Rechtsprechung
| LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- Sozialgerichtsbarkeit.de
Grundsicherung für Arbeitsuchende
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Verfahrensgang
- SG Freiburg, 06.11.2012 - S 7 AS 937/12
- LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12
- BSG, 13.02.2014 - B 4 AS 419/13 B
- BSG, 29.06.2015 - B 4 AS 11/14 R
Wird zitiert von ... (9) Zitiert selbst (4)
- BSG, 22.03.2012 - B 4 AS 26/10 R
Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkautionsdarlehen - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12
Insoweit hat das BSG auch im Urteil vom 22.03.2012 (B 4 AS 26/10 R) zur früheren Rechtslage ausgeführt, die vom Grundsicherungsträger übernommene Mietkaution werde dem Leistungsberechtigten erst nach Beendigung des Mietverhältnisses von dem Vermieter erstattet.Das BVerfG hat damit Spielräume der pauschalierten Regelleistung hinsichtlich Einspar- und Ansparmöglichkeiten anerkannt, so dass jedenfalls bei einmaligem Darlehensbezug nicht per se von einer Existenzgefährdung infolge der Tilgung aus dem maßgebenden Regelbedarf auszugehen ist (ebenso BSG, Urteil v. 10.05.2011 - B 4 AS 11/10 R - Juris; Urteil v. 22.03.2012, a.a.O. Juris Rn. 17 Bender in: Gagel, SGB II, § 42a Rn. 25) und die vom BSG im angeführten - für erforderlich erachtete gesetzliche Regelung, um der Gefahr einer Bedarfsunterdeckung bei den laufenden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts entgegenzuwirken, nunmehr geschaffen ist.
- BSG, 10.05.2011 - B 4 AS 11/10 R
Arbeitslosengeld II - Aufwendung für Schulbücher für das Schuljahr 2006/2007 - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12
Das BVerfG hat damit Spielräume der pauschalierten Regelleistung hinsichtlich Einspar- und Ansparmöglichkeiten anerkannt, so dass jedenfalls bei einmaligem Darlehensbezug nicht per se von einer Existenzgefährdung infolge der Tilgung aus dem maßgebenden Regelbedarf auszugehen ist (ebenso BSG, Urteil v. 10.05.2011 - B 4 AS 11/10 R - Juris;… Urteil v. 22.03.2012, a.a.O. Juris Rn. 17 Bender in: Gagel, SGB II, § 42a Rn. 25) und die vom BSG im angeführten - für erforderlich erachtete gesetzliche Regelung, um der Gefahr einer Bedarfsunterdeckung bei den laufenden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts entgegenzuwirken, nunmehr geschaffen ist. - SG Berlin, 22.02.2013 - S 37 AS 25006/12
Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkautionsdarlehen - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12
Ein atypischer Fall liegt jedoch nicht schon dann vor, wenn der Leistungsbezieher zwar erwerbsfähig nach § 8 SGB II ist, nach Lebenslage oder sonstigen Umständen aber keine Chance hat, kurzfristig aus dem Leistungsbezug herauszukommen oder hinzu zu verdienen (s. SG Berlin, Urteil v. 22.02.2013 - S 37 AS 25006/12 - juris Rn. 38). - SG Berlin, 20.03.2013 - S 142 AS 21275/12
Arbeitslosengeld II - Unterkunft und Heizung - Mietkautionsdarlehen - …
Auszug aus LSG Baden-Württemberg, 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12
Denn dies ist eine zwingende Rechtsfolge der Darlehensgewährung und somit gerade der gesetzliche Regelfall (vgl. SG Berlin, Urteil v. 20.03.2013 - S 142 AS 21275/12 - juris Rn. 21).
- LSG Berlin-Brandenburg, 12.03.2015 - L 20 AS 261/13
Aufrechnung - Mietkautionsdarlehen
Kann ein Hilfeempfänger einen "besonderen Bedarf" nicht aus Ansparmitteln decken, worauf er zunächst verwiesen werden kann (…siehe hierzu BVerfG v. 9.02.2010 - 1 BvL 1/09 u.a. - juris, Rn. 205), ist damit eine Bedarfsdeckung nach dem Gesetz nicht ausgeschlossen (vgl. LSG Baden-Württemberg v. 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12 - juris, Rn. 34).Eine Gefahr einer Bedarfsunterdeckung kann daher auch bei laufenden Leistungen über einen längeren Zeitraum, in dem sich eine monatliche Aufrechnung auswirken kann, begegnet werden (LSG Baden-Württemberg vom 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12 - juris, Rn. 32, anhängig BSG B 4 AS 11/14 R).
