Rechtsprechung
| BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71 |
Volltextveröffentlichungen (2)
- JLaw (App) | www.prinz.law
- juris(Abodienst) (Volltext/Leitsatz)
Kurzfassungen/Presse (2)
- Wolters Kluwer (Leitsatz)
Fußgänger auf der Fahrbahn - Bushaltestelle - Haltestelle von Omnibussen - Vertrauensgrundsatz - Sorgfaltspflicht im Straßenverkehr - Herabsetzen der Geschwindigkeit - Unerlaubte Handlung - Mitverschulden - Seitenabstand - Mindestabstand
- rechtsportal.de(Abodienst, kostenloses Probeabo) (Leitsatz)
BGB §§ 823, 254; StVG §§ 7, 9
Geltung des Vertrauensgrundsatzes im Hinblick auf das Verhalten von Fußgängern
Papierfundstellen
- VersR 1972, 951
Wird zitiert von ... (8) Zitiert selbst (8)
- BGH, 19.05.1970 - VI ZR 40/69
Fußgänger - Mitverschulden - Dunkelheit - Annäherungsgeschwindigkeit
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
Insoweit ist ein Rechtsfehler des Berufungsurteils zwar nicht festzustellen Denn ein Verstoß gegen den Grundsatz, daß Kraftfahrer einem die Straße überquerenden Fußgänger nach Möglichkeit nicht in dessen Gehrichtung ausweichen, sondern hinter ihm vorbeifahren sollen (BGH Urt. v. 19. Mai 1970 - VI ZR 40/69 - VersR 1970, 818 m.w.Nachw.), ist dem Kraftfahrer dann nicht als Verschulden anzulasten, wenn ihm durch die Ausführung einer Vollbremsung keine Möglichkeit blieb, eine Ausweichbewegung durchzuführen oder wenn ein etwaiges Fehlverhalten die Folge einer durch eine schuldhafte Handlungsweise des Fußgängers bedingte Schreckreaktion war. - BGH, 27.05.1959 - 4 StR 49/59
Fahrweise eines Kraftfahrers - Haltender Bus in Gegenrichtung - Fußgänger auf …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
Demgemäß wird es als genügend angesehen, daß Kraftfahrer entweder ihre Geschwindigkeit so einrichten, daß sie vor einem plötzlich in die Fahrbahn tretenden Fußgänger anhalten können (sog, Anhaltegeschwindig keit) oder zu dem haltenden Omnibus einen angemessenen Abstand (etwa 2 m) einhalten (BGHSt 13, 169 = Urt. v. 27. Mai 1959 - 4 StR 49/59 - NJW 1959, 1547; BGH Urt. v. 26. Juli 1963 - 4 StR 258/63 - VRS 25, 262 = LSE Nr. 1777; v. 1 0 . - BGH, 10.04.1968 - 4 StR 62/68
Omnibus an Haltestelle - Vorbeifahrender Kraftfahrer - Sicherheitsabstand - …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
April 1968 - 4 StR 6 2 /6 8 - VRS 35, 114 = LSE Nr. 1780; v. 21. Februar 1967 - VI ZR 145/65 - VersR 1967, 582; Floegel/Hartung, Straßenverkehrsrecht 18, Aufl § 9 Anm. 10; Jagusch, Straßenverkehrs recht 19. Aufl. § 20 Anm. 4 ) .
