Rechtsprechung
| BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Wolters Kluwer
Versorgung der Angehörigen der früheren Geheimen Staatspolizei (Gestapo) - Begriff der Dienststelle - Unterbrechung eines Dienstverhältnisses durch Kriegseinsatz - Anspruch der Angehörigen der früheren Gestapo auf Gleichbehandlung - Verfassungsmäßigkeit einer ...
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- OVG Nordrhein-Westfalen, 29.11.1957 - VI A 865.56 LVG Düsseldorf
- BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Wird zitiert von ... (4) Zitiert selbst (13)
- BVerwG, 13.04.1956 - II C 129.53
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits früher für die Anwendung des § 1 Abs. 1 Nr. 1 G 131 entschieden, daß ein Beamter am 8. Mai 1945 "bei" derjenigen Dienststelle in einem "Dienstverhältnis" stand, zu deren Stammpersonal er gehörte, bei der er insbesondere eine Planstelle hatte (BVerwG, Urteil vom 13. April 1956 - BVerwG II C 129.53 - Beschluß vom 31. Juli 1957 - BVerwG VI B 55.66 - mit Hinweis auf BGHZ 19, 294;… ebenso Anders, Gesetz zu Art. 131 GG 3. Aufl. S. 34 Erl. 5 Abs. 2 zu § 1).An die Ausführungen des Bundesverfassungsgerichts ist der Senat nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. Urteile vom 13. April 1956 - BVerwG II C 129.53 - veröff.
in NJW 1956, 1121 [BVerwG 13.04.1956 - II C 129/53] , vom 22. November 1957 - BVerwG VII C 69.57 - und vom 17. Januar 1958 - BVerwG VII C 72.57 - veröff.
- BVerfG, 19.02.1957 - 1 BvR 357/52
Gestapo
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
In Anlehnung an das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 6, 132 [217]) vertritt der Senat die Meinung, daß der Bundesgesetzgeber die frühere Geheime Staatspolizei generell von den Rechten nach Kapitel I des Gesetzes zu Art. 131 GG ausschließen wollte, weil die generelle Berücksichtigung dieser Personengruppe - deren Aufgaben, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat, "in ihrem wesentlichen Kern mit den schlimmsten Willkür- und Unrechtsmaßnahmen des nationalsozialistischen Staates besonders eng verbunden waren" und deren Verfahren "Unrechts- und Willkürcharakter" trug - dem Geist der geltenden Verfassungsordnung widersprochen hätte, von der Art. 131 GG selbst ein Teil ist.Das Bundesverfassungsgericht (BVerfGE 6, 132) hat die Grundgesetzmäßigkeit der Regelung des § 3 Nr. 4 G 131, vor allem ihre Vereinbarkeit mit dem Gleichheitsgrundsatz, bejaht.
- BVerfG, 17.12.1953 - 1 BvR 323/51
Angestelltenverhältnisse
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Im übrigen bietet Art. 3 des Grundgesetzes nicht die Möglichkeit, eine gesetzliche Vorschrift daraufhin zu prüfen, ob dabei die im einzelnen zweckmäßigste oder gerechteste Regelung gefunden worden ist; insbesondere kommt es nicht darauf an, ob etwa eine andere Regelung gerechter gewesen wäre und dem Gleichheitsgrundsatz noch besser entsprochen hätte (BVerwGE 3, 145 [149] im Anschluß an BVerfGE 3, 162).
