Rechtsprechung
| BDH, 21.12.1954 - I D 178/53 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Strafgerichtliche Verurteilung eines Beamten wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in Tateinheit mit gewinnsüchtigem Verwahrungsbruch - Entfernung eines sich nicht mehr im Dienst befindenden Beamten i.R.e. Disziplinarverfahrens
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Wird zitiert von ... (11) Zitiert selbst (7)
- BGH, 18.03.1952 - GSSt 2/51
Bewußtsein der Rechtswidrigkeit
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in Strafsachen (Beschluß des Großen Senats vom 18. März 1952, NJW 1952 S. 593 ff) stehe dem nicht entgegen, denn danach sei entscheidend, daß der Täter zwar nicht in rechtstechnischer Beurteilung, aber doch in einer seiner Gedankenwelt entsprechenden, allgemeinen Wertung das Unrechtmäßige der Tat erkannt habe oder bei gehöriger Gewissensanspannung habe erkennen können.Diese weitere, in der Rechtsprechung der Disziplinargerichte seit jeher und zwar allgemein geforderte Voraussetzung findet ihr Gegenstück im Strafrecht in dem Bewußtsein der Rechtswidrigkeit, d.h. nach der sogenannten Schuldtheorie dem Bewußtsein, Unrecht zu tun, das als selbständiges Schuldelement neben dem Vorsatz neuerdings in der Rechtsprechung der Strafgerichte anerkannt worden ist (z.B. BGHSt 2 S. 194 ff, besonders S. 208/9 = NJW 1952 S. 593).
- BGH, 30.04.1953 - III ZR 226/51
Beamtenansprüche in Hessen
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Hierin vor allem kommt die Sonderstellung des Beamtenverhältnisses gegenüber anderen Dienst- oder Arbeitsverhältnissen zum Ausdruck (vgl. Pr. OVG 98 S 261/65, BGHZ 9 S 322/28; Alfred Weber "Die Wandlung" 1949 S 332/36). - BVerfG, 17.12.1953 - 1 BvR 147/52
Alle Beamtenverhältnisse sind am 8. Mai 1945 erloschen
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Das Bundesverfassungsgericht hat zwar in den Gründen seines Urteils vom 17. Dezember 1953 - BvR 147/52 - (BVerfGE 3 S. 58 ff [BVerfG 17.12.1953 - 1 BvR 147/52]) zu beiden Punkten eine andere Auffassung vertreten.
- BGH, 20.05.1954 - GSZ 6/53
Bindung an Urteile des Bundesverfassungsgerichts
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Hieran sieht sich der Senat jedoch - ebenso wie bereits der Bundesgerichtshof im Vorlagebeschluß vom 20. Mai 1954 (BGHZ 13, 265 = ZBR 1954 S. 242 ff; vgl. auch BGH vom 27. September 1954, NJW 1954 S. 1805 [BGH 27.09.1954 - III ZR 92/52]) - nicht gebunden, weil aus § 31 Abs. 1 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht vom 12, März 1951 (BGBl. I S. 243) eine Bindung an rechtliche Auffassungen in den Gründen, die zudem Fragen des Beamten- und nicht des Verfassungsrechtes betreffen (Urteil d. BVerwG vom 30. Oktober 1954 - II C 96/54 -), nicht herzuleiten ist. - BGH, 05.07.1954 - III ZR 30/53
Gesetz zu Art. 131 GrundG
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Das Gesetz verlieh den hier in Betracht kommenden amtlos gewordenen Beamten, die am 8. Mai 1945 bei Dienststellen der Bahnverwaltung im Bundesgebiet im öffentlichen Dienst standen, soweit sie bei Inkrafttreten des Gesetzes zu Artikel 131 GG noch nicht entsprechend ihrer früheren Rechtsstellung wieder untergebracht waren, mit Wirkung von diesem Zeitpunkt gemäß § 62 den Rechtsstand von Beamten zur Wiederverwendung unter gewisser Beschneidung der früheren Rechte, weil auch der Beamte nicht ohne Einbußen aus dem Zusammenbruch hervorgehen konnte (vgl. BGHZ 14, 138, NJW 1954 S. 1481 ff [BGH 05.07.1954 - III ZR 30/53]). - BGH, 27.09.1954 - III ZR 92/52
Art. 131 GrundG. Kriegsgefangene Beamte
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Hieran sieht sich der Senat jedoch - ebenso wie bereits der Bundesgerichtshof im Vorlagebeschluß vom 20. Mai 1954 (BGHZ 13, 265 = ZBR 1954 S. 242 ff; vgl. auch BGH vom 27. September 1954, NJW 1954 S. 1805 [BGH 27.09.1954 - III ZR 92/52]) - nicht gebunden, weil aus § 31 Abs. 1 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht vom 12, März 1951 (BGBl. I S. 243) eine Bindung an rechtliche Auffassungen in den Gründen, die zudem Fragen des Beamten- und nicht des Verfassungsrechtes betreffen (Urteil d. BVerwG vom 30. Oktober 1954 - II C 96/54 -), nicht herzuleiten ist. - BDH, 12.11.1953 - II D 54/53