- BGH, 26.07.1963 - 4 StR 258/63
Strafbarkeit wegen fahrlässiger Tötung - Anforderungen an die Rüge der Verletzung …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
Demgemäß wird es als genügend angesehen, daß Kraftfahrer entweder ihre Geschwindigkeit so einrichten, daß sie vor einem plötzlich in die Fahrbahn tretenden Fußgänger anhalten können (sog, Anhaltegeschwindig keit) oder zu dem haltenden Omnibus einen angemessenen Abstand (etwa 2 m) einhalten (BGHSt 13, 169 = Urt. v. 27. Mai 1959 - 4 StR 49/59 - NJW 1959, 1547; BGH Urt. v. 26. Juli 1963 - 4 StR 258/63 - VRS 25, 262 = LSE Nr. 1777; v. 1 0 . - BGH, 28.01.1972 - V ZR 183/69
Erneute Vernehmung eines Zeugen im Berufungsverfahren
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
225/62 - Ul ZPO § 398 Nr. 3 NJW 1964, 2414; v. 3. März 1970 - VI ZR 197/68 - VersR 1970, 619; v. 28. Januar 1972 - V ZR 183/69 - NJW 1972, 584). - BGH, 03.03.1970 - VI ZR 197/68
Voraussetzungen für das Vorliegen einer erhöhten Betriebsgefahr eines PKW - …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
225/62 - Ul ZPO § 398 Nr. 3 NJW 1964, 2414; v. 3. März 1970 - VI ZR 197/68 - VersR 1970, 619; v. 28. Januar 1972 - V ZR 183/69 - NJW 1972, 584). - BGH, 21.02.1967 - VI ZR 145/65
Pflicht zum Ersatz der Hälfte eines Unfallschadens - Verschulden an einem Unfall …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
April 1968 - 4 StR 6 2 /6 8 - VRS 35, 114 = LSE Nr. 1780; v. 21. Februar 1967 - VI ZR 145/65 - VersR 1967, 582; Floegel/Hartung, Straßenverkehrsrecht 18, Aufl § 9 Anm. 10; Jagusch, Straßenverkehrs recht 19. Aufl. § 20 Anm. 4 ) . - BGH, 09.04.1968 - VI ZR 27/67
Anspruch auf Schadensersatz aus einem Verkehrsunfall - Anwendung der …
Auszug aus BGH, 16.05.1972 - VI ZR 29/71
Dieser Vertrauensgrundsatz, der dem Bedürfnis Rechnung trägt, den Straßenverkehr zügig zu gestalten und insbesondere zu Zeiten der Ver kehrsspitzen nicht zum Erliegen zu bringen, befreit Kraftfahrer Jedoch nicht von der Pflicht, der Fahrbahn und ihren Seitenbereichen in Höhe einer Omnibushaltestelle, an der ein Omnibus angekommen ist oder abfahrbereit steht, im Hinblick auf die Straße überquerende Fußgänger ganz besondere Auftoerksamkeit zu widmen (BGH Urt. v. 9. April 1968 - VI ZR 27/67 - VersR 1968, 702; OLG Hamm VRS 25, 70).
- BGH, 08.11.1984 - VII ZR 256/83
Anwendbarkeit des Abzahlungsgesetzes auf Fertighausverträge
Wenn es insoweit das bisherige Beweisergebnis für objektiv nicht ausreichend erachtete, so war es dazu auch ohne wiederholte Zeugenvernehmung befugt (BGH NJW 1968, 1138 Nr. 9; BGH Urteile vom 5. Juli 1967 - VIII ZR 169/65 = WM 1967, 900, 901 und vom 16. Mai 1972 - VI ZR 29/71 = VersR 1972, 951). - BGH, 27.05.1975 - VI ZR 42/74
Pflichten eines Straßenbahnführers auf Fußgängerüberwegen
Nähert sich jedoch ein Kraftfahrer einem in der Gegenrichtung haltenden öffentlichen Verkehrsmittel (Straßenbahn oder Omnibus), so muß er selbst außerhalb von Fußgängerüberwegen seine Geschwindigkeit so herabsetzen, daß Fußgänger, die unachtsam einige Schritte in seine Fahrbahn treten, nicht gefährdet werden (BGHSt 13, 169, 174; 15, 191, 193/194; Senatsurteile vom 21. Februar 1967 - VI ZR 145/65 = VersR 1967, 582 und vom 16. Mai 1972 - VI ZR 29/71 = VersR 1972, 951 m.w.Nachw.). - BGH, 19.06.1973 - VI ZR 77/72
Haftungsverteilung bei Kollision eines an einem haltenden Omnibus vorbeifahrenden …
Es kann hier offen bleiben, ob die von der Rechtsprechung entwickelten Grundsätze zum Schutz von Fußgängern, die hinter einem Omnibus unachtsam einige Schritte in die Fahrbahn treten, um sich einen Überblick über den Verkehr zu verschaffen (BGHSt 13, 169; Urt.v. 10. April 1968 - 4 StR 62/69 = NJW 1968, 1532 = VRS 35, 114; Senatsurteile v. 21. Februar 1967 - VI ZR 145/65 - VersR 1967, 582 und v. 16. Mai 1972 - VI ZR 29/71 = VersR 1972, 951 m.w.Nachw.), auch in Fällen angewendet werden können, in denen ein (nicht schnell fahrender) Radfahrer hinter einem Omnibus hervorkommt.
