Rechtsprechung
| BVerwG, 29.10.1963 - VI C 78.63 |
Volltextveröffentlichung
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
G 131 §§ 3, 9
Verfahrensgang
- BVerwG, 22.07.1963 - VI C 78.63
- BVerwG, 29.10.1963 - VI C 78.63
Papierfundstellen
- BVerwGE 17, 104
Wird zitiert von ... (17)
- BVerwG, 18.10.1966 - VI C 80.63
Rechtsmittel
hervorgehoben hat, war dem Gesetzgeber durch seine Bindung an die verfassungsmäßige Ordnung des Grundgesetzes (Art. 20 Abs. 3 GG) geradezu verboten, staatliche Sonderleistungen (nämlich die im Gesetz zu Art. 131 GG vorgesehenen) generell auch solchen früheren Angehörigen des öffentlichen Dienstes neu zu gewähren, "deren Tätigkeit im ganzen gesehen vor allem der Aufrechterhaltung des Unrechts- und Willkürsystems des Nationalsozialismus gedient hat" (vgl. auch BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]).Dieser dem Gesetz zu Art. 131 GG von vornherein durch die Verfassung auferlegten Begrenzung des versorgungsberechtigten Personenkreises entspricht auch § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131. Durch diese Vorschrift werden die Personen, die wegen Verstoßes gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit der Gewährung von Leistungen aus dem Gesetz zu Art. 131 GG unwürdig sind, im Wege eines individuellen Ausleseverfahrens von den Rechten dieses Gesetzes ausgeschlossen (vgl. BVerfGE 12, 264 [271. ff.]; BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108 ff.]).
Auch die vom Bundesverfassungsgericht (vgl. BVerfGE 12, 264) und vom Bundesverwaltungsgericht (vgl. BVerwGE 13, 36; 17, 104) [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63]anerkannte "Wechselbeziehung" zwischen dem Disziplinarverfahren nach § 9 und dem Verfahren nach § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131 rechtfertigt entgegen der Auffassung der Revision in dieser Hinsicht keine andere rechtliche Beurteilung.
Wie der erkennende Senat bereits in der Entscheidung BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [110] ausgeführt hat, setzt die Anwendbarkeit dieses Rechtsgedankens auch im Bereich der zwingenden Regelung des § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131 voraus, "daß die Behörde - geleitet von dem Bestreben der Gesetzesvollziehung - ein Verhalten gezeigt hat, welches als Ausdruck einer (rechtlich und tatsächlich) feststellenden Entscheidung über das Nichtvorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen gewertet werden dürfte".
- BVerwG, 26.01.1967 - II C 102.63
Rechtsmittel
Verfassungsrecht wird hierdurch nicht verletzt (vgl. BVerfGE 12, 264 [269 f., 272]; BVerwGE 13, 36 [38 ff.] und 17, 104 [108]).Die Vorschrift trägt dem Umstand Rechnung, daß die Bindung an die verfassungsmäßige Ordnung des Grundgesetzes (Art. 20 Abs. 3 GG) dem Gesetzgeber verbietet, solchen früheren Angehörigen des Öffentlichen Dienstes neue Sonderleistungen zu gewähren, wie sie das Gesetz zu Art. 131 GG in Kapitel I vorsieht (vgl. BVerfGE 6, 132 [218]; 7, 129 [140]; 12, 264 [271]; BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]).
Sie sieht vielmehr ein die Gewährung neuer Rechte betreffendes "Ausleseverfahren" vor, das im Einzelfall den dem Gesetz zu Art. 131 GG immanenten gesetzlichen Vorbehalt verwirklicht, daß schon vom Inkrafttreten des Gesetzes an materiell solche früheren Angehörigen des öffentlichen Dienstes keine Rechte nach Kapitel I des Gesetzes haben, die solcher Rechte unwürdig sind (vgl. BVerfGE 1, 129 [BVerfG 20.02.1952 - 1 BvF 2/51] [141]; 12, 264 [271]; BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]).
- BVerwG, 12.11.1970 - II C 3.69
Verstoß gegen die Grundsätze der Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit durch den …
Der im Revisionsvorbringen anklingenden Auffassung, § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131 sei nur auf Grund einer Prüfung nach disziplinarrechtlichen Grundsätzen anwendbar, ist das Bundesverwaltungsgericht in seiner bisherigen Rechtsprechung im Anschluß an die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 12, 264 [269 f., 272]) wiederholt entgegengetreten (BVerwGE 13, 36 [38 f.]; 17, 104 [108]; 26, 82 [88]).Insoweit entspricht das Berufungsurteil der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [107 f., 110]; BVerwG, Urteil vom 18. Oktober 1966 - BVerwG VI C 80.63 - [DRiZ 1967, 60; DÖV 1967, 57; ZBR 1967, 23]).