Auszug aus BDH, 21.12.1954 - I D 178/53
Der Senat vertritt vielmehr auch weiterhin die bereits in den Urteilen des Dienststrafhofs beim Personalamt des Vereinigten Wirtschaftsgebiets vom 24. Mai 1949 (Deutsche Verwaltung 1949 S. 464 ff) und vom 30. Mai 1949 (…aaO S. 497) entwickelte Auffassung, daß die Beamtenverhältnisse nach dem 8. Mai 1945 fortbestanden und die Entlassungen durch die Militärregierungen nur die Wirkung einer Suspension gehabt haben, wie dies auch schon der Zweite Senat in seinem Urteil vom 12. November 1953 -II D 54/53 - (ZBR 1.954 S, 88) angenommen hat.
- BDH, 19.09.1956 - II D 102/55
Rechtsmittel
Der Bundesdisziplinarhof habe zwar in seinem Urteil vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - die Meinung vertreten, daß die früheren Beamtenverhältnisse mit Kriegsende nicht erloschen seien, sondern weiterbestanden hätten.Dieser vertritt vielmehr in ständiger Rechtsprechung die Meinung, daß die nach dieser Vorschrift eingeleiteten Verfahren echte Disziplinarverfahren sind und Dienstvergehen im Sinne des Beamtenrechts betreffen (Urteile vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - BDH 1, 55 - vom 17. September 1954 - II D 130/53 - und vom 12. Januar 1955 - II D 64/54 -).
Ein Irrtum des Beamten über das Bestehen seines Beamtenverhältnisses ist daher für die Feststellung eines Dienstvergehens ebenso unerheblich wie für die Disziplinarverfolgung selbst (Urteil vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - BDH 1, 55).
- BDH, 18.09.1956 - II D 108/55
Rechtsmittel
Dieser vertritt vielmehr in ständiger Rechtsprechung die Meinung, daß die nach dieser Vorschrift eingeleiteten Verfahren echte Disziplinarverfahren sind und Dienstvergehen im Sinne des Beamtenrechts betreffen (Urteile vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - BDH 1, 55; vom 17. September 1954 - II D 130/53 - und vom 12. Januar 1955 - II D 64/54 -).Ein Irrtum des Beamten über das Bestehen seines Beamtenverhältnisses ist daher für die Feststellung eines Dienstvergehens ebenso unerheblich wie für die Disziplinarverfolgung selbst (Urteil vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - BDH 1, 55).
- BDH, 24.02.1955 - I D 153/53
Fortführung des Verfahrens zur Aberkennung von Rechten zur Entfernung eines …
Die Senate des Bundesdisziplinarhofs haben sich jedoch an die Auffassung des Bundesverfassungsgerichts, das sämtliche Beamtenverhältnisse mit dem 8. Mai 1945 erloschen seien, nicht für gebunden erachtet, weil die Bindungsvorschrift des § 31 Abs. 1 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht vom 12. März 1951 (BGBl. I S. 243) nicht auch die Entscheidungsgründe erfasse, und sie haben ferner in ständiger Rechtsprechung und in Übereinstimmung mit dem Vorlagebeschluß des Bundesgerichtshofs vom 20. Mai 1954 (DVBl. 1954 S. 569 u. NJW 1954 S. 1073) die Auffassung von dem Erlöschen der Beamtenverhältnisse am 8. Mai 1945 abgelehnt und in Übereinstimmung mit den Entscheidungen des Dienststrafhofs beim Personalamt des Vereinigten Wirtschaftsgebietes vom 24. und 30. Mai 1949 (Deutsche Verwaltung 1948/49 Seite 464 ff, 497 ff) in der "Entlassung" eines Beamten auf Anordnung der Militärregierung nach dem 8. Mai 1949 nur eine Amtssuspension unter rechtlichem Fortbestand des Beamtenverhältnisses erblickt (I D 178/53, II D 64/54, III D 24 und 29/54), eine rechtliche Beurteilung, die auch dem Regelungsgesetz zugrunde liegt.Wie der Senat in seiner Entscheidung vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - bereits ausgeführt hat, ist das nach § 9 des Regelungsgesetzes eingeleitete förmliche Disziplinarverfahren nicht wesensverschieden von einem gemäß § 28 BDO eingeleiteten.