- BGH, 12.10.1983 - VIII ZR 279/82
Erneute Vernehmung eines Zeugen erster Instanz durch das Berufungsgericht - Vom …
Ob und unter welchen Umständen die Verwertung objektiver Gesichtspunkte eine vom Erstrichter abweichende Würdigung einer Zeugenaussage durch das Berufungsgericht auch ohne wiederholte Vernehmung zulässig machen könnte (dazu Senatsurteil vom 4. Oktober 1978 - VIII ZR 259/77 = LM ZPO § 398 Nr. 9; BGH Urteile vom 1. Oktober 1964 - VII ZR 225/62 = LM ZPO § 398 Nr. 3 und vom 16. Mai 1972 - VI ZR 29/71 = VersR 1972, 951), kann dahinstehen. - KG, 05.03.1987 - 22 U 4399/86
Haftungsverteilung bei Anfahren eines Fußgängers an einer Bushaltestelle
(a) "Zwar muß nach gefestigter Rechtspr. der Kraftfahrer, der an einem in der Gegenrichtung stehenden Linienbus vorbeifährt, mit der Möglichkeit rechnen, daß hinter dem Bus Fußgänger, welche die Fahrbahn überqueren und sich deshalb einen Überblick über die Verkehrssituation verschaffen wollen, unvorsichtig einige Schritte weit auf die Fahrbahn treten (vgl. z. B. BGHSt 13, 169, 174; BGH VRS 25, 262; BGH NJW 1968, 1532 ; BGH VersR 1972, 951, 952; OLG Hamm VRS 47, 222; OLG Köln VRS 64, 434). - BGH, 21.11.1974 - II ZR 150/73
Vorliegen eines schuldrechtlichen Anspruchs für einen Wechsel - Sicherung von …
Daraus folgt, daß das Berufungsgericht die Glaubwürdigkeit eines Zeugen, die regelmäßig nicht ohne einen eigenen Eindruck von seiner Persönlichkeit beurteilt werden kann, nicht anders als das Landgericht würdigen darf, ehe es nicht den Zeugen selbst angehört und gesehen hat (…BGH, Urt. v. 24.10.73 - VIII ZR 111/72, NJV 1974, 56 m.w.N.)- Dagegen steht es dem Berufungsgericht frei, ob es einen Zeugen erneut hören will, wenn es seine Aussage lediglich aus objektiven Gründen, also wegen ihres Inhalts, anders als das Landgericht beurteilen will (BGH, Urt. v. 16.3. 72 - VI ZR 29/71, VersR 1972, 951). - BGH, 28.04.1977 - II ZR 176/75
Anspruch auf den Erlös aus Wertpapieren - Anforderungen an die Auslegung eines …
Dazu ist ein Berufungsgericht nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs in der Regel verpflichtet, wenn es bezüglich der subjektiven Glaubwürdigkeit eines Zeugen von der Würdigung durch das Gericht des ersten Rechtszugs abweichen will, weil nur der unmittelbare Eindruck die Gewähr dafür bietet, die Urteilsfähigkeit, das Erinnerungsvermögen und die Wahrheitsliebe eines Zeugen und damit den Beweiswert seiner Aussage richtig beurteilen zu können (…vgl. BGH, Urt. v. 26.9. 63 - II ZR 138/61, DM ZPO § 398 Nr. 2;… v. 1.10.64 - VII ZR 225/62 a.a.O. Nr. 3; v. 16.5. 72 - VI ZR 29/71, VersR 1972, 951; v. 16.2.1976 - n ZR 7/75, VersR 1976, 632). - OLG Köln, 14.10.1980 - 2 Wx 31/80 Der Grundsatz, daß ein Berufungsgericht die Glaubwürdigkeit eines Zeugen nicht anders das das Erstgericht beurteilen darf, wenn es ihn nicht selbst gesehen und gehört hat (vgl. zum Beispiel BGH VersR 1972, 951; MDR 1974, 223; BAG AP § 286 ZPO Nr. 1), gilt auch für tatsächliche Feststellungen in Beschwerdeverfahren, denn es handelt sich dabei um Folgerungen aus aussagepsychologischen Erkenntnissen, deren Geltung unabhängig ist von der verfahrensrechtlichen Ausgestaltung des Rechtsweges.
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