Rechtsprechung
| LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12 |
Volltextveröffentlichungen (7)
- openjur.de
- Entscheidungsdatenbank Berlin
§ 40 Abs 1 S 1 SGB 2, § 44 Abs 1 S 1 SGB 10, § 44 Abs 4 S 1 SGB 10, § 20 Abs 1 SGB 10, § 51 VwVfG
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Überprüfungsantrag - Antrag auf Überprüfung sämtlicher Bescheide der letzten Jahre auf ihre Rechtmäßigkeit - Konkretisierung des Überprüfungsbegehrens erst im Rahmen der Klagebegründung - Entscheidungsdatenbank Brandenburg
§ 20 SGB 10, § 40 Abs 1 S 1 SGB 2, § 44 SGB 10
Pauschales Überprüfungsbegehren - Prüfungsumfang - Überprüfung sämtlicher Bescheide seit dem 1. Januar 2006 - Überprüfung eines Verfügungsaktes - Mitwirkungsobliegenheiten - nachgeholte Mitwirkung im Klageverfahren
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo)
SGB X § 20; SGB II § 40 Abs. 1 S. 1; SGB X § 44
Pauschales Überprüfungsbegehren; Prüfungsumfang; Überprüfung sämtlicher Bescheide seit dem 1. Januar 2006; Überprüfung eines Verfügungsaktes; Mitwirkungsobliegenheiten; nachgeholte Mitwirkung im Klageverfahren - Wolters Kluwer(Abodienst, Leitsatz/Tenor frei)
- datenbank.nwb.de(kostenpflichtig)
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- SG Berlin, 08.02.2012 - S 29 AS 1014/11
- SG Cottbus, 08.02.2012 - S 29 AS 1014/11
- LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
- BSG, 16.07.2014 - B 14 AS 28/13 R
Wird zitiert von ... (2) Zitiert selbst (20)
- BSG, 14.03.2012 - B 4 AS 239/11 B
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Überprüfungsantrag - Antrag auf …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Unter Bezugnahme auf den Beschluss des BSG gemeint ist der Beschluss des BSG vom 14. März 2012, B 4 AS 239/11 B) sei völlig unklar, welche konkreten Mitwirkungspflichten den Betroffenen wohl treffen könnten und ob die Verletzung von Mitwirkungspflichten tatsächlich dazu führen, dass sich der Beklagte auf die Bindungswirkung der Bescheide berufen dürfe.Das BSG hat in einem gleichgelagerten Verfahren klargestellt, es könne nicht zweifelhaft sein, dass ein pauschales Überprüfungsbegehren, mit welchem die vollständige Überprüfung eines Verwaltungshandelns der gesamten Leistungszeiträume seit dem 1. Januar 2006 geltend gemacht werde, mit entsprechenden Mitwirkungserfordernissen beim Berechtigten korrespondiere (vgl. BSG, Beschluss vom 14. März 2012, B 4 AS 239/11 B, zitiert nach juris).
Zwar hat das BSG in einem vergleichbaren Fall im Rahmen der erhobenen Nichtzulassungsbeschwerde ausgeführt, dass ein vergleichbar weitreichendes Überprüfungsbegehren mit Mitwirkungserfordernissen beim Berechtigten korrespondiert (Beschluss des BSG vom 14. März 2012, a.a.O., vorhergehend LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 29. September 2011, a.a.O.).
- BSG, 03.02.1988 - 9a RV 18/86
Bindend gewordener Verwaltungsakt - Rechtwidrigkeit des Verwaltungsakts - …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Rn. 25 Nach der Rechtsprechung des 9. Senats des BSG (Urteil vom 3. Februar 1988, 9/9a RV 18/86 in BSGE 63, 33; s.a. juris) und des 4.Senats des BSG (Urteil vom 3. April 2001, B 4 RA 22/00 R in BSGE 88, 75; s.a. juris), dem auch der erkennende Senat zuneigt, verlangt § 44 SGB X, dass vor einer erneuten Sachprüfung zwei Prüfungsabschnitte durchlaufen werden.Im Übrigen verweist auch der 2. Senat des BSG im Hinblick auf die zweite Alternative des § 44 SGB X ("… oder von einem Sachverhalt ausgegangen worden ist, der sich als unrichtig erweist…") auf die Rechtsauffassung des 9. Senats des BSG (Urteile vom 28. Januar 1981, 9 RV 29/80 in BSGE 51, 139-142 und vom 3. Februar 1988, 9/9a RV 18/86 in BSGE 63, 33) und hat in seiner genannten Entscheidung vom 5. September 2006 einschränkend darauf abgestellt, dass die Behörde "entsprechend dem Umfang des Vorbringens des Versicherten" in eine erneute Prüfung eintreten und diese bescheiden müsse (…Rn. 12, 13).
