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Rechtsprechung
   BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87   

Zitiervorschläge
https://dejure.org/1988,1532
BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87 (https://dejure.org/1988,1532)
BGH, Entscheidung vom 05.05.1988 - III ZR 116/87 (https://dejure.org/1988,1532)
BGH, Entscheidung vom 05. Mai 1988 - III ZR 116/87 (https://dejure.org/1988,1532)
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Graugänse

Enteignender Eingriff, Sonderopfer, Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren, Situationsgebundenheit, Leitbild 'vernünftiger und einsichtiger Eigentümer', § 254 BGB

Volltextveröffentlichungen (5)

Kurzfassungen/Presse

  • Wolters Kluwer (Leitsatz)

    Graugänse - Artenschutz - Entschädigung - Landwirtschaftliche Nutzung

Papierfundstellen

  • MDR 1988, 1033
  • NVwZ 1988, 1066
  • VersR 1988, 1022
 
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Wird zitiert von ... (26)Zitiert selbst (21)

  • BGH, 22.05.1984 - III ZR 18/83

    Vorrang der Belange einer land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    den Abschuß zu niedrig festsetzt, sich nicht mehr im Rahmen der Bestimmung des Waldeigentums (Art. 14 I 2 GG) hält, sondern enteignungsgleich in das Eigentum am Wald eingreift (BGHZ 91, 243 (253) = NJW 1984, 2216).

    Als Ausdruck der Sozialpflichtigkeit des Eigentums (Art. 14 II GG) hat er Wildschaden auf seinem Eigentum in gewissem Umfang entschädigungslos hinzunehmen (BGHZ 91, 243 (261, 262) = NJW 1984, 2216; Leonhardt, BJagdG, Erl.

    Ansonsten kommt der gesetzlich verankerte Vorrang dieser Nutzungsarten gegenüber der Hege (dazu BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216) nicht zum Zuge.

    Wildschäden, die trotz dieses ökonomisch und ökologisch ausgeglichenen Zustandes eintreten, stellen sich danach, soweit nicht § 29 BJagdG und die nach § 29 IV BJagdG erlassenen Landesgesetze ihre Erstattung vorsehen, grundsätzlich als Ausdruck der Sozialbindung dar (so schon Senatsurt. vom 19.12.1968 - III ZR 125/66 nicht veröffentl. und BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216; vgl. auch VG Würzburg, in: Prützel, Jagdrechtl. Entsch. III, SG IX Nr. 35).

    b) Vermag der Kl. den Beweis adäquater Verursachung zu führen, so kann - entgegen der Auffassung der Revision - nicht zweifelhaft sein, daß die vom Kl. angeführten Beeinträchtigungen seines landwirtschaftlichen Betriebes, der als eingerichteter und ausgeübter Gewerbebetrieb den Schutz des Art. 14 I 1 GG genießt (BGHZ 67, 190 = NJW 1977, 189) sich als notwendige, aus der Eigenart der hoheitlichen Maßnahme folgende Nachteile darstellen, wie dies nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats Voraussetzung für die Unmittelbarkeit des hoheitlichen Eingriffs ist (…vgl. zuletzt BGHZ 100, 355 = NJW 1987, 2573 = NVwZ 1987, 1020 L = BGHR GG vor Art. 1 enteignender Eingriff Sicherstellung 1; s. im Zusammenhang mit Wildschäden BGH, NJW 1980, 770 = VersR 1980, 266; BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216).

    Auf diesen Zusammenhang hat der Senat in seinem Urteil vom 22.5.1984 (BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2116) bereits hingewiesen.

  • BGH, 26.01.1984 - III ZR 216/82

    Anwendbarkeit von § 254 BGB auf Enteignung

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    Von Bedeutung hierfür sind in der Regel die bisherige Nutzung und der Umstand, ob die Benutzungsart in der Vergangenheit schon verwirklicht war (vgl. BGHZ 87, 66; = NJW 1983, 1657; BGHZ 90, 4 = NJW 1984, 1172; BGHZ 90, 17 = NJW 1984, 1169; Krohn-Löwisch, Rdnrn. 86 ff.;… Nüßgens-Boujong, Rdnr. 198).