- BVerwG, 18.12.1968 - C 62.64
Franz von Papen
Dabei wird das Berufungsgericht Erkenntnisse berücksichtigen können, die sich aus inzwischen ergangenen Urteilen des Bundesverwaltungsgerichts zu der Frage des Verstoßes gegen Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit ergeben, so insbesondere aus den Urteilen vom 28. Februar 1963 - BVerwG VIII C 67.62 - (BVerwGE 15, 336 ), vom 29. Oktober 1963 - BVerwG VI C 78.63 - (BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] ), vom 16. Januar 1964 - BVerwG VIII C 60.62 - (BVerwGE 19, 1 [BVerwG 16.01.1964 - VIII C 60/62] ), vom 18. Oktober 1966 - BVerwG VI C 80.63 - (BVerwGE 25, 128 [BVerwG 18.10.1966 - VI C 80/63]) und vom 26. Januar 1967 - BVerwG II C 102.63 - (BVerwGE 26, 82).Auch für die subjektive Seite kann hierbei eine Rolle spielen, daß es sich bei dem von § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131 erfaßten Verstoß gegen die Grundsätze der Rechtsstaatlichkeit nach der Systematik dieser Vorschrift und ihrem Verhältnis zu den §§ 7 und 9 G 131 (vgl. BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [111] und 25, 128 [130]) um einen besonders schwerwiegenden Verstoß dieser Art handeln muß.
- BVerwG, 19.03.1969 - VI C 115.63
Rechtsmittel
Davon abgesehen würde es der verfassungsmäßigen Ordnung des Grundgesetzes (vgl. Art. 20 Abs. 3 GG) offensichtlich widersprechen, gerade diejenigen früheren Angehörigen des öffentlichen Dienstes von der Anwendung des § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131 auszunehmen und sie an den durch das Gesetz zu Art. 131 GG neu gewährten staatlichen Sonderleistungen teilhaben zu lassen, die als bedingungslose Gefolgsleute der nationalsozialistischen Machthaber durch einen besonders schwerwiegenden Verstoß gegen elementare Grundsätze der Menschlichkeit oder der Rechtsstaatlichkeit das nationalsozialistische Unrechts- und Willkürsystem in unerträglicher Weise gefördert oder gestützt haben (vgl. BVerfGE 22, 387 [423]; ferner BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]; 25, 128 [129]; Urteil vom 18. Dezember 1968 - BVerwG VI C 62.64 -). - BVerwG, 05.09.1967 - VI B 37.66
Angemessenheit einer Frist nach den Grundsätzen des Vertrauensschutzes für …
Die für Beamtenrecht zuständigen Senate des Bundesverwaltungsgerichts haben bereits in einer großen Zahl von Entscheidungen die Grundsätze geklärt, unter denen der Gedanke des Vertrauensschutzes im Zusammenhang mit § 7 G 131 Anwendung finden kann (vgl. neben vielen anderen insbesondere die Urteile vom 11. Februar 1960 [BVerwGE 10, 158], vom 27. Juni 1962 - BVerwG VI C 19.61 - [Buchholz BVerwG 234, § 7 G 131 Nr. 68], vom 9. November 1962 - BVerwG VI C 188.60 -, vom 30. Januar 1963 - BVerwG VI C 43.61 - [Buchholz BVerwG 234, § 7 G 131 Nr. 75], vom 29. Oktober 1963 [BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63]], vom 31. März 1965 - BVerwG VI C 119.62 -, jeweils mit weiteren Nachweisen).Aus den vorerwähnten bisherigen Entscheidungen des Bundesverwaltungsgerichts ergibt sich, daß der Fristablauf allein keine Grundlage dafür abgeben kann, von der zwingend vorgeschriebenen Anwendung des § 7 G 131 abzusehen (vgl. insoweit besonders Urteile vom 30. Januar 1963 - BVerwG VI C 43.61 - sowie vom 29. Oktober 1963 [BVerwGE 17, 104, 110 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63]]).