- LSG Hamburg, 23.02.2017 - L 4 AS 135/15
SGB-II -Leistungen
Durch eine Einbeziehung dieser Überlegungen in die Prüfung des atypischen Falls kann zugleich den Bedenken hinsichtlich der Verfassungskonformität des § 42a SGB II in Hinblick auf Mietkautionen (…vgl. hierzu Conradis, in: LPK-SGB II, § 42a Rn. 17; LSG Berlin-Brandenburg, Beschluss vom 18.11.2013 - L 10 AS 1793/13 B PKH; Thüringer LSG, Beschluss vom 2.1.2014 - L 9 AS 1089/13 B; SG Berlin, Beschluss vom 30.9.2011 - S 37 AS 24431/11 ER; auch das BSG hat in seinem Beschluss vom 29.6.2015 - B 4 AS 11/14 R Zweifel daran geäußert, ob Mietkautionsdarlehen bedingungslos der Regelung des § 42a SGB II unterfallen; keine verfassungsrechtlichen Bedenken sehen hingegen das LSG Berlin-Brandenburg in seinem Urteil vom 12.3.2015 - L 20 AS 261/13 und das LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.9.2013 - L 3 AS 5184/12) Rechnung getragen werden. - SG Dortmund, 21.03.2017 - S 32 AS 1659/14 Rn. 73 Auch zukunftsnahe Erwerbschancen (vgl. hierzu z. B. LSG NRW…, Beschluss vom 03.02.2014 L 2 AS 2280/13 B juris (Rn. 6); LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 24.10.2013 L 31 AS 1048/13 juris (Rn. 14 ff.)) sind im vorliegenden Fall nicht auszuschließen wie sie auch generell kaum jemals auszuschließen sein dürften, jedenfalls insoweit nicht, als es um die Aufnahme einer geringfügigen Tätigkeit geht, die ausreichen würde, um den Tilgungsbetrag von 10 % des Regelbedarfs zu erwirtschaften (vgl. LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 24.10.2013 a. a. O.; vgl. aber auch LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.09.2013 L 3 AS 5184/12 juris (Rn. 25), das Kriterium fehlender zukunftsnaher Erwerbschancen offenbar vollständig mit der Begründung ablehnend, der Fall, dass ein Leistungsberechtigter nicht über zukunftsnahe Erwerbschancen verfügt, sei gar nicht atypisch).
Sie hält insbesondere diese Rechtsnorm nicht i. S. v. Art. 100 GG für verfassungswidrig, so dass eine Vorlage beim BVerfG nicht geboten war (vgl. zur Verfassungskonformität z. B. auch LSG Berlin-Brandenburg…, Urteil vom 12.03.2015 L 20 AS 261/13 juris (Rn. 20); LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.09.2013 L 3 AS 5184/12 juris (Rn. 29 ff.); SG Köln, Urteil vom 28.09.2012 S 33 AS 1310/12 juris; LSG NRW, Beschluss vom 03.02.2014 L 2 AS 2280/13 B juris; Bender in: Gagel, SGB II / SGB 111, 64.
- LSG Berlin-Brandenburg, 29.07.2015 - L 32 AS 1688/15
Grundsicherung für Arbeitsuchende - Tilgung mehrerer Darlehen durch Aufrechnung - …
Diesbezüglich hat sich die Bundesregierung in einer Gegenäußerung zum Vorschlag des Bundesrats, die Aufrechnung weiter flexibel zu halten dahingehend geäußert, dass die Tilgung für mehrere Darlehen insgesamt auf 10 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs begrenzt ist, um den Betroffenen ausreichend Mittel zur Begrenzung des Lebensunterhalts zu belassen (…BT-Drucksache 17/3982 S. 10, so auch Greiser in Eicher, SGB 11, 3. Auflage, § 42 a Rz. 30 unter Bezugnahme auf Hengelhaupt in Hauck/Noftz, SGB II, K 42 a Rdnr. 195 Stand 2/2012, Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 18. September 2013 - L 3 AS 5184/12 -, Rn. 34, juris). - SG Dortmund, 23.01.2015 - S 58 AS 4433/12 Gegen die Regelung des § 42a Abs. 2 SGB II bestehen keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken, soweit davon auch die Verrechnung mit einem Darlehen für eine Mietkaution erfasst wird, obwohl Mietkautionen nicht im Rahmen der Bemessung des Regelbedarfs berücksichtigt worden sind (Landessozialgericht (LSG) Baden-Württemberg, Urteil vom 18.09.2013, Az.: L 3 AS 5184/12, Rn. 29, diesbezüglich ist die Revision beim BSG unter dem Az.: B 4 AS 11/14 R anhängig; Sozialgericht (SG) Köln…, Urteil vom 28.09.2012, Az.: S 33 AS 1310/12, Rn. 21, m.w.N.; a. A.: SG Berlin, Beschluss vom 30.09.2011, Az.: S 37 AS 24431/11 ER).