- BVerwG, 03.12.1954 - II C 114.53
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Im Hinblick auf den Zweck des zu Artikel 131 des Grundgesetzes erlassenen Bundesgesetzes, die durch den Zusammenbruch (8. Mai 1945) regelungsbedürftig gewordenen Rechtsverhältnisse des in Art. 131 GG angesprochenen Personenkreises rechtsbegründend und fürsorgerisch neu zu ordnen (BVerwGE 1, 251 [253]; 1, 255 [258/259]; 2, 10 [11, 15]; 4, 339 [342]), erscheint die Beschränkung der Regelung des § 3 Nr. 4 G 131 auf diejenigen Dienstangehörigen, die am 8. Mai 1945 bei einer Dienststelle der früheren Geheimen Staatspolizei in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis standen, weder willkürlich noch sachfremd, sondern angemessen und zweckmäßig. - BVerwG, 22.11.1957 - VII C 69.57
Kern des kommunalen Selbstverwaltungsrechts
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
in NJW 1956, 1121 [BVerwG 13.04.1956 - II C 129/53] , vom 22. November 1957 - BVerwG VII C 69.57 - und vom 17. Januar 1958 - BVerwG VII C 72.57 - veröff. - BVerwG, 03.12.1954 - II C 201.53
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Im Hinblick auf den Zweck des zu Artikel 131 des Grundgesetzes erlassenen Bundesgesetzes, die durch den Zusammenbruch (8. Mai 1945) regelungsbedürftig gewordenen Rechtsverhältnisse des in Art. 131 GG angesprochenen Personenkreises rechtsbegründend und fürsorgerisch neu zu ordnen (BVerwGE 1, 251 [253]; 1, 255 [258/259]; 2, 10 [11, 15]; 4, 339 [342]), erscheint die Beschränkung der Regelung des § 3 Nr. 4 G 131 auf diejenigen Dienstangehörigen, die am 8. Mai 1945 bei einer Dienststelle der früheren Geheimen Staatspolizei in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis standen, weder willkürlich noch sachfremd, sondern angemessen und zweckmäßig. - BVerwG, 15.02.1956 - II C 129.54
Erstinstanzliche Zuständigkeit des Verwaltungsgerichtshofs für Baden-Württemberg …
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Im übrigen bietet Art. 3 des Grundgesetzes nicht die Möglichkeit, eine gesetzliche Vorschrift daraufhin zu prüfen, ob dabei die im einzelnen zweckmäßigste oder gerechteste Regelung gefunden worden ist; insbesondere kommt es nicht darauf an, ob etwa eine andere Regelung gerechter gewesen wäre und dem Gleichheitsgrundsatz noch besser entsprochen hätte (BVerwGE 3, 145 [149] im Anschluß an BVerfGE 3, 162). - BVerwG, 17.01.1958 - VII C 30.57
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts verletzt eine unterschiedliche gesetzliche Behandlung, für die ein vernünftiger, rechtlich vertretbarer und - im Hinblick auf den Zweck einer Rechtsvorschrift - nicht sachfremder Grund zu finden ist, den Gleichheitsgrundsatz nicht (vgl. BVerwGE 6, 134 [143] m. Verweisungen). - BVerwG, 10.12.1954 - II C 33.53
Rechtsmittel
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Im Hinblick auf den Zweck des zu Artikel 131 des Grundgesetzes erlassenen Bundesgesetzes, die durch den Zusammenbruch (8. Mai 1945) regelungsbedürftig gewordenen Rechtsverhältnisse des in Art. 131 GG angesprochenen Personenkreises rechtsbegründend und fürsorgerisch neu zu ordnen (BVerwGE 1, 251 [253]; 1, 255 [258/259]; 2, 10 [11, 15]; 4, 339 [342]), erscheint die Beschränkung der Regelung des § 3 Nr. 4 G 131 auf diejenigen Dienstangehörigen, die am 8. Mai 1945 bei einer Dienststelle der früheren Geheimen Staatspolizei in einem Dienst- oder Arbeitsverhältnis standen, weder willkürlich noch sachfremd, sondern angemessen und zweckmäßig. - BGH, 19.12.1955 - III ZR 190/54
Zugehörigkeit des Beamten zur Dienststelle
