen. - OLG Frankfurt, 20.09.2011 - 3 WF 100/11
Prozesskostenhilfe: Keine Übernahmehaftung der berechtigten Partei bei Vergleich
Entsprechendes gilt für die Entscheidungen des OLG Koblenz vom 28.01.2004 (MDR 2004, 472), des OLG Düsseldorf vom 21.01.2010 (10 W 124/09) und des OLG Rostock vom 06.06.2011 (10 UF 118/09; Vorlage an das BVerfG). - OLG Koblenz, 10.05.2012 - 13 UF 792/10
Verfahrenskostenhilfe: Verfassungsmäßigkeit der Haftung des …
- OLG Frankfurt, 17.10.2011 - 6 UF 166/10 In neuerer Zeit hat das Oberlandesgericht Rostock (Beschluss vom 06.06.2011 - 10 UF 118/09) die unterschiedliche Behandlung von mittellosen Übernahmeschuldnern und mittellosen Entscheidungsschuldnern als verfassungswidrig angesehen und die Sache dem Bundesverfassungsgericht gemäß Art. 100 Abs. 1 GG vorgelegt.
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