- BVerwG, 19.08.1967 - VI B 24.66
Zulässigkeit und Begründetheit einer Beschwerde gegen die Nichtzulassung der …
Wie das Bundesverfassungsgericht in dem angeführten Beschluß (vgl. BVerfGE 12, 264 [271]) hervorgehoben hat, war dem Gesetzgeber durch seine Bindung an die verfassungsmäßige Ordnung des Grundgesetzes (Art. 20 Abs. 3 GG) geradezu verboten, staatliche Sonderleistungen (nämlich die im Gesetz zu Art. 131 GG vorgesehenen) generell auch solchen früheren Angehörigen des öffentlichen Dienstes neu zu gewähren, 'deren Tätigkeit im ganzen gesehen vor allem der Aufrechterhaltung des Unrechts- und Willkür-Systems des Nationalsozialismus gedient hat' (vgl. auch BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]).Dieser dem Gesetz zu Art. 131 GG von vornherein durch die Verfassung auferlegten Begrenzung des versorgungsberechtigten Personenkreises entspricht auch § 3 Satz 1 Nr. 3 a G 131. Durch diese Vorschrift werden die Personen, die wegen Verstoßes gegen die Grundsätze der Menschlichkeit oder Rechtsstaatlichkeit der Gewährung von Leistungen aus dem Gesetz zu Art. 131 GG unwürdig sind, im Wege eines individuellen Ausleseverfahrens von den Rechten dieses Gesetzes ausgeschlossen (vgl. BVerfGE 12, 264 [271 ff.]; BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108 ff.]).
- BVerwG, 15.10.1965 - VI C 164.62
Rechtsmittel
Im Bereich zwingender Vorschriften setzt die Anwendbarkeit der Rechtsinstitute der Verwirkung und des Vertrauensschutzes gerade auch im Beamtenrecht voraus, daß die Behörde ein Verhalten gezeigt hat, das als Ausdruck einer (rechtlich und tatsächlich) feststellenden Entscheidung über das Nichtvorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen gewertet werden durfte ("Negativentscheidung"); vgl. BVerwGE 17, 104 (110) [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63]. - BVerwG, 21.12.1981 - 2 B 4.81
Voraussetzungen für das "Bezeichnen" des Verfahrensmangels unzureichender …
Wie schon das Bundesverfassungsgericht in BVerfGE 12, 264 [BVerfG 15.03.1961 - 2 BvL 8/60] (271 ff.) ausgeführt hat, war dem Gesetzgeber gemäß Art. 20 Abs. 3 GG geradezu verboten, die im Gesetz zu Art. 131 GG vorgesehenen staatlichen Sonderleistungen generell auch solchen Angehörigen des öffentlichen Dienstes neu zu gewähren, "deren Tätigkeit im ganzen gesehen vor allem der Aufrechterhaltung des Unrechts- und Willkürsystems des Nationalsozialismus gedient hat" (vgl. auch BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [108]). - BVerwG, 24.06.1971 - II C 45.69
Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der unter Artikel 131 des …
Sie entspricht der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. das vom Berufungsgericht angeführte Urteil BVerwGE 17, 104 [BVerwG 29.10.1963 - VI C 78/63] [107, 110] und das - insoweit nicht in der Entscheidungssammlung veröffentlichte - vorerwähnte Urteil vom 18. Oktober 1966 - BVerwG VI C 80.63 -). - BVerwG, 04.09.1970 - VIII B 219.67
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Bewilligung eines …
- BVerwG, 31.03.1965 - VI C 119.62
Rechtsmittel
- BVerwG, 21.06.1974 - IV B 72.74
Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision - Errichtung eines Anbaus …
- BVerwG, 16.07.1970 - II C 144.67
Nachversicherung früherer Angehöriger des öffentlichen Dienstes - Weite Auslegung …
- BVerwG, 11.07.1968 - II C 74.65
Versorgung früherer Berufsoffiziere - Anwendung der Ruhensvorschriften bei …
- BVerwG, 13.10.1971 - VI C 105.67
Rechtsmittel
- BVerwG, 24.10.1973 - VI C 32.68
Bewertung des Lebenslaufs hinsichtlich der Laufbahn zur Zeit des Nazi-Regimes - …
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Rechtsprechung
| BVerwG, 22.07.1963 - VI C 78.63 |
Volltextveröffentlichung
- Wolters Kluwer
Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung einer Klage - Voraussetzungen für die Zulassung einer Revision - Anforderungen an die Darlegung von Zulassungsgründen
Verfahrensgang
- BVerwG, 22.07.1963 - VI C 78.63
- BVerwG, 29.10.1963 - VI C 78.63
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