- LSG Berlin-Brandenburg, 29.09.2011 - L 29 AS 728/11
Überprüfungsverfahren - Anforderungen an Überprüfungsantrag -Überprüfungsumfang
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Nur wenn die Prüfung zu dem Ergebnis führt, dass ursprünglich nicht beachtete Tatsachen oder Erkenntnisse vorliegen, die für die Entscheidung wesentlich sind, ist ohne Rücksicht auf die Bindungswirkung erneut zu entscheiden (so auch LSG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 29. September 2011, L 29 AS 728/11 sowie Beschlüsse vom 12. Juni 2012, L 20 AS 947/12 B, vom 14. Juni 2012, L 18 AS 1341/12 B (alle zitiert nach juris) und vom 31. August 2012, L 28 AS 2254/12 (nicht veröffentlicht); LSG Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18. Februar 2010, L 10 B 9/09 VG; Schleswig-Holsteinisches LSG, Urteile vom 7.Oktober 1999, L 5 U 11/99 und 12. Juli 2007, L 2 VS 55/06; LSG Hamburg, Urteil vom 9. Februar 2010, L 3 U 50/08, alle zitiert nach juris;… Merten in Hauck/Noftz, SGB X Lfg.Zwar hat das BSG in einem vergleichbaren Fall im Rahmen der erhobenen Nichtzulassungsbeschwerde ausgeführt, dass ein vergleichbar weitreichendes Überprüfungsbegehren mit Mitwirkungserfordernissen beim Berechtigten korrespondiert (Beschluss des BSG vom 14. März 2012, a.a.O., vorhergehend LSG Berlin-Brandenburg
, Urteil vom 29. September 2011, a.a.O.).
- BSG, 07.02.2006 - B 2 U 4/05 R
Gesetzliche Unfallversicherung - Zuständigkeitsstreit - Bau-Berufsgenossenschaft …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
In einer weiteren Entscheidung hat der 2. Senat des BSG (Urteil vom 5. September 2006, B 2 U 4/05 R, zitiert nach juris) sodann entschieden, das oben dargestellte gestufte Prüfverfahren gelte nur bezogen auf die Frage, ob der ursprüngliche Verwaltungsakt wegen neuer Tatsachen oder Beweismittel aufzuheben ist.Der 2. Senat weist zur Begründung darauf hin, dass das Ziel des § 44 SGB X darin bestehe, die Konfliktsituation zwischen der Bindungswirkung eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes und der materiellen Gerechtigkeit einseitig zugunsten Letzterer aufzulösen (vgl. BSG, Urteil vom 5. September 2006, a. a. O., Rn. 12).
- LSG Berlin-Brandenburg, 09.11.2010 - L 12 R 793/09
Gerichtsbescheid - Anhörung - Inhalt - Unterschrift
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Jedenfalls sei unter Hinweis auf Rechtsprechung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg (Urteil vom 9. November 2009, L 12 R 793/09 ) nicht ordnungsgemäß auf die Möglichkeit der Entscheidung durch Gerichtsbescheid hingewiesen worden.Zu der von dem Prozessbevollmächtigten der Klägerin zitierten Rechtsprechung des Landessozialgerichts (LSG) Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. November 2010, L 12 R 793/09 , unter Hinweis auf Urteil des BSG vom 1. Juli 2010, B 13 R 58/09 R (zum Erfordernis der Unterschrift unter eine richterliche "Betreibensaufforderung"), zitiert nach juris, wird darauf hingewiesen, dass die Anhörungsmitteilung nicht zwingend gemäß § 63 Abs. 1 SGG (als beglaubigte Abschrift) zuzustellen ist.
- BSG, 30.06.1970 - 2 RU 35/68
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Mit dem Begriff der Unterzeichnung verbindet der Sprachgebrauch ein Gebilde aus Buchstaben, einen Schriftzug (BSG, Urteil vom 30. Juni 1970, 7/2 RU 35/68 in SozR Nr. 12 zu § 151 SGG).Es muss ein Mindestmaß an Ähnlichkeit mit dieser Schrift in dem Sinn erhalten geblieben sein, dass ein Dritter, der den Namen des Unterzeichnenden kennt, diesen Namen aus dem Schriftbild noch herauslesen kann, der Unterzeichnende also erkennbar bleibt (BSG, Urteil vom 30. Juni 1970, a.a.O.).