    Darin kann ein Mitverschulden liegen (vgl. BGHZ 90, 17 (31 ff.) = NJW 1984, 1169).

    Hinsichtlich dieses Schadens fehlt es an dem Ursachenzusammenhang zwischen dem Unterlassen des Antrags und den eingetretenen Nachteilen (BGHZ 90, 17 (33) = NJW 1984, 1169).

  • BGH, 09.04.1987 - III ZR 3/86

    Schadensersatzansprüche des Eigentümers eines als Beweismittel beschlagnahmten …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    hat (vgl. BGHZ 28, 310 = NJW 1959, 384; BGHZ 37, 44 = NJW 1962, 1439; BGHZ 80, 111 = NJW 1981, 2114; BGHZ 100, 355 = NJW 1987, 2573 = NVwZ 1987, 1020 L = BGHR GG vor Art. 1 /enteignenderEingriff Sicherstellung 1).

    b) Vermag der Kl. den Beweis adäquater Verursachung zu führen, so kann - entgegen der Auffassung der Revision - nicht zweifelhaft sein, daß die vom Kl. angeführten Beeinträchtigungen seines landwirtschaftlichen Betriebes, der als eingerichteter und ausgeübter Gewerbebetrieb den Schutz des Art. 14 I 1 GG genießt (BGHZ 67, 190 = NJW 1977, 189) sich als notwendige, aus der Eigenart der hoheitlichen Maßnahme folgende Nachteile darstellen, wie dies nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats Voraussetzung für die Unmittelbarkeit des hoheitlichen Eingriffs ist (vgl. zuletzt BGHZ 100, 355 = NJW 1987, 2573 = NVwZ 1987, 1020 L = BGHR GG vor Art. 1 enteignender Eingriff Sicherstellung 1; s. im Zusammenhang mit Wildschäden BGH, NJW 1980, 770 = VersR 1980, 266; BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216).

  • BGH, 29.03.1984 - III ZR 11/83

    Umfang der Entschädigung für übermäßige Geruchsbelästigungen durch eine …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    zu - meist atypischen und unvorhergesehenen - Nebenfolgen und Nachteilen führt, die die Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren übersteigen (Senatsurteil BGHZ 91, 20 (26) = NJW 1984, 1876, dort auch zum Fortbestand der Rechtsfigur des enteignenden Eingriffs;… Krohn-Löwisch, Eigentumsgarantie, Enteignung, Entschädigung, 3. Aufl., Rdnr. 236;… Nüßgens/Boujong, Eigentum, Sozialbindung, Enteignung, 1987, Rdnr. 449 m. w. Nachw.).

    Ein Entschädigungsanspruch wegen enteignenden (wie auch enteignungsgleichen) Eingriffs setzt aber weiter voraus, daß dem Eigentümer durch den Eingriff ein Sonderopfer auferlegt worden ist, das die Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren überschreitet (BGHZ 91, 20 (26 f.) = NJW 1984, 1876;… Krohn-Löwisch, Rdnr. 236;… Nüßgens-Boujong, Rdnr. 449).

  • BGH, 09.12.1968 - III ZR 125/66

    Schutzzweck der allgemeinen Hegevorschriften und Abschussvorschriften der …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    Wildschäden, die trotz dieses ökonomisch und ökologisch ausgeglichenen Zustandes eintreten, stellen sich danach, soweit nicht § 29 BJagdG und die nach § 29 IV BJagdG erlassenen Landesgesetze ihre Erstattung vorsehen, grundsätzlich als Ausdruck der Sozialbindung dar (so schon Senatsurt. vom 19.12.1968 - III ZR 125/66 nicht veröffentl. und BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216; vgl. auch VG Würzburg, in: Prützel, Jagdrechtl. Entsch. III, SG IX Nr. 35).