Auszug aus BVerwG, 11.09.1958 - II C 13.58
Das Bundesverwaltungsgericht hat bereits früher für die Anwendung des § 1 Abs. 1 Nr. 1 G 131 entschieden, daß ein Beamter am 8. Mai 1945 "bei" derjenigen Dienststelle in einem "Dienstverhältnis" stand, zu deren Stammpersonal er gehörte, bei der er insbesondere eine Planstelle hatte (BVerwG, Urteil vom 13. April 1956 - BVerwG II C 129.53 - Beschluß vom 31. Juli 1957 - BVerwG VI B 55.66 - mit Hinweis auf BGHZ 19, 294;… ebenso Anders, Gesetz zu Art. 131 GG 3. Aufl. S. 34 Erl. 5 Abs. 2 zu § 1). - BVerwG, 31.01.1958 - VI B 224.57
Rechtsmittel
- BVerwG, 13.03.1957 - VI C 59.56
- BVerwG, 17.01.1958 - VII C 72.57
Beschränkung der auf einen Kreistagswahlkreis höchstens entfallenden Sitzzahl …
- BVerwG, 26.02.1963 - II B 51.61
Zulässigkeit und Begründetheit einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der …
Daß der Kläger noch am 8. Mai 1945 in einem Dienstverhältnis bei einer Dienststelle der früheren Geheimen Staatspolizei stand, ergibt sich schließlich aus der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, daß ein Dienstverhältnis im Sinne des § 3 Nr. 4 G 131 als ein auf die Dauer angelegtes Beschäftigungsverhältnis nicht schon durch eine erkennbare kriegsbedingte, vorläufige oder vorübergehende Zwischen- oder Ausweichverwendung oder sonstige Beschäftigung eines Bediensteten der früheren Geheimen Staatspolizei bei einer Dienststelle außerhab dieser Einrichtung, sondern nur durch einen Vorgang beendet werden konnte, der die Dauerbeschäftigung dieses Bediensteten bei der früheren Geheimen Staatspolizei endgültig abschloß (BVerwGE 7, 228 [230]; Urteile vom 11. September 1958 - BVerwG II C 13.58 -, Buchholz BVerwG 234, § 3 G 131 Nr. 3 [S. 24/25], vom 11. September 1958 - BVerwG II C 387.57 -, Buchholz BVerwG 234, § 3 G 131 Nr. 4 [S. 28], vom 11. September 1958 - BVerwG II C 239.57 -, Buchholz BVerwG 234, § 3 G 131 Nr. 6 [S. 40] und vom 16. Dezember 1958 - BVerwG II C 236.57 -, Buchholz BVerwG 234, § 3 G 131 Nr. 16 [S. 70]). - BVerwG, 10.03.1964 - II C 113.60
Bestehen von Rechten nach dem Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der …
Auch kommt es nicht darauf an, ob der Kläger nur dem Verwaltungs-, also nicht dem Vollzugsdienst angehörte (vgl. Urteil des Senatsvom 11. September 1958 - BVerwG II C 13.58 -). - BVerwG, 10.02.1960 - VI C 128.58
Rechtsmittel
Wie das Bundesverwaltungsgericht in gleichgelagerten Fällen des Kriegseinsatzes von Gestapobeamten bei Dienststellen der Sicherheitspolizei in den besetzten Gebieten (vgl.Urteile vom 11. September 1958 - BVerwG II C 13.58 - und - BVerwG II C 384.57 -, Buchholz BVerwG, 234, § 3 G 131 Nr. 3 und 4) bereits ausgesprochen hat, trägt die Feststellung des Berufungsgerichts, daß der Kläger im September 1943 zur Deutschen Sicherheitspolizei in Dänemark abgeordnet worden ist, die Entscheidung, daß sein Dienstverhältnis bei der Staatspolizeileitstelle in Hamburg von dieser kriegsbedingten Maßnahme unberührt blieb, also bis zum 8. Mai 1945 fortbestand. - BVerwG, 22.02.1960 - VI B 65.59
Rechtsmittel
Schließlich kommt es, wie das Berufungsgericht zutreffend ausgeführt hat, für die Anwendung des § 3 Nr. 4 G 131 nicht auf die Art der Tätigkeit des Betroffenen bei der früheren Geheimen Staatspolizei an (vgl.Urteile vom 11. September 1958 - BVerwG II C 122.57 - Buchholz BVerwG, 234, § 3 G 131 Nr. 1; - BVerwG II C 13.58 - Buchholz BVerwG, 234, § 3 G 131 Nr. 3 und - BVerwG II C 384.57 - Buchholz BVerwG, 234, § 3 G 131 Nr. 4).
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