- BSG, 16.05.2012 - B 4 AS 109/11 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Arbeitslosengeld II - Angemessenheit der …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Die Sachaufklärungspflicht findet daher an der Mitwirkungsobliegenheit der Verfahrensbeteiligten ihre Grenze (BSG, Urteil vom 16. Mai 2012, B 4 AS 109/11 R, zitiert nach juris). - BSG, 01.07.2010 - B 13 R 58/09 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Berufungsrücknahmefiktion - Klagerücknahmefiktion …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Zu der von dem Prozessbevollmächtigten der Klägerin zitierten Rechtsprechung des Landessozialgerichts (LSG) Berlin-Brandenburg, Urteil vom 9. November 2010, L 12 R 793/09 , unter Hinweis auf Urteil des BSG vom 1. Juli 2010, B 13 R 58/09 R (zum Erfordernis der Unterschrift unter eine richterliche "Betreibensaufforderung"), zitiert nach juris, wird darauf hingewiesen, dass die Anhörungsmitteilung nicht zwingend gemäß § 63 Abs. 1 SGG (als beglaubigte Abschrift) zuzustellen ist. - BSG, 03.04.2001 - B 4 RA 22/00 R
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Wiederaufnahme des Verfahrens - Prüfung …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Rn. 25 Nach der Rechtsprechung des 9. Senats des BSG (Urteil vom 3. Februar 1988, 9/9a RV 18/86 in BSGE 63, 33; s.a. juris) und des 4.Senats des BSG (Urteil vom 3. April 2001, B 4 RA 22/00 R in BSGE 88, 75; s.a. juris), dem auch der erkennende Senat zuneigt, verlangt § 44 SGB X, dass vor einer erneuten Sachprüfung zwei Prüfungsabschnitte durchlaufen werden. - BSG, 11.11.2003 - B 2 U 32/02 R
Sozialgerichtliches Verfahren - Verletzung des Grundsatzes der mündlichen …
Auszug aus LSG Berlin-Brandenburg, 19.04.2013 - L 26 AS 520/12
Rn. 26 In einer Entscheidung des 2. Senats des BSG (Urteil vom 11. November 2003, B 2 U 32/02 R, zitiert nach juris) hat dieser ausgeführt, das SGB X folge, anders als das allgemeine Verwaltungsverfahrensrecht, bei Ansprüchen auf Sozialleistungen dem Grundsatz, dass der materiellen Gerechtigkeit auch für die Vergangenheit Vorrang vor der Rechtssicherheit gebühre. - BSG, 28.01.1981 - 9 RV 29/80
Zugunstenbescheid im sozialrechtlichen Verfahren - Wiederholte Ablehnung - …
- BSG, 25.01.2011 - B 5 R 47/10 R
Fremdrentenrecht - Spätaussiedler - Zusammentreffen von eigener Rente mit …
- LSG Schleswig-Holstein, 12.07.2007 - L 2 VS 55/06
Voraussetzungen der Erteilung eines Zugunstenbescheides nach § 44 SGB 10
- LSG Nordrhein-Westfalen, 18.02.2010 - L 10 B 9/09
Versorgungsleistungen wegen eines Impfschadens; Ermittlung des …
- LSG Berlin-Brandenburg, 26.03.2013 - L 19 AS 2700/12
Zugunstenverfahren nach § 44 Abs. 1 SGB X - Bestimmtheit eines …
- LSG Berlin-Brandenburg, 12.06.2012 - L 20 AS 947/12
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Anforderungen an die Begründung eines …
- LSG Berlin-Brandenburg, 14.06.2012 - L 18 AS 1341/12
Überprüfungsantrag - Prozesskostenhilfe - Mitwirkungs- und Beibringspflicht des …
- LSG Hamburg, 09.02.2010 - L 3 U 50/08
Gewährung einer Witwenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung im Fall einer …
- LSG Berlin-Brandenburg, 29.11.2011 - L 14 AS 1663/11
Entscheidung ohne mündliche Verhandlung - Gerichtsbescheid - wesentlicher Mangel …
- LSG Schleswig-Holstein, 07.10.1999 - L 5 U 11/99
Sozialrechtliches Verwaltungsverfahren - Zugunstenverfahren
- LSG Niedersachsen-Bremen, 29.09.2015 - L 11 AS 1380/13 Soweit der Beklagte auf ein Urteil des LSG Berlin-Brandenburg vom 19. April 2013 (L 26 AS 520/12) Bezug genommen hat, welches höhere Anforderungen an die Konkretisierung des Überprüfungsbegehrens stellt, folgt der erkennende Senat der vorgenannten Entscheidung im Hinblick auf die später ergangenen Urteile des BSG vom 28. Oktober 2014 und 13. Februar 2014 nicht.
- LSG Berlin-Brandenburg, 18.10.2013 - L 25 AS 1235/11
Grenzen des Prüfungsumfangs durch den Grundsicherungsträger bei einem …
Der Senat folgt dabei zur Begründung inhaltlich in vollem Umfang der Rechtsprechung des Landessozialgerichts (LSG) Berlin-Brandenburg (Urteile vom 29. September 2011 - L 29 AS 728/11 - vom 26. März 2013 - L 19 AS 1900/12 -, - L 19 AS 727/11 - und - L 19 AS 2700/12 - und vom 19. April 2013 - L 26 AS 520/12 - alle bei juris).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".