    Die Sozialpflichtigkeit des Eigentums konkretisieren die jagdrechtlichen Bestimmungen auch noch dahin, daß der Jagdausübungsberechtigte, der Eigentümer und der Nutzungsberechtigte gehalten sind, sich drohender Wildschäden mit eigenen Kräften und auf eigene Kosten zu erwehren (Senatsurt. vom 9.12.1968; - III ZR 125/66 BGHZ 62, 265 = NJW 1974, 1240;… Mitzschke-Schäfer, BJagdG § 26 Rdnr. 7; Leonhardt, BJagdG, Erl. § 1 BJagdG Anm. 16;… Linnenkohl, aaO, Erl. zu § 26; Drees, Wild- und Jagdschaden, Einf., S. 4; Nachtwey, NdsJagdR, S. 108).

  • BGH, 25.03.1980 - VI ZR 61/79

    Berücksichtigung des Mitverschuldens bei Erlaß eines Grundurteils

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    Nach der Rechtsprechung ist dies zweckmäßig (vgl. etwa BGH, VersR 1970, 1049; BGH, WM 1975, 948 und BGHZ 76, 397 = NJW 1980, 1579 = VersR 1980, 740 m. w. Nachw.).
  • BGH, 13.12.1979 - III ZR 95/78

    Anforderungen an Entschädigungsanspruch wegen enteignendem Eingriff; Eingriff …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    b) Vermag der Kl. den Beweis adäquater Verursachung zu führen, so kann - entgegen der Auffassung der Revision - nicht zweifelhaft sein, daß die vom Kl. angeführten Beeinträchtigungen seines landwirtschaftlichen Betriebes, der als eingerichteter und ausgeübter Gewerbebetrieb den Schutz des Art. 14 I 1 GG genießt (BGHZ 67, 190 = NJW 1977, 189) sich als notwendige, aus der Eigenart der hoheitlichen Maßnahme folgende Nachteile darstellen, wie dies nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats Voraussetzung für die Unmittelbarkeit des hoheitlichen Eingriffs ist (…vgl. zuletzt BGHZ 100, 355 = NJW 1987, 2573 = NVwZ 1987, 1020 L = BGHR GG vor Art. 1 enteignender Eingriff Sicherstellung 1; s. im Zusammenhang mit Wildschäden BGH, NJW 1980, 770 = VersR 1980, 266; BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216).
  • BGH, 03.03.1983 - III ZR 93/81

    Entschädigung für eine Teilenteignung wegen Verlustes der Kiesabbaumöglichkeit …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    Von Bedeutung hierfür sind in der Regel die bisherige Nutzung und der Umstand, ob die Benutzungsart in der Vergangenheit schon verwirklicht war (vgl. BGHZ 87, 66; = NJW 1983, 1657; BGHZ 90, 4 = NJW 1984, 1172; BGHZ 90, 17 = NJW 1984, 1169; Krohn-Löwisch, Rdnrn. 86 ff.;… Nüßgens-Boujong, Rdnr. 198).
  • BGH, 26.01.1984 - III ZR 179/82

    Rechtsfolgen der Versagung einer wasserrechtlichen Planfeststellung; …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    Von Bedeutung hierfür sind in der Regel die bisherige Nutzung und der Umstand, ob die Benutzungsart in der Vergangenheit schon verwirklicht war (vgl. BGHZ 87, 66; = NJW 1983, 1657; BGHZ 90, 4 = NJW 1984, 1172; BGHZ 90, 17 = NJW 1984, 1169; Krohn-Löwisch, Rdnrn. 86 ff.;… Nüßgens-Boujong, Rdnr. 198).
  • BGH, 30.09.1976 - III ZR 149/75

    Voraussetzungen für die Geltndmachung eines sog. Resthofschadens; Anrechnung von …

    Auszug aus BGH, 05.05.1988 - III ZR 116/87
    b) Vermag der Kl. den Beweis adäquater Verursachung zu führen, so kann - entgegen der Auffassung der Revision - nicht zweifelhaft sein, daß die vom Kl. angeführten Beeinträchtigungen seines landwirtschaftlichen Betriebes, der als eingerichteter und ausgeübter Gewerbebetrieb den Schutz des Art. 14 I 1 GG genießt (BGHZ 67, 190 = NJW 1977, 189) sich als notwendige, aus der Eigenart der hoheitlichen Maßnahme folgende Nachteile darstellen, wie dies nach der gefestigten Rechtsprechung des Senats Voraussetzung für die Unmittelbarkeit des hoheitlichen Eingriffs ist (…vgl. zuletzt BGHZ 100, 355 = NJW 1987, 2573 = NVwZ 1987, 1020 L = BGHR GG vor Art. 1 enteignender Eingriff Sicherstellung 1; s. im Zusammenhang mit Wildschäden BGH, NJW 1980, 770 = VersR 1980, 266; BGHZ 91, 243 = NJW 1984, 2216).
  • BGH, 13.06.1975 - V ZR 171/73