- BDH, 07.06.1961 - I D 55/60
Eintritt eines Beamten in die SED und in den FDGB als Dienstpflichtverletzung - …
Dies folgt aus der Erwägung, daß ein nach § 9 G 131 eingeleitetes förmliches Disziplinarverfahren nicht wesensverschieden von einem gemäß § 28 BDO eingeleiteten ist (Urteil v. 21. Dezember 1954 - I D 178/53 -, BDH 1, 55). - BDH, 13.03.1959 - I D 40/57
Rechtsmittel
Der Senat hat bereits in seinem Urteil vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - (…BDH 1, S. 55) entgegen der Ansicht des Bundesverfassungsgerichts im Urteil vom 17. Dezember 1953 - BvR 147/52 - (BVerfGE 3 S. 58 ff) ausgeführt, daß die Beamtenrechte nach dem 8. Mai 1945 fortbestanden und die Entlassung durch die Militärregierung nur die Wirkung einer Suspension gehabt habe. - BDH, 26.09.1957 - III D 134/55
Rechtsmittel
(Vgl. das grundlegende Urteil des Ersten Senats des erkennenden Gerichtshofs vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - BDH 1 S. 55 ff insbesondere S. 59). - BDH, 29.05.1956 - I D 37/55
Rechtsmittel
In seinem Urteil I D 178/53 vom 21. Dezember 1954 (BDH 1, 55; ZBR 1955, 150; DÖV 1955, 300; ebenso III D 116/54 vom 23. Februar 1956) hat der Senat u.a. zu einer Entscheidung der Bundesdisziplinarkammer München bereits ausgeführt, daß es sich bei den Verfahren nach § 9 um echte förmliche Disziplinarverfahren handelt (vgl. auch Dienststrafhof Baden-Württemberg Urteil vom 1. Juli 1955 ZBR 1956, 196). - BDH, 24.02.1956 - III D 6/55
Rechtsmittel
Daß das Dienstverhältnis des Beschuldigten nach dem Zusammenbruch im Zuge der Neuordnung des öffentlichen Rechts eine Wandlung erfahren hat und dieser zeitweilig im Arbeiter- und Angestelltenverhältnis tätig war, ist von keinem Einfluß auf das Dienstvergehen; denn auch in dieser Zeit hat der Beschuldigte nicht aufgehört als Angehöriger des Personenkreises und durch G 131 Beamter, wenn auch nur zur Wiederverwendung, zu sein, (siehe BDH Entscheidung vom 21. Dezember 1954 I D 178/53), und als Beamter unterlag er weiter den besonderen Pflichten, die das Gesetz für die Beamten begründet hat. - BDH, 24.02.1956 - III D 152/54
Rechtsmittel
Bei diesem Verfahren nach § 9 des Gesetzes zu Art. 131 GG in Verbindung mit § 5 der 4. DVO zu diesem Gesetz handelt es sich im übrigen, wie der Bundesdisziplinarhof in seiner grundlegenden Entscheidung vom 21. Dezember 1954 - I D 178/53 - ausgeführt hat, um ein regelrechtes Disziplinarverfahren und nicht, wie in dem angefochtenen Urteil angenommen ist, um eine Art Ausleseverfahren. - BDH, 13.01.1956 - II D 9/55
Rechtsmittel
Die Entlassung auf Anweisung der amerikanischen Militärregierung im Oktober 1945 hatte nur die Bedeutung einer Suspension, konnte aber das Beamtenverhältnis des Beschuldigten als Reichsbahninspektor rechtlich nicht beenden, ebensowenig wie der Zusammenbruch des Jahres 1945 die Beamtenverhältnisse zum Erlöschen gebracht hatte (Urteil-BDH-I D 178/53 vom 21. Dezember 1954). - BDH, 16.12.1955 - I D 7/55
Rechtsmittel
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