Das Bundesverfassungsgericht hat mit seiner Entscheidung vom 09.02.2010 (…1 BvL 1/09, 1 BvL 3/09, 1 BvL 4/09, Rn. 204) zudem Spielräume der pauschalierten Regelleistung hinsichtlich Einspar- und Ansparmöglichkeiten anerkannt, so dass jedenfalls bei einmaligem Darlehensbezug nicht per se von einer Existenzgefährdung in Folge der Tilgung aus dem maßgebenden Regelbedarf auszugehen ist (LSG Baden-Württemberg, Urteil vom 18.09.2013, Az.: L 3 AS 5184/12, Rn. 32, m.w.N.; BSG, Urteil vom 10.05.2011, Az.: B 4 AS 11/10 R; BSG…, Urteil vom 22.03.2012, Az.: B 4 AS 26/10 R, Rn. 17) und die vom Bundesverfassungsgericht im angeführten Urteil für erforderlich erachtete gesetzliche Regelung, um der Gefahr einer Bedarfsunterdeckung bei den laufenden Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts entgegen zu wirken, nunmehr durch den Gesetzgeber geschaffen wurde.
- LSG Baden-Württemberg, 14.07.2014 - L 1 AS 5449/13 Der Senat hat auch keine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die in § 42a Abs. 2 SGB II getroffene Regelung im Hinblick auf die davon umfasste Verrechnung mit einem Darlehen für eine Mietkaution und schließt sich der Rechtsauffassung des 3. Senat des Landessozialgerichts Baden-Württemberg im Urteil vom 18.09.2013 (L 3 AS 5184/12, juris, Rn. 29 ff.) an.
- LSG Baden-Württemberg, 26.11.2014 - L 3 AS 2728/14 Zur Verfassungsmäßigkeit dieser Regelung hat der erkennende Senat bereits in seinem Urteil vom 18.09.2013 (L 3 AS 5184/12, Juris Rn. 29 ff.) ausgeführt:.
- LSG Baden-Württemberg, 24.11.2021 - L 3 AS 2253/21 Zwar war die zuvor vom Beklagten zusätzlich zu der Aufrechnung von 44, 60 EUR pro Monat aufgrund des streitgegenständlichen Darlehensbescheides vom 16.03.2021 (Wohnungsausstattung) gleichzeitig vorgenommene Aufrechnung weiterer 44, 60 EUR pro Monat aufgrund des mit Bescheid vom 22.03.2021 gewährten Darlehens (Mietkaution) rechtswidrig, denn die Aufrechnung nach § 42a SGB II ist auf 10 % des Regelbedarfs begrenzt und ein Aufsummieren von Aufrechnungen aus mehreren Darlehen ist nicht möglich (vgl. z.B. BSG…, Urteil vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R, juris Rn. 44; Urteil des erkennenden Senats vom 18.09.2013 - L 3 AS 5184/12, juris Rn. 34;… Bittner in: Schlegel/Voelzke, jurisPK-SGB II, Stand 01.04.2021, § 42a, Rn. 58).
- LSG Baden-Württemberg, 24.04.2014 - L 13 AS 324/14 Verfassungsrechtliche Bedenken sind nicht ersichtlich (vgl. u.a. Bundessozialgericht, Beschluss v. 25. Februar 2012, B 4 AS 417/13 B, Landessozialgericht Baden-Württemberg, Urteil v. 18. September 2013, L 3 AS 5184/12, Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Beschluss v. 3. Februar 2014, Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Urteil v. 24. Oktober 2013, L 31 AS 1048/13, alle veröffentlicht in Juris).
Bitte loggen Sie sich ein, um diese Funktion zu nutzen. Falls Sie noch kein Benutzerkonto haben, können Sie sich in weniger als einer Minute eines kostenlos anlegen "Registrieren".