    Beurteilung der Entbehrlichkeit einer Nachfristsetzung - Zumutbarkeit des …

  • BGH, 09.07.1970 - III ZR 112/67

    Haftungsverteilung bei Auffahren eines von einem fahruntauglichen Fahrer …

  • BGH, 28.06.1984 - III ZR 35/83

    Drittbezogenheit von Amtspflichten einer Gemeinde im Planaufstellungsverfahren; …

  • BGH, 29.03.1971 - III ZR 110/68

    Untätigbleiben des Gesetzgebers als Enteignung

  • BGH, 25.01.1971 - III ZR 208/68

    Wasserrohrbruch - Enteignungsgleicher Eingriff, Unmittelbarkeit, § 836 BGB; …

  • BGH, 15.03.1962 - III ZR 211/60

    Entschädigungsanspruch nach Enteignungsgrundsätzen bei durch militärische …

  • BGH, 10.07.1980 - III ZR 160/78

    Reklamefahrten

  • BGH, 05.03.1981 - III ZR 9/80

    Enteignende Wirkung von Hochwasserschutzmaßnahmen

  • BGH, 22.04.1974 - III ZR 21/72

    Wildtauben - § 823 BGB, zu Schadenersatzansprüchen des Grundstücksberechtigen …

  • BGH, 05.12.1985 - III ZR 154/84

    Amtshaftung und enteignungsgleicher Eingriff wegen Untersagung des Abbaus von …

  • BGH, 10.11.1958 - III ZR 118/57

    Traktorunfall bei Heranziehung zu Spanndiensten

  • BGH, 14.03.2013 - III ZR 253/12

    Enteignender Eingriff: Entschädigungsanspruch des Vermieters für Schäden der …

    Ob in diesem Sinn eine hoheitliche Maßnahme die Schwelle des enteignungsrechtlich Zumutbaren überschreitet oder sich noch als Ausdruck der Sozialbindung des Eigentums begreifen lässt, kann nur aufgrund einer umfassenden Beurteilung der Umstände des Einzelfalls entschieden werden (vgl. Senat, Urteil vom 5. Mai 1988 - III ZR 116/87, VersR 1988, 1022, 1023).
  • BVerwG, 21.09.2000 - 2 C 5.99

    Verfahrensmangel, Darlegungsanforderungen an die Revisionsbegründung; Besetzung …

    Es fehlt bereits an einem haftungsbegründenden hoheitlichen unmittelbaren Eingriff des Beklagten in eine geschützte Rechtsposition der Kläger (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 1988 - III ZR 116/87 - NVwZ 1988, 1066 m.w.N.).

    Davon abgesehen fehlt es an dem auch hier erforderlichen Nachweis eines adäquaten Kausalzusammenhangs (vgl. BGH, Urteil vom 5. Mai 1988, a.a.O. m.w.N.).

  • BVerwG, 14.04.2005 - 3 C 31.04

    Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaft; ethischer Tierschutz; Rechtsprechung …

    Diese Ziele genügen einerseits dem Verfassungsauftrag zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen (Art. 20a GG), der die Erhaltung von Fauna und Flora zum Ziel hat (…s. Epiney in v. Mangoldt/Klein/Starck, a.a.O., Art. 20a Rn. 19); zum anderen werden sie - im Hinblick auf die Verhütung unzumutbarer Wildschäden - durch das Eigentumsgrundrecht Dritter legitimiert (vgl. BGH, Urteil vom 05. Mai 1988, NVwZ 1988, 1066, 1067, wonach die Pflicht zur Aufstellung und Durchsetzung von Abschussplänen nach § 21 BJagdG auch dem Schutz des Eigentums der Waldbesitzer dient).
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